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Alexander von Ungern-Sternberg: Braune Märchen - Kapitel 6
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authorAlexander von Ungern-Sternberg
titleBraune Märchen
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firstpub1850
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Liebesgeschichte eines alten Messingleuchters.

In einer Rumpelkammer stand neben einem Waschbecken von Kupferblech ein alter Messingleuchter, den die Jahre krumm gebogen und ihn mit Beulen und Flecken überdeckt hatten. Der alte Leuchter erzählte dem Waschbecken seine Geschichte.

»Vor langen, langen Jahren ging ich eines schönen Tages, glänzend wie Gold und stramm und straff von Gestalt, mit allem versehen, was eines Leuchters Glück in dieser Welt machen kann, aus der Werkstätte meines Meisters hervor. Die Köchin in einem vornehmen Hause kaufte mich und rief, als sie mich in der Hand hielt:

›Welch herrlicher Leuchter!
Welch prächtiges Stück!
Sicherlich bringt er
In unser Haus Glück.
Nun will ich nur gehn
Und ein Licht mir ersteh,
Ein Lichtlein so sauber und sein,
Das paßt für meines Leuchters goldnen Schein.‹

Und so trat sie denn in den Laden, wo man Kerzen feilbot, Kerzen von allermöglichen Größe und von dem verschiedensten Gehalt. Ich fühlte mich auf das heftigste bewegt. Der große Moment war gekommen; ich sollte mich vermählen, ich sollte ein zartes Wesen finden, das für mich paßte, das ich heißliebend mit meinen Armen umschließen sollte, das seine Tränen an meinem Busen weinen, das bis an den letzten Hauch seines Lebens ganz und völlig mein sein sollte. ›Welche von euch allen –‹ rief ich den Hunderten von schlanken weißen Kerzen zu, die ich oberhalb dem Ladentische in Reih' und Glied hängen sah – ›welche von euch allen wird die meine werden?‹ Es war mir, als ginge ein Geflüster unter den Lichtern, als sie mich eintreten sahen. In der Tat, ich war ein Mann, wie sich manches dieser hübschen Kinder einen wünschen mochte. Eine dicke Unschlittkerze stieß ihre Nachbarin an und sagte:

›Siehst du, wer da eintritt?
Wie männlich sein Schritt,
Wie stolz seine Haltung!
An der Hüfte welch ein Schwung!
Im Blick welche Strenge!
Doch fürcht' ich, ist er zu enge‹
Die Nachbarin erwiderte:
›Für uns ist das kein Mann!
Ich brauche Platz,
Dort steht mein Schatz,
Die Stallaterne.
Wir liebäugeln schon lange
Ganz aus der Ferne.
Bei dem ist mir nicht bange,
Daß ich was verderbe,
Oder – daß ich sterbe
In allzu enger Umarmung.‹

Eine andere Kerze sagte zu ihren sechs Töchtern:

›Jetzt stramm euch gehalten!
Recht sein getan!
Es müßte mit dem Teufel zugehn
Verschafft' ich euch heute keinen Mann!
Ihr fangt schon an einzugehn.
Ihr werdet winzig,
Ihr werdet bitter,
Ihr werdet maulig,
Ihr werdet faulig.
Es hatte zwanzig
Töchter meine Nachbarin,
Für alle fanden sich Ritter,
So muß es gehn,
Will eine Mutter bestehn!
Ihr aber bleibt mir sitzen.
Das kann nichts nützen.‹

Eine einsam für sich hängende Kerze seufzte leise:

›Soll ich mich entschließen,
In Liebestränen zu zerfließen?
Soll ich einem Mann gehören?
Ich, die da schwur,
Ewig nur
Als reines, jungfräuliches Talg
Mich in Andacht zu verzehren?‹

Eine alte Kerze sagte zu ihrer einzigen schiefen und gelben Tochter:

›Du Balg!
Wird's einmal? Werd' ich dich los?
Mein Jammer ist groß!‹

Und alle diese Damen richteten ihre Blicke uns Hoffnungen auf mich. Allein ich hatte mein Herz schon verschenkt. Ein Blick und mein Geschick war entschieden. Diese oder keine. Jene holde, edle Wachskerze mußte es sein, die ich dort hinter der Glasscheibe des Eckschränkchens leuchten sah. Ich wußte wohl, dieses edle Wesen war über meinem Stande; es war für einen silbernen Leuchter geboren – allein, mein Fehler war nicht übertriebene Demut, ich war stolz; ich war so sehr Aristokrat, wie es ein silberner Leuchter nur sein konnte. Zum Glück für mich – an welchem Haar hing hier mein Schicksal! – hatte meine Köchin so viel Geld bei sich, daß sie die Wachskerze kaufen konnte, und so kam denn eine der glücklichsten Ehen zustande, die je hier unterm Monde geschlossen worden sind.

Sie war so weiß, sie war so zart,
Und meine Brust war eisenhart,
So geschah denn, daß sich paarte
Das Starke und das Zarte.

Mein Weib war ganz Unschuld und süße Unbefangenheit; sie sagte mir einmal:

›Wir Kerzen haben ein Gedächtnis,
Wir brennen ab, wir schlummern still,
Der Gott, der uns durchleuchten will,
Gibt nur ein spärliches Vermächtnis;
Der Funke sprüht,
Der Docht verglüht,
Und was wir schauten, schnell stirbt es fort,
Wir fassen wenig nur von Zeit, von Bild, von Wort.‹

Und so lebte das holde Wesen in meinen Armen fast bewußtlos fort. Sie leuchtete, sie wärmte – mehr wollte sie nicht: das echte, edle Weib, das für die Außenwelt tot ist und nur für ihren Gatten lebt.

Wir zogen in das Haus eines alten Mannes ein, der ein hübsches, junges Weib geheiratet hatte. Die Köchin ließ mir merken, daß ich in diesem Hause ein langes, bequemes Dasein haben würde, denn jedes Möbel wurde dergestalt geschont, daß es das Greisenalter erreichte. Es war ein Haus der Ordnung. In der Tat, so lange der alte Hausherr in diesen Räumen waltete, hatte ich über keine Unbill zu klagen; aber, als er fort war, da hatte auch mein Glück, meine Ruhe, meine Sicherheit ein Ende, und ich geriet bald in den Zustand, in welchem du mich jetzt siehst, Aber ich will dir den ersten Abend beschreiben, wo ich in das Haus eingeführt wurde. Es war Schlafenszeit – in einem kleinen Zimmer, in welchem ein Bett stand, und der Kamin eine treffliche Glut spendete, saß der Alte und das junge Weib. Sie waren schon fünf Wochen vermählt, und jetzt endlich kamen gewisse Dinge zur Sprache, die sonst wohl zwischen jungen feurigen Liebesleuten noch vor der Hochzeit abgehandelt werden. Die Sache war die, daß der Alte sich etwas zugetraut hatte, was er, wie er nunmehr merkte, nicht durchzuführen imstande war. Ich und mein junges Weib hatten unsere Freude davon an dem Gespräch, das jetzt stattfand. Sie saß auf ihrem Polsterstühlchen in lieblicher, schmollender Stellung zusammengekauert und spielte mit ihrem silber- und goldgestickten Pantöffelchen, das sie vom nackten Fuß bald abzog, bald wieder anlegte. Die rote Flamme spielte auf ihren runden Schultern und warf feurige Glut auf die quellenden weißen Brüste, die über dem grünen Sammet des abgestreiften Kleides hinwogten, ihr blondes Haar hing in langen Ringen über die helle weiße Stirn und an den geröteten Wangen hinab. Er saß auf einem Lehnstuhl und ließ die Daumen übereinanderrollen, indem er den Blick vor sich hin in die Glut des Kamins heftete:

O wie töricht, wenn ein alter
Nachtfalter
Sich mit einer hüpfenden Libelle,
Die schön wie der Morgen
Und flüchtig wie die Welle
Zusammengibt zum Ehebunde;
Das gibt Angst und Sorgen
Zu jeder Stunde.

›Nun, mein Kind, wie gefällt dir der schöne, große Spiegel mit dem silbernen Rahmen, den ich dir geschenkt?‹ fragte der Alte.

›Ganz wohl‹, entgegnete sie. ›Er zeigt mir nur, was ich schon weiß, ein trauernd Angesicht.‹

›Aber der neue Gürtel, in Form einer goldenen Schlange‹, fragte er weiter. ›Keine Prinzessin hat ihn schöner.‹

›Der Gürtel sagt mir nur,‹ entgegnete sie ›daß mein Leib verfällt, und daß ich mager werde.‹

›Ei Kind, und wovon wirst du denn mager und worüber machst du ein trüb' Gesicht? Bist du nicht mein Weibchen? Leben wir nicht wie die Turteltäubchen zusammen? Kann es eine bessere und vergnügtere Ehe auf Erden geben?‹

O du böser Bube,
Wie magst du so sprechen,
So nahe der Grube
Wagst du eine Rose zu brechen?
Und kannst ihr doch nicht geben Tau, Wärme und Licht?
Geh, alter Tor,
Verbirg dein runzlich Angesicht,
Zieh die Schlafmütze übers Ohr!

›Ob es eine bessre Ehe gibt, als die unsre,‹ hub das junge Weibchen an, ›weiß ich nicht, aber eine vergnügtere gibt's sicherlich. Schon unser Nachbar, der junge Seifenfabrikant, wie tändelt er mit seiner Frau, so Tag wie Nacht, und wie blühend sieht sie aus und wie guter Dinge! Und ich hab's gemerkt:

Sie schläft nicht allein –
Bei des Nachtlichts Schein
Schleicht sich was ins Zimmer hinein.
Es ist der Mann,
Er kommt so sacht,
Er kommt so leis,
Und sie – sie erwacht!
Sie stellt sich an,
Als schliefe sie, doch ich weiß,
Sie wacht – sie wacht.
Sie hat ihn erwartet,
Es war abgekartet
Zwischen den beiden,
Ich weiß es bestimmt.
Und daß das Spiel der Freuden
Jetzt seinen Anfang nimmt.
Ich steh' hier im Dunkeln,
Die Sterne funkeln,
In meiner Kammer ist's hell,
Niemand, der mich erfreuen will.‹

›O was das betrifft,‹ hub der Alte an, ›so gib nur acht, auch deine Kammertür wird sich einmal öffnen, und wie dort der Seifenfabrikant, so komm' ich hier hereingeschlichen. Da ich aber ein frommer Mann bin, so müssen wir abwarten, bis von den dreihundertundfünfundsechzig Heiligen, die jedem Tage im Jahre vorstehen, zufällig einer verreist ist. Denn du siehst wohl ein, daß während der Heilige da ist, solch ein eitles und irdisches Werk nicht wohl vor sich gehen kann. Es würde ihn beleidigen.‹

›Gut, ich werde warten, bis ein Heiliger verreist‹, sagte sie.

Er rief:

›Der erste ist der heilige Ziprian,
Dem sah ich schon die Luft zu reisen an,
Auch Kordula, die heil'ge Frau,
Hat ihr Pilgerhütchen grau,
Den Pilgerstab und das Muschelkleid
Zur Wanderung gelegt bereit.
In nächster Woche, kannst du hoffen,
Stehn zwei Freudentag' dir offen.‹

Sie stand auf, machte ein helles, freundliches Gesicht, zugleich eine schalkhafte tiefe Verbeugung und sagte lachend:

›Ich wünsche gutes Reisewetter,
Der frommen Frau und ihrem Vetter!‹

Aber der Alte konnte nicht Wort halten. Es ging nicht – es ging durchaus nicht! Und als die Tage Ziprianus und Kordula kamen, ging er niedergeschlagen und betrübt zu seinem Weibchen und sagte: ›Denk dir nur, mein Kind! Kordula hat ihren Entschluß geändert, sie bleibt fürs erste noch zu Hause.‹

›Und Ziprianus?‹ sagte die Frau.

Er erwiderte:

›Ein Heil'ger hat oft tolle Grillen,
Der will ein neues Reisekleid.
Ich muß ein alt' Gelübd' erfüllen,
Das ich ihm tat vor langer Zeit,
Goldstoffe und Borden einzukaufen,
Muß ich jetzt in Eile laufen.

Aber die heilige Anna wird verreisen, und sie nimmt, wie ich ganz gewiß weiß, ihre Muhmen, die heilige Portiunkula und die heilige Petronella mit. Da hast du drei Freudentage am Anfang des nächsten Monats zu erwarten‹, sagte der Alte.

So erhob sie sich wieder, trocknete schnell die paar Tränchen, die ihr aus Ärger und Verdruß über die rote Wange hinabgelaufen waren und sagte, indem sie sich lächelnd verbeugte:

›Wenn die drei Damen reisen wollen,
Soll'n sie sich in Gottes Namen trollen!
Das Wetter ist schön, die Wege eben,
Ich wünsche ihnen, wohl zu leben!‹

Als aber der Annen-, der Portiunkula- und der Petronellen-Tag kam, hieß es: o weh! die drei Heiligen reisen doch nicht! Es ist wieder abbestellt.

Petronellen ist das Häubchen naß,
Portiunkula hat dies und das,
Was sie ab vom Reisen hält,
Bei Annen hat sich Migräne eingestellt.

›Hol' der Kuckuck die Damen!‹ rief das junge Weibchen; ›ich weiß es aus Erfahrung, in meiner Muhme Hause, wo ich aufgezogen wurde, wenn die einmal reisen wollte, kam es auch nie dazu. Immer war noch etwas zu besorgen, und wenn der Tag ankam, war keine fertig. Nein, die Männer sind mobiler. Weißt du denn niemand, der den Fehler des heiligen Ziprianus wieder gutmacht?‹

›Ich weiß von allen nur den heiligen Christoph‹, entgegnete der Alte. ›Der reiset aber auch ganz bestimmt, und zwar schon übermorgen. Das ist ein resoluter Heiliger, der sich in seinen Entschlüssen nicht so leicht abhalten läßt.‹

Die junge Frau machte wieder eine Verbeugung und sagte lächelnd:

›Also Herr Christoph reist über Berg und Tal;

Ich wünsch' im Glück vieltausendmillionenmal!‹

Als aber der Christophorus-Tag kam und das kleine Weibchen sich schon auf die Nacht freute und dachte: Halt, Seidenfabrikant, heute wird auch hier Seide gesponnen! kam ihr Alter atemlos und rief: ›Denk' dir das Unglück! Der heilige Christoph war schon fort, da hat er seinen Regenschirm vergessen und kehrte wieder um. Nun ist er da und – es wird nichts daraus! Das nenne ich Mißgeschick haben!‹

Das Weibchen antwortete nichts darauf; in seinem Sinne nahm es sich vor, nunmehr auf die Abreise keines einzigen Heiligen mehr zu hoffen, Sie gab sich ihrer Trauer hin und gedachte ihr Leben lang Trübsal und Langeweile zu empfinden, da kam eines Tages die Straße herab –

Ein Husarenoffizier,
Ein hübsches Bürschchen,
Schlank wie die Tanne.
Der sah hinauf
Zur kleinen Susanne
Und hemmte seinen Lauf,
Er blieb am Laden
Gegenüberstehn.
Sie saß am Fenster,
Ihr riß der Faden,
Die Nadel zerbrach
Welch Oh! und Ach!
Der böse Junge,
Das hat er getan!
Mit einem Sprunge
Ist er wieder fort,
Doch morgen um dieselbe Stunde
Ist er wieder am Ort.
Und so geht's die ganze Woche fort.

Ich und mein Weibchen merkten recht wohl, wieviel die Stunde geschlagen. Um elf Uhr nachts, wenn der Alte schlief, wurde meine Kerze angezündet und ich mit ihr in eine gewisse Stellung zwischen Schrank und Fenster gesetzt, was denn ein verabredetes Zeichen bedeutete, daß der junge Husar sicher ins Haus schlüpfen konnte. Soweit war rasch das Einverständnis gediehen, nachdem die gehörige Anzahl Liebesbriefchen vorher waren gewechselt worden.

Das junge Weibchen lebte ganz wieder auf: sie rief frohlockend:

›Dies Leben muß ich preisen!
Bei dem sind die Heiligen
Ewig auf Reisen.‹

Zu ihrem Alten sagte sie, als er ihr einmal mitteilte, daß er glaube, die heilige Katharina werde wohl bald einen kleinen Ausflug in die Ferne machen. ›Ei, rat ihr, daß sie zu Hause bleibe, wir haben jetzt Winters Anfang und böses Wetter, da taugt es nicht, daß alte Personen sich auf der Landstraße umtreiben.‹

›Wie sprichst du jetzt so wunderlich, mein Kind!‹ rief der Alte. ›Es gab eine Zeit, wo du über eine solche Nachricht sehr erfreut gewesen wärest.‹

›Ich habe meinen Sinn geändert‹, sagte sie kurz.

Dem Alten tönte diese Rede seltsam in den Ohren. Er schöpfte Verdacht, daß nicht alles so sei, wie es sein sollte. Dazu war sein hübsches Weib jetzt immer so guter Laune, und dies verdach seine Laune, denn er dachte sehr richtig: wahrlich, durch mich ist sie doch nicht guter Laune gemacht worden, also wahrscheinlich durch einen andern.

In einer Nacht stand er leise auf, nahm mich in die Hand, nachdem er vorerst meine Kerze vorsichtig angezündet und ihr Licht durch einen grünen Schirm gedämpft hatte und schlich sich in die Kammer der Frau. Dort beugte er sich übers Bett.

Da sah er die Bescherung,
Da gab's eine Erklärung,
Da warf der Junge den Alten
Zum Tempel hinaus.
Er mußte entfliehn
Aus dem eignen Haus
Und in die Weite ziehn.
In der Nacht, der kalten,
Holt er sich den Schnupfen,
Holt er sich den Husten,
Und unter Keuchen und Prusten
Gab er den Geist auf. –
Es heiratete drauf
Das Weibchen ihren Schatz.
Im Hause war nicht Platz
Genug für die Menge
Der Gäste und das Gedränge,
Das jetzo hier brauste.
Die Hoffart, die hier hauste,
Richtete zugrunde
Das Haus; der Wuchrer kam
Und Besitz von der Habe nahm.
Das Pärchen zog vom Ort
In die weite Welt fort.

Was mein Schicksal betrifft, so wurde ich unter anderm alten Geröll in die Polterkammer geworfen. Ein alter Teekessel fiel auf mich und schlug mich schief. Staub und Schmutz überzog mich. Mein liebes Weib war längst dahin. So hatte ich im Leben nur einen kurzen, aber schönen Liebestraum geträumt. Wenn ich das Geschick des armen Alten betrachte, den sein Weib betrog, und dessen Leben verkürzt wurde durch Kummer und Gefahr, so konnte ich mich glücklich preisen.

Dies ist nun meine Geschichte.«

Das Waschbecken versicherte, daß es nie eine interessantere gehört habe.

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