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Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach: Bozena - Kapitel 25
Quellenangabe
typefiction
booktitleBozena
authorMarie von Ebner-Eschenbach
year1996
publisherUllstein Verlag
addressFrankfurt am Main / Berlin
isbn3-548-23910-2
titleBozena
pages3-273
created19990102
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1875
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20.

Als Professor Bauer den Brief Regulas erhielt, machte er alle Stadien eines mit dem Jawort der Geliebten überraschten Liebhabers durch. Vor allem traute er seinen Augen nicht, dann traute er ihnen und geriet in ein dithyrambisches Entzücken, aus dem er in elegische Rührung überging und sich fragte: «Verdiene ich auch ein solches Glück?» Im heißen Drang seines mitteilungsbedürftigen Herzens eilte er hinüber zu Mansuet, ihm das große Ereignis zu verkünden. Auf halbem Wege jedoch besann er sich eines andern, machte plötzlich kehrt, rannte ebenso schnell nach Hause zurück, als er davongerannt war, stopfte in größter Hast seinen schwarzen Anzug und einige Wäsche in einen Reisesack und stürmte nach dem Bahnhofe, wo er eben noch Zeit hatte, ein Billett zu dem in der Richtung nach Rondsperg abgehenden Zug zu lösen. In der ersten halben Stunde der Fahrt hielt sich seine Stimmung auf ihrer schwindelnden Höhe, in der zweiten begann sie zu sinken, und in der dritten schoß – wie eine schwarze Schlange, die die Fähigkeit abzufärben besäße, der Zweifel trübend über das spiegelglatte Meer seiner Wonne.

Enthalten die Worte: «Ich bin die Ihre», auch wirklich ein Eheversprechen? ... Lassen sie sich auch wirklich dem Sinn und Geiste nach mit: «Ich will Sie heiraten», übersetzen? Sind sie nicht etwa nur als bloße Höflichkeitsform zu betrachten – wie sie oft angewendet wurde von unsern größten Dichtern – wie etwa Schiller an Cotta schreibt: «Der Ihrige – Schiller?» ... Regulas klassische Bildung, die ihn so oft zur Bewunderung hinriß, erweckt ihm in diesem Augenblicke Grauen.

Der Zug hält in der Station für Rondsperg, der Kondukteur reißt den Schlag des Waggons auf: «Eine Minute Aufenthalt!» ... Nein, Bauer steigt nicht aus! – Er fährt weiter – wohin, ist ihm gleichgültig, nur weiter, nur hinweg! ... Die Lokomotive läßt einen scharfen Pfiff vernehmen, er gellt: «Feigling!» O Schmach, das gilt ihm ... Der Kondukteur steckt sein zorniges Gesicht in den Wagen: «Ist kein Passagier für Hullein da?» ... Der Professor schnellt bestürzt empor. «Aber zum Teufel, so steigen Sie doch aus! Sind Sie denn taub?» fährt ihn der Eisenbahnbedienstete mit der Höflichkeit seines Standes für Insassen der zweiten Wagenklasse an. In größter Verlegenheit, wie ein ertappter Schulknabe, beeilt sich Bauer, schleunigst zu gehorchen. Er steht auf dem Boden; eine mitleidige alte Frau wirft ihm seine im Wagen vergessene Reisetasche zu – der Zug braust davon. Er blickt ihm nach und denkt, er hätte nie geglaubt, daß ein gesetzter Mann und Professor in eine zugleich so traurige und lächerliche Lage kommen könne. Was nun beginnen? Bauer ist ratlos. Da hilft ihm einer der menschenfreundlichen Volontärs, die vor wenigen Tagen durch ihre Habgier Regulas Entrüstung erweckten, indem er die Frage an den Professor stellt, ob er nach dem Städtchen fahren wolle, das eine halbe Stunde weit von der Station und auf dem Weg nach Rondsperg liegt. Bauer bejaht es – jetzt ist sein Plan gemacht; er wird im Städtchen übernachten und sich's dort überlegen, ob er umkehren oder weiterreisen solle. Unter dem Beistande des Volontärs, gegen den er sich in Danksagungen erschöpft, besteigt der Professor einen scheppernden Einspänner, der ihn und seine Effekten um zehn Uhr abends vor dem Tore des «Goldenen Schwan», des ersten Hotels in K., absetzt. Nach einem sehr frugalen Abendessen begibt sich Bauer in das ihm angewiesene Zimmer, wo er die Nacht, zusammengekauert in einem sehr kurzen und sehr hohen Bett, zubringt; seine langen Glieder darin auszustrecken, wäre unmöglich gewesen. An Schlaf denkt Bauer nicht. Er gerät allmählich in eine begeistert resignierte, über Erdenweh und Erdenlust erhabene Stimmung. Wunderbar hat das Schicksal ihn geführt, man möchte sagen, fast gegen seinen eigenen Willen, aus seiner kleinen Studierstube bis hierher in das katafalkähnliche Bett im Gastzimmer Nr. 3 des «Goldenen Schwan» zu K. «Nimm mich auf deine Flügel, Fatum!» denkt der Professor, und das Fatum scheint bestimmt zu haben, ihn schlafend seinem Ziele entgegenzutragen, denn trotz aller Aufgeregtheit nickt Bauer fest und fester ein, und als er erwacht, schlägt es eben neun Uhr vom Rathausturme. Bauer kleidet sich an und begibt sich in den Speisesaal zum Frühstück. Auf der Schwelle bleibt er stehen wie angewurzelt, vor Überraschung zur Salzsäule verwandelt. Er hat im Zimmer, in einem lebhaften Gespräche mit dem Wirte begriffen, die Herren Wenzel, Weberlein und Schimmelreiter erblickt.

«Ah! auch berufen! auch berufen!» spricht der Advokat in seiner freundlichen Weise, «das ist allerliebst. Sie haben doch noch keinen Wagen bestellt? – Und wenn, sagen Sie ihn wieder ab. Sie fahren mit uns nach Rondsperg ...»

Fatum! Fatum! Der Professor tauscht Händedrücke mit den Freunden, protestiert gegen ihre Einladung und nimmt sie, natürlich, an. Er kann ja unterwegs noch aussteigen, er kann selbst noch, am ersehnten Ziele angelangt, die Flucht ergreifen, sich bescheiden zurückziehen, wenn seine Anwesenheit unerwünscht sein sollte ...

Inzwischen aber trägt ihn der mit kräftigen Pferden bespannte Wagen des Wirtes zum «Goldenen Schwan» im raschen Trabe immer näher zu dem Orte, wo die Geliebte weilt. Seine Reisegefährten beobachten alle ein, wie ihm scheint, ostensibles Schweigen. Nur von Zeit zu Zeit nickt Wenzel und sagt, auf die Felder deutend, zwischen denen der Weg läuft: «Herrliche Frucht!» Und Mansuet bestätigt und fügt hinzu: «Prächtiger Boden!» Der Sekretär enthält sich eines jeden Zeichens der Teilnahme. Stolz und aufrecht sitzt er da, wie das personifizierte Selbstbewußtsein, und scheint zu sagen: «Was liegt mir an alledem?» Er nahm, besonders gegen Bauer und Mansuet, Mienen an von einer Feierlichkeit, von einer mitleidigen Herablassung – nicht zu beschreiben!

Bauer dachte: «Wahrlich, neben diesem Schimmelreiter nähme Cäsar sich aus wie ein Hanswurst!»

Und nun rollen sie bereits über das Pflaster des Schloßhofes. Vor dem Tore steht Bozena und ruft ihnen zu: «Kommen Sie – kommen Sie – es ist die höchste Zeit!» Über die Anwesenheit des Professors scheint sie sich besonders zu freuen; dieser hat ihr nur gleich zu folgen, während die andern drei Herren gebeten werden, einen Augenblick zu verziehen.

«Wie sehen Sie denn aus?» fragt Mansuet die Magd, «Sie leuchten ja wie die liebe Sonne.»

Bozena antwortet ihm nicht, sie eilt mit Bauer, dessen Hand sie erfaßt hat, die Treppe hinauf. Wenzel und Mansuet sehen einander befremdet an. – Ein sonderbarer Empfang! ... Was hat das zu bedeuten? – Das Haus ist wie ausgestorben, im Hofe steht die Britschka der Baronin Waffenau und ein bepackter Wagen. Jetzt öffnet sich die Stalltür in der Ecke gegenüber, Kocka und Myska kommen heraus mit gesenkten Köpfen und herabhängenden Ohren, und stellen sich von selbst jede an ihren Platz, an die Deichsel. Florian folgt in Hemdärmeln, seinen Rock auf dem Arme; er wirft, brummend und gestikulierend, das Kleidungsstück auf den Bock, und beginnt die Stränge einzulegen.

Wenzel, gefolgt von seinen Begleitern, tritt den Alten mit der Frage an: «Wer reist denn ab?»

Aber Florian verschmäht zum erstenmal in seinem Leben die Gelegenheit, sich beredsam zu zeigen, und antwortet nur mit einem trotzigen Kopfschütteln, das deutlich sagt: «Von mir erfahrt ihr nichts!»

Da schlägt Wenzel vor, hinaufzugehen und eine mitleidige Seele aufzusuchen, die sie bei dem Fräulein anmelde. Der Wirtskutscher hat ihre Mantelsäcke, Überröcke und Regenschirme auf den nackten Boden deponiert und ist davongefahren. Schimmelreiter, der sonst so anspruchslose, fühlt sich verletzt. «Man hätte Lust umzukehren», spricht er, «ist das eine Art? ... Einen kommen lassen, so weit her, und sich dann um einen nicht kümmern – sehr kurios, wirklich!»

Die Herren treten in die Halle und zögern wieder, sie wissen nicht, wohin sich wenden. – Vom Korridor her lassen sich endlich Schritte vernehmen, und die Stiege herabgeschlichen kommt ein kleiner, stiller Zug. Voran Peter, mit Reiseeffekten beladen, in außerdienstlichem Phantasieanzug, den anzulegen er der Gelegenheit entsprechend fand, vermutlich wegen des Inkognitos. Ihm folgte die Gräfin, von Ronald geleitet. Der Widerschein ihrer klaren Seele liegt fast wie ein Schimmer von Heiterkeit auf ihrem ehrwürdigen Angesicht. So geübt, wie von ihr, wird die Demut zur Würde, die Geduld zur Überwindlichkeit. Ein zweites Paar erscheint; der Graf, gestützt auf den kräftigen Arm seiner Tochter. – Er trennt sich schwer von seinem Rondsperg! Ein jeder Schritt, den er vorwärts tut, scheint ihn zu schmerzen. Seine Kraft ist gebrochen, über Nacht hat er sich verwandelt, er scheint nun auch, was er ja längst gewesen: ein armer, alter Mann!

Die Stadtherren entblößen ihre Häupter, als die Herrschaften sich ihnen nähern. Ihr Gruß wird erwidert, aber kein Wort mit ihnen gesprochen: Der Graf drängt zur Eile: «Nur fort! nur fort!» flüstert er kaum hörbar seiner Tochter zu.

In diesem Augenblick ertönt der Klang einer lieben, angstvollen Stimme. Röschen kommt die Treppe herabgeflogen, wirft sich abwechselnd dem Grafen und der Gräfin in die Arme und weint und beschwört sie, die sich ihrer vergeblich zu erwehren suchen: «Bleiben Sie, um Gottes willen, bleiben Sie!»

«Lassen Sie uns, liebes Kind «, sagt die Baronin bewegt und in Gefahr, ihre Fassung zu verlieren.

Aber nun steht Regula vor ihr am Arme eines freudetrunkenen Mannes, des Herrn Professor Bauer, und auch diese beiden sprechen wie aus einem Munde: «Bleiben Sie!»

«Nimmermehr», entgegnet der Graf, «im fremden Hause!»

«In dem Ihres Sohnes, Herr Graf», spricht Regula feierlich, während der glückverklärte Bauer in Bewunderung zerschmilzt – und dort an der Tür des Saales eine hohe Gestalt steht, deren Blick unverwandt auf ihr ruht, als wollte er sie unter seinem Banne halten. Aber Bozena kann zufrieden sein, das Fräulein wiederholt sogar ihre Worte: «Rondsperg gehört Ihrem Sohne, dem es meine Nichte zur Morgengabe bringt.»

«Oh!» riefen Mansuet, Wenzel und Schimmelreiter.

«O liebe Regula!» rief die Baronin.

«O Röschen!» rief Ronald.

Der Graf und die Gräfin schwiegen. In ihren wunden Seelen vollzog sich der Übergang vom Schmerz zur Freude nicht so rasch.

«Die Demütigung bleibt», dachte der Greis, aber er blickte auf seinen Sohn, er blickte auf das holde Röslein, und sprach mit tiefer Verbeugung zu Fräulein Heißenstein: «Ich danke Ihnen!»

Die Gräfin ging auf Regula zu, und diese, von einer ihr fremden Regung ergriffen, drückte ihre Lippen auf die Hand, die sich ihr entgegenstreckte. Dem Grafen aber sagte sie: «Zu dem, was jetzt geschieht, war ich – eigentlich – immer entschlossen, aber Sie begreifen, daß ich diesen Entschluß nicht ankündigen durfte ohne die Einwilligung meines Verlobten ...»

«Ihres Verliebten!» platzte Bauer heraus, den manchmal ein satanisches Gelüste ergriff, am unpassendsten Orte den schlechtesten Witz zu machen. «Sie hatten nur einen Fehler in meinen Augen: Ihren Reichtum – ich bin selig, daß er sich ein wenig vermindert hat!»

«Schön! Vortrefflich!» sprach Doktor Wenzel gerührt und wollte einige wohlgesetzte Worte hinzufügen, aber Mansuet vereitelte diesen Vorsatz. Er wurde – wie Bozena sagte, wenn sie später von den Begebenheiten dieses Tages erzählte – «der reine Narr».

Der erste Kuß, den Manneslippen auf den Mund der spröden Regula drückten, sie erhielt ihn nicht von ihrem Bräutigam, sondern von ihrem alten Kommis; er wurde nicht durch heißes Flehen gewonnen, unter dem duftenden Fliederstrauche, beim Gesang der Nachtigallen – er wurde ihr öffentlich geraubt, und zwar unter einem solchen Ausbruch von Wonne, Begeisterung und Entzücken, daß Regula nicht einmal zu zürnen vermochte. Ach, dies alles tat so wohl nach den schweren Träumen dieser Nacht, in denen sie Bauer gesehen hatte, sie verlassend und ihr Rübchen schabend, und Mansuet auf Fledermausflügeln sie umschwirrend in immer engeren Kreisen, und ihr dabei zukrächzend: «An den Pranger! An den Pranger!»

Bauer hatte bei dem Kusse Mansuets ein wenig die Stirn gerunzelt, Regula lächelte ihn auf das süßeste an und hauchte: «Lieben Sie mich, Ludwig, achten Sie mich!»

Nun näherte sich Schimmelreiter und pries seine Herrin in gehaltener und würdevoller Weise. Dann aber schloß er also: «Gnädiges Fräulein haben mir dereinst die Ehre erwiesen, meiner Vermählung beizuwohnen, erlauben Sie nun auch ...»

Er beschirmte seinen Mund mit der Hand und sagte ihr einige Worte ins Ohr.

Regula schlug die Augen nieder, errötete und sprach. «So? – Ei, ei! – Ich gratuliere!»

Als auch Ronald und Röschen dem edlen Fräulein gehörig gedankt hatten, eilten sie, einem gemeinsamen Gefühle folgend, zu Bozena, die sich in ihre Stube zurückgezogen hatte. Die jungen Leute fanden sie in die Betrachtung eines kleinen armseligen Bildchens versunken, das einst in Arad von einer kunstbegeisterten Dilettantin gemalt worden war und Rosa vorstellen sollte.

Ronald hielt bei Bozena förmlich um sein Röschen an, in Worten so warm und gut, daß sie ihrer niemals vergaß. Lange verweilte das Brautpaar bei der Getreuen. Den Kopf an ihre Brust gelehnt, von ihrem Arm umschlungen, saß das Kind neben ihr, als wollte es zum letztenmal den Schutz genießen, in dem es durch sein ganzes Leben so sicher geruht hatte. Ronald blickte die beiden an, glücklich, selig – er sagte: «Gott segne Sie, Bozena!» und wußte doch nicht, wie viel er ihr verdankte.

*

Die Stadt Weinberg war in freudiger Aufregung an dem Tage, an dem Regula als Braut Ludwig Bauers in ihr Haus zurückkehrte. Allenthalben hieß es: «Sie hätte einen Grafen haben können, und wählt einen armen Gelehrten. Welcher Edelmut! Welche Bescheidenheit!»

Regula Bauer, geborene Heißenstein, blieb zeitlebens der Gegenstand der Bewunderung ihrer Vaterstadt und ihres Gatten. «Sie fühlt tiefer als wir alle, aber sie will es nicht zeigen», pflegte er mit bedeutsamer Miene zu sagen. Seine Ehrfurcht vor dieser geheimnisvollen Gefühlstiefe wuchs von Jahr zu Jahr, und Regula gewöhnte sich nachgerade, den Mann, der sie so völlig verstand und zu schätzen wußte, als einen Halbgott anzusehen.

Schimmelreiter und seine Kathi bekamen nach sechsjähriger Ehe das allerschönste Kind, das seit Menschengedenken in Weinberg geboren ward. Ein blondes Mägdlein mit einem Madonnenangesicht, mit Augen so blau wie der Himmel und so tief wie das Meer. «Der Engel von Weinberg» wurde sie später genannt.

Mansuet übersiedelte nach Röschens Vermählung ganz und gar nach Rondsperg. Er saß stundenlang auf der Terrasse, ließ sich von der Sonne bescheinen und behauptete, er fühle täglich mehr ihre verjüngende Kraft. Der alte Graf leistete ihm fleißig Gesellschaft, sie bewunderten zusammen die Aussicht und sprachen von dem Jahre achtundvierzig.

Bozena erbat und erhielt ihre Entlassung aus dem Dienste der Frau Professor Bauer und nahm gleichfalls ihren Aufenthalt in Rondsperg. Sie wiegte noch eine dritte Generation auf ihren Armen, und dieses kleine Volk kannte sie, die man einst die schöne, die große genannt, nur als – die gute Bozena.

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