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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 82
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
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siehe Bildunterschrift

Saatgerste, Hórdeum satívum Jessen.

Diese beiden Getreidearten werden wie der Roggen als ein- oder zweijährige Pflanzen, als Sommer- und Winterkorn, gebaut. Der Weizen ist im Süden Europas heimisch, die Gerste dagegen wohl ein ursprünglich nordisches Gras. Der Beginn ihres Anbaus liegt in vorgeschichtlicher Zeit, und es haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Ährenformen herausgebildet, die man bald als Spielarten, bald als echte Arten betrachtet. So giebt es Weizen mit begrannten und unbegrannten Deckspelzen, Gerste, deren Ähren aus 2, 4 oder 6 Zeilen von Körnern bestehen. Die Ähre besteht aus einer großen Anzahl Ährchen, die in den Ausschnitten der gemeinsamen Ährenspindel sitzen. Jedes Ährchen besteht aus mehreren Blüten, von denen gewöhnlich eine oder einige verkümmert sind. So sehen wir, wenn wir eine Gerstenähre bogenförmig nach einer Grannenseite krümmen, zwischen den Grannen der gegenüberliegenden Hälfte auf jedem Spindelabsatz drei Blütchen, von denen das mittelste entwickelt und begrannt, die seitlichen aber zu schmalen, zungenförmigen Gebilden verkümmert sind und übereinander verschränkt die Ährenseite zierlich gliedern. Das Samenkorn der Gerste ist mit den Spelzen so fest verwachsen, daß es unmöglich ist, es herauszuschälen. Es bleibt auch beim Dreschen mit ihnen verbunden und wird erst zwischen den Mühlsteinen durch Reiben davon befreit. – Während auf einem Spindeleinschnitt der Gerste ein dreiblütiges oder eigentlich drei einblütige Ährchen stehen, trägt ein Absatz beim Weizen fünf Blütchen, die von zwei gemeinsamen äußeren Kelch- oder Deckspelzen umschlossen werden, mithin ein Ährchen bilden; zwei von ihnen sind gewöhnlich völlig verkümmert und unfruchtbar, so daß ein Weizenährchen drei Körner umschließt. Diese sind auf der Unterseite tief gefurcht, tragen am oberen Ende einen Schopf feiner Härchen und am spitzen unteren eine kleine runzelige Vertiefung, aus welcher der Keim hervortreten wird. Beim Gerstenkorn sind diese Einzelheiten durch die anhaftenden Spelzen verdeckt. Von den Körnern unserer vier Getreidearten nähert sich der Weizensame der Eiform am meisten. – Die Gerste wird hauptsächlich als Futterkorn und zur Malzbereitung gebaut. Schon die alten Germanen bereiteten ihr Bier nach dem Berichte des Tacitus hauptsächlich aus Gerste. Der Weizen liefert das Mehl zu allen feineren Gebäcken, ist also das eigentliche Festkorn bei uns, während er bei den südlicher wohnenden Europäern die Stelle des Roggens vertritt. Er wird jedoch auch schon seit Jahrtausenden zur Bierbrauerei benutzt.

Gräser, Gramineen. Kl. III. einjährig und zweijährig. Juni, Juli. H. je nach Boden und Witterung sehr verschieden, bis 1,50 m und darüber. Lmk. = Lamarck.

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