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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 65
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
projectid711848b7
wgs
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siehe Bildunterschrift

Schmalblättriges Kolbenrohr, Týpha angustifólia L.

Die Rohr- oder Narrenkolben, Bumskeulen, Schmackedutschen und wie sie sonst noch heißen, wachsen am Rande stehender Gewässer und schwach rinnender Flüsse und erinnern im Aussehen an das Schilfrohr, zwischen dem sie meistens auch emporragen. Der schmalblättrige Rohrkolben unterscheidet sich von dem größeren breitblättrigen durch seine schmal-linealischen Blätter und dadurch, daß die männlichen und weiblichen Blüten durch einen Zwischenraum von 2 – 3 Fingerbreiten von einander getrennt sind, während sie in der Ähre des breitblättrigen ununterbrochen in einander übergehen. Die schmalen Blätter sind durch einige Schraubendrehungen gewunden und auf diese Weise gegen Verletzungen und Knickungen geschützt, die der heftig rauschende Wind bei langen, geraden Blattflächen leicht hervorbringt. Der lange, knotenlose Halm trägt an der Spitze äußerst einfache Staubblüten, deren jede aus drei Staubblättern und einer Hülle von wenigen Haaren besteht. Unter ihnen sitzen dichtgedrängt die von einem Büschel weicher, brauner Härchen umgebenen Fruchtblüten. Ihre Narben reifen 2 bis 3 Tage vor den Antheren und empfangen während dieser Zeit den vom Winde herbeigetriebenen Blütenstaub anderer Stöcke. Die geflügelten braunen Früchtchen schweben vom Kolben zur Wasserfläche herab und erhalten sich dort einige Tage schwimmend. Dann öffnet sich die Fruchthülle und läßt den länglichen Samen langsam in die Tiefe sinken, wo die Keimung beginnt. Der Rohrkolben besitzt nur ein Keimblatt, gehört also zu den Monokotylen. – In früherer Zeit hatte man für die Pflanze mancherlei Verwendung. Die Küfer und Binder brauchten die langen Schwertblätter zu den Fugen der Faßböden, und mit der Wolle der Kolben stopfte der Arme Kissen und Bett. Auch heute noch sind die samtenen, nicht ganz ausgereiften Keulen für Kinder ein gesuchtes Spielzeug, und in den großen Trockensträußen machen sie zwischen Gräsern und Palmwedeln einen sehr gefälligen Eindruck.

Kolbengewächse, Typhaceen. Kl. XXI. ausdauernd. Juli, August. H. 1,00 – 2,00 m.

 

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