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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 198
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Rüsterblättrige Linde, Tilia ulmifólia Scop.

Deutschland besitzt zwei einheimische Linden, die rüsterblättrige oder Winterlinde und die breitblättrige oder Sommerlinde. Die Blätter der ersteren sind beiderseits kahl und unterseits meergrün, die der Sommerlinde unterseits kurzhaarig, in den Achseln der Blattrippen bärtig und beiderseits grün. Die Blütensträuße der Winterlinde sind 5 – 7blütig, die der Sommerlinde meist nur 2 – 3blütig. Die letztere grünt und blüht 8 – 14 Tage früher als die Winterlinde, hat erbsengroße, einsamige, fast kugelige Früchte mit harten, fünfkantigen Schalen, während die der Winterlinde viel kleiner und dünnschaliger sind. – Die köstlich duftende Lindenblüte ist in ihrem Bau ein kleines Kunstwerk. Sie besitzt fünf kleine, grüne, kahnförmige Kelchblätter, die an der Stelle, wo sie angeheftet sind, zwei Büschel kurzer Härchen tragen; hier wird der Honig ausgesondert, der sich zu kleinen Tröpfchen sammelt und die zahlreichen Besucher anlockt. Die fünf großen, weißen Blumenblätter stehen abwechselnd mit den Kelchblättern und bilden mit ihnen einen Stern, der viele bündelförmig angeordnete Staubblätter und in deren Mitte den kugeligen Fruchtknoten mit einfachem Griffel umschließt. Solange die Knospen geschlossen sind, steht der Ebenstrauß aufgerichtet. Wenn sie aufblühen, wird er hängend, so daß der Honig und der Pollen vor Benetzung geschützt sind; auch das große blattähnliche Deckblatt, das mit dem gemeinsamen Blütenstiele bis zur Hälfte verwachsen ist, dient zur Ableitung des Regens und, wenn die Früchte reif sind, als Fallschirm, mit dessen Hilfe der Wind den Fruchtstand aus dem Bereich der Baumkrone entfernt. – Die Linden erreichen ein hohes Alter, bis zu 800 Jahren, eine Höhe von 20 – 40 und eine Dicke von 1 – 6 m. Ihre Blüten werden getrocknet als Thee verwandt; die Lindenkohle ist ein ausgezeichnetes Zahnpulver und auch innerlich angewendet bei manchen Krankheiten von guter Wirkung. Die Bienen schöpfen aus keiner anderen Blume so aromatischen Honig wie aus der Lindenblüte.

Lindengewächse, Tiliaceen. Kl. XIII. Holzgewächs. Juli. H. bis 25,00 m. Scop. = Scopoli.

 

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