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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 140
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Echte Kamille, Matricária Chamomílla L.

Durch ihren aromatischen Duft, den kegelförmig verlängerten, innen hohlen Blütenboden und das äußerst schmale, zwei- bis dreifach gefiederte Blatt unterscheidet sich die echte Kamille von den Hundskamillen (Anthemis), mit denen sie häufig denselben Standort, Äcker und Feldraine, teilt. Das Blütenköpfchen trägt zweierlei Blüten, weiße, zurückgeschlagene Strahlenblüten am Rande und gelbe, in fünf Zähne auslaufende Scheibenblüten oder Röhrenblüten in der Mitte. Die Randblüten enthalten nur Griffel, die Scheibenblüten außerdem fünf zu einer Röhre verwachsene, den Griffel einschließende Staubblätter. Die Pollenbehälter dieser Staubblätter öffnen sich nach dem Innern der Röhre zu und lassen ihren Staub in den oberen Teil des noch geschlossenen Cylinders über der Narbe austreten. Hier liegt er schon, bevor die Blüte sich öffnet. Der noch in die Länge wachsende Griffel preßt den Pollen durch die Cylinderröhre ins Freie, wo er von den Insekten abgeholt wird. Den Bienen scheint der starke Duft der Kamille unangenehm zu sein, sie wird hauptsächlich von Fliegen besucht. Der Blütenboden ist anfänglich wenig gewölbt. Während die einzelnen Blütchen vom Rande nach der Mitte zu allmählich aufbrechen, wölbt er sich stärker, so daß die anfangs senkrecht stehenden Scheibenblüten mehr und mehr in eine wagerechte Stellung kommen. Infolge dieser Änderung in der Lage kann der aus den jüngeren Blüten hervorgestoßene Pollen auf die unter ihnen stehenden älteren fallen, deren Narben unterdessen reif geworden und sich in ihre beiden Äste auseinandergelegt haben. Die Schließfrüchtchen der Kamille sind fast glatt; sie besitzen nur einige von oben nach unten verlaufende Riefen, welche, wenn die Schale benetzt wird, einen schleimigen Stoff absondern; mittelst dieses Schleimes befestigt die Frucht sich in dem feuchten Keimbett, wie man die Stelle des Erdreichs nennt, in der der Same zum Keimen gelangt. – Seit alter Zeit ist die Kamille wegen ihrer Heilkraft berühmt; sie gehört zu den wenigen Pflanzen, die auch jetzt noch in der Medizin Verwendung finden. Die bitteren Blütenköpfchen enthalten ein blaues ätherisches Öl; ein Aufguß von ihnen wirkt bei Krämpfen, Magen- und Unterleibsbeschwerden und nervösen Schmerzen beruhigend.

Vereinblütler, Compositen. Kl. XIX. einjährig. Mai – August. Höhe 0,15 bis 0,30 m.

 

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