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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 189
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Gemeines Zittergras, Briza média L.

Ist der Wiesenfuchsschwanz mit seinen weichen, blattreichen, süßen Halmen ein Obergras erster Güte, so bildet das nur halb so hohe Zittergras, da es nach dem Schnitt wenig nachwächst, einen minder wichtigen Bestandteil des Wiesen- und Weidegrases; dafür ist es mit geringerem Boden zufrieden und bietet dem Menschen seine zierlichen Rispen zu Strauß und Kranz. Die Ährchen, an langen, dünnen, bei jedem Hauch hin und her zitternden Stielen nickend, enthalten 5 bis 9 Blüten, die zweizeilig angeordnet sind, so daß das Ährchen eine herzförmige Gestalt erhält. Die Spelzen, von denen die Blüte drei verschiedene Arten besitzt, sind einander ähnlich, gewölbt oder kahnförmig; sie sind violett oder braunrot und am Rande grünlich weiß gefärbt. Am frühen Morgen, wenn noch der Tau auf den Gräsern liegt, die ersten Sonnenstrahlen die Ähren streifen und ein leichter Morgenwind liebkosend über die Halme und Rispen streicht, beginnt das Aufblühen der Gräser. Den Anfang machen die Rispengräser und das Süßgras, dann, zwischen 5 und 6 Uhr, folgen Weizen, Gerste, Zittergras, Schmiele, zwischen 7 und 8 Uhr Ruchgras, Fuchsschwanz und Lieschgras. Die Spelzen spreizen sich auseinander, die Träger der Antheren, die Staubfäden, wachsen in kürzester Zeit in die Länge und schieben die Antheren ins Freie, wo sie an den Fäden auf und ab pendeln. Das in der Blüte aufwärts gerichtete Antherenende wendet sich an einem drehbaren Gelenk abwärts, die beiden Pollenbehälter klaffen unten auseinander und nehmen an dieser Stelle die Form tief ausgehöhlter Kähne an, in denen der Pollen bei ruhiger Luft liegen bleibt; bei der geringsten Luftströmung aber treibt er in kleinen Wölkchen davon, und zwar nicht sogleich der ganze Inhalt einer Antherenhälfte, sondern nur der in der Höhlung liegende Teil, der alsbald durch den darüberliegenden ersetzt wird. Wenn die Antheren völlig entleert sind, so fallen sie als trockene Hülsen von ihren Fäden. Der ganze Vorgang dauert in einer Blüte gewöhnlich nur ¼ bis ½ Stunde. Die federigen Narben fangen den puderförmigen Pollen leicht auf.

Gräser, Gramineen. Kl. III. Ausdauernde Pflanze. Mai, Juni. H. 0,30 – 0,50 m.

 

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