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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 149
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
projectid711848b7
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Mairan, Oríganum Majorána L.

Der Mairan stammt aus Nordafrika; darauf deutet nicht nur sein aus Majorana, arabisch marjamie, verstümmelter Name, welcher »der (im Geruch) Unvergängliche« bedeutet, sondern auch die starke, graufilzige Haarbekleidung der beiden Blattseiten, ein Schutzmittel gegen die durch das heiße Klima bewirkte übermäßige Verdunstung. Die Römer, welche das stark, aber nicht unangenehm duftende Kraut sogar zu Kränzen bei Hochzeiten verwandten, verpflanzten es nach Deutschland, wo es seit Karl dem Großen allgemein verbreitet ist und jetzt hauptsächlich als Würze der Wurst dient. Es wird meistens durch Stockteilung vermehrt, läßt sich jedoch auch aus Samen und einjährig ziehen. Dieser Sommermajoran ist zarter und würziger als der ausdauernde.

Das merkwürdigste am Mairan ist jedoch die auf unserer Tafel abgebildete Blüte. Die kleinen weißen Blütchen kommen zwischen den grünen, in vier Zeilen stehenden Deckblättchen nur so weit hervor, daß der Blüteneingang sichtbar wird. Die kurze, nach oben trichterförmig erweiterte, inwendig behaarte Kronenröhre steckt zwischen den Deckblättern, ebenso der zahnlose, halbierte Kelch. Der sichtbare Kronensaum zeigt vier fast gleich große Zipfel. Der erste, die zweizahnige Oberlippe, ist aufwärts gerichtet; der zweite steht nach unten, die beiden andern haben dreieckige Gestalt und sind nach den Seiten gewendet. Die Staubblätter ragen aus dem Blüteneingang hervor, die beiden längeren spreizen sich schräg nach den Seiten. Wenn die weißen Antheren stäuben, liegt der Griffel mit unentwickelter Narbe noch tief im Innern der Kronenröhre. Erst wenn die Antheren vertrocknet sind, streckt er sich hervor und thut die Narbenäste auseinander. Im Blütengrunde findet sich spärlicher Nektar. Außer den eben geschilderten Zwitterblüten finden sich auch Stöcke mit scheinzwitterigen Fruchtblüten. Manchmal entwickeln sich abnorme Blüten mit vermehrten Kronenzipfeln und Staubblättern. – Die Samen besitzen eine große Unempfindlichkeit gegen Hitze. Von solchen, die drei Stunden lang auf 100 Grad erwärmt wurden, keimten noch 78 Prozent. Diese Eigenschaft ist ein gutes Schutzmittel gegen die hohe Temperatur des Wüstenbodens, in dem die Samen ihre Ruhezeit durchmachen müssen.

Lippenblütler, Labiaten. Kl. XIV. einjährig und ausdauernd. Juli, August. H. 0,30 bis 0,50 m.

 

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