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Briefe aus Paris

Ludwig Börne: Briefe aus Paris - Kapitel 47
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authorLudwig Börne
titleBriefe aus Paris
publisherWeiss Verlag GmbH
printrun1. Auflage
year1986
isbn3925037-07-1
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
senderwww.gaga.net
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Siebenundvierzigster Brief

 

Paris, den 31. März 1831

Polen, Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Freiheit, Gleichheit, Einheit, alle diese schönen Seifenblasen mit ihren Regenbogenfarben – zerplatzt sind sie, der Luftteufel hat sie geholt! Der österreich'sche Beobachter hat das französische Ministerium gelobt. Ich sage Ihnen, jetzt ist es Zeit, ein rotwangiger Schuft zu werden. Oder ist Ihnen die Gelbsucht lieber? Stände sie mir besser? Sie sollen für mich wählen. Aber bis Ihre Antwort Entscheidung bringt, bleibe ich provisorisch ein Schuft und rede von nichts als von der lieblichen Taglioni. Ich habe sie seitdem wieder tanzen sehen. Sie gefiel mir aber weniger als das vorigemal; ich habe Fehler entdeckt. Ihre ganze Seele ist in den Füßen, ihr Gesicht ist tot. Ich hatte das zwar das erstemal schon bemerkt, aber da sie damals die Göttin Flora spielte, nahm ich ihre Unbeweglichkeit für antike Ruhe, und ich ließ mir das gefallen. In der zweiten Rolle aber trat sie als Bajadere auf, als liebende, unglückliche, leidenschaftliche Bajadere, sie tanzte zwischen Lust und Schmerz; doch ihre Züge und ihre Augen schliefen den tiefsten Schlaf. Entweder mein Opernglas war sehr trübe, oder die holde Taglioni ist sehr dumm und versteht ihre eigenen Füße nicht. Aber kann man zugleich dumm sein und Grazie haben? Bei der Taglioni ist es vielleicht möglich. Sie ist die Schülerin ihres Vaters, des Ballettmeisters, und es mag wohl sein, daß dieser dem hoffnungsvollen Töchterchen von den frühesten Kinderjahren an die Grazie eingeprügelt hat, doch mit dem Geiste ließ sich das nicht machen. Diesen kann der Stock wohl ausprügeln, aber nie einprügeln. Es war die Oper Le dieu et la Bajadère, in der ich sie sah. Musik von Auber. Leichte Ware; Rossini ist Marmor dagegen. Aber schöne Tanzmusik; das Herz walzt einem in der Brust. Ich war anfänglich ganz verwundert, daß mir die Oper, ob ich sie zwar zum ersten Male hörte, so sehr bekannt vorkam. Endlich fiel mir ein, daß ich die Musik von vorn bis hinten diesen Winter oft in den Vaudevilles-Theatern und auf Bällen gehört hatte, wo man sie zu leichten Liedern und Tänzen verwendet hatte. Die Poesie ist von Scribe. Es ist die schöne Legende: Der Gott und die Bajadere von Goethe, gehörig scribiert. Ich habe nur immer meine Freude daran, wie leicht sich meine guten Franzosen das Leben machen. Der treue und geldschwere Deutsche ist ein Glaubensopfer selbst der Kunst, die doch zur Freude geschaffen ist. Will er schwere Leiden treu malen oder singen, schleppt er selbst das Kreuz den Berg hinauf, kreuzigt sich und kopiert dann aus dem Spiegel seinen eigenen Schmerz. Auber und Scribe haben eine Oper zusammen verfertigt. Die Hauptrolle ist eine Bajadere; eine Bajadere muß tanzen, ihrem Stande nach, also muß Demoiselle Taglioni die Hauptrolle haben. Aber die Taglioni kann weder singen noch sprechen, wie kann man ihr in einer Oper die Hauptrolle geben? Warum nicht? Sie tanzt und spricht nicht und singt nicht. Aber warum spricht sie nicht? Ist sie stumm wie das Mädchen von Portici? Nein, sie ist nicht stumm, aber sie versteht die Sprache des Landes nicht. Aber wenn sie die Sprache des Landes nicht versteht, wie kann sie sich mit den Leuten unterhalten? Man sieht doch, daß sie auf alle Fragen durch Pantomimen Antwort gibt. Die Sache ist: die Bajadere versteht wohl die fremde Sprache, aber bis zum Sprechen hat sie es darin noch nicht gebracht. Nicht einmal ja oder nein kann sie auf Indisch sagen. So erklärt eine Gespielin das stumme Rätsel, und so sind alle Schwierigkeiten auf das glücklichste gehoben. Und glauben Sie ja nicht, das sei leicht gewesen. Es ist das Ei des Kolumbus, und ich versichere Sie, Schiller und Goethe hätten diesen Ausweg nicht gefunden. Vive la France! Sterben muß man doch einmal, und darum ist es vernünftiger, singend und trinkend zum Richtplatze zu tanzen, als sich wie der betrübte Deutsche auf einer Kuhhaut unter Pfaffengeheul dahin schleppen zu lassen.

In dieser Oper hörte ich Madame Cinti, eine sehr gute Sängerin, die nach einer langen Krankheit diesen Winter zum ersten Male wieder auftrat. Sie wurde mit einer Leidenschaft, mit einer Begeisterung empfangen, die ich sehr lächerlich fand und die mich ärgerte. Wie mochte man den Napoleon empfangen haben, wenn er von seinen Siegen heimkehrte? Menschliche Hände ertragen kein stärkeres Klatschen. In ihrer Theatersucht erscheinen mir die Franzosen oft sehr kindisch; denn des Lebens ganzen Ernst wenden und verschwenden sie daran. Es ist ein großes Glück für sie, ihre Seligkeit und für die ganze Welt, daß Freiheit, Vaterlandsliebe, Heldenmut, Todesverachtung etwas Theatralisches haben; denn ich glaube nur um dieses Etwas willen lieben und üben die Franzosen jene Tugenden. Ihre Theatersucht ist eine wahre Nervenschwäche; sie bekommen Krämpfe, wenn man sie an diesem Punkte reizt. Ein weggelassenes Lied, eine Rollenverwechslung, eine Änderung der angekündigten Stücke erregt einen wütenden Sturm, der gefährlich sein muß, weil sich selbst die Polizei fürchtet, ihn zu beschwichtigen, oft den ungerechtesten Anmaßungen nachgibt und nie wagt, eine Gewalt zu gebrauchen, vor der sie sich doch außer dem Theater nicht scheut. Die Franzosen, sonst im geselligen Leben so höflich, zuvorkommend, nachsichtlich und versöhnlich, sind im Theater grob, unversöhnlich und bitter. Wer sie auch nur im mindesten, auch ohne Vorsatz und Schuld, in ihrer Leidenschaft stört, wird ohne Schonung mit Härte zurückgewiesen. Und alle, auch die, welche es nichts angeht, nehmen Partei gegen den Verfolgten. Es geht keine Vorstellung vorüber, in der nicht ein lautes und allgemeines Geschrei à la porte! à la porte! ertönte. Ich selbst habe schon einige solcher Händel gehabt, die mich sehr amüsierten. Ich hatte den Humor davon. Einmal setzte ich mich auf einen Platz, der mir nicht gehörte, aber ohne meine Schuld; die Logenfrau hatte mich falsch angewiesen. Als bald darauf der rechtmäßige Besitzer des Platzes kam, weigerte ich mich anfänglich, zu weichen, mußte aber bald nachgeben; denn meine Geduld und meine französischen Grobheiten waren bald erschöpft. Alles nahm Partei gegen mich, und als ich fortging, empfing mich die ganze Reihe im Balkon, an der ich vorübermußte, mit boshaftem Lachen, mit Vorwürfen und bittern Spöttereien – ich mußte bis zur Türe Spießruten laufen. Ein anderes Mal verließ ich meinen Platz, der mir nicht bequem war, um mir an der Kasse einen andern zu nehmen. Nun ist es Sitte, daß man, um sich seinen Platz zu sichern, wenn man hinausgeht, einen Handschuh oder sonst etwas darauflegt. Das wird respektiert. Mein Nachbar fragte mich, ob ich wieder käme, und in diesem Falle sollte ich meinen Platz bezeichnen. Ich gab zur Antwort, ich könnte nichts Bestimmtes darüber sagen. Nun, so sollte ich ihn bezeichnen. Das wollte ich aber nicht, um nicht wegen eines Handschuhes zurückkommen zu müssen. Der Herr war ganz in Verzweiflung, daß ich keinen festen Entschluß fassen wollte, und fing förmlich zu zanken an. Ich mußte laut auflachen, ging fort und überließ ihn seiner Pein. Und das war nicht etwa ein junger Mensch oder einer aus den ungebildeten Ständen, sondern ein Mann von fünfzig Jahren, der sehr vornehm aussah. Am nämlichen Abend ließ eine Dame aus der Loge ihren Hut ins Parterre fallen. Ihr Herr ging hinab, ihn zu holen. Die Vorstellung hatte noch nicht angefangen, und doch wurde das als unverzeihliche Störung gerügt und tobendes Geschrei à la porte! jagte den galanten Mann zur Tür hinaus.

– Lord Byrons Memoiren machen mir großes Vergnügen. Ich habe mir einiges für Sie gemerkt. Es sind Briefe. Tagebücher, und die Lücken in Zeit und Ort füllt Thomas Morus aus. Byron war stolz auf seinen alten Adel, und schon als Kind auf der Schule wählte er sich seine Spielkameraden nur unter Standesgenossen. Sein mißgestalteter Fuß machte ihm Gram sein ganzes Leben durch. Er war noch nicht acht Jahre alt, als er die Liebe kennen lernte. Seine erste Geliebte hieß Marie Duff. Das muß man aber englisch aussprechen; im Deutschen klänge der Name gar zu prosaisch für die Geliebte eines Dichters. Dante sah und liebte an einem ersten Mai seine Beatrice, da er noch ein Knabe war. Canova erzählt, daß er sich vollkommen erinnere, in seinem fünften Jahre verliebt gewesen zu sein. Alfieri, selbst ein Frühliebender, betrachtet diese frühreife Empfänglichkeit als ein unfehlbares Zeichen einer für die schönen Künste und Wissenschaften gebildeten Seele. Welchen schönen Enthusiasmus haben die Engländer für die Reliquien ihrer großen Männer. Für einen Brief von Lord Byrons Vater, der ein unbedeutender Mensch war, wurden fünf Guineen vergebens geboten. Wie viel zahlte wohl ein Frankfurter Bankier für einen Brief von Goethes Vater? Unter den Reliquien des Dichters, die man gefunden, befindet sich auch eine alte Untertasse von chinesischem Porzellan, wovon Byron als kleines Kind in einem Anfalle von Zorn ein Stück abgebissen hatte. In seinem neunzehnten Jahre hatte er schon über viertausend Romane gelesen, die unzähligen andern Schriften in allen Sprachen und Wissenschaften ungerechnet ... »Freundschaft ist die Liebe ohne Flügel« – sagt Byron ... In seiner Jugend führte er eine tolle Hauswirtschaft. Sie hätten ihn gewiß nicht besucht, und wären Sie seine Schwester gewesen. Er wohnte auf seinem väterlichen Stammgute, das ehemals ein Kloster war und das noch viel von seiner klösterlichen Einrichtung übrigbehalten hatte. Da lebte Byron mit seinen wilden Gesellen, als Mönche vermummt. Wenn man in den Hof des Gebäudes trat, mußte man sich sehr hüten, nicht zu weit rechts zu gehen, um nicht einem Bär in die Tatzen zu fallen, der da frei in seiner Hütte lag. Zu weit links durfte man auch nicht treten; denn da war ein böser Wolf angekettet. Hatte man Bär und Wolf glücklich zurückgelegt, war man darum seines Lebens noch immer nicht sicher. Wenn man die Treppe hinaufging, mußte man die Vorsicht gebrauchen, durch starkes Schreien seine Ankunft zu verraten, sonst war man in Gefahr, totgeschossen zu werden; denn oben auf dem Vorplatze übte sich Byron mit seinen Gesellen im Pistolenschießen nach einer alten Wand. Bis zwei Uhr nachmittags dauerte das Frühstück. Wer um elf Uhr aufstand, konnte nichts haben; denn alle Bedienten lagen noch im Bette. Das Mittagessen dauerte bis zwei Uhr nachts. Zum Schlusse wurde in einem Totenschädel, der in Silber eingefaßt war, Burgunder kredenzt. Dann gingen die betrunkenen Kameraden, in Mönchskutten gekleidet, jeder in seine Zelle ... Byron mußte wohl viel geliebt haben; denn er haßte das Geschlecht. Er sagte einmal: »Ich kenne nur einen einzigen Menschen, der glücklich gewesen. Das war Beaumarchais, der Verfasser des ›Figaro‹. Vor seinem dreißigsten Jahre hatte er schon zwei Weiber begraben und drei Prozesse gewonnen.« Ein andermal schrieb er einem Freunde: »Ich bitte Dich, nenne mir nie eine Frau in Deinem Briefe und enthalte Dich jeder Anspielung auf dieses Geschlecht.« Sie sehen, Byron war auch ein Bär – an der Kette ... Als er hörte, daß Napoleon die Schlacht von Leipzig verloren, schrieb er folgendes in sein Tagebuch: »Von Männern besiegt zu werden, das ist noch zu ertragen, aber von drei alten Dynastien, von diesen Souveränen der legitimen Rasse! O! Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! das muß, wie Cobbett sagt, von seiner Verbindung mit dem österreichischen Stamme, dicker Lippen und bleiernen Gehirnes, kommen. Er hätte besser getan, sich an der zu halten, die Barras unterhalten. Nein, soviel ich weiß, hat man nie gesehen, daß eine junge Frau und eine gesetzmäßige Ehe andern Glück gebracht als phlegmatischen Menschen, die von Fischen leben und keinen Wein trinken. Hatte er nicht die ganze Oper, ganz Paris, ganz Frankreich? Aber mit einer Mätresse gibt es gleiche Not, wenn man nämlich nur eine besitzt. Hat man deren aber zwei oder mehrere, macht sie die Herzensteilung geschmeidiger.« In England werden die gelehrten Weiber scherzweise Blaustrümpfe genannt, wahrscheinlich wegen der Vernachlässigung ihrer Toilette, die man bei ihnen voraussetzt. Darauf anspielend schrieb einmal Byron in sein Tagebuch: »Morgen, Einladung zu einer Indigo-Soiree bei der blauen Miß ***. Soll ich gehen? Ach! Ich habe wenig Geschmack für die blauen Kornblumen, für die schönen Geister in Unterröcken; aber man muß artig sein.« Seine wahre Gesinnung über die Weiber drückt folgende Bemerkung in seinem Tagebuche treuer aus: »Schon die bloße Anwesenheit einer Frau hat für mich etwas Beruhigendes, übt selbst, wo keine Liebe stattfindet, einen seltsamen Einfluß auf mich, den ich mir bei der geringen Meinung, die ich von dem Geschlechte habe, durchaus nicht erklären kann. Aber gewiß, ich bin zufriedener mit mir selbst und mit aller Welt, sobald eine Frau in meiner Nähe ist.« Diese Bemerkung Byrons hat mich sehr gefreut; denn es geht mir hierin gerade so wie ihm. Ich glaube, dieses auch erklären zu können, aber das liegt in einem Schranke meines Kopfes eingeschlossen, wozu ich in diesem Augenblick nicht den Schlüssel habe. Byron haßte die Menschen, wie er die Weiber haßte – mit den Lippen. Weiche Herzen wie das seine schützt die Natur oft durch ein Dornengeflechte von Spott und Tadel, damit das Vieh nicht daran nage. Aber wer kein Schaf ist, weiß das und fürchtet sich nicht, dem stechenden Menschenfeinde nahezukommen. Byron suchte eine Befriedigung der Eitelkeit darin, für einen Mann von schlechten Grundsätzen und boshaftem Gemüte zu gelten. Weil es ihm schwer fiel, die angeborene Güte seines Herzens zu besiegen, sah er es für eine Heldentat an, wenn ihm dies einmal gelang. Menschen, die wirklich und mit Leichtigkeit schlecht sind, fällt es nie ein, damit großzutun. Byron sollte einmal für Unglückliche, die, ich weiß nicht welcher Hülfe bedürftig waren, im Parlamente eine Bittschrift vorlegen. Aber aus Geistesträgheit unterließ er es. Bei diesem Anlasse schrieb er in sein Tagebuch: »Baldevin hört nicht auf, mich zu belästigen; aber ach! ich kann nicht heraus, ich kann nicht heraus – schrie der Starmatz in einem fort. O! jetzt stehe ich auf gleicher Höhe mit dem Hunde Sterne, der lieber einen toten Esel beweinte als seiner lebenden Mutter beistand. Erbärmlicher Heuchler – niederträchtiger Sklave – Schuft! Aber ich, bin ich besser? Ich kann den Mut nicht finden, zum Besten zweier Unglücklichen eine Rede zu halten, und drei Worte und ein halbes Lächeln der ***, wenn sie da wäre und es von mir verlangte, hätte mich zu deren eifrigsten Verteidiger gemacht. Fluch über La Rochefoucauld, der immer recht hat.« Wußten Sie das schon, daß der empfindsame Sterne ein solcher Schuft gewesen: Ich habe das schon früher gelesen – et puis fiez-vous à messieurs les savants! – Was seinen Wert als Dichter betrifft, drückt sich Byron darüber sowohl in seinem Tagebuche als in seinen Briefen mit großer Bescheidenheit aus, und ich halte diese Bescheidenheit für aufrichtig. » Ich erwachte eines Morgens und fand mich berühmt.« Über Schriftstellereifersucht sagt er: »Ist das Gebiet des Geistes nicht unendlich? Auf einer Rennbahn, die kein Ziel hat, was liegt daran, wer vorn, wer hinten ist? Der Tempel des Ruhms ist wie der der Perser – das Universum, die Gipfel der Berge sind unsere Altäre! Ich würde mich mit einem namenlosen Berge oder dem Kaukasus begnügen, und alle, welche Lust haben, können sich des Montblanc oder des Chimborasso bemächtigen, ohne daß ich mich ihrer Erhöhung entgegensetze.«

 

Samstag, den 2. April

Sie sehen aus den Bruchstücken von Lord Byrons Memoiren, die ich Ihnen gestern mitgeteilt, welch ein mannigfaltiges Gedankenleben sich in seinem Tagebuche und in seinen Briefen bewegt. Und ich bin noch nicht in der Mitte des Buchs, noch nicht in der Mitte von Byrons Laufbahn; das Beste und Schönste muß noch kommen. Sie sehen, daß man ein bedeutender Dichter und ein bedeutender Mensch zugleich sein kann, und ich bitte Sie, daran zu denken, wenn ich Ihnen nächstens von dem Briefwechsel zwischen Schiller und W. von Humboldt, den ich in diesen Tagen gelesen, berichten werde.

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