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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 73
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Apfelbaum, Pirus malus L.

Die beiden wichtigsten Obstarten Mitteleuropas, Apfel und Birne, gehören derselben Gattung an. Ihre Kultur ist uralt. Schon die im Bronzezeitalter lebenden Pfahlbauer scheinen sich die Früchte aus den Urwäldern geholt zu haben. Seitdem sind durch den Anbau und die Einführung edler, auf die einheimischen Wildlinge gepfropfter Reiser zahllose Sorten oder Varietäten entstanden, beim Apfelbaum allein gegen 600. Der Wohlgeschmack des Apfels und seine Bedeutung für die menschliche Gesundheit rechtfertigen die große Sorgfalt, welche auf die Zucht des Kernobstes verwandt wird. Deutschland wird leider in dieser Hinsicht von andern Ländern, der Schweiz, Frankreich und Nordamerika, noch immer weit übertroffen. Der wichtigste chemische Bestandteil der Apfelfrucht ist die Apfelsäure, die in allen säuerlich schmeckenden Früchten auftritt. Sie wirkt außerordentlich blutreinigend auf den Körper und kann ihm sowohl durch eine nachhaltige Kur mit frischen Äpfeln wie durch Trinken von Apfelwein zugeführt werden. Außer der Apfelsäure enthalten die Früchte etwas Wein- und Zitronensäure, Zucker, Gummi und Stärkemehl, Kleber und ätherisches Öl.

Außer seinem großen Nutzen bietet der »wundermilde Wirt« zur Frühlingszeit dem Auge einen reizenden Anblick. Da summt und surrt es in seinen Zweigen von »leichtbeschwingten Gästen« anderer Art, als der Dichter sie meint. Bienen und Hummeln umschwirren die prächtigen, innen schneeweißen, außen rosig angehauchten Blumenkelche mit den gelben Staubbeuteln und sammeln Blütenstaub und Honig in Menge; dabei bewirken sie, da sich die Antheren und die Narben derselben Blüte nicht gleichzeitig öffnen, Fremdbestäubung. Besonders schön, wie kleine Rosenknospen, sehen die geschlossenen Blüten aus. Die Blumenblätter und die Staubblätter erheben sich am Rande des fünfzipfeligen, becherförmigen Kelches; auf seinem Grunde sind dagegen die zu einem Gehäuse verwachsenen fünf Fruchtblätter befestigt; jedes enthält zwei Samenanlagen. Wenn die Befruchtung stattgefunden hat, schwillt der Blütenkelch fleischig an und umschließt das Gehäuse vollständig als Apfel. Dieser dient bei den Wildlingen zur Anlockung der Vögel, welche das Fruchtfleisch zerhacken und verzehren und damit den Samen den Weg ins Freie öffnen. Damit jedoch die Äpfel nicht vor völliger Reife der Samen angegriffen werden, sind sie bis zu dieser Zeit unscheinbar grün gefärbt und außerdem durch ihre große Säure geschützt.

Apfelgewächse, Pomarien, Kl. XII. Holzgewächs. Mai. H. bis 10,00 m.

 

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