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Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil

Franz Bley: Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil - Kapitel 126
Quellenangabe
typereport
authorFranz Bley
titleBotanisches Bilderbuch für Jung und Alt. Erster Teil
publisherVerlag von Gustav Schmidt
year1897
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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siehe Bildunterschrift

Bergnelkenwurz, Géum montánum L.

Die Gattung Nelkenwurz hat ihren Namen nach dem gewürznelkenartigen Duft des Wurzelstocks der gemeinsten Art, des an Hecken, Weg- und Waldrändern sowie an Bachufern blühenden Benediktenkrauts ( Geum urbanum). Die Bachnelkenwurz liebt feuchte Wälder, Gebüsche und Wiesen, die Bergnelkenwurz findet sich nur auf Triften der Gebirgskämme, in Deutschland nur auf dem Riesengebirge und (wahrscheinlich angepflanzt) auf dem Brocken. – Die meist grundständigen Blätter unserer beiden Arten tragen außer mehreren kleinen ein großes endständiges Fiederblättchen; sie sind wie die übrigen Pflanzenteile mehr oder weniger stark behaart. Aus den Grundblättern erhebt sich bei der Bachnelkenwurz ein mehrblütiger, bei der Bergnelkenwurz ein einblütiger Stengel. Die Blütenknospen sind an aufrechten Stielen dem Himmel zugewandt. Bei der Bergnelkenwurz behält auch die geöffnete Blüte diese Stellung, in der sie mittelst des leuchtenden Gelbs ihrer Blumenblätter die wenigen Insekten der Berghöhe anlockt; die Bachnelkenwurz dagegen krümmt die Stiele, während die Blüte sich öffnet, abwärts, so daß die Blütenöffnung schräg gegen den Boden gerichtet ist. Durch diese Glockenstellung sind die pollenbedeckten Antheren vor dem Regen geschützt; ist die Blütezeit vorüber, so strecken sich die Stiele mit den reifenden Früchten wieder gerade. Da bei der Bachnelkenwurz die Außenseite der Blumenblätter zum Teil nach oben gewandt ist, so trägt auch sie eine lebhafte, kupferrötliche Färbung, während die Innenseite gelb und rötlich geädert aussieht. Die ganze Blüte ähnelt im Bau der wilden Rose. – Die Fruchtblätter entwickeln sich bei beiden Arten zu kleinen, stark zottig behaarten Schließfrüchtchen mit langer Granne, so daß der Fruchtstand besonders bei der Bergnelkenwurz mit dem des Hexenbesens ( Pulsatilla alpina, s. Tafel XI) große Ähnlichkeit hat. – Durch Übertragung des Pollens einer Geum-Art auf die Narben einer andern entstehen häufig Bastardformen, die in der Familie der Rosaceen überhaupt nicht selten sind.

Rosengewächse, Rosaceen. Kl. XII. Ausdauernde Pflanze. Mai, Juni. H.0,30 – 0,50 und 0,15 bis 0,30 m.

 

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