Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Franz Bley >

Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil - Kapitel 148
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Zweiter Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
projectid711848b7
wgs
Schließen

Navigation:
siehe Bildunterschrift

Polei, Méntha Pulégium L.

Fast alle Minzen zeichnen sich durch einen eigentümlichen, aromatischen Duft der Blätter und Blüten aus. Am stärksten entwickelt sich dieser in der Pfefferminze, welche in England wild, bei uns aber nur angebaut und verwildert vorkommt; etwas schwächer duftet die Krauseminze ( M. crispa), eine Abart der Pfefferminze oder der Wasserminze ( M. aquática). Der Anbau der Pfefferminze findet in Süddeutschland, in England und besonders in Nordamerika statt. Die Pflanze wird durch Samen oder noch einfacher und sicherer durch Teilung der ausdauernden Stöcke fortgepflanzt. Sollen die Blätter zur Theebereitung benutzt werden, so erntet man sie vor der Blütezeit, wenn sie noch nichts von dem duftenden, ihnen zum Schutze dienenden Öl an die Blüten abgegeben haben. Sie besitzen einen starken, flüchtigen Würzgeruch, einen erwärmenden, bald darauf aber merkwürdig kühlenden Geschmack und leisten als leicht erregendes, krampfstillendes und die Verdauung beförderndes Mittel gute Dienste. Durch Destillation des frischen blühenden Krautes mit Wasser erhält man das Pfefferminzöl, welches die Eigenschaften des Thees in erhöhtem Maße besitzt und besonders zur Fabrikation von Pfefferminzküchelchen, Tropfen, Migränestiften und Zahntinkturen verwandt wird. Die Pflanze verbreitet sich durch Stocksprosse oder Rhizome von 20 bis 25 cm Länge allmählich von Ort zu Ort. Ihre rötlich-weißen Blüten sind in Scheinwirteln zu länglichen Ähren vereinigt und lassen den Griffel mit der gespaltenen Narbe lang hervorragen, so daß Selbstbestäubung unmöglich ist. Diese könnte eher bei der Poleiminze stattfinden, einem niedergestreckten, stark verzweigten Kräutchen mit kleinen gestielten Blättern und kleinen rötlichen Blüten. Es wächst hier und da an Ufern und auf feuchten Wiesen. Die verschiedenen Stöcke tragen bald echte Zwitterblüten, bald scheinzwittrige Fruchtblüten, deren Antheren verkümmert sind und keinen Pollen hervorbringen. Bei diesen ist Selbstbefruchtung natürlich unmöglich. Ein Haarkranz, der bei den übrigen Minzen fehlt, schützt den Nektar vor hineinkriechenden Insekten.

Lippenblütler, Labiaten. Kl. XIV. ausdauernd. Juli, August. H. 0,30 – 0,60, beim Polei 0,15 – 0,30 m.

 

 << Kapitel 147  Kapitel 149 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.