Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Jacob Burckhardt: Briefe - Kapitel 40
Quellenangabe
typeletter
authorJacob Burckhardt
titleBriefe
publisherInsel-Verlag
editorWalther Rehm
year1946
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100317
projectid64ee08b0
Schließen

Navigation:

An Ludwig von Pastor

Basel, 23. Januar 1896

... Nun ist der Name Nietzsche gegenwärtig nicht bloß an sich eine Art von Macht, sondern ein publizistisches Geschäft, welches Besprechung und Erklärung pro und contra wünschen muß. Wer jedoch wie ich seine Studien begonnen hat, als Hegel in vollem Glanze stand, konnte seither den Auf- und Niedergang von Verschiedenen erleben und sich in die Zufälligkeit auch des Glänzenden schicken lernen.

Da ich ferner keine philosophische Ader in mir habe, erkannte ich von Nietzsches hiesiger Berufung an, daß mein Verkehr ihm in seinem Sinne nichts gewähren könne, und so blieb es bei nicht häufigen, aber ernsthaften und friedlichen Diskursen.

Über den Gewaltmenschen habe ich nie mit ihm verkehrt, weiß auch nicht, ob er dieser Idee schon anhing, als ich ihn noch öfter sah; von dem Anfang seiner Krankheiten an jedoch sah ich ihn überhaupt nur noch selten. Ich meinesteils bin niemals ein Verehrer der Gewaltmenschen und Outlaws in der Geschichte gewesen, habe sie auch eher für flagella Dei gehalten und deren genaue psychologische Konstruktion gerne andern überlassen, wobei man sich ja erstaunlich trompieren kann. Ich bin mehr dem Beglückend- Schaffenden, dem Belebenden nachgegangen, und dieses glaubte ich eher an anderer Stelle zu erkennen.

 << Kapitel 39  Kapitel 41 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.