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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 93
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
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siehe Bildunterschrift

Gift-Wulstling, Amaníta bulbósa Bull.

Während die Gefährlichkeit des Fliegenpilzes oft übertrieben wird, würdigt man zwei seiner nächsten Verwandten nicht in gebührendem Maße. Der Gift-Wulstling oder Knollen-Blätterpilz übertrifft den Fliegenschwamm, ja vielleicht alle übrigen Pilze an Giftigkeit und ist um so gefährlicher, weil seine Wirkung erst nach 12 bis 16 Stunden eintritt. Da er in Wäldern und Gebüschen nicht selten vorkommt, ist es wichtig, ihn genau zu kennen. Er zeigt sich meist truppweise vom Sommer bis zum Herbst. Die von einer häutigen Scheide umgebene Knolle am Grunde des Stiels ist fast kugelrund und für die Art besonders charakteristisch. Der schlanke, anfangs volle, später hohle Stiel ist weiß und trägt am oberen Drittel eine gelblich-weiße Manschette. Der anfänglich gelblich-grüne Hut wird später weißlich oder weiß; bei einer Abart ist er gelb. Er ist meist mit den Fetzen der früheren Hülle bedeckt und erreicht bis zu 8 cm Durchmesser. Durch seinen ganz angenehmen Geruch und den milden Geschmack verlockt dieser Giftmischer leicht zum Genießen. – Der Perlen-Wulstling oder Perlpilz, im Volke als der hellrote Fliegenpilz bekannt, wächst mit Vorliebe im hohen Stangenwalde oder Gebüsch, hauptsächlich im Sommer. Aus der mit Schuppen und Warzen bedeckten Knolle erhebt sich ein rötlich angehauchter Stiel, der in der Jugend Kegelform zeigt, später aber ziemlich gleichmäßig schlank, in der Mitte etwas dicker, verläuft. Die Manschette läuft fein gestrichelt vom Hut um das obere Drittel des Stiels. Der Hut rechtfertigt die Benennung Perlpilz besonders in jugendlichem Zustande. Ausgewachsen ist er bräunlich, blaß-fleischrot oder schmutzig-rötlich und mehr oder weniger mit Pusteln besetzt. Das Fleisch ist im Innern weiß und von Geschmack anfangs mild, später etwas kratzend. Auch die Blätter sind anfangs weiß und röten sich erst im Alter etwas. Der Perlen-Wulstling bildet nach dem Abziehen der Oberhaut einen vorzüglichen Speisepilz, der sich besonders zu Gemüse und zum Einmachen eignet.

Stamm der Hautpilze oder Schwämme, Hymenomycetes. Fam. der Blätterschwämme, Agaricaceae. – Schaeff. = Schaeffer, Bull. = Bulliard.

 

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