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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 22
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Gebräuchliches Lungenkraut, Pulmonária officinális L.

Das Lungenkraut teilt den geschützten Standort des Laubwaldes mit dem Leberblümchen und grünt gleich diesem unter dem trockenen Blätterdache oft den ganzen Winter hindurch. Wenn es sich im Frühling über die schützende Decke erhebt, bewundern wir die zierlichen weißgefleckten Blätter. Die Flecken zeigen an, daß an diesen Stellen das Blattgewebe von lufterfüllten Lücken und Gängen durchzogen ist, welche die Wasserausdünstung oder Transpiration befördern sollen. Pflanzen mit scheckigen Blättern finden sich fast nur an feuchten, schattenreichen Standorten, an denen die Ausdünstung bei mangelnder Beleuchtung und Wärme behindert wird. Die Luftgänge im Innern des Blattes vergrößern gewissermaßen dessen Oberfläche, bewirken also eine erhöhte Transpiration. Auch das Leberkraut hat an Orten, wo die Transpiration durch große Luftfeuchtigkeit erschwert wird, solche Flecken.

Die Blüten des Lungenkrauts sind zuerst rot, dann violett oder blau, und zwar kommen beide Farben nebeneinander in derselben Blütentraube vor. Dieser Farbenkontrast dient wahrscheinlich dazu, die Insekten auf die Blüten recht aufmerksam zu machen. Untersuchen wir verschieden Pflanzen des Lungenkrauts, so finden wir an einem Stocke Blütenglöckchen mit kurzem, an einem anderen solche mit weit längerem Griffel oder Stempel. Bei den kurzgriffeligen Blüten sitzen die Staubbeute! dort, wo die Kronenröhre sich glockenförmig erweitert, bei den langgriffeligen dagegen tiefer, in der Mitte der Röhre ungefähr da, wo in jenen die Griffelspitze steht. Dieser Wechsel in der Stellung der Blütenteile hat zur Folge, daß die Bienen den Pollen der langgriffeligen Stöcke nur auf die Narben kurzgriffeliger Blüten übertragen können, und umgekehrt den Blütenstaub dieser nur auf lange Griffel. Man nennt solche Pflanzenformen heterostyl oder verschiedengrifflig; die Heterostylie sichert den betreffenden Pflanzen in erhöhtem Grade die Fremdbestäubung.

Fam. der Boragengewächse oder Boraginaceen. Kl. V. Ausdauernde Pflanze. März, April. H. 0,15 – 0,30 m.

 

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