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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 33
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Gemeine Pflaume, Prunus domestica L.

Die Gattung Prunus umfaßt drei unserer vorzüglichsten Obstarten: die Aprikose, die Pflaume und die Kirsche. Alle drei zeigen ähnliche Blattform und gleichen Blütenbau. Der becherförmige, in 5 Zipfel auslaufende Kelch trägt am oberen Rande 5 Kronenblätter und zahlreiche Staubblätter; am Grunde der Kelchhöhlung steht der einblättrige Fruchtknoten, dessen Stempel über den Rand des Kelchbechers in die Schar der Staubblätter hineinragt. Der Fruchtknoten wird bei allen Prunus-Arten zu einer saftigen Steinfrucht, deren Kern einen, selten zwei Samen einschließt. Die Fruchthaut der Aprikosen ist samtartig, der Pflaumen bläulich bereift und der Kirschen unbereift.

Von den eigentlichen Pflaumen kommen in Deutschland wild oder angebaut vier Arten vor: die Schlehe oder der Schwarzdorn (s. Tafel V.), die Haferschlehe oder Reineclaude, angeblich nach der Königin Claudia, der Gemahlin Franz I. von Frankreich, benannt, ferner die Kirschpflaume oder türkische Kirsche mit kugeligen roten, ziemlich fade schmeckenden Früchten und die gemeine Pflaume oder Zwetsche, zu der alle länglichen Pflaumen, die Kaiser- oder Königspflaumen, die Damaszenerpflaumen und die Eierpflaumen zu rechnen sind. Die beiden erstgenannten sind bei uns höchst wahrscheinlich einheimisch, die Kirschpflaume oder türkische Kirsche stammt gleich dem »türkischen« Weizen oder dem Mais, der »türkischen« Bohne und dem »türkischen« Tabak aus Amerika; die echte Zwetsche aber ist wohl erst im Mittelalter aus dem Süden bei uns eingeführt.

Der feine Duft oder Reif auf den Pflaumenfrüchten schützt sie vor den Einwirkungen der Nässe, da an ihm kein Wassertropfen haftet. Allen Prunus-Arten eigentümlich ist das Ausschwitzen von Gummi aus der Rinde. Dieses Kirschgummi oder Cerasin, eine fiebrige, bernsteinfarbene, süßlich schmeckende Masse, besteht aus verschleimter Zellsubstanz oder Cellulose und dient wahrscheinlich zum Verschluß von Wunden am Stamme oder an den Zweigen des Baumes. Es ist dieselbe Masse wie das von einigen Akazienarten ausgeschiedene arabische Gummi oder der Tragant der Tragantsträucher.

Mandelgewächse oder Amygdalaceen. Kl. XII. Holzgewächs. April. H. bis 7,00 m.

 

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