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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 156
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
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siehe Bildunterschrift

Vogel-Knöterich, Polýgonum aviculáre L.

Unter den zahlreichen Knötericharten, von denen wir auf Tafel VII den Wiesenknöterich kennen lernten, ist der Vogelknöterich oder die Schweinegruse die gemeinste und unscheinbarste. Wo er an Wegen, auf Äckern und Triften, zwischen Steinen und Gemäuer nur ein Plätzchen findet, schlägt er sein Heim auf und ist auch kaum wieder auszurotten, da er monatelang seine kleinen, dreieckigen, schwarzen Samennüßchen ausstreut. Das Volk schätzt ihn, wie alle Wegekräuter, ungemein und wendet ihn von alters her gegen Durchfälle und Blutflüsse, bei Wunden und Geschwüren als zusammenziehendes Mittel an; bei früheren Choleraepidemieen ist er in einigen Gegenden, z. B. im Harz, auch gegen diese Krankheit, angeblich mit Erfolg, gebraucht worden. Einige seiner vielen Namen sind Wegtritt, Hänsel am Weg, Knicker, Tausendknoten, Unverleid, Augenkraut und Blutkraut.

Sein Aussehen ist je nach dem Standort sehr veränderlich. Zwischen anderen Kräutern und Gras richten sich die Zweige empor und suchen wenigstens einen Teil der Blüten in dieselbe Höhe zu bringen, welche die Nachbarblumen einnehmen, um in dem Wettbewerb um Fremdbestäubung nicht ganz zurückzubleiben. Und in der That sieht man auf den unscheinbaren, grünen, nur am Bande weiß oder purpurn gefärbten Blüten Fliegen nicht selten vom Nektar naschen. Auf sterilem Sandboden oder zwischen Pflastersteinen dagegen bleibt der Vogel-Knöterich in liegender Stellung und schmiegt die Ästchen seines reichverzweigten Stengels dem Boden an, so daß der Fußtritt des Menschen unschädlich über ihn hinweggeht. Je dürrer und sonniger der Standort wird, desto schmaler sind die langrunden Blättchen. Zwischen ihnen und den weißen, häutigen Nebenblättchen sprießen die kleinen Blüten hervor, zwei bis vier in jeder Blattachsel. Wenn die Nüßchen reifen, kehren sich die sie umschließenden Blütenhüllen erdwärts und streuen sie zu rechter Zeit aus, wobei sie nicht selten von den Vögeln, welche die mehlreichen Samen gerne fressen, unterstützt werden.

Knöterichgewächse, Polygonaceen. Kl. VIII. einjährig. Juli – Oktober. Länge 0,15 – 0,50 m.

 

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