Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Franz Bley >

Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 174
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20131114
projectid662f33fa
wgs
Schließen

Navigation:
siehe Bildunterschrift

Fliegenähnliche Frauenthräne, Ophrys muscífera Hudson.

Die in Deutschland heimischen Ophrys-Arten werden nach der Form und Zeichnung ihrer Blüten als bienenähnliche, spinnenähnliche und fliegenähnliche bezeichnet. Sie haben wie das gemeine Knabenkraut einen knolligen, alljährlich sich erneuernden Wurzelstock und langrunde oder lanzettliche Blätter. Die Blüten stehen zu 3 bis 6 in einer Ähre. In der Zeichnung und Färbung ihrer Blumenblätter zeigen die einzelnen Arten große Unbeständigkeit. Ein Honigsporn fehlt bei allen. Die Stiele der beiden Pollenmassen münden mit ihren Klebscheiben nicht wie beim Knabenkraut in einen, sondern in zwei Schnäbelchen, welche unelastisch sind und nach Entfernung des in ihnen haftenden Polliniums nicht zurückspringen. Die Unterlippe der fliegentragenden Ophrys zeigt am Grunde zwei schwarze glänzende Knöpfchen, die täuschend wie zwei Flüssigkeitströpfchen aussehen und so gestellt sind, daß eine sie beleckende Fliege sich das darüber stehende Pollenkölbchen an den Kopf kitten muß. In einer später besuchten Blüte stößt sie damit, wenn sie an dieselbe Stelle gelangt, gegen die Narbe und befruchtet die Blüte. Kurze Zeit nach dem Öffnen der Blume bedeckt sich der größte Teil der Unterlippe mit Tröpfchen, durch welche Fleischfliegen angelockt werden; sie lecken an diesen Tröpfchen und gelangen dabei vorwärts schreitend zu den beiden Scheintropfen. Bei der Flüchtigkeit und Unstetigkeit der fäulnisliebenden Fliegen bleibt die Bestäubung jedoch häufig aus; das Fliegenblümchen setzt nur wenig Früchte an, doch trägt jede Fruchtkapsel eine außerordentlich große Anzahl winziger Samen. Daher ist eine Ophrysart, die bienentragende, zur Selbstbestäubung zurückgekehrt. Ihre Pollenmassen, auf merkwürdig langen, dünnen und biegsamen Stöckchen stehend, fallen bald nach Öffnung der Blüten aus den Antheren vornüber und gelangen mit Hilfe eines leichten Luftzuges auf die klebrige Narbenfläche. So bringen fast alle Blumen einer Blütenähre des Bienenblümchens Fruchtkapseln hervor. Die Fliegenophrys bewohnt trockene Wiesen und Torfmoore.

Knabenkrautgewächse, Orchidaceen. Klasse XX. Ausdauernde Pflanze. Mai, Juni. H. 0,15 – 0,30 m.

 

 << Kapitel 173  Kapitel 175 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.