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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 165
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
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siehe Bildunterschrift

Gemeine Hirse, Pánicum miliáceum L.

Die aus Asien stammende gemeine Hirse gehört zu den Körnerfrüchten, deren Anbau in allmählichem Rückgange begriffen ist. Vielen Lesern mögen Hirsebrei und Milchhirse, von denen Märchen und Sage so hübsch zu erzählen wissen, unbekannte Genüsse sein. Die Hirse gedeiht am besten auf sandig-lehmigem Boden, nimmt aber, wie der Buchweizen, auch mit reinem Sande fürlieb. Der starke, aufrechte, mit Mark erfüllte Halm ist ebenso wie die Blätter und die Blattscheiden am Grunde rauhhaarig. Die Blüten stehen in einer überhängenden, weitschweifigen lockeren Rispe. Ihre Antheren beginnen morgens zwischen 8 und 9 Uhr zu stäuben.

Die Dreiteiligkeit der Monokotyledonenblüte kommt bei den echten Gräsern nur unvollkommen zum Ausdruck. Von den fünf Blütenblattkreisen, die wir z. B. in der Binsenblüte finden (3 äußere und 3 innere Perigonblätter, 3 äußere und 3 innere Staubblätter, 3 Fruchtblätter), fehlen der äußerste, die drei äußeren Perigonblättchen, und der vierte, die drei inneren Staubblätter, völlig. Von den drei inneren Perigonblättern sind nur zwei, die sogen. Saftschüppchen der Gräser, vorhanden, und von den Fruchtblättern ist eins, das diesen Schüppchen zugewandte, nicht ausgebildet. Der einzige vollständige Blütenblattkreis ist also der äußere Staubblattkreis. Unsere Tafel zeigt ein solches reduziertes Hirseblütchen. Zwei, selten drei oder mehr Blüten stehen gewöhnlich innerhalb einiger Hochblätter zusammen und bilden mit diesen ein Ährchen, einen kleinen Kurztrieb. – Das Ährchen der Hirse ist jedoch nur einblütig. Die beiden untersten und größten Hüllblätter, die sogen. Hüll- oder Ährenspelzen, tragen in ihren Achseln keine Blüten, gliedern aber häufig lange, behaarte Fortsätze, die Grannen, aus; bei der Hirse sind sie jedoch grannenlos. In den Achseln der nächsthöheren Deckblätter, der Deckspelzen, stehen die Blütchen; neben oder über ihnen erhebt sich bisweilen noch ein oberes Hüllblatt, die Dorfpelze. Einige verkümmerte Blattschuppen pflegen den Abschluß des Ährchens zu bilden. Zur Blütezeit quellen die den Perigonblättchen entsprechenden Saftschüppchen auf und treiben die Spelzen auseinander, so daß die federigen Narben und die Staubblätter hervortreten können.

Die Gattung Hirse hat dem Menschen außer der hier dargestellten Art noch einige Getreidepflanzen geliefert, die italienische Kolben- oder Moharhirse und die seltener angebaute Bluthirse.

Gräser, Gramineen. Kl. III. einjährig. Juli, August. H. 0,50 – 1,00 m.

 

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