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Brehms Tierleben. Band 24: Fische

Alfred Brehm: Brehms Tierleben. Band 24: Fische - Kapitel 12
Quellenangabe
typereport
authorAlfred Brehm
titleBrehms Tierleben. Band 24: Fische
seriesBrehms Tierleben
volumeBand 24
editorAdolf Meyer
year1927
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Zehnte Ordnung. Die Blindfische ( Hyperotreta)

Wahre Würmer an Gestalt und Wesen sind die nächsten Verwandten der Lampreten, die Blindfische. Sie bilden eine einzige, in zwei Sippen zerfällte, nur fünf bekannte Arten zählende Familie ( Myxinidae), deren Merkmale jedoch als so bedeutsam angesehen werden, daß Johannes Müller der Gruppe den Rang einer Ordnung zusprechen konnte. Linné deutete die bekannteste Art der Familie, den Inger, der auch Wurmfisch genannt wird ( Myxine glutinosa), als Eingeweidewurm, und das sonderbare Tier hat in der Tat scheinbar mehr Ähnlichkeit mit einem solchen als mit einem Fisch. Die Merkmale der nach ihm benannten Sippe der Schleimfische ( Myxine) sind folgende: Der rundliche Mund trägt acht Bärtel, die Zunge in jeder Reihe acht oder neun knochenharte Zähne; die Augen fehlen; die Kiemenöffnungen münden unter der Haut in einen gemeinsamen Schlauch, der sich jederseits durch ein Loch nach außen öffnet; die Haut sondert reichlichen Schleim ab. Die Länge des Inger beträgt etwa zwanzig Zentimeter; die Färbung ist ein schwer zu bestimmendes Bläulichweiß.

Der Inger gehört den nördlichen Meeren an, wird namentlich an den Küsten von Grönland, Norwegen, Schweden und Großbritannien gefangen, kommt jedoch auch in der Nordsee, namentlich an der oldenburgischen Küste, beispielsweise im Jadebusen vor, und nimmt in der Regel in großer Tiefe, wie es scheinen will, vorzugsweise auf schlammigem Grunde, seinen Aufenthalt. Ein Wurm unter den Fischen, schmarotzt er, wie die schlimmsten Arten der Eingeweidewürmer, auf und in dem Leibe seiner Klassenverwandten. Wie er es treibt, um sich einer Beute zu bemächtigen, weiß man nicht, sondern nur so viel, daß er sich in Muskeln und Eingeweide verschiedener Fische, zumal der Dorsche, Lenge, Heilbutten, Störe und Heringshaie, einbohrt und nach und nach deren Leib bis auf die Haut und Knochen auffrißt oder aufsaugt. Nötigenfalls begnügt er sich mit Fischaas, vorausgesetzt, daß er nicht selbst die Ursache des Todes derjenigen Tiere war, in deren Leichnamen man ihn findet. Das ist durchaus Würmerart, und stellt sich der Inger somit in der Tat als Wurmfisch oder Fischwurm, als vermittelndes Bindeglied zwischen beiden Tiergruppen dar. Die Fortpflanzung geschieht durch verhältnismäßig große Eier von gelblicher Färbung, die hornige Schalen und fadige Anhängsel haben und mittels letzterer an anderen Gegenständen sich anheften.

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