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Gutenberg > Charles Baudelaire >

Blumen des Bösen/Les Fleurs du Mal

Charles Baudelaire: Blumen des Bösen/Les Fleurs du Mal - Kapitel 1
Quellenangabe
typepoem
titleBlumen des Bösen/Les Fleurs du Mal
authorCharles Baudelaire
translatorTerese Robinson
publisherProjekt Gutenberg-DE
year2011
senderreuters@abc.de
created20111010
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Charles Baudelaire

Blumen des Bösen/Les Fleurs du Mal

Die Übersetzung ist von Terese Robinson, erschienen 1925 im Georg Müller Verlag, München

SEGEN

Wenn nach des Himmels mächtigen Gesetzen
Der Dichter kommt in diese müde Welt,
Schreit seine Mutter auf, und voll Entsetzen
Flucht sie dem Gott, den Mitleid selbst befällt.

»Warum gebar ich nicht ein Nest voll Schlangen,
Statt diesem Spottgebild verwünschter Art!
Verflucht die Nacht, in der mein Bauch empfangen,
Da flüchtiger Lust so bittre Strafe ward!

Was wähltest du mich aus von allen Frauen,
Dem blöden Mann zur ekelvollen Wut,
Was werf' ich nicht die Missgeburt voll Grauen
Gleich einem Liebesbrief in Feuersglut!

Doch ich will deinem Hasse nicht erliegen,
Ich wälz' ihn auf das Werkzeug deines Grolls
Und will den missgeratnen Baum so biegen,
Dass keine Frucht entspringt dem faulen Holz.«

So presst sie geifernd ihren Grimm,
Nichts ahnend von des Himmels Schluss und Rat,
Und schürt sich in Gehenna selbst die Flammen
Für ihre mütterliche Freveltat.

Indessen zieht ein Engel seine Kreise,
Und der Enterbte blüht im Sonnenschein,
Und zu Ambrosia wird ihm jede Speise
Und jeder Trank zu goldnem Nektarwein.

Zum Spiel taugt Wind ihm, Wolken und Gestirne,
Berauscht von Liedern zieht er durch sein Reich,
Und traurig senkt der Engel seine Stirne,
Sieht er ihn sorglos, heitern Vögeln gleich.

Denn alle, die er liebt, voll Scheu ihn messen;
Weil seine Sanftmut ihren Groll entfacht,
Versuchen sie ihm Klagen zu erpressen,
Erproben sie an ihm der Roheit Macht.

Sie mischen eklen Staub in seine Speisen,
Beschmutzen jedes Ding, dem er sich naht.
Was er berührt, sie heuchelnd von sich weisen,
Und schreien »wehe«, kreuzt er ihren Pfad.

Auf öffentlichem Markt, wie eine Dirne,
Höhnt laut sein Weib: »Da mir sein Beten gilt,
So will ich auch vom Sockel bis zur Stirne
Vergoldet sein gleich einem Götzenbild.

Berauschen will ich mich an Weihrauch und Essenzen,
An Wein und Huldigung mich trinken satt,
Und da er göttergleich mich will bekränzen,
Werd ich beherrschen ihn an Gottes Statt!

Und will die Posse mir nicht mehr gefallen,
Pack' ich ihn mit der schwachen, starken Hand,
Mit meinen Nägeln wie Harpyenkrallen
Zerfleisch ich ihn, bis ich sein Herze fand.

Gleich einem jungen Vogel fühl' ichs zittern,
Zuckend und rot wird's meiner Hände Raub,
Und um mein Lieblingstier damit zu füttern,
Werf ich es voll Verachtung in den Staub!«

Zum Himmel, zu dem ewigen Strahlensitze
Hebt fromm der Dichter seine Hände auf,
Und seines lichten Geistes weite Blitze
Verhüllen ihm des Volks blindwütigen Häuf:

»Dank, dir, o Gott, der uns das Leid liess werden,
Das uns erlöst aus tiefer Sündennacht,
Das reine Elixier, das schon auf Erden
Die Starken deiner Wonnen würdig macht!

Dem Dichter wahrst du deiner Sitze besten
Inmitten seliger Legionen Schar,
Ich weiss, du lädst ihn zu den ewigen Festen
Der Herrlichkeit und Tugend immerdar.

Ich weiss, nicht Welt noch Hölle macht zum Hohne
Den einzigen Adel, den der Schmerz verleiht.
Ich weiss, auf meinem Haupt die Wunderkrone
Muss leuchten über Welt und Ewigkeit.

Ich weiss, dass Schätze, die versunken schliefen,
Dass Gold und Edelstein aus finstrem Schacht,
Dass Perlen, die du hebst aus Meerestiefen,
Nicht würdig sind für dieser Krone Pracht.

Denn sie ward aus dem reinsten Licht gesponnen,
Das der Urflamme heiliger Herd besass,
Des Menschen Blick, die leuchtendste der Sonnen
Erlischt vor ihrem Glanz wie mattes Glas.

BENEDICTION

Lorsque, par un décret des puissances suprêmes,
Le Poète apparaît en ce monde ennuyé,
Sa mère épouvantée et pleine de blasphèmes
Crispe ses poings vers Dieu, qui la prend en pitié:

«Ah! que n'ai-je mis bas tout un nœud de vipères,
Plutôt que de nourrir cette dérision!
Maudite soit la nuit aux plaisirs éphémères
Où mon ventre a conçu mon expiation!

«Puisque tu m'as choisie entre toutes les femmes
Pour être le dégoût de mon triste mari,
Et que je ne puis pas rejeter dans les flammes,
Comme un billet d'amour, ce monstre rabougri,

«Je ferai rejaillir la haine qui m'accable
Sur l'instrument maudit de tes méchancetés,
Et je tordrai si bien cet arbre misérable,
Qu'il ne pourra poussa ses boutons empestés!»

Elle ravale ainsi l'écume de sa haine,
Et, ne comprenant pas les desseins éternels,
Elle-même prépare au fond de la Géhenne
Les bûchers consacrés aux crimes maternels.

Pourtant, sous la tutelle invisible d'un Ange,
L'Enfant déshérité s'enivre de soleil,
Et dans tout ce qu'il boit et dans tout ce qu'il mange
Retrouve l'ambroisie et le nectar vermeil.

Il joue avec le vent, cause avec le nuage
Et s'enivre en chantant du chemin de la croix;
Et l'Esprit qui le suit dans son pèlerinage
Pleure de le voir gai comme un oiseau des bois.

Tous ceux qu'il veut aimer l'observent avec crainte,
Ou bien, s'enhardissant de sa tranquillité,
Cherchent à qui saura lui tirer une plainte,
Et font sur lui l'essai de leur férocité.

Dans le pain et le vin destinés à sa bouche
Ils mêlent de la cendre avec d'impurs crachats;
Avec hypocrisie ils jettent ce qu'il touche,
Et s'accusent d'avoir mis leurs pieds dans ses pas.

Sa femme va criant sur les places publiques:
«Puisqu'il me trouve assez belle pour m'adorer,
Je ferai le métier des idoles antiques,
Et comme elles je veux me faire redorer;

«Et je me soûlerai de nard, d'encens, de myrrhe,
De génuflexions, de viandes et de vins,
Pour savoir si je puis dans un cœur qui m'admire
Usurper en riant les hommages divins!

«Et, quand je m'ennuîrai de ces farces impies,
Je poserai sur lui ma frêle et forte main;
Et mes ongles, pareils aux ongles des harpies,
Sauront jusqu'à son cœur se frayer un chemin.

«Comme un tout jeune oiseau qui tremble et qui palpite,
J'arracherai ce cœur tout rouge de son sein,
Et, pour rassasier ma bête favorite,
Je le lui jetterai par terre avec dédain!»

Vers le Ciel, où son œil voit un trône splendide,
Le Poète serein lève ses bras pieux,
Et les vastes éclairs de son esprit lucide
Lui dérobent l'aspect des peuples furieux:

«Soyez béni, mon Dieu, qui donnez la souffrance
Comme un divin remède à nos impuretés,
Et comme la meilleure et la plus pure essence
Qui prépare les forts aux saintes voluptés!

«Je sais que vous gardez une place au Poète
Dans les rangs bienheureux des saintes Légions,
Et que vous l'invitez à l'éternelle fête
Des Trônes, des Vertus, des Dominations.

«Je sais que la douleur est la noblesse unique
Où ne mordront jamais la terre et les enfers,
Et qu'il faut pour tresser ma couronne mystique
Imposer tous les temps et tous les univers.

«Mais les bijoux perdus de l'antique Palmyre,
Les métaux inconnus, les perles de la mer,
Par votre main montés, ne pourraient pas suffire
A ce beau diadème éblouissant et clair;

«Car il ne sera fait que de pure lumière,
Puisée au foyer saint des rayons primitifs,
Et dont les yeux mortels, dans leur splendeur entière,
Ne sont que des miroirs obscurcis et plaintifs!»

Der Albatros

Oft kommt es vor, dass, um sich zu vergnügen,
Das Schiffsvolk einen Albatros ergreift,
Den grossen Vogel, der in lässigen Flügen
Dem Schiffe folgt, das durch die Wogen streift.

Doch, – kaum gefangen in des Fahrzeugs Engen
Der stolze König in der Lüfte Reich,
Lässt traurig seine mächtigen Flügel hängen,
Die, ungeschickten, langen Rudern gleich,

Nun matt und jämmerlich am Boden schleifen.
Wie ist der stolze Vogel nun so zahm!
Sie necken ihn mit ihren Tabakspfeifen,
Verspotten seinen Gang, der schwach und lahm.

Der Dichter gleicht dem Wolkenfürsten droben,
Er lacht des Schützen hoch im Sturmeswehn ;
Doch unten in des Volkes frechem Toben
Verhindern mächt'ge Flügel ihn am Gehn.

L'ALBATROS

Souvent, pour s'amuser, les hommes d'équipage
Prennent des albatros, vastes oiseaux des mers,
Qui suivent, indolents compagnons de voyage,
Le navire glissant sur les gouffres amers.

A peine les ont-ils déposés sur les planches,
Que ces rois de l'azur, maladroits et honteux,
Laissent piteusement leurs grandes ailes blanches
Comme des avirons traîner à côté d'eux.

Ce voyageur ailé, comme il est gauche et veule!
Lui, naguère si beau, qu'il est comique et laid!
L'un agace son bec avec un brûle-gueule,
L'autre mime, en boitant, l'infirme qui volait!

Le Poète est semblable au prince des nuées
Qui hante la tempête et se rit de l'archer;
Exilé sur le sol au milieu des huées,
Ses ailes de géant l'empêchent de marcher.

Erhebung

Hoch über stillen Wäldern, blauen Meeren,
Hoch über eisiger Gletscher Einsamkeit
Und über Wolkenflügen weltenweit,
Jenseits der sternbeglänzten ewigen Sphären

Dort regst du dich, mein Geist, so frei und jung!
Wie kühne Schwimmer durch die Wellen gleiten,
So ziehst du durch die unermessnen Weiten
Voll grosser, männlicher Begeisterung.

Flieh' aus der Erde giftigtrübem Schlamme,
Steig' auf zum Äther, Seele, werde rein!
Und trink wie einen starken Götterwein
Der lichten Räume himmlischklare Flamme.

Weit hinter dir lass Kummer, Schuld und Streit,
Die dumpf und lastend dich zur Erde zwingen,
Beglückt, wer sich erhebt auf leichten Schwingen
Zu leuchtender Gefilde Heiterkeit!

Wessen Gedanken gleich der Lerche steigen
Des Morgens frohbeschwingt zum Firmament,
Wer überm Leben schwebt und mühlos kennt
Der Blumen Sprache und der Dinge Schweigen!

ELEVATION

Au-dessus des étangs, au-dessus des vallées,
Des montagnes, des bois, des nuages, des mers,
Par delà le soleil, par delà les éthers,
Par delà les confins des sphères étoilées,

Mon esprit, tu te meus avec agilité,
Et, comme un bon nageur qui se pâme dans l'onde,
Tu sillonnes gaîment l'immensité profonde
Avec une indicible et mâle volupté.

Envole-toi bien loin de ces miasmes morbides,
Va te purifier dans l'air supérieur,
Et bois, comme une pure et divine liqueur,
Le feu clair qui remplit les espaces limpides.

Derrière les ennuis et les vastes chagrins
Qui chargent de leur poids l'existence brumeuse,
Heureux celui qui peut d'une aile vigoureuse
S'élancer vers les champs lumineux et sereins!

Celui dont les pensers, comme des alouettes,
Vers les cieux le matin prennent un libre essor,
– Qui plane sur la vie et comprend sans effort
Le langage des fleurs et des choses muettes!

Die Leuchttürme

Rubens, der Trägheit Garten, des Vergessens Bronnen,
Ein Lager blüh'nden Fleisches, der Liebe leer,
Doch so von Leben und von Glut durchronnen
Wie von der Luft das All, das Meer vom Meer.

Leonard da Vinci Spiegel tief und dunkel,
Wo Engel lächeln süss und rätselschwer
Aus Fichtenschatten, grünem Eisgefunkel
Von ihrer Heimat Gletschergipfeln her.

Rembrandt, das Haus der Traurigen und Kranken,
Von einem hohen Kruzifix erhellt,
Gebete, Seufzer überm Unrat schwanken,
Ein kalter Schimmer jäh ins Dunkel fällt.

Buonarroti, fern, wo Riesenschatten schweben,
Wo Herkules mit Christus sich verband,
Gespenster steil aus ihrer Gruft sich heben,
Mit starrem Finger fetzend ihr Gewand.

Der in des Pöbels Wut, des Fauns Erfrechen,
Der Schönheit fand selbst in der Schurken Reich,
Puget, du grosses Herz voll Stolz und Schwächen,
Der Sklaven König, kummervoll und bleich.

Watteau, ein Fest, wo Herzen leuchtend irren,
Den Schmetterlingen gleich, ein Faschingsball,
Lieblicher Zierat, Glanz und Lichter schwirren
Und Tollheit wirbelnd durch den Karneval.

Goya, ein Nachtmahr, ferner wirrer Schrecken,
Leichengeruch vom Hexensabbat weht,
Wo, lüsterner Dämonen Gier zu wecken,
Die nackte Kinderschar sich biegt und dreht.

Und Delacroix, Blutsee, wo Geister hausen.
Im Schatten tief, der Himmel schwer wie Blei,
Wo durch die trübe Luft Fanfaren brausen
Seltsamen Klangs, wie ein erstickter Schrei.

Dies alles, Fluch und Lästerung und Sünden,
Verzückungsschrei, Gebet und Todesschmerz
Ist Widerhall aus tausend dunklen Gründen,
Berauschend Gift für unser sterblich Herz.

Ein Schrei ist's, der da gellt in tausend Stürmen,
Die Losung, die von tausend Lippen schallt,
Leuchtfeuer, das da flammt von tausend Türmen,
Des Jägers Ruf, der durch die Wildnis hallt.

Ein Zeichen, Gott, das wir dir bringen wollen,
Vor deinen Herrlichkeiten zu bestehn,
Glühende Tränen, die durchs Weltall rollen
Und an der Ewigkeiten Rand vergehn.

LES PHARES

Rubens, fleuve d'oubli, jardin de la paresse,
Oreiller de chair fraîche où l'on ne peut aimer,
Mais où la vie afflue et s'agite sans cesse,
Comme l'air dans le ciel et la mer dans la mer;

Léonard de Vinci, miroir profond et sombre,
Où des anges charmants, avec un doux souris
Tout chargé de mystère, apparaissent à l'ombre
Des glaciers et des pins qui ferment leur pays;

Rembrandt, triste hôpital tout rempli de murmures,
Et d'un grand crucifix décoré seulement,
Où la prière en pleurs s'exhale des ordures,
Et d'un rayon d'hiver traversé brusquement;

Michel-Ange, lieu vague où l'on voit des Hercules
Se mêler à des Christ, et se lever tout droits
Des fantômes puissants, qui dans les crépuscules
Déchirent leur suaire en étirant leurs doigts;

Colères de boxeur, impudences de faune,
Toi qui sus ramasser la beauté des goujats,
Grand cœur gonflé d'orgueil, homme débile et jaune,
Puget, mélancolique empereur des forçats;

Watteau, ce carnaval où bien des cœurs illustres,
Comme des papillons, errent en flamboyant,
Décors frais et légers éclairés par des lustres
Qui versent la folie à ce bal tournoyant;

Goya, cauchemar plein de choses inconnues,
De fœtus qu'on fait cuire au milieu des sabbats,
De vieilles au miroir et d'enfants toutes nues,
Pour tenter les Démons ajustant bien leurs bas;

Delacroix, lac de sang hanté des mauvais anges,
Ombragé par un bois de sapin toujours vert,
Où, sous un ciel chagrin, des fanfares étranges
Passent, comme un soupir étouffé de Weber;

Ces malédictions, ces blasphèmes, ces plaintes,
Ces extases, ces cris, ces pleurs, ces Te Deum,
Sont un écho redit par mille labyrinthes;
C'est pour les cœurs mortels un divin opium.

C'est un cri répété par mille sentinelles,
Un ordre renvoyé par mille porte-voix;
C'est un phare allumé sur mille citadelles,
Un appel de chasseurs perdus dans les grands bois!

Car c'est vraiment, Seigneur, le meilleur témoignage
Que nous puissions donner de notre dignité
Que cet ardent sanglot qui roule d'âge en âge
Et vient mourir au bord de votre éternité!

Die käufliche Muse

O meine Muse, der Paläste Kind!
Wirst du, wenn erst der Winter hetzt die Raben,
Für deinen nackten Fuss ein Feuer haben
In trüber Schneenacht und bei eisigem Wind?

Willst du die marmorkalten Schultern laben
Am nächtigen Strahl, der durch die Läden rinnt?
Willst du, wenn leer dir Tasch' und Gaumen sind,
Verborgnes Gold aus blauen Höhlen graben ?

Allabendlich wird dich der Hunger zwingen,
Chorkindern gleich beim Weihrauchfass zu singen
Den Lobgesang, der deinen Schmerz verhöhnt,

Seiltänzern gleich wirst du zur Schau dich stellen.
Indes dein Lachen, darin Schreie gellen,
Des rohen Haufens Gier und Lüsten frönt.

LA MUSE VENALE

O Muse de mon cœur, amante des palais,
Auras-tu, quand Janvier lâchera ses Borées,
Durant les noirs ennuis des neigeuses soirées,
Un tison pour chauffer tes deux pieds violets?

Ranimeras-tu donc tes épaules marbrées
Aux nocturnes rayons qui percent les volets?
Sentant ta bourse à sec autant que ton palais,
Récolteras-tu l'or des voûtes azurées?

Il te faut, pour gagner ton pain de chaque soir,
Comme un enfant de choeur, jouer de l'encensoir,
Chantes des Te Deum auxquels tu ne crois guère,

Ou, saltimbanque à jeun, étaler les appas
Et ton rire trempé de pleurs qu'on ne voit pas,
Pour faire épanouir la rate du vulgaire.

Der Feind

Mein Kinderland war voll Gewittertagen,
Nur selten hat die Sonne mich gestreift,
Und so viel Bluten hat der Blitz zerschlagen,
Dass wenig Früchte nur mein Garten reift.

Nun kommt der Herbst, – ich muss zur Harke greifen,
Die Erde sammeln, die verwüstet schlief,
In die der Regen Risse grub und Streifen
Und manche Holde wie ein Grab so tief.

Doch ob den Blumen, die erhofft mein Träumen,
In dieses wild zerwühlten Ackers Räumen
Die Wundernahrung wird voll Glut und Kraft?

O Schmerz! die Zeit trinkt unsren Lebenssaft,
Der dunkle Feind, der uns am Herzen zehrt
Und sich von unsrem Blute stärkt und mehrt!

L'ENNEMI

Ma jeunesse ne fut qu'un ténébreux orage,
Traversé ça et là par de brillants soleils;
Le tonnerre et la pluie ont fait un tel ravage
Qu'il reste en mon jardin bien peu de fruits vermeils.

Voilà que j'ai touché l'automne des idées,
Et qu'il faut employer la pelle et les râteaux
Pour rassembler à neuf les terres inondées,
Où l'eau creuse des trous grands comme des tombeaux.

Et qui sait si les fleurs nouvelles que je rêve
Trouveront dans ce sol lavé comme une grève
Le mystique aliment qui ferait leur vigueur?

– O douleur! ô douleur! Le Temps mange la vie,
Et l'obscur Ennemi qui nous ronge le cœur
Du sang que nous perdons croît et se fortifie!

Das frühere Leben

Ich wohnte lang in weiter Hallen Schweigen,
Die abends in der Meeressonne Glut
Sich stolz erheben und zur blauen Flut
Sich gleich basaltnen Grotten niederneigen.

Das Meer, darauf des Himmels Abbild ruht,
Tönt feierlich beim Auf- und Niedersteigen,
Und der Akkorde übermächt'ger Reigen
Strömt in den Abend voller Gold und Blut.

Dort lebt' ich lang in dämmerstillem Lächeln,
Voll Wollust atmend Glanz und blaue Luft;
Die nackten Sklaven, ganz getaucht in Duft,

Sie mussten mir die müde Stirne fächeln,
Von einer einzigen Sorge nur beschwert,
Das Leid zu finden, das mein Herz verzehrt.

LA VIE ANTERIEURE

J'ai longtemps habité sous de vastes portiques
Que les soleils marins teignaient de mille feux,
Et que leurs grands piliers, droits et majestueux,
Rendaient pareils, le soir, aux grottes basaltiques.

Les houles, en roulant les images des cieux,
Mêlaient d'une façon solennelle et mystique
Les tout-puissants accords de leur riche musique
Aux couleurs du couchant reflété par mes yeux.

C'est là que j'ai vécu dans les voluptés calmes,
Au milieu de l'azur, des vagues, des splendeurs
Et des esclaves nus, tout imprégnés d'odeurs,

Qui me rafraîchissaient le front avec des palmes,
Et dont l'unique soin était d'approfondir
Le secret douloureux qui me faisait languir.

Zigeuner auf der Fahrt

Zum Aufbruch muss der Stamm der Zaubrer rüsten,
Glutäugig Volk. – Es schleppt der Weiber Schar
Bücklings die Kinder, reicht dem Säugling dar
Den stets bereiten Schatz aus braunen Brüsten.

Zu Fuss die Männer, deren Waffen flimmern,
Die Karren rollen langsam nebenher;
Und Aller Augen wandern sehnsuchtsschwer
Zum Himmel, wo die fernen Träume schimmern.

Sie ziehn vorbei, – und im Versteck die Grille
Singt doppeltlaut ihr Lied durch Morgenstille;
Die Erde, die sie liebt, vermehrt ihr Grün,

Lässt Felsen sprudeln, lässt die Wüste blühn
Für sie, die in der Zukunft dunkles Brauen
Wie in vertraute lichte Lande schauen.

BOHEMIENS EN VOYAGE

La tribu prophétique aux prunelles ardentes
Hier s'est mise en route, emportant ses petits
Sur son dos, ou livrant à leurs fiers appétits
Le trésor toujours prêt des mamelles pendantes.

Les hommes vont à pied sous leurs armes luisantes
Le long des chariots où les leurs sont blottis,
Promenant sur le ciel des yeux appesantis
Par le morne regret des chimères absentes.

Du fond de son réduit sablonneux, le grillon,
Les regardant passer, redouble sa chanson;
Cybèle, qui les aime, augmente ses verdures,

Fait couler le rocher et fleurir le désert
Devant ces voyageurs, pour lesquels est ouvert
L'empire familier des ténèbres futures.

Der Mensch und das Meer

Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft,
Dein Spiegel ist's. In seiner Wellen Mauer,
Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer,
In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft.

Du liebst es, zu versinken in dein Bild,
Mit Aug' und Armen willst du es umfassen,
Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen
In seinem Klageschrei, unzähmbar wild.

Ihr beide seid von heimlich finstrer Art.
Wer taucht, o Mensch, in deine letzten Tiefen,
Wer kennt die Perlen, die verborgen schliefen,
Die Schätze, die das neidische Meer bewahrt?

Und doch bekämpft ihr euch ohn' Unterlass
Jahrtausende in mitleidlosem Streiten,
Denn ihr liebt Blut und Tod und Grausamkeiten,
O wilde Ringer, ewiger Bruderhass!

L'HOMME ET LA MER

Homme libre, toujours tu chériras la mer!
La mer est ton miroir; tu contemples ton âme
Dans le déroulement infini de sa lame,
Et ton esprit n'est pas un gouffre moins amer.

Tu te plais à plonger au sein de ton image;
Tu l'embrasses des yeux et des bras, et ton cœur
Se distrait quelquefois de sa propre rumeur
Au bruit de cette plainte indomptable et sauvage.

Vous êtes tous les deux ténébreux et discrets,
Homme, nul n'a sondé le fond de tes abîmes;
O mer, nul ne connaît tes richesses intimes,
Tant vous êtes jaloux de garder vos secrets!

Et cependant voilà des siècles innombrables
Que vous vous combattez sans pitié ni remord,
Tellement vous aimez le carnage et la mort,
O lutteurs éternels, ô frères implacables!

Don Juan in der Unterwelt

Als Don Juan, den schwarzen Fluss erreichend,
Den Fährmann zahlte und bestieg das Schiff,
Ein finstrer Bettler, Antisthenes gleichend,
Mit starkem Rächerarm zum Ruder griff.

Laut stöhnend warfen sich die Frau'n zur Erde,
Mit schlaffen Brüsten und zerfetztem Kleid,
Wie Brüllen einer aufgescheuchten Herde
Klang ihr Geschrei, gedehnt, voll dumpfem Leid.

Sganarell heischte Lohn, sein Lachen schwirrte.
Indes Don Louis, die Greisenhand gereckt,
Der Totenschar, die an den Ufern irrte,
Den Sohn wies, der sein Haupt mit Schmach bedeckt.

Nah ihrem Gatten, fröstelnd, sass Elvire,
In ihrer Trauer aller Anmut bar,
Fleht' um das letzte Lächeln letzter Schwüre,
So süss und falsch wie jenes erste war. –

Ein grosser fremder Mann, in Stahl die Glieder,
Lenkte das Steuer, steinernen Gesichts.
Der bleiche Held beugte aufs Schwert sich nieder,
Betrachtete die Flut und weiter nichts.

DON JUAN AUX ENFERS

Quand don Juan descendit vers l'onde souterraine,
Et lorsqu'il eut donné son obole à Charon,
Un sombre mendiant, l'œil fier comme Antisthène,
D'un bras vengeur et fort saisit chaque aviron.

Montrant leurs seins pendants et leurs robes ouvertes,
Des femmes se tordaient sous le noir firmament,
Et, comme un grand troupeau de victimes offertes,
Derrière lui traînaient un long mugissement.

Sganarelle en riant lui réclamait ses gages,
Tandis que don Luis avec un doigt tremblant
Montrait à tous les morts errant sur les rivages
Le fils audacieux qui railla son front blanc.

Frissonnant sous son deuil, la chaste et maigre Elvire,
Près de l'époux perfide et qui fui son amant
Semblait lui réclamer un suprême sourire
Où brillât la douceur de son premier serment.

Tout droit dans son armure, un grand homme de pierre
Se tenait à la barre et coupait le flot noir;
Mais le calme héros, courbé sur sa rapière,
Regardait le sillage et ne daignait rien voir.

Züchtigung des Hochmuts

In jener alten Zeit, als noch Theologie
Eifrig betrieben ward voll Kraft und Energie,
Trug es sich zu, dass ein gar weiser, frommer Mann,
Der selbst die Lässigsten noch schlug in seinen Bann
Und sie der finstern Macht des Bösen abgerungen,
Zu weit auf jenem Weg, ihm selber fremd, gedrungen,
Der zu dem Himmelsglanz erhabner Wonnen führt,
Den nur die reinste Schar der Geisterwelt berührt,
Und schwindelnd, wahnerfasst, da er zu hoch gestiegen,
Satanischem Gelüst des Hochmuts musst' erliegen.
»Mir, kleiner Jesus, mir verdankst du deinen Ruhm,
Hätt' ich statt des enthüllt dein sündig Menschentum,
Müsst' deine Schmach so hoch wie jetzt die Ehre gelten,
Als Spott und Missgeburt durchirrtest du die Welten!«

In diesem Augenblick entfloh ihm der Verstand,
Ein schwarzer Flor sich um sein leuchtend Denken wand,
Das Chaos wirbelte durch seine kranke Seele,
Lebender Tempel einst voll Ordnung und ohn' Fehle,
Von dessen Dach gestrahlt der hellsten Lichter Pracht,
Auf ihn sank Schweigen jetzt und Finsternis und Nacht.
Ein Grabgewölb' zu dem den Schlüssel man verloren.
Von nun an ward er gleich den Tieren vor den Toren,
Und wenn er schwankend schlich durch lauter Gassen Flut,
Nicht fühlend Winterfrost, nicht fühlend Sommerglut,
Alt, schmutzig und verbraucht, mit blind' und tauben Mienen,
Musst' er der Kinder Spott als Ziel und Scheibe dienen.

CHATIMENT DE L'ORGUEIL

En ces temps merveilleux où la Théologie
Fleurit avec le plus de sève et d'énergie,
On raconte qu'un jour un docteur des plus grands
– Après avoir forcé les cœurs indifférents,
Les avoir remués dans leurs profondeurs noires;
Après avoir franchi vers les célestes gloires
Des chemins singuliers à lui-même inconnus,
Où les purs Esprits seuls peut-être étaient venus,
– Comme un homme monté trop haut, pris de panique,
S'écria, transporté d'un orgueil satanique:
«Jésus, petit Jésus! je t'ai poussé bien haut!
Mais, si j'avais voulu t'attaquer au défaut
De l'armure, ta honte égalerait ta gloire,
Et tu ne serais plus qu'un fœtus dérisoire!»

Immédiatement sa raison s'en alla.
L'éclat de ce soleil d'un crêpe se voila;
Tout le chaos roula dans cette intelligence,
Temple autrefois vivant, plein d'ordre et d'opulence.
Sous les plafonds duquel tant de pompe avait lui.
Le silence et la nuit s'installèrent en lui,
Comme dans un caveau dont la clef est perdue.
Dès lors il fut semblable aux bêtes de la rue,
Et, quand il s'en allait sans rien voir, à travers
Les champs, sans distinguer les étés des hivers,
Sale, inutile et laid comme une chose usée,
Il faisait des enfants la joie et la risée.

Die Schönheit

Schön bin ich, Sterbliche, ein Traum von Stein,
Mein Busen trieb euch oft in blutige Sünde,
Die Glut, die euren Dichtern ich entzünde,
Muss wie der Urstoff stumm und ewig sein.

Ich throne hoch in blauer Rätselpracht,
Kühl wie der Schnee, weiss wie das Kleid des Schwanen,
Ich hasse jedes Schwanken aus den Bahnen,
Ich habe nie geweint und nie gelacht.

Die Dichter, die mein stolzes Wesen lieben
– Fast scheint's von stolzen Bildern nur entlehnt –,
Vergebens sich in strengen Formeln üben,

Denn ihnen schenk' ich, was ihr Herz ersehnt:
Den reinen Spiegel, schönren Lebens Quelle,
Mein weites Aug', mein Aug' voll ewiger Helle.

LA BEAUTE

Je suis belle, ô mortels! comme un rêve de pierre,
Et mon sein, où chacun s'est meurtri tour à tour,
Est fait pour inspirer au poète un amour
Eternel et muet ainsi que la matière.

Je trône dans l'azur comme un sphinx incompris;
J'unis un cœur de neige à la blancheur des cygnes;
Je hais le mouvement qui déplace les lignes,
Et jamais je ne pleure et jamais je ne ris.

Les poètes, devant mes grandes attitudes.
Que j'ai l'air d'emprunter aux plus fiers monuments,
Consumeront leurs jours en d'austères études;

Car j'ai, pour fasciner ces dociles amants,
De purs miroirs qui font toutes choses plus belles:
Mes yeux, mes larges yeux aux clartés éternelles!

Das Ideal

Nie sind's die zarten Schönen der Vignetten,
Ärmliche Zeugnisse aus kranker Zeit,
Die mit verschnürtem Fuss, die Hand an Kastagnetten,
Ein Herz wie meins erfüllt mit Freudigkeit.

Lasst Gavarni die blut- und seelenlosen
Lispelnden Schönen aus dem Hospital!
Nicht eine dieser schwanken, bleichen Rosen
Gleicht meinem glutenroten Ideal.

Nein, für mein abgrundtiefes Herz erwähle
Ich, Lady Macbeth, dich, gewaltige Seele,
Äschlos' Traum, erblüht im nordischen Wind;

Und dich, erhabene Nacht, Buonarrotis Kind,
Die still in seltsam fremder Ruh' entfaltet
Die Reize, für Titanenmund gestaltet.

L'IDEAL

Ce ne seront jamais ces beautés de vignettes,
Produits avariés, nés d'un siècle vaurien,
Ces pieds à brodequins, ces doigts à castagnettes,
Qui sauront satisfaire un cœur comme le mien.

Je laisse, à Gavarni, poète des chloroses,
Soa troupeau gazouillant de beautés d'hôpital,
Car je ne puis trouver parmi ces pâles roses
Une fleur qui ressemble à mon rouge idéal.

Ce qu'il faut à ce cœur profond comme un abîme,
C'est vous, Lady Macbeth, âme puissante au crime,
Rêve d'Eschyle éclos au climat des autans;

Ou bien toi, grand Nuit, fille de Michel-Ange,
Qui tors paisiblement dans une pose étrange
Tes appas façonnés aux bouches des Titans!

Die Juwelen

Die Holde war ganz nackt, doch kennt den Liebsten sie
Und hatte sich geschmückt mit klingendem Geschmeide,
Des überreiche Pracht ihr sieghaft Aussehn lieh,
Maurischen Sklaven gleich in ihrem Feierkleide.

Wenn hell und spöttisch klirrt im Tanze Gold und Stein,
Und alles flimmernd sprüht von leuchtenden Juwelen,
Ergreift Verzückung mich, und bis zu Wut und Pein
Lieb' ich die Dinge, drin sich Klang und Licht vermählen.

Nun lag sie da, umglüht von zärtlichem Begehr,
Und lächelte voll Lust von ihres Diwans Kissen
Auf meine Liebe, die, anschwellend wie das Meer,
Aus nächtigen Tiefen stieg, zum Ufer hingerissen.

Die Blicke hielten mich wie ein gezähmtes Tier,
Unsicher, träumerisch bewegte sie die Glieder,
Und Kindlichkeit, vermischt mit Lüsternheit und Gier,
Goss neuen Zaubers Reiz auf jede Wandlung nieder;

Und all die Herrlichkeit, Schenkel und Arm und Bein,
Glänzend und schwanengleich in sanfter Biegung schwellen
Sah mein entzückter Blick, mein Auge klar und rein;
Die Brüste, Trauben, die an meinem Weinstock quellen,

Sie nahten schmeichlerisch, den bösen Engeln gleich,
Aus ihrer Ruhe mir die Seele aufzustören,
Und sie, die einsam thront im stillen, kühlen Reich
Auf dem kristallnen Fels, zu quälen und betören.

Ich glaubt' vereint zu sehen, was ich noch nie geschaut,
Antiopes Hüften und die Schultern eines Knaben,
Den kräftigen Gliedern und der fahlen, braunen Haut
Die duftigen Salben fremde Reize gaben!

Das Licht glomm langsam aus, ergab sich still dem Tod,
Nur vom Kamin der Schein flackerte hin und wieder,
Und immer, wenn die Glut aufseufzte, floss es rot,
Ein blutiger Strom, um ambrafarbne Glieder!

LES BIJOUX

La très chère était nue, et, connaissant mon cœur,
Elle n'avait gardé que ses bijoux sonores,
Dont le riche attirail lui donnait l'air vainqueur
Qu'ont dans leurs jours heureux les esclaves des Maures

Quand il jette en dansant son bruit vif et moqueur,
Ce monde rayonnant de métal et de pierre
Me ravit en extase, et j'aime avec fureur
Les choses où le son se mêle à la lumière.

Elle était donc couchée, et se laissait aimer,
Et du haut du divan elle souriait d'aise
A mon amour profond et doux comme la mer
Qui vers elle montait comme vers sa falaise.

Les yeux fixés sur moi, comme un tigre dompté,
D'un air vague et rêveur elle essayait des poses,
Et la candeur unie à la lubricité
Donnait un charme neuf à ses métamorphoses.

Et son bras et sa jambe, et sa cuisse et ses reins,
Polis comme de l'huile, onduleux comme un cygne,
Passaient devant mes yeux clairvoyants et sereins;
Et son ventre et ses seins, ces grappes de ma vigne

S'avançaient plus câlins que les anges du mal,
Pour troubler le repos où mon âme était mise,
Et pour la déranger du rocher de cristal,
Où calme et solitaire elle s'était assise.

Je croyais voir unis par un nouveau dessin
Les hanches de l'Antiope au buste d'un imberbe,
Tant sa taille faisait ressortir son bassin.
Sur ce teint fauve et brun le fard était superbe!

– Et la lampe s'étant résignée à mourir,
Comme le foyer seul illuminait la chambre,
Chaque fois qu'il poussait un flamboyant soupir,
Il inondait de sang cette peau couleur d'ambre!

Die Maske

Statue im Geschmack der Renaissance
Dem Bildhauer Ernest Christophe

Dies Kleinod sieh aus Florentiner Tagen;
Des Körpers weiche Biegung, darin Kraft
Und Anmut, holde Schwestern, sich vertragen,
Fürwahr, dies Frauenbild ist zauberhaft!
So göttlich derb, so zierlich zum Entzücken,
Erschaffen nur für Prunk und Leidenschaft,
Um Päpste oder Fürsten zu beglücken.

Sieh auch dies Lächeln fein und lasterhaft,
Drin Eitelkeit und Hochmut Feste feiern,
Den heimlich schwülen Blick, den Spott durchbricht,
Das zärtliche Gesicht, umrahmt von Schleiern,
Drin jede Miene wie ein Sieger spricht:
»Die Wollust ruft mich, Liebe wird mich krönen!'«
Hast du Verführung, Anmut je gesehen
So hold wie hier die Majestät verschönen?
Komm, lass uns rings um ihre Schönheit gehen!
O Lästerung der Kunst! O seltsam Grauen!
Muss ich dies göttergleiche Wesen hier
Als doppelköpfig Ungeheuer schauen?

Doch nein, nur Maske, trügerische Zier
Sind des erlesnen Antlitz lichte Züge;
Sieh her, das wahre Bild von Leid verzerrt,
Das krampfverzogne Antlitz, das die Lüge
So gleisnerisch dem Blick der Welt versperrt.
Du arme Schönheit! Wie mit lichten Wellen
Dein Tränenstrom sich in mein Herz ergiesst;
Dein Trug berauscht mich, und die Seele schwellen
Fühl' ich beim Leid, das deinem Aug' entfliesst.

Doch warum weint sie? So von Kraft getragen,
So schön, dass, wer sie sieht, in Andacht bebt,
Welch Leid kann ihre Götterbrust zernagen? –
Sie weint, o Tor, sie weint, weil sie gelebt!
Und weil sie noch lebt! Das lässt sie erbeben
Und schaudert fröstelnd durch die Glieder ihr,
Dass morgen sie und übermorgen leben,
Und immer, immer leben muss! – wie wir.

LE MASQUE

STATUE ALLÉGORIQUE DANS LE GOUT DE LA RENAISSANCE
A ERNEST CHRISTOPHE
STATUAIRE

Contemplons ce trésor de grâces florentines;
Dans l'ondulation de ce corps musculeux
L'Elégance et la Force abondent, sœurs divines.
Cette femme, morceau vraiment miraculeux,
Divinement robuste, adorablement mince,
Est faite pour trôner sur des lits somptueux,
Et charmer les loisirs d'un pontife ou d'un prince.

– Aussi, vois ce souris fin et voluptueux
Où la Fatuité promène son extase;
Ce long regard sournois, langoureux et moqueur;
Ce visage mignard, tout encadré de gaze,
Dont chaque trait nous dit avec un air vainqueur:
«La Volupté m'appelle et l'Amour me couronne!»
A cet être doué de tant de majesté
Vois quel charme excitant la gentillesse donne!
Approchons, et tournons autour de sa beauté.
O blasphème de l'art! ô surprise fatale!
La femme au corps divin, promettant le bonheur,
Par le haut se termine en monstre bicéphale!

Mais non! Ce n'est qu'un masque, un décor suborneur,
Ce visage éclairé d'une exquise grimace,
Et, regarde, voici, crispée atrocement,
La véritable tête, et la sincère face
Renversée à l'abri de la face qui ment.
– Pauvre grande beauté! le magnifique fleuve
De tes pleurs aboutit dans mon cœur soucieux;
Ton mensonge m'enivre, et mon âme s'abreuve
Aux flots que la Douleur fait jaillir de tes yeux!

– Mais pourquoi pleure-t-elle? Elle, beauté parfaite
Qui mettrait à ses pieds le genre humain vaincu,
Quel mal mystérieux ronge son flanc d'athlète?
– Elle pleure, insensé, parce qu'elle a vécu!
Et parce qu'elle vit! Mais ce qu'elle déplore
Surtout, ce qui la fait frémir jusqu'aux genoux,
C'est que demain, hélas! il faudra vivre encore!
Demain, après-demain et toujours! – comme nous!

Hymne an die Schönheit

Kommst du vom Himmel herab, entsteigst du den Schlünden?
Aus deines teuflischen, göttlichen Blickes Schein
Strömen in dunkler Verwirrung Tugend und Sünden,
Schönheit, und darin gleichst du berauschendem Wein.

Du trägst im Aug' der Sonne Sinken und Steigen,
Du birgst den Duft gewitterschwüler Nacht,
Deine Lippen sind leuchtende Schalen, und wenn sie sich neigen,
Haben sie Helden schwach und Kinder zu Helden gemacht.

Entfliehst du zum Abgrund, steigst auf du zu himmlischen Strahlen.
Der bezauberte Geist folgt hündisch der Spur deines Lichts!
Du schüttest nach Laune Freuden aus oder Qualen,
Beherrschst uns alle und verantwortest nichts.

Du trittst auf Leichen, Schönheit, und lachst unsrer Qualen,
Entsetzen umschmiegt deine Brust wie Juwelen und Gold,
Auf dem stolzen Leib seh' ich zärtlich tanzen und strahlen
Den Meuchelmord, kostbar Geschmeid, dem vor allem du hold.

Die scheuen Falter dein Leuchten, Kerze, umschweben,
Die Flamme segnend büssen sie ihr Gelüst,
So gleicht, wer sein Lieb umarmt mit Keuchen und Beben,
Dem Todgeweihten, der seine Bahre küsst.

Ob du vom Himmel kommst, ob aus nächtigen Orten,
Gleichviel, o Schönheit, dem Dämon, dem Kinde verwandt,
Öffnet dein Auge, dein Lächeln mir nur die Pforten
Des unendlichen Alls, das ich liebe, doch nimmer gekannt.

Von Gott oder Satan, Engel oder Sirene,
Gleichviel, nur gib mir, o Herrin, samtäugige Fee,
Du Wohlklang und Leuchten und Duft, dass verschönert ich wähne
Die hässliche Erde und leichter den Augenblick seh'.

HYMNE A LA BEAUTE

Viens-tu du ciel profond ou sors-tu de l'abîme,
O Beauté? Ton regard, infernal et divin,
Verse confusément le bienfait et le crime,
Et l'on peut pour cela te comparer au vin.
Tu contiens dans ton œil le couchant et l'aurore;

Tu répands des parfums comme un soir orageux;
Tes baisers sont un filtre et ta bouche une amphore
Qui font le héros lâche et l'enfant courageux.
Sors-tu du gouffre noir ou descends-tu des astres?

Le Destin charmé suit tes jupons comme un chien;
Tu sèmes au hasard la joie et les désastres,
Et tu gouvernes tout et ne réponds de rien.

Tu marches sur des morts. Beauté, dont tu te moques;
De tes bijoux l'Horreur n'est pas le moins charmant,
Et le Meurtre, parmi tes plus chères breloques,
Sur ton ventre orgueilleux danse amoureusement.

L'éphémère ébloui vole vers toi, chandelle,
Crépite, flambe et dit: Bénissons ce flambeau!
L'amoureux pantelant incliné sur sa belle
A l'air d'un moribond caressant son tombeau.

Que tu viennes du ciel ou de l'enfer, qu'importe,
O Beauté! monstre énorme, effrayant, ingénu!
Si ton œil, ton souris, ton pied, m'ouvrent la porte
D'un infini que j'aime et n'ai jamais connu?

De Satan ou de Dieu, qu'importe? Ange ou Sirène,
Qu'importé, si tu rends, – fée aux yeux de velours,
Rythme, parfum, lueur, ô mon unique reine! –
L'univers moins hideux et les instants moins lourds?

Das Haar

O Vlies des Wellen auf die Schultern fluten!
O Locken, schwer von müdem Wohlgeruch,
Erinnerungen, die da träumend ruhten,
Verzückung fühl' ich durch den Abend gluten,
Breit' ich die Locken wie ein wehend Tuch.

Asiens Schmachten, Afrikas Erglühen,
Die Ferne fühl' ich, längst verwehte Luft,
Duftenden Wald aus deinen Tiefen sprühen.
Mag Andrer Geist auf Tönen schwellend blühen,
Der meine, Liebe, schwimmt auf deinem Duft.

Dorthin, wo Baum und Mensch voll Saft und Leben
In Sonnenglut sich dehnt zu langer Rast,
Seid Flechten, Wellen mir und lasst mich schweben,
Meer, schwarz wie Ebenholz, du sollst mir weben
Den Traum von Segel, Flamme, Ruder, Mast.

Träumend will ich des Hafens Lärm durchschreiten,
Tief atmen will ich Duft und Ton und Licht,
Wo Wellen schwer wie Gold und Atlas gleiten,
Die mächtigen Schiffe ihre Arme breiten
Zur ewigen Glut, die brausend niederbricht.

Tief tauche ich mein Haupt von Liebe trunken,
Ins dunkle Meer, drin jenes andre ruht,
Mein Sinn, umschmeichelt und ins Spiel versunken,
Erkennt dich wieder, Trägheit, Lebensfunken,
Ewiges Wiegen lässig müder Flut.

Du bläulich Haar, Tempel voll Finsternissen,
Um mich gebreitet webst azurnen Raum,
Ich trink' auf weicher Locken flaumgem Kissen
Berauscht den Duft den süssen, Ungewissen
Von Bisam, Teer und Öl vom Kokosbaum.

Lang, immer werd' ich auf die schweren Strähnen
Rubinen streuen, Perlen, Saphirstein,
Dass nie du taub wirst meinem Wunsch und Sehnen,
Oase meiner Träume, meiner Tränen
Kelch, draus ich schlürfe der Erinnrung Wein.

LA CHEVELURE

O toison, moutonnant jusque sur l'encolure!
O boucles! O parfum chargé de nonchaloir!
Extase! Pour peupler ce soir l'alcôve obscure
Des souvenirs dormant dans cette chevelure,
Je la veux agiter dans l'air comme un mouchoir.

La langoureuse Asie et la brûlante Afrique,
Tout un monde lointain, absent, presque défunt,
Vit dans tes profondeurs, forêt aromatique!
Comme d'autres esprits voguent sur la musique,
Le mien, ô mon amour! nage sur ton parfum.

J'irai là-bas où l'arbre et l'homme, pleins de sève,
Se pâment longuement sous l'ardeur des climats;
Fortes tresses, soyez la houle qui m'enlève!
Tu contiens, mer d'ébène, un éblouissant rêve
De voiles, de rameurs, de flammes et de mâts:

Un port retentissant où mon âme peut boire
A grands flots le parfum, le son et la couleur;
Où les vaisseaux, glissant dans l'or et dans la moire,
Ouvrent leurs vastes bras pour embrasser la gloire
D'un ciel pur où frémit l'éternelle chaleur.

Je plongerai ma tête amoureuse d'ivresse
Dans ce noir océan où l'autre est enfermé;
Et mon esprit subtil que le roulis caresse
Saura vous retrouver, ô féconde paresse,
Infinis bercements du loisir embaumé!

Cheveux bleus, pavillon de ténèbres tendues,
Vous me rendez l'azur du ciel immense et rond;
Sur les bords duvetés de vos mèches tordues
Je m'enivre ardemment des senteurs confondues
De l'huile de coco, du musc et du goudron.

Longtemps! toujours! ma main dans ta crinière lourde
Sèmera le rubis, la perle et le saphir,
Afin qu'à mon, désir tu ne sois jamais sourde!
N'es-tu pas l'oasis où je rêve, et la gourde
Où je hume à longs traits le vin du souvenir?

So bete ich dich an

So bete ich dich an, wie nächtiger Wölbung Neigen,
Urne der Traurigkeit, o grosses, dunkles Schweigen,
Und liebe, Schöne, dich gleich heiss, ob du mich fliehst,
Ob du, Zierat der Nacht, durch meine Träume ziehst,
Um lächelnd und voll Spott endlose Kluft zu breiten,
Die meine Arme trennt von blauen Ewigkeiten.
Zum Angriff stürme ich, berenne, dringe vor
Wie an dem Leichnam klimmt der Würmer Schar empor,
Liebkos dich, grausam Tier. – Du höhnst mein Liebesmühen,
Doch deine Kälte lässt nur heisser mich erglühen.

 

Je t'adore à l'égal de la voûte nocturne,
O vase de tristesse, ô grande taciturne,
Et t'aime d'autant plus, belle, que tu me fuis,
Et que tu me parais, ornement de mes nuits,
Plus ironiquement accumuler les lieues
Qui séparent mes bras des immensités bleues.
Je m'avance à l'attaque, et je grimpe aux assauts,
Comme après un cadavre un chœur de vermisseaux,
Et je chéris, ô bête implacable et cruelle,
Jusqu'à cette froideur par où tu m'es plus belle!

Du locktest gern die Welt

Du locktest gern die Welt in deine Dirnengasse!
In dir ward Überdruss zur Grausamkeit, zum Hasse,
Und deiner Zähne Kraft übst du in Spiel und Scherz,
Zermalmend jeden Tag ein neues Menschenherz.
Der Augen Flackerglanz gleicht jenen falschen Strahlen,
Womit beim Festgepräng Schaubuden glitzernd prahlen,
Verlockend laut und frech mit der erborgten Pracht,
Nicht ahnend ihr Gesetz und ihrer Schönheit Macht.
Maschine blind und taub, zur Grausamkeit nur taugend,
Heilsames Werkzeug du, das Blut der Menschheit saugend,
Hat dich der Ekel nie ob deiner Schmach erfasst,
Sahst du vorm Spiegel nie, wie Reiz um Reiz verblasst?
Des Unheils Grösse, die du glaubtest zu durchschauen,
Hat niemals dich vermocht, zu wenden Qual und Grauen,
Wenn die Natur voll List im tief verborgnen Sinn
Dich ausersehn, o Weib, des Lasters Königin,
Aus dir, niedrig Geschöpf, den Genius zu gestalten –
O Grösse voller Schmutz! Schmachvoll erhabnes Walten!

 

Tu mettrais l'univers entier dans ta ruelle,
Femme impure! L'ennui rend ton âme cruelle.
Pour exercer tes dents à ce jeu singulier,
Il te faut chaque jour un cœur au râtelier.
Tes yeux, illuminés ainsi que des boutiques
Ou des ifs flamboyants dans les fêtes publiques,
Usent insolemment d'un pouvoir emprunté,
Sans connaître jamais la loi de leur beauté.
Machine aveugle et sourde en cruauté féconde!
Salutaire instrument, buveur du sang du monde,
Comment n'as-tu pas honte, et comment n'as-tu pas
Devant tous les miroirs vu pâlir tes appas?
La grandeur de ce mal où tu te crois savante
Ne t'a donc jamais fait reculer d'épouvante,
Quand la nature, grande en ses desseins cachés,
De toi se sert, ô femme, ô reine des péchés,
– De toi, vil animal, – pour pétrir un génie?
O  fangeuse grandeur, sublime ignominie!

SED NON SATIATA

Seltsame Gottheit, düster wie die Nacht,
Drin Moschus- und Havannaduft sich mischen,
Fremdartig Werk des Grossen, Zauberischen,
Hexe aus Ebenholz, Kind schwarzer Mitternacht.

Der Trank von deinem Mund hat süssen Opiums Macht.
Zu dir in Zügen langen, träumerischen
Die Wünsche ziehn. Dein schwarzes Aug' inzwischen
Stillt der Zisterne gleich den Durst, den es entfacht.

In diesen Augen, Seufzern deiner Seele,
O Mitleidlose, deine Flammen hehle;
Ich bin nicht Styx, dich neunmal zu umfahrn,

Und kann nicht gleichen, zügellose Dirne,
Zu brechen deine Kraft, zu bleichen deine Stirne
Im Schlamme deines Betts, Proserpinan.

SED NON SATIATA

Bizarre déité, brune comme les nuits,
Au parfum mélangé de musc et de havane,
Œuvre de quelque obi, le Faust de la savane,
Sorcière au flanc d'ébène, enfant des noirs minuits,

Je préfère au constance, à l'opium, au nuits,
L'élixir de ta bouche où l'amour se pavane;
Quand vers toi mes désirs partent en caravane,
Tes yeux sont la citerne où boivent mes ennuis.

Par ces deux grands yeux noirs, soupiraux de ton âme,
O démon sans pitié, verse-moi moins de flamme;
Je ne suis pas le Styx pour t'embrasser neuf fois,

Hélas! et je ne puis, Mégère libertine,
Pour briser ton courage et te mettre aux abois,
Dans l'enfer de ton lit devenir Proserpine!

In ihrem Kleid

In ihrem Kleid, das wie Perlmutter schimmert,
Scheint sie zu tanzen, selbst wenn sie nur geht,
Wie eine Schlange, die sich biegt und flimmert
Und auf des heiligen Gauklers Stab sich dreht.

Wie Wüstensand und Himmel unbekümmert
Um Menschenleid, das angstvoll ruft und fleht,
So wie die Welle, die den Damm zertrümmert,
Lebt sie dahin in träger Majestät.

Ihr Auge glänzt wie kaltes Mineral;
Und auf der Fremden und Geheimnisvollen,
In der sich Sphinx und Engel paaren wollen,

Die ganz aus Schimmer, Diamant und Stahl,
Liegt nutzlos funkelnd, wie ein Stern im Blauen,
Die kalte Hoheit unfruchtbarer Frauen.

 

Avec ses vêtements ondoyants et nacrés,
Même quand elle marche, on croirait qu'elle danse,
Comme ces longs serpents que les jongleurs sacrés
Au bout de leurs bâtons agitent en cadence.

Comme le sable morne et l'azur des déserts,
Insensibles tous deux à l'humaine souffrance,
Comme les longs réseaux de la houle des mers,
Elle se développe avec indifférence.

Ses yeux polis sont faits de minéraux charmants,
Et dans cette nature étrange et symbolique
Où l'ange inviolé se mêle au sphinx antique,

Où tout n'est qu'or, acier, lumière et diamants,
Resplendit à jamais, comme un astre inutile,
La froide majesté de la femme stérile.

Die Schlange, die tanzt

Holde Lässige, wie gerne
Dich mein Auge schaut,
Wenn gleich einem schwanken Sterne
Schillert deine Haut.

Auf des Haares weichen Schwellen,
Hauchend herb und lau,
Schweifend Meer voll duftger Wellen,
Wogend schwarz und blau

Zieht, wie nach des Winds Befehle
Schifflein ohne Ruh,
Meine träumerische Seele
Fernen Himmeln zu.

Ach, in deinen Augen schimmert
Nichts was herb noch hold,
Kalt Geschmeid, das frostig flimmert,
Stahl vermischt mit Gold.

Und dein Schreiten rhythmisch wiegend
Stolz und frei und schön
Mahnt an Schlangen, die sich biegend
Auf dem Stabe drehn.

Unter deiner Trägheit Bürde
Wiegst so zärtlich weich
Du dein kindlich Haupt voll Würde,
Jungen Tieren gleich.

Und du streckst dich, neigst dich wieder
Gleich dem Schiff, das ruht;
Und nur leise auf und nieder
Schaukelt mit der Flut.

Wie die Welle an der Klippen
Eisumstarrten Strand
Spült die Feuchte deiner Lippen
An der Zähne Rand.

Und ich trinke Feuerweine,
Bitter, stark wie Erz,
Himmel, die mit Sternenscheine
Überstreun mein Herz!

LE SERPENT QUI DANSE

Que j'aime voir, chère indolente,
    De ton corps si beau,
Comme une étoile vacillante,
    Miroiter la peau!

Sur ta chevelure profonde
    Aux âcres parfums,
Mer odorante et vagabonde
    Aux flots bleus et bruns.

Comme un navire qui s'éveille
    Au vent du matin,
Mon âme rêveuse appareille
    Pour un ciel lointain.

Tes yeux, où rien ne se révèle
    De doux ni d'amer,
Sont deux bijoux froids où se mêle
    L'or avec le fer.

A te voir marcher en cadence,
    Belle d'abandon,
On dirait un serpent qui danse
    Au bout d'un bâton;

Sous le fardeau de ta paresse
    Ta tête d'enfant
Se balance avec la mollesse
    D'un jeune éléphant,

Et son corps se penche et s'allonge
    Comme un fin vaisseau
Qui roule bord sur bord, et plonge
    Ses vergues dans l'eau.

Comme un flot grossi par la fonte
    Des glaciers grondants,
Quand l'eau de ta bouche remonte
    Au bord de tes dents,

Je crois boire un vin de Bohême,
    Amer et vainqueur,
Un ciel liquide qui parsème
    D'étoiles mon cœur!

Ein Aas

Denkst du daran, mein Lieb, was jenen Sommermorgen
       Wir sahn im Sonnenschein?
Es war ein schändlich Aas, am Wegrand kaum geborgen
       Auf Sand und Kieselstein.

Die Beine hochgestreckt nach Art lüsterner Frauen,
       Von heissen Giften voll
Liess es ganz ohne Scham und frech den Leib uns schauen,
       Dem ekler Dunst entquoll.

Die Sonne brannte so auf dies verfaulte Leben,
       Als koche sie es gar
Und wolle der Natur in hundert Teilen geben,
       Was sie als eins gebar.

Der Himmel blickte still auf dies Gefaule nieder,
       Wie er auf Blumen schaut.
So furchtbar war der Dunst, dir schauderten die Glieder
       Von Ekel wild durchgraut.

Die Fliegen hörten wir summend das Aas umstreichen
       Und sahn das schwarze Heer
Der Larven dichtgedrängt den faulen Leib beschleichen,
       Wie ein dickflüssig Meer.

Und alles stieg und fiel aufsprudelnd, vorwärtsquellend
       Nach Meereswogen Art,
Fast schien's, als ob dem Leib, von fremdem Leben schwellend,
       Tausendfach Leben ward.

Und seltsame Musik drang uns von da entgegen,
       Wie Wind und Wasser singt,
Wie Korn, das in dem Sieb mit rhythmischem Bewegen
       Die Hand des Landmanns schwingt.

Die Formen ausgelöscht wie Träume und Legenden,
       Entwürfe stümperhaft,
Die halbverwischt die Hand des Künstlers muss vollenden
       Aus der Erinnrung Kraft.

Und eine Hündin lief unruhig dort hinterm Steine,
       Uns traf ihr böser Blick,
Erspähend den Moment, zu reissen vom Gebeine
       Das aufgegebne Stück. –

Und doch wirst einstmals du dem grausen Schmutz hier gleichen,
       Dem Kehricht ekelhaft,
Du meiner Augen Licht, du Sonne ohnegleichen,
       Stern meiner Leidenschaft.

Ja, so wirst du dereinst, o Königin der Güte,
       Nach letzter Ölung sein,
Wenn du verwesend liegst tief unter Gras und Blüte
       Bei schimmelndem Gebein.

Dann, Schönheit, sag' dem Wurm, der dich zerfleischt mit Küssen,
       Wie treu ich sie gewahrt
Die Göttlichkeit des Wesens, das zersetzt, zerrissen
       Von meiner Liebe ward.

UNE CHAROGNE

Rappelez-vous l'objet que nous vîmes, mon âme,
    Ce beau matin d'été si doux:
Au détour d'un sentier une charogne infâme
    Sur un lit semé de cailloux,

Les jambes en l'air, comme une femme lubrique,
    Brûlante et suant les poisons,
Ouvrait d'une façon nonchalante et cynique
    Son ventre plein d'exhalaisons.

Le soleil rayonnait sur cette pourriture,
    Comme afin de la cuire à point,
Et de rendre au centuple à la grande Nature
    Tout ce qu'ensemble elle avait joint.

Et le ciel regardait la carcasse superbe
    Comme une fleur s'épanouir;
La puanteur était si forte que sur l'herbe
    Vous crûtes vous évanouir.

Les mouches bourdonnaient sur ce ventre putride,
    D'où sortaient de noirs bataillons
De larves qui coulaient comme un épais liquide
    Le long de ces vivants haillons.

Tout cela descendait, montait comme une vague,
    Où s'élançait en pétillant;
On eût dit que le corps, enflé d'un souffle vague,
    Vivait en se multipliant.

Et ce monde rendait une étrange musique
    Comme l'eau courante et le vent,
Ou le grain qu'un vanneur d'un mouvement rythmique
    Agite et tourne dans son van.

Les formes s'effaçaient et n'étaient plus qu'un rêve,
    Une ébauche lente à venir
Sur la toile oubliée, et que l'artiste achève
    Seulement par le souvenir.

Derrière les rochers une chienne inquiète
    Nous regardait d'un œil fâché,
Epiant le moment de reprendre au squelette
    Le morceau qu'elle avait lâché.

– Et pourtant vous serez semblable à cette ordure,
    A cette horrible infection,
Etoile de mes yeux, soleil de ma nature,
    Vous, mon ange et ma passion!

Oui! telle vous serez, ô la reine des grâces,
    Après les derniers sacrements,
Quand vous irez sous l'herbe et les floraisons grasses,
    Moisir parmi les ossements.

Alors, ô ma beauté, dites à la vermine
    Qui vous mangera de baisers,
Que j'ai gardé la forme et l'essence divine
    De mes amours décomposés!

DE PROFUNDIS CLAMAVI

Zu dir, du Einzige, soll mein Ruf erschallen
Aus tiefster Nacht, darin mein Herz versank.
Hier ist die Luft wie Blei, die Erde krank,
Und Fluch und Schauder durch das Dunkel wallen.

Sechs Monde schwebt die Sonne kalt und fahl,
Sechs Monde sind von eisiger Nacht umsponnen,
Es grünt kein Baum, kein Strauch, es rauscht kein Bronnen,
Auf Erden ist kein Land so tot und kahl.

Und nichts auf dieser Erde weit und breit
Gleicht jener kalten Sonne Grausamkeit,
Dem Chaos dieser ungeheuren Nacht.

Das niedre Tier selbst meinen Neid entfacht,
Dem dumpf in Schlaf gewälzt der Tag vergeht,
Wenn langsam sich der Zeiten Spindel dreht.

DE PROFUNDIS CLAMAVI

J'implore ta pitié. Toi, l'unique que j'aime,
Du fond du gouffre obscur où mon cœur est tombé.
C'est un univers morne à l'horizon plombé,
Où nagent dans la nuit l'horreur et le blasphème;

Un soleil sans chaleur plane au-dessus six mois,
Et les six autres mois la nuit couvre la terre;
C'est un pays plus nu que la terre polaire;
Ni bêtes, ni ruisseaux, ni verdure, ni bois!

Or il n'est d'horreur au monde qui surpasse
La froide cruauté de ce soleil de glace
Et cette immense nuit semblable au vieux Chaos;

Je jalouse le sort des plus vils animaux
Qui peuvent se plonger dans un sommeil stupide,
Tant l'écheveau du temps lentement se dévide!

Der Vampir

Die du wie des Messers kalter Stoss
In mein jammernd Herze bist gefahren,
Die du stark bist wie Dämonenscharen
Und im tollen Rausch erbarmungslos,

Die in meinem Geist schwach und gering
Eingenistet sich und eingebettet,
Schändliche, an die ich festgekettet
Wie der Sträfling an den Eisenring!

Wie der Spieler seiner tollen Sucht,
Wie der Trinker der Begierde Krallen,
Wie der Leichnam ist dem Wurm verfallen,
So verfiel ich dir, o sei verflucht!

Oft rief ich das rasche Schwert herbei,
Dass es mir die Freiheit neu erringe,
Und ich bat das falsche Gift, es bringe
Mir Erlösung aus der Tyrannei.

Doch verächtlich hat das rasche Schwert,
Hat das falsche Gift zu mir gesprochen:
»So hat dich die Sklaverei zerbrochen,
Dass du nimmer der Erhebung wert.

Tor und Schwächling, selbst wenn unsre Kraft
Dir Erlösung von der Schmach gegeben,
Würde deiner Küsse Leidenschaft
Deines Vampirs Leichnam neu beleben.

LE VAMPIRE

Toi qui, comme un coup de couteau.
Dans mon cœur plaintif est entrée;
Toi qui, forte comme un troupeau
De démons, vins, folle et parée,

De mon esprit humilié
Faire ton lit et ton domaine.
– Infâme à qui je suis lié
Comme le forçat à la chaîne,

Comme au jeu le joueur têtu,
Comme à la bouteille l'ivrogne,
Comme aux vermines la charogne,
– Maudite, maudite sois-tu!

J'ai prié le glaive rapide
De conquérir ma liberté,
Et j'ai dit au poison perfide
De secourir ma lâcheté.

Hélas! le poison et le glaive
M'ont pris en dédain et m'ont dit:
«Tu n'es pas digne qu'on t'enlève
A ton esclavage maudit,

Imbécile! – de son empire
Si nos efforts te délivraient,
Tes baisers ressusciteraient
Le cadavre de ton vampire!»

Lethe

Komm Grausame, nach der ich mich verzehre,
Komm schöner Tiger, der so lässig schleicht,
Wehr nicht der Hand, die zitternd dich umstreicht
Und wühlt in deines Haares üppiger Schwere.

In deiner Röcke duftig weicher Flut
Will ich, mein Haupt begrabend, still versinken
Und will wie Duft aus welken Blumen trinken
Den faden Hauch erstorbener Liebesglut.

Und schlafen will ich! Nicht mehr leben müssen!
In einem Schlummer wie der Tod so weich
Will deine Glieder, glatt und seidengleich,
Ich überstreun mit reuelosen Küssen.

Die wohligen Seufzer zu ersticken, kann
Nichts mit dem Abgrund deines Betts sich messen,
Auf deinem Mund wohnt mächtiges Vergessen,
Und Lethes Flut aus deinen Küssen rann.

Hinfort lass' vom Geschick ich blind mich führen
Voll Lust, als wär's mein vorbestimmtes Amt,
Fügsamer Märtyrer, schuldlos verdammt,
Dem Glut und Inbrunst noch die Qualen schüren,

Und will, um zu ertränken meinen Schmerz,
Das Opium und des guten Schierlings Laugen
Von dieser Brust der wunderbaren saugen,
Die nie umschlossen hielt ein Menschenherz.

LE LETHE

Viens sur mon cœur, âme cruelle et sourde,
Tigre adoré, monstre aux airs indolents;
Je veux longtemps plonger mes doigts tremblants
Dans l'épaisseur de ta crinière lourde;

Dans tes jupons remplis de ton parfum
Ensevelir ma tête endolorie,
Et respirer, comme une fleur flétrie,
Le doux relent de mon amour défunt.

Je veux dormir! dormir plutôt que vivre!
Dans un sommeil, douteux comme la mort,
J'étalerai mes baisers sans remord
Sur ton beau corps poli comme le cuivre.

Pour engloutir mes sanglots apaisés
Rien ne me vaut l'abîme de ta couche;
L'oubli puissant habite sur ta bouche,
Et le Léthé coule dans tes baisers.

A mon destin, désormais mon délice,
J'obéirai comme un prédestiné;
Martyr docile, innocent condamné,
Dont la ferveur attise le supplice,

Je sucerai, pour noyer ma rancœur,
Le népenthès et la bonne ciguë
Aux bouts charmants de cette gorge aiguë
Qui n'a jamais emprisonné de cœur.

Als ich bei einer Jüdin lag

Als ich bei einer Jüdin lag zur Nacht,
Ein Leichnam bei dem andern hingebreitet,
Hab' ich bei ihr, die hässlich, irrgeleitet,
Der düstern Schönen meines Traums gedacht.

Ich sah des Heimatlandes stolze Pracht,
Den ernsten Blick, drin Kraft und Anmut streitet,
Das Haar, das wie ein duftiger Helm sich spreitet
Und beim Gedanken schon mein Blut entfacht.

Voll Inbrunst hätte ich umhüllt den Leib
Vom Fuss bis zu der schwarzen Wellen Fluten
Mit meinen Zärtlichkeiten, meinen Gluten,

Hätt' einmal, grausam königliches Weib,
Einmal die Träne dir im Aug' gefunkelt,
Die dieses Sterns eiskalten Glanz verdunkelt.

 

Une nuit que j'étais près d'une affreuse Juive,
Comme au long d'un cadavre un cadavre étendu,
Je me pris à songer près de ce corps vendu
A la triste beauté dont mon désir se prive.

Je me représentai sa majesté native,
Son regard de vigueur et de grâces armé,
Ses cheveux qui lui font un casque parfumé,
Et dont le souvenir pour l'amour me ravive.

Car j'eusse avec ferveur baisé ton noble corps,
Et depuis tes pieds frais jusqu'à tes noires tresses
Déroulé le trésor des profondes caresses,

Si, quelque soir, d'un pleur obtenu sans effort
Tu pouvais seulement, ô reine des cruelles,
Obscurcir la splendeur de tes froides prunelles.

Totenreue

Senkt man dich, schöne Düstre, einst hinab,
Und schläfst du unterm schwarzen Marmorstein,
Und nennst auf dieser Erde nichts mehr dein
Als jene finstre Höhle, die dein Grab,

Und drückt der schwere Stein, den man dir gab,
Den Busen dir, die Hüften schlank und fein,
Dämmt er des Herzens Schlag und Willen ein,
Grenzt er den Abenteurerweg dir ab,

Dann spricht das Grab, dem ich mein Leid vertraut,
Zu dir in langer, schlummerloser Nacht:
Das Grab versteht des Dichters Schmerzenslaut

»Was nützt's, du Törin, dass du nie bedacht,
Was weinend Tote noch im Grab beklagen?«
Wie Reue wird der Wurm am Fleisch dir nagen.

REMORDS POSTHUME

Lorsque tu dormiras, ma belle ténébreuse,
Au fond d'un monument construit en marbre noir,
Et lorsque tu n'auras pour alcôve et manoir
Qu'un caveau pluvieux et qu'une fosse creuse;

Quand la pierre, opprimant ta poitrine peureuse
Et tes flancs qu'assouplit un charmant nonchaloir,
Empêchera ton cœur de battre et de vouloir,
Et tes pieds de courir leur course aventureuse,

Le tombeau, confident de mon rêve infini,
– Car le tombeau toujours comprendra le poète, –
Durant ces longues nuits d'où le somme est banni,

Te dira: «Que vous sert, courtisane imparfaite,
De n'avoir pas connu ce que pleurent les morts?»
– Et le ver rongera ta peau comme un remords.

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still
An mein Herz, halt zurück deine Kralle.
In dein Auge ich träumend versinken will,
Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht
Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,
Das knisternde Fell dir tastend umstreicht
Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh' ich sie. Und ihres Blickes Strahl
Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,
Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl' ich zitternd streichen,
Gefährlich süssen Hauch, der gluterfüllt
Den braunen Leib von Kopf zu Fuss umhüllt.

LE CHAT

Viens, mon beau chat, sur mon cœur amoureux:
    Retiens les griffes de ta patte,
Et laisse-moi plonger dans tes beaux yeux,
    Mêlés de métal et d'agate.

Lorsque mes doigts caressent à loisir
    Ta tête et ton dos élastique,
Et que ma main s'enivre du plaisir
    De palper ton corps électrique,

Je vois ma femme en esprit; son regard,
    Comme le tien, aimable bête,
Profond et froid, coupe et fend comme un dard.

    Et, des pieds jusques à la tête,
Un air subtil, un dangereux parfum
    Nagent autour de son corps brun.

Der Balkon

Du, der Erinnrung Quell, du Frau der Frauen,
Die all mein Leid und all mein Glück gebracht!
Kannst du im Geist die Freuden neu erbauen,
Des Herdes Süssigkeit, den Rausch der Nacht?
Du, der Erinnrung Quell, du Frau der Frauen.

In stillen Nächten bei der Kohle Glut,
Auf dem Balkon, vom rosigen Duft umgeben,
Wie war dein Busen süss, dein Herz mir gut,
Wir tauschten Worte, ewig wie das Leben,
In stillen Nächten bei der Kohle Glut!

An heissen Abenden wie schön die Sonne!
Der Raum so tief! Das Herz voll Kraft und Mut!
Ich neigte mich zu dir, o Königin der Wonne,
Und trank den Duft, den Duft von deinem Blut, –
An heissen Abenden wie schön die Sonne!

Dann sank die Welt in nächt'ge Dunkelheit,
Mein Auge suchte deins. Die Nacht ward stummer,
Ich trank dein Atmen, Gift voll Süssigkeit,
In meinen Bruderhänden lag dein Schlummer,
Dann sank die Welt in nächt'ge Dunkelheit.

Ich kann sie wecken, jene holden Zeiten,
Da all mein Glück in deinem Schoss geruht,
Denn wer kann wehmutvollre Lust bereiten,
Als es dein Leib, dein sanftes Herze tut?
Ich kann sie wecken, jene holden Zeiten.

Ihr Schwüre, Düfte, Küsse steigt hervor,
Steigt aus dem tiefen Abgrund meiner Qualen,
Wie Sonnen, die aus Meeresgrund empor
Zum Firmament in junger Schönheit strahlen ;
Ihr Schwüre, Düfte, Küsse steigt hervor!

LE BALCON

Mère des souvenirs, maîtresse des maîtresses,
O toi, tous mes plaisirs, ô toi, tous mes devoirs!
Tu te rappelleras la beauté des caresses,
La douceur du foyer et le charme des soirs,
Mère des souvenirs, maîtresse des maîtresses!

Les soirs illuminés par l'ardeur du charbon,
Et les soirs au balcon, voilés de vapeurs roses;
Que ton sein m'était doux! que ton cœur m'était bon!
Nous avons dit souvent d'impérissables choses
Les soirs illuminés par l'ardeur du charbon.

Que les soleils sont beaux dans les chaudes soirées!
Que l'espace est profond! que le cœur est puissant!
En me penchant vers toi, reine des adorées,
Je croyais respirer le parfum de ton sang.
Que les soleils sont beaux dans les chaudes soirées!

La nuit s'épaississait ainsi qu'une cloison,
Et mes yeux dans le noir devinaient tes prunelles
Et je buvais ton souffle, ô douceur, ô poison!
Et tes pieds s'endormaient dans mes mains fraternelles,
La nuit s'épaississait ainsi qu'une cloison.

Je sais l'art d'évoquer les minutes heureuses,
Et revis mon passé blotti dans tes genoux.
Car à quoi bon chercher tes beautés langoureuses
Ailleurs qu'en ton cher corps et qu'en ton cœur si doux?
Je sais l'art d'évoquer les minutes heureuses!

Ces serments, ces parfums, ces baisers infinis,
Renaîtront-ils d'un gouffre interdit à nos sondes,
Comme montent au ciel les soleils rajeunis
Après s'être lacés au fond des mers profondes!
– O serments! ô parfums! ô baisers infinis!

Der Besessene

Die Sonne ward vom schwarzen Flor umhüllt.
O meines Lebens Mond verlösch die Strahlen;
Umwölk' dich, schlummre ein, verstumm' in Qualen
Und sink ins Leere tief und leider füllt:

So lieb' ich dich. Doch bist du heut gewillt,
Ein neuer Stern aus Schatten, neblig fahlen,
Mit deinem Glanz vor Toren hell zu prahlen,
So funkle Dolch, dein Sehnen sei gestillt!

Entflamme deinen Blick an tausend Kerzen!
Entflamme Gier in tausend rohen Herzen!
Wild oder matt, nur Lust kann dir entblühn;

Sei, was du willst, sei Nacht, sei rosiges Glühn;
All meine Fibern fühl ich nach dir beben:
Mein König Belzebub dein ist mein Leben!

LE POSSEDE

Le soleil s'est couvert d'un crêpe. Comme lui,
O Lune de ma vie! emmitoufle-toi d'ombre;
Dors ou fume à ton gré; sois muette, sois sombre,
Et plonge tout entière au gouffre de l'Ennui;

Je t'aime ainsi! Pourtant, si tu veux aujourd'hui,
Comme un astre éclipsé qui sort de la pénombre,
Te pavaner aux lieux que la Folie encombre,
C'est bien! Charmant poignard, jaillis de ton étui!

Allume ta prunelle à la flamme des lustres!
Allume le désir dans les regards des rustres!
Tout de toi m'est plaisir, morbide ou pétulant;

Sois ce que tu voudras, nuit noire, rouge aurore;
Il n'est pas une fibre en tout mon corps tremblant
Qui ne crie: O mon cher Belzébuth, je t'adore!

Eine Erscheinung

I

Die Finsternisse

In Höhlen unerforschter Traurigkeit,
Wohin mich die Geschicke feindlich stiessen,
Wo niemals rosige Strahlen sich ergiessen,
Wo nur die mürrische Nacht mir Freundschaft leiht,

Bin ich ein Maler, den ein Gott im Scherz
Verdammt zu malen, ach! in dieser Wüste;
Bin ich ein Koch voll grausiger Gelüste,
Ich siede und verzehr' mein eignes Herz.

Nur manchmal strahlt und wächst aus tiefer Nacht
Ein Wesen, das aus Glanz und Duft gedichtet;
Wenn in des Ostens träumerischer Pracht

Es sich zu ganzer Höhe aufgerichtet,
Hab' ich das holde Rätsel schnell enthüllt:
Sie ist es! Dunkel, und doch glanzerfüllt.

UN FANTOME

I

LES TÉNÉBRES

Dans les caveaux d'insondable tristesse
Où le Destin m'a déjà relégué;
Où jamais n'entre un rayon rosé et gai;
Où, seul avec la Nuit, maussade hôtesse,

Je suis comme un peintre qu'un Dieu moqueur
Condamne à peindre, hélas! sur les ténèbres;
Où, cuisinier aux appétits funèbres,
Je fais bouillir et je mange mon cœur,

Par instants brille, et s'allonge, et s'étale
Un spectre fait de grâce et de splendeur:
A sa rêveuse allure orientale,

Quand il atteint sa totale grandeur,
Je reconnais ma belle visiteuse:
C'est Elle! sombre et pourtant lumineuse.

II

Der Duft

Hast du, mein Leser, je nach Schwelgerart
Inbrünstiglich und langsam eingesogen
Den Weihrauchduft im dunkeln Kirchenbogen,
Den Moschushauch, den treu ein Kissen wahrt?

O zaubrisch tiefer Reiz, in dessen Wogen
Vergangenheit und Gegenwart sich paart,
Wie wenn der Freund Erinnrungsblüten zart
Um der Geliebten schlanken Leib gezogen.

Denn ihrem schweren Haar, das knisternd flammt,
Schwellendes Kissen mir und Weihrauchschale,
Entströmt der wilde Hauch, der brünstig fahle,

Aus ihrer Kleider Musselin und Samt,
Durchtränkt von ihrer Jugend, Düfte steigen,
Wie sie dem Fell der jungen Tiere eigen.

II

LE PARFUM

Lecteur, as-tu quelquefois respiré
Avec ivresse et lente gourmandise
Ce grain d'encens qui remplit une église,
Ou d'un sachet le musc invétéré?

Charme profond, magique, dont nous grise
Dans le présent le passé restauré!
Ainsi l'amant sur un corps adoré
Du souvenir cueille la fleur exquise.

De ses cheveux élastiques et lourds,
Vivant sachet, encensoir de l'alcôve,
Une senteur montait, sauvage et fauve,

Et des habits, mousseline ou velours,
Tout imprégnés de sa jeunesse pure,
Se dégageait un parfum de fourrure.

III

Der Rahmen

Wie schmückt ein schöner Rahmen das Gemälde!
Sei es von noch so hochberühmter Hand
Er gibt ihm seltsam reizvolles Gewand,
Da aus dem All er es erlösend wählte.

So war's, als ob Juwel und Gold vermählte
Sich ihrer seltnen Schönheit wie ein Band,
Das, nie verdunkelnd, ihren Glanz umwand,
Verzierung nur, daraus ihr Reiz sich schälte.

Sie glaubte, dass das All sie lieben müsse
Und tauchte fast erstickend in die Küsse,
Mit denen sie der seidne Pfühl umschmiegt.

Ihr schöner, nackter Leib, stets in Erregung,
Bot wild und sanft den Zauber der Bewegung,
Der in dem Spiel der jungen Tiere liegt.

III

LE CADRE

Comme un beau cadre ajoute à la peinture,
Bien qu'elle soit d'un pinceau très vanté,
Je ne sais quoi d'étrange et d'enchanté
En l'isolant de l'immense nature.

Ainsi bijoux, meubles, métaux, dorure,
S'adaptaient juste à sa rare beauté;
Rien n'offusquait sa parfaite clarté,
Et tout semblait lui servir de bordure.

Même on eût dit parfois qu'elle croyait
Que tout voulait l'aimer; elle noyait
Dans les baisers du satin et du linge

Son beau corps nu, plein de frissonnements,
Et, lente ou brusque, en tous ses mouvements,
Montrait la grâce enfantine du singe.

IV

IV

Das Bild

Krankheit und Tod verlöschten längst die Funken
Des Feuers, das uns lohend einst umfing,
Der Augen Leuchten sanft und liebestrunken
Und jenen Mund, an dem mein Herz verging.

Was blieb von unsrer Küsse mächtigen Schauern,
von der Verzückung Rausch so stark und wild?
Ach meine arme Seele, du magst trauern!
Nichts blieb zurück, als ein verwischtes Bild,

Das stirbt wie ich, in Einsamkeit verborgen,
Und das die Zeit, der Greis voll böser Gunst,
Mit rauher Schwinge streift an jedem Morgen ...

Du düstrer Feind des Lebens und der Kunst,
Du sollst mir niemals im Gedächtnis morden
Sie, die mein Glück war, die mein Ruhm geworden!

LE PORTRAIT

La Maladie et la Mort font des cendres
De tout le feu qui pour nous flamboya.
De ces grands yeux si fervents et si tendres,
De cette bouche où mon cœur se noya,

De ces baisers puissants comme un dictame,
De ces transports plus vifs que des rayons.
Que reste-t-il? C'est affreux, ô mon âme!
Rien qu'un dessin fort pâle, aux trois crayons,

Qui, comme moi, meurt dans la solitude,
Et que le Temps, injurieux vieillard,
Chaque jour frotte avec son aile rude...

Noir assassin de la Vie et de l'Art,
Tu ne tueras jamais dans ma mémoire
Celle qui fut mon plaisir et ma gloire!

Dir dieses Lied

Dir dieses Lied, wenn meines Namens Klang
An ferner Zeiten bleichen Strand getragen
Und abends Menschen träumen macht und klagen,
Ein glückhaft Schiff, das aus dem Norden drang,

Dass dann dein Name, gleich verwehten Sagen,
Den Leser quält, wie müder Trommelsang,
Und ewig du durch tief geheimen Zwang
In meiner stolzen Reime Netz geschlagen.

Verwünschtes Wesen, dem im Weltbereich,
In Höhn und Tiefen nur ich selber gleich,
O Schatten, dessen Spuren schnell vernichtet,

Du trittst in Staub mit leichtem Fuss und Herz
Das blöde Volk, das dich zu streng gerichtet,
Steinäugig Götterbild, die Stirn aus Erz!

 

Je te donne ces vers afin que, si mon nom
Aborde heureusement aux époques lointaines
Et fait rêver un soir les cervelles humaines,
Vaisseau favorisé par un grand aquilon,

Ta mémoire, pareille aux fables incertaines,
Fatigue le lecteur ainsi qu'un tympanon,
Et par un fraternel et mystique chaînon
Reste comme pendue à mes rimes hautaines;

Etre maudit à qui de l'abîme profond
Jusqu'au plus haut du ciel rien, hors moi, ne répond;
– O toi qui, comme une ombre à la trace éphémère,

Foules d'un pied léger et d'un regard serein
Les stupides mortels qui t'ont jugée amère,
Statue aux yeux de jais, grand ange au front d'airain!

SEMPER EADEM

»Woher« fragst du, »dies seltsam fremde Sorgen,
Dies Leid, das in dir schwillt wie Meeresflut?«
Ach, wenn das Herz die reife Frucht geborgen,
Wird Leben Qual, – Wir wissend allzu gut.

Das ist kein Rätsel voller Dunkelheiten,
Ein einfach Leid nur, das sich drängt zum Licht.
Drum schweige, Liebste, such' nicht Heimlichkeiten,
Ist auch die Stimme sanft, o frage nicht!

Frag' nicht, du Törin, Herz voll Klang und Beben,
Lächelnder Mund! – Viel stärker als das Leben
Hält uns der Tod in seinem Netz umfasst.

Lass, lass mich Rausch aus einer Lüge trinken,
In deines Blicks traumseliger Nacht versinken,
Gib mir im Schatten deiner Wimpern Rast.

SEMPER EADEM

«D'où vous vient, disiez-vous, cette tristesse étrange,
Montant comme la mer sur le roc noir et nu?»
– Quand notre cœur a fait une fois sa vendange,
Vivre est un mal! C'est un secret de tous connu,

Une douleur très simple et non mystérieuse,
Et, comme votre joie, éclatante pour tous.
Cessez donc de chercher, ô belle curieuse!
Et, bien que votre voix soit douce, taisez-vous!

Taisez-vous, ignorante! âme toujours ravie!
Bouche au rire enfantin! Plus encore que la Vie,
La Mort nous tient souvent par des liens subtils.

Laissez, laissez mon cœur s'enivrer d'un mensonge,
Plonger dans vos beaux yeux comme dans un beau songe,
Et sommeiller longtemps à l'ombre de vos cils!

Ganz und Gar

Der Böse trat heut in mein Zimmer
Und fragt', mich zu versuchen, schlau:
»Von all dem Reiz, von all dem Schimmer,
Der wogt um die geliebte Frau,

Von all den schwarz und rosigen Dingen,
Die hold berauschen deinen Sinn,
Draus ihres Wesens Zauber klingen,
Was nimmt dich wohl am stärksten hin?

Was ist das schönste?« – Meine Seele
Zu dem Verworfnen also sprach:
»An ihr ist alles ohne Fehle,
Es steht kein Reiz dem andern nach.

Da alles hold, warum mich sorgen,
Was mich am meisten glücklich macht?
Sie leuchtet wie der rosige Morgen
Und tröstet wie die dunkle Nacht.

Die Harmonie ist so erlesen,
Die Leib und Seele hält in Bann,
Dass man ihr zart melodisch Wesen
Nicht in Akkorde lösen kann.

Seltsam geheimnisvolles Weben,
Das meine Sinne wirrt und eint,
Durch ihre Stimme Düfte schweben,
Ihr Atem Klang und Wohllaut scheint.«

TOUT ENTIERE

Le Démon, dans ma chambre haute,
Ce matin est venu me voir,
Et, tâchant à me prendre en faute,
Me dit: «Je voudrais bien savoir,

Parmi toutes les belles choses
Dont est fait son enchantement,
Parmi les objets noirs ou roses
Qui composent son corps charmant,

Quel est le plus doux.» – O mon âme!
Tu répondis à l'Abhorré:
«Puisqu'en elle tout est dictame,
Rien ne peut être préféré.

Lorsque tout me ravit, j'ignore
Si quelque chose me séduit.
Elle éblouit comme l'Aurore
Et console comme la Nuit;

Et l'harmonie est trop exquise,
Qui gouverne tout son beau corps,
Pour que l'impuissante analyse
En note les nombreux accords.

O métamorphose mystique
De tous mes sens fondus en un!
Son haleine fait la musique,
Comme sa voix fait le parfum!»

Was sagst du heute abend

Was sagst du heute abend, arme Seele,
Was sagst du Herz, schon fast verwelkt, verblüht,
Der schönen, holden Göttin ohne Fehle,
Ihr, deren Blick belebend dich durchglüht?

All unser Stolz ist ja, ihr Lob zu singen,
In deren Dienst die müde Seele ruht,
Um ihren Leib sich Himmelsdüfte schwingen,
Ihr Aug' umkleidet uns mit lichter Glut.

Mag ich zur Nacht im Zimmer stumm, allein,
Auf lautem Markt im Volksgedränge sein,
Ihr Geist umschwebt mich hell wie eine Sonne

Und flüstert: »Ich bin Glanz aus lichten Höhn,
Um meinetwillen liebe nur was schön,
Denn ich bin Schutzgeist, Muse und Madonne.«

 

Que diras-tu ce soir, pauvre âme solitaire,
Que diras-tu, mon cœur, cœur autrefois flétri,
A la très belle, à la très bonne, à la très chère,
Dont le regard divin t'a soudain refleuri?

– Nous mettrons noire orgueil à chanter ses louanges,
Rien ne vaut la douceur de son autorité;
Sa chair spirituelle a le parfum des Anges,
Et son œil nous revêt d'un habit de clarté.

Que ce soit dans la nuit et dans la solitude.
Que ce soit dans la rue et dans la multitude;
Son fantôme dans l'air danse comme un flambeau.

Parfois il parle et dit: «Je suis belle, et j'ordonne
Que pour l'amour de moi vous n'aimiez que le Beau.
Je suis l'Ange gardien, la Muse et la Madone.»

An sie, die allzufroh

Dein Haupt, dein Blick, dein Gang
Sind schön wie die schönsten Auen,
Wie frischer Wind im Blauen
Spielt Lachen dir um Augen, Mund und Wang

Der Gram, der dein Auge feuchtet,
An jener Kraft zerbricht,
Die hell wie klares Licht
Von deinen Armen, deinen Schultern leuchtet.

Die Farben in grellem Glanz,
Die dein Gewand bedecken,
In Dichters Geist erwecken.
Ein Bild von lieblich leichtem Blumentanz.

Die tollen Kleider passen
Zur Tollheit, deren Macht
Mich so zum Narren macht,
Dass ich dich glühend lieben muss und hassen.

Oft wenn im lichten Park
Ich schleppe meine Qualen,
Fühl' ich die Sonnenstrahlen
Wie Hohn mir brennen tief in Hirn und Mark.

So schwer ins Herz mich trafen
Des Frühlings Glanz und Glut,
Dass ich in heisser Wut
Auf Blumen schlug, um die Natur zu strafen.

So möcht' ich einst zur Nacht,
Wenn der Wollust Stunden klingen,
Zu deinen Schätzen dringen,
Ein Feigling zu dir kriechen stumm und sacht.

Dich züchtigen, du Gesunde,
Zerpressen deine Brust,
Ins blühende Fleisch voll Lust
Dir schlagen eine breite, tiefe Wunde.

Und – Wollust unerhört! –
Durch dieser Lippen Reine
Giess' ich das süsse, feine,
Mein schändlich Gift, das, Schwester, dich zerstört.

A CELLE QUI EST TROP GAIE

Ta tête, ton geste, ton air
Sont beaux comme un beau paysage;
Le rire joue en ton visage
Comme un vent frais dans un ciel clair.

Le passant chagrin que tu frôles
Est ébloui par la santé
Qui jaillit comme une clarté
De tes bras et de tes épaules.

Les retentissantes couleurs
Dont tu parsèmes tes toilettes
Jettent dans l'esprit des poètes
L'image d'un ballet de fleurs.

Ces robes folles sont l'emblème
De ton esprit bariolé;
Folle dont je suis affolé,
Je te hais autant que je t'aime!

Quelquefois dans un beau jardin,
Où je traînais mon atonie,
J'ai senti comme une ironie
Le soleil déchirer mon sein;

Et le printemps et la verdure
Ont tant humilié mon cœur
Que j'ai puni sur une fleur
L'insolence de la nature.

Ainsi, je voudrais, une nuit,
Quand l'heure des voluptés sonne,
Vers les trésors de ta personne
Comme un lâche ramper sans bruit,

Pour châtier ta chair joyeuse,
Pour meurtrir ton sein pardonné,
Et faire à ton flanc étonné
Une blessure large et creuse,

Et, vertigineuse douceur!
A travers ces lèvres nouvelles,
Plus éclatantes et plus belles,
T'infuser mon venin, ma soeur!

Geständnis

Einmal, nur einmal war's in dunkler Stunde,
Dein weicher Arm hielt meinen Arm umfasst.
(Nie ist auf meiner Seele finstrem Grunde,
Du Liebe, Süsse, dieser Tag verblasst.)

Spät war's der Mond hing an dem Himmelsdome,
Ein goldnes Schaustück auf dem dunklen Fries,
Und feierlich gleich einem weiten Strome
Durchrann die Nacht das schlafende Paris.

Aus dunklem Torweg, längs der Häuser schleichend
Huschte der Katzen weich verstohlener Tritt,
Wachsamen Ohres, lieben Schatten gleichend
Verfolgten sie uns langsam Schritt für Schritt.

Und plötzlich durch das tief vertraute Schweigen,
Das uns in dieser bleichen Nacht erblüht,
Hört' ich ein Seufzen deiner Brust entsteigen,
Dem reinen Instrument, drin Frohsinn sprüht.

Das sonst wie eine freudige Fanfare
Heiter und hell ertönt im Morgenstrahl,
Aus ihm entfloh der fremde, sonderbare,
Zitternde Seufzer voll verhaltener Qual,

Gleich einem Kind, missraten und voll Tücken,
Das seiner Eltern Haupt mit Schmach bedeckt,
Und das sie vor der Welt schmähsüchtigen Blicken
In einer dunklen Höhle tief versteckt.

Du armer Engel, so sang deine Klage:
»Gibt's denn auf Erden Treue, die nicht bricht?
Ach, immer, welche Maske sie auch trage,
Schaun wir der Selbstsucht in das Angesicht.

Kein leichtes Los, das Los der schönen Frauen,
Die leere Mühsal einer Tänzerin,
Die sinnlos lächelt und in Todesgrauen
Noch immer lächelt starr und ohne Sinn.

An Andrer Herz zu klopfen, wie vermessen!
Alles zerbröckelt, Glück und Jugendzeit,
Bis mit der grossen Schaufel das Vergessen
Die Scherben sammelt für die Ewigkeit!«

Oft weck' ich jene bleichen Mondesstrahlen,
Die warme Stille, die kein Hauch bewegt,
Und das Geständnis, das du unter Qualen
Am Beichtstuhl eines Herzens abgelegt.

CONFESSION

Une fois, une seule, aimable et douce femme,
    A mon bras votre bras poli
S'appuya (sur le fond ténébreux de mon âme
    Ce souvenir n'est point pâli).

Il était tard; ainsi qu'une médaille neuve
    La pleine lune s'étalait,
Et la solennité de la nuit, comme un fleuve,
    Sur Paris dormant ruisselait.

Et le long des maisons, sous les portes cochères,
    Des chats passaient furtivement,
L'oreille au guet, ou bien, comme des ombres chères,
    Nous accompagnaient lentement.

Tout à coup, au milieu de l'intimité libre
    Eclose à la pâle clarté,
De vous, riche et sonore instrument où ne vibre
    Que la radieuse gaîté,

De vous, claire et joyeuse ainsi qu'une fanfare
    Dans le matin étincelant,
Une note plaintive, une note bizarre
    S'échappa, tout en chancelant.

Comme une enfant chétive, horrible, sombre, immonde
    Dont sa famille rougirait,
Et qu'elle aurait longtemps, pour la cacher au monde,
    Dans un caveau mise au secret!

Pauvre ange, elle chantait, votre note criarde:
    «Que rien ici-bas n'est certain,
Et que toujours, avec quelque soin qu'il se farde,
    Se trahit l'égoïsme humain;

Que c'est un dur métier que d'être belle femme,
    Et que c'est le travail banal
De la danseuse folle et froide qui se pâme
    Dans un sourire machinal;

Que bâtir sur les cœurs est une chose sotte,
    Que tout craque, amour et beauté,
Jusqu'à ce que l'Oubli les jette dans sa hotte
Pour les rendre à l'Eternité!»

J'ai souvent évoqué cette lune enchantée,
    Ce silence et cette langueur,
Et cette confidence horrible chuchotée
    Au confessionnal du cœur.

Das Flakon

So starke Düfte gibt's, dass sie den Stoff bezwingen,
Mit ihrer feinen Kraft Glas und Kristall durchdringen.
Ein Kästchen öffnest du aus fernem Morgenland,
Des Schloss nur knirschend weicht in mürrischem Widerstand,

Vielleicht auch einen Schrein in längst verlassnen Räumen
Voll schwerer Moderluft, drin Staub und Spinnweb träumen,
Da liegt ein alt Flakon, das deiner sich entsinnt,
Draus eine Seele strömt und sprudelnd überrinnt.

Schmetterlingspuppen gleich tausend Gedanken schliefen,
Sanft schauernd wie im Traum in Nächten schweren, tiefen,
Nun bebt ihr Flügelpaar, hebt sie zu Flug und Tanz,
Gold und azurgefärbt und spiegelnd rosigen Glanz.

Erinnerung flattert auf, berauschend, giftdurchdrungen,
Die Augen schliessest du, Schwindel hält dich umschlungen
Und stösst mit wildem Arm dich hart und unbeugsam
In eine finstre Schlucht voll Unrat, Gift und Schlamm;

In tausendjährige Gruft wirft er die Seele nieder,
Wo Lazarus, erwacht, regt die gespenstigen Glieder,
Zerreissend sein Gewand, voll Glut und wilder Kraft
Uralter Liebe denkt, vermodert, leichenhaft.

So, wenn ich längst entschwand aus menschlichem Gedenken
In einem finstern Schrein, darein sie mich versenken,
Ein alt verstaubt Flakon, des keiner mehr bedarf,
Das man zerstört, beschmutzt achtlos beiseite warf,

Dann, holder Höllenduft, will ich dein Sarg auf Erden
Und deiner Schädlichkeit Beweis und Zeugnis werden,
Du liebes Gift, gemischt nach himmlischem Gebot,
Du Saft, der an mir nagt, mein Leben und mein Tod!

LE FLACON

Il est de forts parfums pour qui toute matière
Est poreuse. On dirait qu'ils pénètrent le verre.
En ouvrant un coffret venu de l'orient
Dont la serrure grince et rechigne en criant,

Ou dans une maison déserte quelque armoire
Pleine de l'âcre odeur des temps, poudreuse et noire,
Parfois on trouve un vieux flacon qui se souvient,
D'où jaillit toute vive une âme qui revient.

Mille pensers dormaient, chrysalides funèbres,
Frémissant doucement dans tes lourdes ténèbres,
Qui dégagent leur aile et prennent leur essor,
Teintés d'azur, glacés de rose, lamés d'or.

Voilà le souvenir enivrant qui voltige
Dans l'air troublé; les yeux se ferment; le Vertige
Saisit l'âme vaincue et la pousse à deux mains
Vers un gouffre obscurci de miasmes humains;

Il la terrasse au bord d'un gouffre séculaire,
Où, Lazare odorant déchirant son suaire,
Se meut dans son réveil le cadavre spectral
D'un vieil amour ranci, charmant et sépulcral.

Ainsi, quand je serai perdu dans la mémoire
Des hommes, dans le coin d'une sinistre armoire;
Quand on m'aura jeté, vieux flacon désolé,
Décrépit, poudreux, sale, abject, visqueux, fêlé,

Je serai ton cercueil, aimable pestilence!
Le témoin de ta force et de ta virulence,
Cher poison préparé par les anges! liqueur
Qui me ronge, ô la vie et la mort de mon cœur!

Das Gift

Der Wein verwandelt oft die schmutzigsten Spelunken
           In Schlösser voller Märchenpracht,
Und Säulenhallen er vor uns erstehen macht
           Aus rotem Dunst und goldnen Funken,
Wie eine Sonne, die versinkt in Nebelnacht.

Das Opium weitet aus, was ohne Grenz' und Schranken,
           Es dehnt die Unermesslichkeit,
Es höhlt der Wollust Rausch, vertieft das Meer der Zeit,
           Und mit Genüssen, schwarzen, kranken
Macht es die Seele übervoll und weit.

Nichts aber gleicht dem Gift aus deinen grünen Augen,
           Den tiefen Seen, drin gramerfüllt,
Verzerrt und zitternd malt sich meiner Seele Bild,
           Aus denen durstige Träume saugen
Die tiefe Bitternis, die Qualen weckt und stillt.

Nichts aber gleicht dem Gift, dem Gift von deinem Munde,
           Das in mir wühlt und mich verzehrt,
Die Reue tötet und schamlos Vergessen lehrt,
           Den Wahnsinn träufelt in die Wunde
Und mit dem irren Geist taumelnd zur Hölle fährt.

LE POISON

Le vin sait revêtir le plus sordide bouge
    D'un luxe miraculeux,
Et fait surgir plus d'un portique fabuleux
    Dans l'or de sa vapeur rouge,
Comme un soleil couchant dans un ciel nébuleux.

L'opium agrandit ce qui n'a pas de bornes,
    Allonge l'illimité,
Approfondit le temps, creuse la volupté,
    Et de plaisirs noirs et mornes
Remplit l'âme au delà de sa capacité.

Tout cela ne vaut pas le poison qui découle
    De tes yeux, de tes yeux verts,
Lacs où mon âme tremble et se voit à l'envers...
    Mes songes viennent en foule
Pour se désaltérer à ces gouffres amers.

Tout cela ne vaut pas le terrible prodige
    De ta salive qui mord,
Qui plonge dans l'oubli mon âme sans remord,
    Et, charriant le vertige,
La roule défaillante aux rives de la mort!

Die Katze

I

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Ton vernimmt man kaum,

So zart und heimlich ist ihr leis Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die wie schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heisser Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel liess nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

II

Und ihrem weichen Fell, das braun und fahl,
Entsteigt ein Hauch, so süss die Sinne labend,
Dass ich davon durchduftet bin am Abend,
Berührt ich's streichelnd nur ein einzig Mal.

Von je des Orts vertrauter Geist gewesen,
Herrscht sie und richtet und beseelt zugleich
Ein jedes Ding in ihrem weiten Reich;
Ein Feenkind vielleicht, ein göttlich Wesen.

Und wenn mein Blick, magnetisch hingelenkt
Zu jener Katze, die beherrscht mein Sinnen,
Sich wieder wendet, fügsam, ohn Entrinnen
Und still in ihren Anblick sich versenkt,

Dann seh' ich staunend und im Tiefsten schauernd,
Dass ihre Augensterne feurig fahl,
Leuchtfeuern gleich und lebendem Opal,
Mich unverwandt betrachten, still und lauernd.

LE CHAT

I

Dans ma cervelle se promène
Ainsi qu'en son appartement,
Un beau chat, fort, doux et charmant,
Quand il miaule, on l'entend à peine,

Tant son timbre est tendre et discret;
Mais que sa voix s'apaise ou gronde,
Elle est toujours riche et profonde.
C'est là son charme et son secret.

Cette voix, qui perle et qui filtre
Dans mon fond le plus ténébreux,
Me remplit comme un vers nombreux
Et me réjouit comme un philtre.

Elle endort les plus cruels maux
Et contient toutes les extases;
Pour dire les plus longues phrases,
Elle n'a pas besoin de mots.

Non, il n'est pas d'archet qui morde
Sur mon cœur, parfait instrument,
Et fasse plus royalement
Chanter sa plus vibrante corde

Que ta voix, chat mystérieux,
Chat séraphique, chat étrange,
En qui tout est, comme un ange,
Aussi subtil qu'harmonieux.

II

De sa fourrure blonde et brune
Sort un parfum si doux, qu'un soir
J'en fus embaumé, pour l'avoir
Caressée une fois, rien qu'une.

C'est l'esprit familier du lieu;
Il juge, il préside, il inspire
Toutes choses dans son empire;
Peut-être est-il fée, est-il dieu?

Quand mes yeux, vers ce chat que j'aime
Tirés comme par un aimant,
Se retournent docilement,
Et que je regarde en moi-même,

Je vois avec étonnement
Le feu de ses prunelles pâles,
Clairs fanaux, vivantes opales,
Qui me contemplent fixement.

Das schöne Schiff

Ich will dir schildern, du mein hold Entzücken,
Die Reize all, die deine Jugend schmücken,
Will malen deiner Schönheit Art,
Darin sich Kindlichkeit mit stolzer Reife paart.

Wenn leis im Wind die weiten Röcke wehen
Glaub ich, ein Schiff in hoher Fahrt zu sehen,
Das segelschwer die Flut durchfliegt,
In sanftem Takt sich träg und weich und lässig wiegt.

Auf deinem runden Hals, den stolze Schultern tragen,
Seh ich dein schönes Haupt in fremder Anmut ragen;
Voll Sanftmut und doch stolzgesinnt
Gehst deines Weges du, ein majestätisch Kind.

Ich will dir schildern, du mein hold Entzücken,
Die Reize all, die deine Jugend schmücken,
Will malen deiner Schönheit Art,
Darin sich Kindlichkeit mit stolzer Reife paart.

Dein Busen, der sich dehnt, die Seide strafft, die feine,
Gleicht einem köstlichen und schöngeformten Schreine,
Auf dessen Wölbung klar und licht
Wie auf metallnem Schild der Sonne Glanz sich bricht.

Verlockend Schilderpaar, bewehrt mit rosigen Spitzen!
Schrein, der voll Heimlichkeit viel Holdes muss beschützen,
Duft, Spezerei und dunklen Wein,
Draus süsser Taumel strömt in Herz und Hirn hinein!

Wenn leis im Wind die weiten Röcke weiten,
Glaub ich, ein Schiff in hoher Fahrt zu sehen,
Das segelschwer die Flut durchfliegt,
In sanftem Takt sich träg und weich und lässig wiegt.

Die edlen Beine, die des Kleides Falten jagen,
Erwecken dumpfe Lust und dumpfer Wünsche Plagen,
Zwei Zauberschwestern sind es traun,
Die schwarzen Liebestrank in tiefer Schale braun.

Die Arme könnten leicht mit jungen Riesen ringen,
Schimmernden Schlangen gleich, die stark und weich umschlingen,
Gemacht, den Liebsten wie mit Erz
Zu schmieden an die Brust, zu pressen in das Herz.

Auf deinem runden Hals, den stolze Schultern tragen,
Seh ich dein schönes Haupt in fremder Anmut ragen,
voll Sanftmut und doch stolzgesinnt
Gehst deines Weges du, ein majestätisch Kind.

LE BEAU NAVIRE

Je veux te raconter, ô molle enchanteresse,
Les diverses beautés qui parent ta jeunesse;
    Je veux te peindre ta beauté
Où l'enfance s'allie à la maturité.

Quand tu vas balayant l'air de ta jupe large,
Tu fais l'effet d'un beau vaisseau qui prend le large,
    Chargé de toile, et va roulant
Suivant un rythme doux, et paresseux, et lent.

Sur ton cou large et rond, sur tes épaules grasses,
Ta tête se pavane avec d'étranges grâces;
    D'un air placide et triomphant
Tu passes ton chemin, majestueuse enfant.

Je veux te raconter, ô molle enchanteresse,
Les diverses beautés qui parent ta jeunesse;
    Je veux te peindre ta beauté
Où l'enfance s'allie à la maturité.

Ta gorge qui s'avance et qui pousse la moire,
Ta gorge triomphante est une belle armoire
    Dont les panneaux bombés et clairs
Comme les boucliers accrochent des éclairs;

Boucliers provoquants, armés de pointes roses!
Armoire à doux secrets, pleine de bonnes choses,
    De vins, de parfums, de liqueurs
Qui feraient délirer les cerveaux et les cœurs!

Quand tu vas balayant l'air de ta jupe large,
Tu fais l'effet d'un beau vaisseau qui prend le large,
    Chargé de toile, et va roulant
Suivant un rythme doux, et paresseux, et lent.

Tes nobles jambes sons les volants qu'elles chassent,
Tourmentent les désirs obscurs et les agacent
    Comme deux sorcières qui font
Tourner un philtre noir dans un vase profond.

Tes bras qui se joueraient des précoces hercules
Sont des boas luisants les solides émules,
    Faits pour serrer obstinément,
Comme pour l'imprimer dans ton cœur, ton amant.

Sur ton cou large et rond, sur tes épaules grasses,
Ta tête se pavane avec d'étranches grâces;
    D'un air placide et triomphant
Tu passes ton chemin, majestueuse enfant.

Das Unsühnbare

I

Kann ich der alten Reue je entweichen,
Die stets geschäftig, klammernd mich umschlingt,
Sich von mir nährt, so wie der Wurm von Leichen,
Wie eine Raupe, die den Eichbaum zwingt?
Kann ich der alten Reue je entweichen?

Wo ist der Saft, der Wein, der Leidbeschwörer,
Drin wir ertränken unsren alten Feind,
Der dirnengleich gefrässiger Zerstörer,
Ameisengleich geduldiger Nager scheint?
Wo ist der Saft, der Wein, der Leidbeschwörer?

Sag's, Zauberin, wenn du den Trost gefunden,
O sag's der Seele, angst- und qualbeschwert,
Dem Sterbenden, erdrückt von Todeswunden,
Auf den der Pferde Huf hernieder fährt,
Sags, schöne Zaubrin, wenn du Trost gefunden;

Sag's dem Gefallnen, den der Wolf schon wittert,
Um den die wilden Raben krächzend schrein,
Dem Krieger, der in letzten Qualen zittert
Um einen Sarg und einen Leichenstein;
Sag's dem Gefallnen, den der Wolf schon wittert!

Der Himmel, schwarz wie Pech, erhellt sich nimmer,
Und nie zerreisst das Dunkel schwer und fahl,
Das ohne Morgen, ohne Abendschimmer
Und ohne Stern und finstern Wetterstrahl,
Der Himmel, schwarz wie Pech, erhellt sich nimmer.

Einst strahlte Hoffnung von der Gasthausschwelle,
Sie ist verlöscht, – in tiefer Finsternis
Blind tastend suchen wir des Obdachs Stelle
Auf wilder Wege Qual und Bitternis.
Der Böse hat verlöscht die Gasthausschwelle.

Geliebte Zaubrin, liebst du die Verfluchten,
Kennst du der unsühnbaren Dinge Spiel,
Der Reue Pfeil, den giftigen, verruchten,
Dem unser Herz als Scheibe dient und. Ziel?
Geliebte Zaubrin, liebst du die Verfluchten?

Das Unsühnbare nagt mit blindem Wüten
An unsrer Seele schwachem Monument
Und unterwühlt den Grund, wie die Termiten
Zerstören der Gebäude Fundament.
Das Unsühnbare nagt mit blindem Wüten.

II

Auf einer Bühne hab ich einst gesehen
Die Fee, umwogt von dunkler Töne Flut,
Durch einen gottverlassnen Himmel gehen,
Und Morgen flammte auf in roter Glut.
Auf einer Bühne hab ich einst gesehen

Das Wesen, das aus Licht und Gold gewebt,
Und sah vor ihr des Satans Kunst verwehen.
Doch dies, mein Herz, drin nie Verzückung bebt,
Die Bühne ist's, wo wir umsonst erflehen,
Immer umsonst die Fee, die leuchtend schwebt.

L'IRREPARABLE

I

Pouvons-nous étouffer le vieux, le long Remords,
    Qui vit, s'agite et se tortille,
Et se nourrit de nous comme le ver des morts,
    Comme du chêne la chenille?
Pouvons-nous étouffer l'implacable Remords?

Dans quel philtre, dans quel vin, dans quelle tisane
    Noierons-nous ce vieil ennemi,
Destructeur et gourmand comme la courtisane,
    Patient comme la fourmi?
Dans quel philtre? – dans quel vin? – dans quelle tisane?

Dis-le, belle sorcière, oh! dis, si tu le sais,
    A cet esprit comblé d'angoisse
Et pareil au mourant qu'écrasent les blessés,
    Que le sabot du cheval froisse,
Dis-le, belle sorcière, oh! dis, si tu le sais,

A cet agonisant que le loup déjà flaire
    Et que surveille le corbeau,
A ce soldat brisé, s'il faut qu'il désespère
    D'avoir sa croix et son tombeau;
Ce pauvre agonisant que le loup déjà flaire!

Peut-on illuminer un ciel bourbeux et noir?
    Peut-on déchirer des ténèbres
Plus denses que la poix, sans matin et sans soir,
    Sans astres, sans éclairs funèbres?
Peut-on illuminer un ciel bourbeux et noir?

L'Espérance qui brille aux carreaux de l'Auberge
    Est souillée, est morte à jamais!
Sans lune et sans rayons trouver où l'on héberge
    Les martyrs d'un chemin mauvais!
Le Diable a tout éteint aux carreaux de l'Auberge!

Adorable sorcière, aimes-tu les damnés!
    Dis, connais-tu l'irrémissible?
Connais-tu le Remords, aux traits empoisonnés,
    A qui notre cœur sert de cible?
Adorable sorcière, aimes-tu les damnés?

L'irréparable ronge avec sa dent maudite
    Notre âme, piteux monument,
Et souvent il attaque, ainsi que le termite,
    Par la base le bâtiment.
L'irréparable ronge avec sa dent maudite!

II

J'ai vu parfois, au fond d'un théâtre banal
    Qu'enflammait l'orchestre sonore,
Une fée allumer dans un ciel infernal
    Une miraculeuse aurore;
J'ai vu parfois au fond d'un théâtre banal

Un être qui n'était que lumière, or et gaze,
    Terrasser l'énorme Satan
Mais mon cœur, que jamais ne visite l'extase
    Est un théâtre où l'on attend
Toujours, toujours en vain, l'Etre aux ailes de gaze!

Plauderei

Du bist der Schein rotgoldnen Herbsteslichts,
Allein in mir schwillt wie ein Meer das Leid
Und lässt, rückflutend, müder Lippe nichts,
Als Nachgeschmack von Schlamm und Bitterkeit.

Du streifst die Brust mir. – Ach, ein holder Wahn!
Verwüstet liegt, was deine Hand erheischt,
Zerrissen durch der Weiber wilden Zahn;
Du suchst mein Herz, – die Bestie hat's zerfleischt.

Ein Tempel bin ich, den das Volk geschändet,
Verzweiflung, Tod und Taumel herrscht darin –
Welch warmen Duft dein nackter Busen spendet!

Du willst es, Schönheit, Seelenquälerin!
Mit deinem Blick, dem strahlend sieggewohnten,
Verbrenn die Fetzen, die die Bestien schonten!

CAUSERIE

Vous êtes un beau ciel d'automne, clair et rose!
Mais la tristesse en moi monte comme la mer,
Et laisse, en refluant, sur ma lèvre morose
Le souvenir cuisant de son limon amer.

– Ta main se glisse en vain sur mon sein qui se pâme;
Ce qu'elle cherche, amie, est un lieu saccagé
Par la griffe et la dent féroce de la femme.
Ne cherchez plus mon cœur; les bêtes l'ont mangé.

Mon cœur est un palais flétri par la cohue;
On s'y soûle, on s'y tue, on s'y prend aux cheveux.
– Un parfum nage autour de votre gorge nue!...

O Beauté, dur fléau des âmes! tu le veux!
Avec tes yeux de feu, brillants comme des fêtes!
Calcine ces lambeaux qu'ont épargnés les bêtes!

Herbstgesang

I

Bald wird man uns ins kalte Dunkel drängen;
Fahr wohl du Licht, du flüchtige Sommerwelt!
Schon hör' ich, wie im Hof mit dumpfen Klängen
Das Holz erdröhnend auf das Pflaster fällt.

Nun dringt der Winter ein. Und kein Erretten!
Zorn, Schauder, Hass, erzwungner Arbeit Pein;
Der Sonne gleich in des Polarlands Ketten
Wird bald mein Herz ein eisiger Klumpen sein.

Der Scheite Fallen lässt mich fröstelnd schauern;
Kein Mordgerüst, das dumpfer widerhallt.
Mein Geist bebt wie ein Turm, an dessen Mauern
Der Stoss des Widders unermüdlich prallt.

Mir scheint, von diesem hohlen Lärm benommen,
Als ob in Hast, – für wen? – den Sarg man baut,
Sommer war gestern, Herbst ist heut gekommen,
Und Abschied heisst der rätselhafte Laut.

II

Wohl lieb' ich deiner Augen grünen Schimmer,
Du Süsse, aber heut wird alles schwer,
Nicht deine Liebe, nicht Kamin und Zimmer
Ersetzt mir heut das sonnbestrahlte Meer.

Und doch lass mir dein zartes Herz erblühen,
Sei Mutter du dem Frevler irr und krank;
Geliebte! Schwester! Sei das sanfte Glühen
Des flüchtigen Herbst's, der Sonne, die versank.

Nur kurze Müh! – Hörst du mein Grab bereiten?
Die heisse Stirne ruht auf deinen Knien.
Des fahlen Sommers Glut fühl' ich entgleiten,
Sanft goldnen Herbst durch meine Seele ziehn.

CHANT D'AUTOMNE

I

Bientôt nous plongerons dans les froides ténèbres;
Adieu, vive clarté de nos étés trop courts!
J'entends déjà tomber avec des chocs funèbres
Le bois retentissant sur le pavé des cours.

Tout l'hiver va rentrer dans mon être: colère,
Haine, frissons, horreur, labeur dur et forcé,
Et, comme le soleil dans son enfer polaire.
Mon cœur ne sera plus qu'un bloc rouge et glacé.

J'écoute en frémissant chaque bûche qui tombe;
L'échafaud qu'on bâtit n'a pas d'écho plus sourd.
Mon esprit est pareil à la tour qui succombe
Sous les coups du bélier infatigable et lourd.

Il me semble, bercé par ce choc monotone,
Qu'on cloue en grande hâte un cercueil quelque part...
Pour qui? – C'était hier l'été; voici l'automne!
Ce bruit mystérieux sonne comme un départ.

II

J'aime de vos longs yeux la lumière verdâtre,
Douce beauté, mais tout aujourd'hui m'est amer,
Et rien, ni votre amour, ni le boudoir, ni l'âtre,
Ne me vaut le soleil rayonnant sur la mer.

Et pourtant aimez-moi, tendre cœur! soyez mère
Même pour un ingrat, même pour un méchant;
Amante ou sœur, soyez la douceur éphémère
D'un glorieux automne ou d'un soleil couchant.

Courte tâche! La tombe attend; elle est avide!
Ah! laissez-moi, mon front posé sur vos genoux,
Goûter, en regrettant l'été blanc et torride,
De l'arrière-saison le rayon jaune et doux!

Lied am Nachmittag

Deiner Brauen finstrer Strich
Lässt dich seltsam fremd erscheinen.
Gleichst den Engeln nicht, den reinen,
Hexe, dennoch lockst du 'mich.

Dennoch lieb' ich dich, du Wilde,
Meine sündige Leidenschaft!
Weih dir gleicher Gluten Kraft,
Wie der Mönch dem Heiligenbilde.

Durch dein Haar weht voll und weich
Wilder Duft von fernen Bäumen,
Deine Stirne steht in Träumen
Stolz und fremd und rätselreich.

Um den Leib, der hold und blühend,
Beben Weihrauchdüfte sacht;
Zaubrisch bist du wie die Nacht,
Nymphe stolz und düster glühend.

Ach, es wirkt kein Liebessaft
Wie dein lässig müdes Gleiten,
Und aus deinen Zärtlichkeiten
Steigt für Tote Lebenskraft.

Deiner Hüften sanftes Biegen
Scheint verliebt in deine Brust,
Du erfüllst den Pfühl voll Lust
Durch dein schmachtendes Dich schmiegen.

Manchmal, die geheime Glut
Deiner Raserei zu stillen,
Häufst du ohne Sinn und Willen
Kuss und Biss voll Liebeswut

Und zerreisst zu andern Malen
Mir die Brust mit Spott und Scherz,
Senkst dann lächelnd in mein Herz
Blicke sanft wie Mondesstrahlen.

Unter deinen Atlasschuh,
Unter deinen Fuss aus Seiden
Werf ich mich, mein Gluck, mein Leiden
Alles, was ich bin und tu.

Auch dies Herz, das einst geblutet,
Bis dein Leuchten Heil gesandt,
Bis du mein sibirisch Land
Wie ein Feuerstrom durchglutet!

CHANSON D'APRES-MIDI

Quoique tes sourcils méchants
Te donnent un air étrange
Qui n'est pas celui d'un ange,
Sorcière aux yeux alléchants,

Je t'adore, ô ma frivole,
Ma terrible passion!
Avec la dévotion
Du prêtre pour son idole.

Le désert et la forêt
Embaument tes tresses rudes,
Ta tête a les attitudes
De l'énigme et du secret.

Sur ta chair le parfum rôde
Comme autour d'un encensoir;
Tu charmes comme le soir,
Nymphe ténébreuse et chaude.

Ah! les philtres les plus forts
Ne valent pas ta paresse,
Et tu connais la caresse
Qui fait revivre les morts!

Tes hanches sont amoureuses
De ton dos et de tes seins,
Et tu ravis les coussins
Par tes poses langoureuses.

Quelquefois pour apaiser
Ta rage mystérieuse,
Tu prodigues, sérieuse,
La morsure et le baiser;

Tu me déchires, ma brune,
Avec un rire moqueur,
Et puis tu mets sur mon cœur
Ton œil doux comme la lune.

Sous tes souliers de satin,
Sous tes charmants pieds de soie,
Moi, je mets ma grande joie,
Mon génie et mon destin,

Mon âme par toi guérie,
Par toi, lumière et couleur!
Explosion de chaleur
Dans ma noire Sibérie!

Sisina

Denk' dir Diana stolz im Jagdschmuck prunken,
Wie eilend sie durch Wald und Dickicht dringt,
Im Winde Brust und Haar, vom Lärme trunken,
Dem besten Reiter stolz den Preis entringt.

Sahst du Theroigne in Greu'l und Blut versunken,
Wie sie ein barfuss Volk zum Sturme zwingt,
Wie sie, die Hand am Schwert, ganz Glut und Funken,
Die königlichen Stufen aufwärts springt?

So ist Sisina. Doch der Krieg'rin Trieben
Paart sich bei ihr ein mitleidvolles Lieben;
Ihr Geist, gehetzt von Lärm und Kriegeswut,

Senkt still die Waffen vor dem Leid der Armen,
Und in dem glutverzehrten Herzen ruht
Für die, die dessen wert, ein tief Erbarmen.

SISINA

Imaginez Diane en galant équipage,
Parcourant les forêts ou battant les halliers,
Cheveux et gorge au vent, s'enivrant de tapage,
Superbe et défiant les meilleurs cavaliers!

Avez-vous vu Théroigne, amante du carnage,
Excitant à l'assaut un peuple sans souliers,
La joue et l'œil en feu, jouant son personnage,
Et montant, sabre au poing, les royaux escaliers?

Telle la Sisina! Mais la douce guerrière
A l'âme charitable autant que meurtrière,
Son courage, affolé de poudre et de tambours,

Devant les suppliants sait mettre bas les armes,
Et son cœur, ravagé par la flamme, a toujours,
Pour qui s'en montre digne, un réservoir de larmes.

Einer kreolischen Dame

Im Land der Düfte, sonnenüberglutet,
Seh ich in purpurroter Gärten Nacht,
Wo holde Trägheit von den Palmen flutet,
Ein fremdes Weib voll seltsam fremder Pracht.

Das Antlitz bleich, doch klar und warmdurchblutet,
Die schlanke Zauberin, bewusst der Macht,
Geht wie Diana stolz und hochgemutet,
Im sichern Blick ein stilles Lächeln wacht.

Kommst schöne Frau du einst zum Ruhmeslande,
Zur Seine, zu der grünen Loire Strande,
Dann wirst du alter Schlösser schönste Zier.

In schattigen Lauben weckst du, gleich Gebeten,
Die Lieder auf im Herzen der Poeten,
Die unterwürfiger als Sklaven dir.

A UNE DAME CREOLE

Au pays parfumé que le soleil caresse,
J'ai connu sous un dais d'arbres tout empourprés
Et de palmiers, d'où pleut sur les yeux la paresse,
Une dame créole aux charmes ignorés.

Son teint est pâle et chaud; la brune enchanteresse
A dans le col des airs noblement maniérés;
Grande et svelte en marchant comme une chasseresse,
Son sourire est tranquille et ses yeux assurés.

Si vous alliez, Madame, au vrai pays de gloire,
Sur les bords de la Seine ou de la verte Loire,
Belle digne d'orner les antiques manoirs,

Vous feriez, à l'abri des ombreuses retraites,
Germer mille sonnets dans le cœur des poètes,
Que vos grands yeux rendraient plus soumis que vos noirs.

Das Gespenst

Bösen Engeln will ich gleichen,
Fahlen Blicks mich zu dir schleichen,
Gleiten an dein Lager sacht,
Wie ein Schattenspuk der Nacht.

Schenken dir zu tausend Malen
Küsse kalt wie Mondesstrahlen,
Wie die Schlange schlüpfrig feucht,
Die um Gruft und Steine kreucht.

Kommt der bleiche Tag daher,
Ist die Stelle kalt und leer
Bis die Abendnebel brauen. –

Wenn es Andrer Kunst gelingt,
Dass dich Zärtlichkeit bezwingt,
Will ich Herr sein durch das Grauen.

LE REVENANT

Comme les anges à l'œil fauve,
Je reviendrai dans ton alcôve
Et vers toi glisserai sans bruit
Avec les ombres de la nuit;

Et je te donnerai, ma brune,
Des baisers froids comme la lune
Et des caresses de serpent
Autour d'une fosse rampant.

Quand viendra le matin livide,
Tu trouveras ma place vide,
Où jusqu'au soir il fera froid.

Comme d'autres par la tendresse,
Sur ta vie et sur ta jeunesse,
Moi, je veux régner par l'effroi!

Herbst-Sonett

»Du wunderlicher Freund, was bin ich dir?« –
Dein Blick, kristallklar, fragt's zu allen Stunden.
Sei hold und schweig! – Die Seele voller Wunden
Erträgt nur noch des Tieres dumpfe Gier.

Drum lass das höllische Geheimnis ihr,
Du, die mich lässt in langem Schlaf gesunden,
Rühr' nicht an Flammenworte, die bekunden,
Dass Geist und Leidenschaft nur Plage mir.

Liebe mich sanft! – Aus tückischem Revier
Hat düstern Amors Pfeil uns bald gefunden.
Sein Werkzeug, Wahn und Schmach, hab ich empfunden.

O bleiche Blume Marguerite, wir,
Wir beide sind nur Glanz aus Herbstesstunden,
O meine weisse, kühle Marguerite!

SONNET D'AUTOMNE

Ils me disent, tes yeux, clairs comme le cristal:
«Pour toi, bizarre amant, quel est donc mon mérite?»
– Sois charmante et tais-toi! Mon cœur, que tout irrite,
Excepté la candeur de l'antique animal,

Ne veut pas te montrer son secret infernal,
Berceuse dont la main aux longs sommeils m'invite,
Ni sa noire légende avec la flamme écrite.
Je hais la passion et l'esprit me fait mal!

Aimons-nous doucement. L'Amour dans sa guérite,
Ténébreux, embusqué, bande son arc fatal.
Je connais les engins de son vieil arsenal:

Crime, horreur et folie! – O pâle marguerite!
Comme moi n'es-tu pas un soleil automnal,
O ma si blanche, ô ma si froide Marguerite?

Lunas Traurigkeit

Heut nacht liegt Luna träg und traumgebannt,
Wie eine schöne Frau, vom Pfühl umschmeichelt,
Die sich, vom Schlummer fast schon übermannt,
Noch sanft und träumerisch den Busen streichelt.

Auf der Lawine Kissen seidenglatt
Hat sie sich langer Ohnmacht hingegeben
Und hebt den Blick zum Himmel sterbensmatt,
Wo Traumgesichte, weiss wie Blüten, schweben.

Wenn heimlich dann in ihrem müssigen Sehnen
Sie eine erdwärts rinnen lässt der Tränen,
Dann nimmt ein Dichter, der dem Schlaf entronnen,

In hohle Hand die Zähre bleich und fahl
Und birgt ihr Leuchten, flimmernd wie Opal,
An seinem Herzen vor dem Blick der Sonnen.

TRISTESSE DE LA LUNE

Ce soir, la lune rêve avec plus de paresse;
Ainsi qu'une beauté, sur de nombreux coussins,
Qui d'une main distraite et légère caresse,
Avant de s'endormir, le contour de ses seins,

Sur le dos satiné des molles avalanches,
Mourante, elle se livre aux longues pâmoisons,
Et promène ses yeux sur les visions blanches
Qui montent dans l'azur comme des floraisons.

Quand parfois sur ce globe, en sa langueur oisive,
Elle laisse filer une larme furtive,
Un poète pieux, ennemi du sommeil,

Dans le creux de sa main prend cette larme pâle,
Aux reflets irisés comme un fragment d'opale,
Et la met dans son cœur loin des yeux du soleil.

Die Katzen

Die toll Verliebten und die strengen Weisen
Verehren, wenn die Kraft und Jugend schmolz,
Die Katzen sanft und stark, des Hauses Stolz,
Die fröstelnd, so wie sie, den Herd umkreisen.

Die, so wie sie, Weisheit und Sinnenglut
Und Dunkel lieben, Nacht von Grau'n durchflossen,
Die sich der Orkus hätt' erwählt zu Rossen,
Stünd' seinem Dienst zu Kauf ihr stolzes Blut.

Sie gleichen Statuen, wenn sie sinnend kauern,
Den grossen Sphinxen in der Wüste Schauern,
Die ewig dämmern an des Traumes Rand.

Aus ihren Lenden magische Funken sprühen,
Und wie besternt von feinem goldnen Sand
Scheint ihres rätselvollen Auges Glühen.

LES CHATS

Les amoureux fervents et les savants austères
Aiment également dans leur mûre saison,
Les chats puissants et doux, orgueil de la maison,
Qui comme eux sont frileux et comme eux sédentaires.

Amis de la science et de la volupté,
Ils cherchent le silence et l'horreur des ténèbres;
L'Erèbe les eût pris pour ses coursiers funèbres,
S'ils pouvaient au servage incliner leur fierté.

Ils prennent en songeant les nobles attitudes
Des grands sphinx allongés au fond des solitudes,
Qui semblent s'endormir dans un rêve sans fin;

Leurs reins féconds sont pleins d'étincelles magiques,
Et des parcelles d'or, ainsi qu'un sable fin,
Etoilent vaguement leurs prunelles mystiques.

Die Pfeife

Ich bin des Dichters Pfeife, und genau
Siehst du an mir, die stammt aus fremden Fluren,
Von meines Herren Leidenschaft die Spuren:
Dass er ein Raucher ist, trag' ich zur Schau.

Wenn Leid und Sorge sich um ihn verdichtet,
Dann dampf« ich wie ein grosser Küchenherd,
Darauf dem Arbeitsmann, der heimwärts kehrt,
Die brave Köchin treu das Essen richtet.

Ich wiege seine Seele und umschlinge
Sie mit dem Netz, das meinem Mund entsteigt,
In leichtem Blau sich um ihn hebt und neigt,

Und trage einen Traum auf luftiger Schwinge,
Der machtvoll ihn bezaubernd trägt empor,
Wenn sich in Müdigkeit sein Geist verlor.

LA PIPE

Je suis la pipe d'un auteur;
On voit, à contempler ma mine
D'Abyssienne ou de Cafrine,
Que mon maître est un grand fumeur.

Quand il est comblé de douleur,
Je fume comme la chaumine
Où se prépare la cuisine
Pour le retour du laboureur.

J'enlace et je berce son âme
Dans le réseau mobile et bleu
Qui monte de ma bouche en feu,

Et je roule un puissant dictame
Qui charme son cœur et guérit
De ses fatigues son esprit.

Musik

Oft trägt mich die Musik, dem Meere gleich.
Zu meinem bleichen Stern,
Durch Nebelrauch, durch Lüfte klar und weich
Ich segle fern.

Das Antlitz aufwärts und die Brust voran,
Die Lunge kraftgefüllt,
So stürm' ich kühn den Wogenberg hinan,
Den mir die Nacht verhüllt.

Und fühle alle Leiden mich erbittern,
Die je ein Schiff erlitt,
Den leisen Wind, den Sturm, sein krampfhaft Zittern.

Den Abgrund fühl' ich mit.
Doch manchmal ist der Spiegel flach und weit,
Der Spiegel meiner Hoffnungslosigkeit.

LA MUSIQUE

La musique souvent me prend comme une mer!
    Vers ma pâle étoile,
Sous un plafond de brume ou dans un vaste éther,
    Je mets à la voile;

La poitrine en avant et les poumons gonflés
    Comme de la toile,
J'escalade le dos des flots amoncelés
    Que la nuit me voile;

Je sens vibrer en moi toutes les passions
    D'un vaisseau qui souffre;
Le bon vent, la tempête et ses convulsions

    Sur l'immense gouffre
Me bercent. – D'autres fois, calme plat, grand mimoir
    De mon désespoir!

Begräbnis eines verfemten Dichters

Wenn sich dumpf der Abend senkt
Wird den Dichterleib, den starren,
Einst ein Mann, der christlich denkt,
Hinter altem Schutt verscharren.

Keusche Sterne schliessen sacht
Ihre Augen schlafbezwungen,
Spinne dort ihr Netzlein macht,
Und die Viper ihre Jungen.

Nächtlich hörst zum Zeitvertreibe
Über dem verfemten Leibe
Du der wilden Wölfe Schrei'n

Und der Hexen tolle Weisen,
Schlüpfrig Scherzen mit den Greisen,
Schwarzer Schelme Gaunerein.

SEPULTURE D'UN POETE MAUDIT

Si par une nuit lourde et sombre
Un bon chrétien, par charité,
Derrière quelque vieux décombre
Enterre votre corps vanté,

A l'heure où les chastes étoiles
Ferment leurs yeux appesantis,
L'araignée y fera ses toiles,
Et la vipère ses petits;

Vous entendrez toute l'année
Sur votre tête condamnée
Les cris lamentables des loups

Et des sorcières faméliques,
Les ébats des vieillards lubriques
Et les complots des noirs filous.

Der fröhliche Tote

Der Grund soll fett und reich an Schnecken sein,
Wo ich mir selbst das tiefe Loch will graben
Und strecken will mein alt und müd Gebein
Und wie der Hai im Meer mich im Vergessen laben.

Ich hasse Testament und Leichenstein,
Will von der Welt nicht eine Träne haben,
Nein, lieber lad' ich mir als Gäste ein
Zu meinem letzten Fleisch und Bein die Raben.

O Würmer, Freunde ohne Aug' und Ohren,
Ein Toter kommt, der froh den Tod erkoren;
Weise Geniesser ihr, der Fäulnis Brut,

Bohrt euch durch meine Reste ohne Sorgen
Und sagt mir, blieb noch eine Qual verborgen
Dem alten Leib, der tot bei Toten ruht?

LE MORT JOYEUX

Dans une terre grasse et pleine d'escargots
Je veux creuser moi-même une fosse profonde,
Où je puisse à loisir étaler mes vieux os
Et dormir dans l'oubli comme un requin dans l'onde.

Je hais les testaments et je hais les tombeaux;
Plutôt que d'implorer une larme du monde,
Vivant, j'aimerais mieux inviter les corbeaux
A saigner tous les bouts de ma carcasse immonde.

O vers! noirs compagnons sans oreille et sans yeux,
Voyez venir à vous un mort libre et joyeux;
Philosophes viveurs, fils de la pourriture,

A travers ma ruine allez donc sans remords,
Et dites-moi s'il est encor quelque torture
Pour ce vieux corps sans âme et mort parmi les morts?

Das Fass des Hasses

Der Hass ist bleicher Danaiden Fass;
Umsonst mag Rache mit den rauhen Händen
Ins weite Dunkel ohne Unterlass
Aus grossen Eimern Blut und Tränen senden,

Geheim durchbohrt ein Dämon das Gelass,
Und Schweiss und Blut von tausend Jahren schwänden,
Selbst wenn die Opfer, neubelebt vom Hass,
Aufs neue bluten müssten und verenden.

Dem Trinker gleicht der Hass, dem in Spelunken
Mit jedem Schluck der wildre Durst erwacht
Und sich der Hydra gleich verhundertfacht.

Doch weiss der Trinker, wenn er hingesunken,
Wer ihn besiegt; des Hasses Straf und Bann,
Dass er nicht unterm Tische schlafen kann.

LA CLOCHE FELEE

Il est amer et doux, pendant les nuits d'hiver,
D'écouter près du feu qui palpite et qui fume
Les souvenirs lointains lentement s'élever
Au bruit des carillons qui chantent dans la brume.

Bienheureuse la cloche au gosier vigoureux
Qui, malgré sa vieillesse, alerte et bien portante,
Jette fidèlement son cri religieux,
Ainsi qu'un vieux soldat qui veille sous la tente!

Moi, mon âme est fêlée, et lorsqu'en ses ennuis
Elle veut de ses chants peupler l'air froid des nuits,
Il arrive souvent que sa voix affaiblie

Semble le râle épais d'un blessé qu'on oublie
Au bord d'un lac de sang sous un grand tas de morts,
Et qui meurt, sans bouger, dans d'immenses efforts.

Schwermut

Dem Regenmonat ist die Welt zuwider,
Aus seinem kalten Fass in Strömen rinnt
Das Grauen auf den nahen Kirchhof nieder,
Und Sterben auf der Vorstadt Labyrinth.

Die Katze reckt die kranken, magren Glieder
Und sucht ein warmes Plätzchen. Es beginnt
Gespenstisch Stöhnen in der Traufe wieder,
Des toten Dichters Geist, der scheu entrinnt.

Der Brummbass klagt, und halbverkohlte Reiser
Knistern im Fistelton, die Uhr tickt heiser,
Indes im Spiel, von schmutzigen Düften voll,

Der eklen Erbschaft einer Krankenstube,
Herzdame und der schöne Karobube
Von einer Liebe flüstern, die verscholl.

SPLEEN

Pluviôse, irrité contre la vie entière,
De son urne à grands flots vers un froid ténébreux
Aux pâles habitants du voisin cimetière
Et la mortalité sur les faubourgs brumeux.

Mon chat sur le carreau cherchant une litière
Agite sans repos son corps maigre et galeux;
L'âme d'un vieux poète erre dans la gouttière
Avec la triste voix d'un fantôme frileux.

Le bourdon se lamente, et la bûche enfumée
Accompagne en fausset la pendule enrhumée,
Cependant qu'en un jeu plein de sales parfums,

Héritage fatal d'une vieille hydropique,
Le beau valet de cœur et la dame de pique
Causent sinistrement de leurs amours défunts.

Trübsinn

Mir ist, als lebte ich schon über tausend Jahr
Nie barg ein alter Schrein, so überfüllt er war
Mit Rechnungen und Akten, Versen, Briefen,
Mit Locken, die verwahrt in Scheinen schliefen,
So viel geheimes Leid wie längst mein Hirn es barg.
Das ist ein Riesenbau, ein ungeheurer Sarg,
Ist eine Gruft, die zu viel Tote fasst.

Ich bin ein Kirchhof, den das scheue Mondlicht hasst,
Durch den die Würmer ziehn, Reu und Gewissensqual,
Zernagend meiner liebsten Toten Mal.
Ich bin ein alt Gemach, wo welke Rosen schauern,
Und wie ein fahl Gewirr verblichne Trachten trauern.
Wo nur ein matt Pastell, ein blasser Stich geniesst
Den süsslich schalen Duft, der dem Flakon entfliesst.

Nichts gleicht an Langsamkeit der lahmen Tage Stocken,
Wenn unter schwerer Zeit eisgrauen kalten Flocken
Der Überdruss, der dumpf aus müder Unlust steigt.
Anschwellend dir das Mass der Ewigkeiten zeigt.

Hinfort, beseelter Staub, wirst du nichts andrem gleichen
Als dem granitnen Stein, den Schrecknisse umschleichen,
Der in dem Nebeldunst der stummen Wüste träumt!
Der Sphinx, die man vergass, vor der kein Fuss mehr säumt,
Die niemand kennt, und die in wilder Laune Qualen
Ihr einsam Lied nur singt den roten Abendstrahlen.

 

J'ai plus de souvenirs que si j'avais mille ans.
Un gros meuble à tiroirs encombré de bilans,
De vers, de billets doux, de procès, de romances,
Avec de lourds cheveux roulés dans des quittances,
Cache moins de secrets que mon triste cerveau.
C'est une pyramide, un immense caveau,
Qui contient plus de morts que la fosse commune.

– Je suis un cimetière abhorré de la lune,
Où comme des remords se traînent de longs vers
Qui s'acharnent toujours sur mes morts les plus chers.
Je suis un vieux boudoir plein de roses fanées,
Où gît tout un fouillis de modes surannées,
Où les pastels plaintifs et les pâles Boucher,
Seuls, respirent l'odeur d'un flacon débouché.

Rien n'égale en longueur les boiteuses journées,
Quand sous les lourds flocons des neigeuses années
L'ennui, fruit de la morne incuriosité,
Prend les proportions de l'immortalité.

– Désormais tu n'es plus, ô matière vivante!
Qu'un granit entouré d'une vague épouvante,
Assoupi dans le fond d'un Saharah brumeux!
Un vieux sphinx ignoré du monde insoucieux,
Oublié sur la carte, et dont l'humeur farouche
Ne chante qu'aux rayons du soleil qui se couche.

Schwermut

Ich bin ein Fürst in Landen dumpf und kalt,
Bin reich und machtlos, jung und dennoch alt.
Ein Fürst, der seine Höflingsschar verachtet,
Die Tiere selbst voll Überdruss betrachtet,
Der taub für jeder Freude Lockruf scheint,
Taub für sein Volk, das vor dem Schlosse weint.
Des Narren Lied voll toller Spukgedanken
Erheitert nicht den grausam kalten Kranken,
Zum Sarg wird ihm sein goldnes Ruhebett.
Die Damenschar umschmeichelt das Skelett,
Weil es ein Fürst, mit schamloser Gebärde,
Und jede hofft, dass ihr ein Lächeln werde.
Der Weise selbst, der Gold im Blei erkannt,
Hat die verderbten Säfte nicht gebannt.
Kein Bad in Blut, wie es die Römer boten
Den altersschwachen, zitternden Despoten,
Erneute Kraft in diesen Leichnam giesst,
Drin statt des Blutes grüne Lethe fliesst.

 

Je suis comme le roi d'un pays pluvieux,
Riche, mais impuissant, jeune et pourtant très vieux,
Qui, de ses précepteurs méprisant les courbettes,
S'ennuie avec ses chiens comme avec d'autres bêtes.
Rien ne peut l'égayer, ni gibier, ni faucon,
Ni son peuple mourant en face du balcon,
Du bouffon favori la grotesque ballade
Ne distrait plus le front de ce cruel malade;
Son lit fleurdelisé se transforme en tombeau,
Et les dames d'atour, pour qui tout prince est beau,
Ne savent plus trouver d'impudique toilette
Pour tirer un souris de ce jeune squelette.
Le savant qui lui fait de l'or n'a jamais pu
De son être extirper l'élément corrompu,
Et dans ces bains de sang qui des Romains nous viennent
Et dont sur leurs vieux jours les puissants se souviennent,
Il n'a su réchauffer ce cadavre hébété
Où coule au lieu de sang l'eau verte du Léthé.

Schwermut

Der Himmel, schwer wie eines Deckels Last,
Sinkt auf die Seele voll verhaltenem Weinen,
Bleiern und dumpf hält er das All umfasst,
Trüber als Nacht will uns der Tag erscheinen.

Es wandelt sich die Welt zum finstern Haus,
Zum feuchten Kerker voller Angst und Schauer,
Und flatternd, scheu wie eine Fledermaus
Rennt Hoffnung sinnlos gegen Wand und Mauer.

Der müde Regen, der die Welt umfängt,
Spannt um das Haus die engen Gitterstäbe,
Verwünschtes Ungeziefer kommt und hängt
In unser Hirn die grauen Spinngewebe.

Und plötzlich heulen Glocken dumpf empor,
Zum Himmel heben sie ihr furchtbar Tönen,
Wie irrer, heimatloser Geister Chor,
Ein eigensinnig, unaufhörlich Stöhnen.

Und lautlos zieht ein langer Leichenzug
Durch meine Seele seine schwarzen Bahnen,
Die Hoffnung weint. Das Grauen, das sie schlug,
Das Grauen pflanzt in meinem Hirn die Fahnen.

 

Quand le ciel bas et lourd pèse comme un couvercle
Sur l'esprit gémissant en proie aux longs ennuis,
Et que de l'horizon embrassant tout le cercle
Il nous verse un jour noir plus triste que les nuits;

Quand la terre est changée en un cachot humide,
Où l'Espérance, comme une chauve-souris,
S'en va battant les murs de son aile timide
Et se cognant la tête à des plafonds pourris;

Quand la pluie étalant ses immenses traînées
D'une vaste prison imite les barreaux,
Et qu'un peuple muet d'infâmes araignées
Vient tendre ses filets au fond de nos cerveaux,

Des cloches tout à coup sautent avec furie
Et lancent vers le ciel un affreux hurlement,
Ainsi que des esprits errants et sans patrie
Qui se mettent à geindre opiniâtrement.

– Et de longs corbillards, sans tambours ni musique,
Défilent lentement dans mon âme; l'Espoir,
Vaincu, pleure, et l'Angoisse atroce, despotique,
Sur mon crâne incliné plante son drapeau noir.

Liebe zum Nichts

Du trüber Geist, einst voller Kampfverlangen,
Die Hoffnung spornt nicht mehr den trägen Mut,
Streck' dich nun hin, verbirg die Schamesglut,
Ross, dessen Hufe vor dem Sprunge bangen.

Schweig, Herz, gib dich in dumpfem Schlaf gefangen!

Geschlagner Geist, besiegter Tunichtgut,
Die Lust an Streit und Liebe ist vergangen,
Lebt, Flöten, wohl, und Saiten, die verklangen!
Versuch nicht, Lust, dies trotzig trübe Blut!

Für mich verlor der Frühling Glanz und Glut!

Wie Eis und Schnee den Leib, den sie umschlangen,
Verzehrt die Zeit mich mit der zähen Flut;
Stumm nun der Erdball mir zu Fassen ruht,
Ich trag nach Schutz und Hütte nicht Verlangen!

Lawine komm, im Sturz mich zu umfangen!

LE GOUT DU NEANT

Morne esprit, autrefois amoureux de la lutte,
L'Espoir, dont l'éperon attisait ton ardeur,
Ne veut plus t'enfourcher! Couche-toi sans pudeur,
Vieux cheval dont le pied à chaque obstacle butte.

Résigne-toi, mon cœur; dors ton sommeil de brute.

Esprit vaincu, fourbu! Pour toi, vieux maraudeur,
L'amour n'a plus de goût, non plus que la dispute;
Adieu donc, chants du cuivre et soupirs de la flûte!
Plaisirs, ne tentez plus un cœur sombre et boudeur!

Le Printemps adorable a perdu son odeur!

Et le Temps m'engloutit minute par minute,
Comme la neige immense un corps pris de roideur;
Et je n'y cherche plus l'abri d'une cahute!
Je contemple d'en haut le globe en sa rondeur,

Avalanche, veux-tu m'emporter dans ta chute?

Alchimie des Schmerzes

Der Eine füllt die Welt mit Glühn,
Dem Andern ist sie Schmerz und Grauen,
Er kann nur die Verwesung schauen,
Wo Jener Leben sieht und Blühn.

Du unbekannter Gott voll Listen,
Der meine Kräfte hemmt und spannt,
Du machst dem Midas mich verwandt,
Dem traurigsten der Alchimisten.

Du wandelst mir das Gold in Blei,
Das Paradies in Wüstenei;
Du lässt in lichten Wolkendecken

Geliebte Leichen mich entdecken
Und auf den himmlisch heitren Auen
Prunkvolle Sarkophage bauen.

ALCHIMIE DE LA DOULEUR

L'un t'éclaire avec son ardeur
L'autre en toi met son deuil. Naturel
Ce qui dit à l'un: Sépulture!
Dit à l'autre: Vie et splendeur!

Hermès inconnu qui m'assistes
Et qui toujours m'intimidas,
Tu me rends l'égal de Midas,
Le plus triste des alchimistes;

Par toi je change l'or en fer
Et le paradis en enfer;
Dans le suaire des nuages

Je découvre un cadavre cher.
Et sur les célestes rivages
Je bâtis de grands sarcophages.

Gebet eines Heiden

Lass nicht die Flammen verschwelen.
Lös' der Erstarrung Weh',
Wollust, Folter der Seelen!
Diva! exaudi me!

Göttin, im All sich verlierend,
Flamme, die ganz uns durchdringt!
Höre dies Herz, das erfrierend
Eherne Sänge dir singt.

Wollust, bleib Herrin mir immer!
In der Verführerin Schimmer,
Der Maske aus Fleisch und aus Samt,

Im Trank, der mich seltsam entflammt
Und Träume schenkt fremd und erlesen,
Wollust, du schmiegsames Wesen !

LA PRIERE D'UN PAÏEN

Ah! ne ralentis pas tes flammes;
Réchauffe mon cœur engourdi,
Volupté, torture des âmes!
Diva! supplicem exaudi!

Déesse dans l'air répandue,
Flamme dans notre souterrain!
Exauce une âme morfondue,
Qui te consacre un chant d'airain.

Volupté, sois toujours ma reine!
Prends le masque d'une sirène
Faîte de chair et de velours.

Ou verse-moi tes sommeils lourds
Dans le vin informe et mystique,
Volupté, fantôme élastique!

Der Deckel

Wohin er wandert, ob zu Land, zu Meere,
In Tropenglut, in weisser Wüstenei,
Ob Jesu Knecht er, Höfling auf Cytliere,
Ein finstrer Bettler oder Krösus sei,

Ob fahrender Gesell, ob Bürger, Bauer,
Ob träg und eng sein Hirn, ob weit er denkt,
Stets fühlt der Mensch des tiefen Rätsels Schauer,
Und angstvoll er den Blick zum Himmel lenkt.

Zum Himmel! Wo ihn das Gewölb erdrückt,
Das für ein Possenspiel mit Licht geschmückt,
Drin jeder Spieler blutigen Boden stampft.

Der Himmel! Schreck dem Wüstling, Trost dem Tropfe,
Der schwarze Deckel auf dem grossen Topfe,
Darin die winzige Menschheit kocht und dampft.

LE COUVERCLE

En quelque lieu qu'il aille, ou sur mer ou sur terre,
Sous un climat de flamme ou sous un soleil blanc,
Serviteur de Jésus, courtisan de Cythère,
Mendiant ténébreux ou Crésus rutilant,

Citadin, campagnard, vagabond, sédentaire,
Que son petit cerveau soit actif ou soit lent,
Partout l'homme subit la terreur du mystère,
Et ne regarde en haut qu'avec un œil tremblant.

En haut, le Ciel! ce mur de caveau qui l'étouffe,
Plafond illuminé pour un opéra bouffe
Où chaque histrion foule un sol ensanglanté,

Terreur du libertin, espoir du fol ermite;
Le Ciel! couvercle noir de la grande marmite
Où bout l'imperceptible et vaste Humanité.

Der Unerwartete

Harpagon hielt beim kranken Pater Wache
Und sprach im Angesicht der Todesqual:
»Ich glaube doch, wir haben unterm Dache
Noch alte Bretter da, genug an Zahl?«

Und Celimene gurrt: »Ein Herz voll Güte
Gab Gott mir, und natürlich Schönheit auch.'«
Ihr Herz! Ein hartes Herz, das nie erblühte
Und das verdorrt wie Fleisch in Glut und Rauch.

Ein grosser Zeitungsschreiber stiess mit Höhnen
Den ärmsten ganz in Finsternis und Nacht:
»Wo siehst du nun den Schöpfer alles Schönen,
Wo ist der Tröster, der dich glücklich macht? «

Besser als alle Welt kenn ich den Einen,
Den Wollüstling, den Narren ohne Kraft,
Der täglich schwört mit Klagen und mit Weinen:
»Ach, morgen werd' ich sicher tugendhaft.«

»Reif ist er!« spricht die Turmuhr in das Schauern,
»Vergebens wird's dem kranken Fleisch gesagt.
Blind ist der Mensch und taub und morsch wie Mauern,
Wie ein Gebäude, das der Wurm benagt.«

Und jäh steht Er da, den sie stets verneinten,
Voll stolzen Hohns er sich vernehmen lässt:
»Seid ihr es, die sich immer gern vereinten
Bei meiner lustigen schwarzen Messe Fest?

In deren Herzen meine Fackeln brennen,
Die heimlich mir so oft den Schweif geküsst?
Am Siegerlachen lernt jetzt Satan kennen,
Der wie die Welt gross und abscheulich ist!

Entsetzte Heuchler, war es euer Sinnen,
Dass man den Herrn gewinnt und narrt zugleich?
Und glaubtet ihr zwei Preise zu gewinnen,
Irdische Güter und das Himmelreich?

Jedoch das Wild zahlt stets des Jägers Plagen,
Der auf der Lauer lag geraume Zeit.
Ich will euch mit mir durch den Nebel tragen,
Genossen meiner trüben Lustigkeit.

Durch Nebel, Erde, Felsgestein und Grauen,
Wo euer Staub in wirren Haufen liegt,
Dort steht mein Schloss, aus einem Block gehauen,
Gewaltig, nicht aus glattem Stein gefugt.

Erbaut ist's aus der ewigen Ursünde,
Mein Stolz, mein Ruhm, mein Leiden ruht darin! –
Da war's, als ob ein Engel Sieg verkünde,
Posaunen schmettern durch das Weltall hin.

Sie künden Sieg der Seelen, die da sprechen:
»Preis deiner Geissel, Herr, Preis deiner Macht!
Du wirst uns nicht wie schwaches Rohr zerbrechen,
Gross ist die Gnade, Herrlichkeit und Pracht!«

So feierlich und hold die Töne fliessen
Durch dieser Himmelsernte Abendlicht,
Dass sie Verzückung in die Seelen giessen,
Für die der Feierklang herniederbricht.

L'IMPREVU

Harpagon, qui veillait son père agonisant,
Se dit, rêveur, devant ces lèvres déjà blanches;
«Nous avons au grenier un nombre suffisant,
    Ce me semble, de vieilles planches?»

Célimène roucoule et dit: «Mon cœur est bon,
Et naturellement, Dieu m'a faite très belle.»
– Son cœur! cœur racorni, fumé comme un jambon,
Recuit à la flamme éternelle!

Un gazetier fumeux, qui se croit un flambeau,
Dit au pauvre, qu'il a noyé dans les ténèbres:
«Où donc l'aperçois-tu, ce créateur du Beau,
    Ce Redresseur que tu célèbres?»

Mieux que tous, je connais certains voluptueux
Qui bâille nuit et jour, et se lamente et pleure,
Répétant, l'impuissant et le fat: «Oui, je veux
    Etre vertueux, dans une heure!»

L'horloge, à son tour, dit à voix basse: «Il est mûr,
Le damné! J'avertis en vain la chair infecte.
L'homme est aveugle, sourd, fragile, comme un mur
    Qu'habite et que ronge un insecte!»

Et puis, Quelqu'un paraît, que tous avaient nié,
Et qui leur dit, railleur et fier: «Dans mon ciboire,
Vous avez, que je crois, assez communié,
    A la joyeuse Messe noire?

Chacun de vous m'a fait un temple dans son cœur;
Vous avez, en secret, baisé ma fesse immonde!
Reconnaissez Satan à son rire vainqueur,
    Enorme et laid comme le monde!

Avez-vous donc pu croire, hypocrites surpris,
Qu'on se moque du maître, et qu'avec lui l'on triche,
Et qu'il soit naturel de recevoir deux prix.
    D'aller au Ciel et d'être riche?

Il faut que le gibier paye le vieux chasseur
Qui se morfond longtemps à l'affût de la proie.
Je vais vous emporter à travers l'épaisseur,
    Compagnons de ma triste joie,

A travers l'épaisseur de la terre et du roc,
A travers les amas confus de votre cendre,
Dans un palais aussi grand que moi, d'un seul bloc,
    Et qui n'est pas de pierre tendre;

Car il fait avec l'universel Péché,
Et contient mon orgueil, ma douleur et ma gloire!
– Cependant, tout en haut de l'univers juché,
    Un Ange sonne la victoire

De ceux dont le cœur dit: «Que béni soit ton fouet,
Seigneur! que la douleur, ô Père, soit bénie!
Mon âme dans tes mains n'est pas un vain jouet,
    Et ta prudence est infinie.»

Le son de la trompette est si délicieux,
Dans ces soirs solennels de célestes vendanges,
Qu'il s'infiltre comme une extase dans tous ceux
    Dont elle chante les louanges.

Mitternächtige Selbstprüfung

Die Uhr verkündet uns die Mitternacht,
Und spöttisch klingt aus ihrem Schlage
An unser Herz die leise Frage,
Wie wir den Tag genutzt, die Zeit verbracht.
Den dreizehnten und Freitag, Tag der Leiden,
Drin Schuld und Qualen festgebannt,
Den Schicksalstag, der uns bekannt,
Verlebten wir wie Ketzer oder Heiden.

Wir haben frech geschmäht und prahlerisch
Christum, den göttlichsten der Götter,
Wie die Schmarotzer und die Spötter
An eines ekelhaften Krösus Tisch.
Wir haben um des Haufens Gunst und Gnaden,
Des Bösen Knechte, voller List
Umschmeichelt, was uns feindlich ist
Und was uns lieb, verleugnet und verraten.

Wir haben, Henkersknechten gleich, verhöhnt
Die Schwachen, frech vom Volk Bedrohten,
Der Dummheit lächelnd Gruss geboten,
Die blöder Tiere Stirnen ehern krönt.
Dem Irdischen unsre Huldigung erwiesen,
Den Staub geküsst, das Nichts verklärt,
Die Stumpfheit andachtsvoll verehrt,
Der Fäulnis Glanz verherrlicht und gepriesen.

Und endlich, wir erstickten die Begier,
Die Tollheit mit des Rausches Schleier,
Wir, Priester unsrer stolzen Leier,
Wir, deren hohes Amt auf Erden hier
Mit Schimmer zu umkleiden Nacht und Schrecken,
Wir labten ohne Hunger uns am Schmaus! –
Rasch, löschen wir die Lampe aus!
Lasst unsre Scham im Dunkel sich verstecken.

L'EXAMEN DE MINUIT

La pendule, sonnant minuit,
Ironiquement nous engage
A nous rappeler quel usage
Nous fîmes du jour qui s'enfuit:
– Aujourd'hui, date fatidique,
Vendredi, treize, nous avons,
Malgré tout ce que nous savons,
Mené le train d'un hérétique.

Nous avons blasphémé Jésus,
Des Dieux le plus incontestable!
Comme un parasite à la table
De quelque monstrueux Crésus,
Nous avons, pour plaire à la brute,
Digne vassale des Démons,
Insulté ce que nous aimons
Et flatté ce qui nous rebute;

Contristé, servile bourreau,
Le faible qu'à tort on méprise;
Salué l'énorme Bêtise,
La Bêtise au front de taureau;
Baisé la stupide Matière
Avec grande dévotion,
Et de la putréfaction
Béni la blafarde lumière.

Enfin, nous avons, pour noyer
Le vertige dans le délire,
Nous, prêtre orgueilleux de la Lyre,
Dont la gloire est de déployer
L'ivresse des choses funèbres,
Bu sans soif et mangé sans faim!...
– Vite soufflons la lampe, afin
De nous cacher dans les ténèbres!

Trauriges Madrigal

Ich trag' nach deiner Klugheit nicht Begehren,
Sei schön! sei traurig! – Sieh, der Träne Spur
Wird deiner lichten Züge Reiz vermehren,
Wie Ströme einer Landschaft Bild verklären.
Wie Sturm und Regenflut verjüngt die Flur.

Dann lieb' ich dich, wenn jäh das frohe Strahlen
Auf deiner Stirn erlischt in Traurigkeit,
Wenn stumm dein Herz ertrinkt in seinen Qualen,
Wenn auf der lichten Gegenwart sich malen
Die schwarzen Schatten der Vergangenheit.

Dann lieb' ich dich, wenn sich dem Aug' entringen
Die Tropfen schwer und heiss wie Blut,
Wenn meine Arme schützend dich umschlingen
Und doch die Angst, die wilde, nicht bezwingen,
Die dir wie Todesqual im Herzen ruht. –

Dann atme ich – o göttlich süsse Qualen,
O tiefer, heiliger Gesang! –
Die Seufzer, die aus deiner Brust sich stahlen,
Und seh' dein Herz wie eine Sonne strahlen
Vom Reichtum, der aus deinem Auge drang.

Ich weiss, dass tief noch bis zu dieser Stunde
Vergessne Sünden brennen dir im Blut,
Wie Feuer in der Esse finstrem Schlunde,
Ich weiss, dass tief in deiner Seele Grunde
Etwas vom Hochmut der Verdammten ruht.

Und doch, mein Lieb, wenn nie in wilden Schauern
Sich dir der Hölle Bilder offenbart,
Wenn nie in eines Albdrucks finstern Mauern,
Drin Gift und Mord und alle Schrecken lauern
Und heimlich Ungemach verwünschter Art,

Wenn in des Nachtmahrs eisenschwerer Klammer
Du nie von Grauen warst und Furcht durchwühlt,
Wenn du beim Glockenschlag in deiner Kammer
Des ganzen Lebens unstillbaren Jammer,
Den wilden Abscheu nie gefühlt,

Dann kannst du nie, – die mich nur liebt mit Klagen,
Du meine Sklavin, meine Königin, –
Nie, von dem Schauer schwüler Nacht getragen,
Mit deiner Seele Schrei mir sagen:
»Nimm, König, mich als Deinesgleichen hin!«

MADRIGAL TRISTE

Que m'importe que tu sois sage?
Sois belle! et sois triste! Les pleurs
Ajoutent un charme au visage,
Comme le fleuve au paysage;
L'orage rajeunit les fleurs.

Je t'aime surtout quand la joie
S'enfuit de ton front terrassé;
Quand ton cœur dans l'horreur se noie;
Quand sur ton présent se déploie
Le nuage affreux du passé.

Je t'aime quand ton grand œil verse
Une eau chaude comme le sang;
Quand, malgré ma main qui te berce,
Ton angoisse, trop lourde, perce
Comme un râle d'agonisant.

J'aspire, volupté divine!
Hymne profond, délicieux!
Tous les sanglots de ta poitrine,
Et crois que ton cœur s'illumine
Des perles que versent tes yeux!

Je sais que ton cœur, qui regorge
De vieux amours déracinés,
Flamboie encor comme une forge,
Et que tu couves sous ta gorge
Un peu de l'orgueil des damnés;

Mais tant, ma chère, que tes rêves
N'auront pas reflété l'Enfer,
Et qu'en un cauchemar sans trêves,
Songeant de poisons et de glaives,
Eprise de poudre et de fer,

N'ouvrant à chacun qu'avec crainte,
Déchiffrant le malheur partout,
Te convulsant quand l'heure tinte,
Tu n'auras pas senti l'étreinte
De l'irrésistible Dégoût,

Tu ne pourras, esclave reine
Qui ne m'aimes qu'avec effroi,
Dans l'horreur de la nuit malsaine
Me dire, l'âme de cris pleine:
«Je suis ton égale, ô mon Roi!»

Der Mahner

Ein jeder Mensch, der wert ein Mensch zu sein,
Fühlt tief im Herzen eine Schlange wohnen,
Sie lebt und herrscht da wie auf Königsthronen,
Und sagt er: »Ja, ich will!«, so sagt sie: »Nein!«

Senkt er die Blicke voller Glut und Sehnen
Tief in der Nixen Augen, der Sirenen,
So spricht der Natter Zahn: »Gedenk der Pflicht!«

Erzeugt er Kinder oder pflanzt er Bäume,
Schafft er aus Worten oder Marmor Träume,
»Lebst du heut abend noch?« die Schlange spricht.

Was auch der Mensch erhoffen mag und planen.
Kein Augenblick an ihm vorüberschwingt,
In dem nicht quälend an sein Denken dringt
Der giftigen Schlange unerträglich Mahnen.

L'AVERTISSEUR

Tout homme digne de ce nom
A dans le cœur un Serpent jaune,
Installé comme sur un trône,
Qui, s'il dit: «Je veux!» répond: «Non!»

Plonge tes yeux dans les yeux fixes
Des Satyresses ou des Nixes,
La Dent dit: «Pense à ton devoir!»

Fais des enfants, plante des arbres».
Polis des vers, sculpte des marbres,
La Dent dit: «Vivras-tu ce soir?»

Quoi qu'il ébauche ou qu'il espère,
L'homme ne vit pas un moment
Sans subir l'avertissement
De l'insupportable Vipère.

An eine Malabaresin

So fein sind Hand und Fuss, so weich der Hüften Biegen,
Europens Schönste müsst' im Wettstreit dir erliegen;
Des Künstlers Blick voll Lust den holden Körper schaut
Und deiner Augen Samt, der schwärzer als die Haut.
Da, wo dein Gott dich schuf in heissen, blauen Gründen,
Ist deine einzige Pflicht, des Herren Pfeife zünden.
Mit Wasser duftend frisch füllst du für ihn den Krug
Und wehrst von seinem Bett der giftigen Mücken Flug.
Und wenn im Morgenwind leis singen die Platanen,
Kaufst du dir Ananas und saftige Bananen.
Auf nacktem Fuss läufst du, wohin dein Herz dich zieht,
Und trällerst vor dich hin ein altes, fremdes Lied.
Und senkt der Abend dann des Scharlachmantels Schatten,
Streckst du die Glieder sanft auf den geflochtenen Matten,
Und Träume flattern auf, den bunten Vögeln gleich,
Beschwingt und zart wie du, wie du an Anmut reich.
Was zieht dich, glücklich Kind, nach unsrem fernen Lande,
Von Menschen übervoll und voll von Leid und Schande,
Dass du dich anvertraust den Schiffern und den Winden
Und heissen Abschied nimmst von deinen Tamarinden?
Du, halbbekleidet nur mit zartem Musselin,
Wenn dich der Hagel trifft, Schneestürme dich umziehn,
Wie wirst du weinen um die Tage, die verrannen,
Wie wird der Schnürleib dir die Hüften roh umspannen!
Und wenn du müde ziehst durch unsren Schlamm und Kot,
Den seltsam fremden Reiz verkaufst ums Abendbrot,
Dann wird dein Auge starr durch trübe Nebel träumen,
Dann siehst du fern und wirr Schatten von Kokosbäumen.

A UNE MALABARAISE

Tes pieds sont aussi fins que tes mains, et ta hanche
Est large à faire envie à la plus belle blanche;
A l'artiste pensif ton corps est doux et cher;
Tes grands yeux de velours sont plus noirs que ta chair
Aux pays chauds et bleus où ton Dieu t'a fait naître,
Ta tâche est d'allumer la pipe de ton maître,
De pourvoir les flacons d'eaux fraîches et d'odeurs,
De chasser loin du lit les moustiques rôdeurs,
Et, dès que le matin fait chanter les platanes,
D'acheter au bazar ananas et bananes.
Tout le jour, où tu veux, tu mènes tes pieds nus,
Et fredonnes tout bas de vieux airs inconnus;
Et quand descend le soir au manteau d'écarlate,
Tu poses doucement ton corps sur une natte,
Où tes rêves flottants sont pleins de colibris,
Et toujours, comme toi, gracieux et fleuris.
Pourquoi, l'heureuse enfant, veux-tu voir notre France,
Ce pays trop peuplé que fauche la souffrance,
Et, confiant ta vie aux bras forts des marins,
Faire de grands adieux à tes chers tamarins?
Toi, vêtue à moitié de mousselines frêles,
Frissonnante là-bas sous la neige et les grêles,
Comme tu pleurerais tes loisirs doux et francs,
Si, le corset brutal emprisonnant tes flancs,
Il te fallait glaner ton souper dans nos fanges
Et vendre le parfum de tes charmes étranges,
L'œil pensif, et suivant, dans nos sales brouillards,
Des cocotiers absents les fantômes épars!

Die Stimme

In einer jener hohen Büchernischen,
Drin düstre Weisheit, leichter Märchentand,
Römischer Moder, griechischer Staub sich mischen,
Stand meine Wiege. – Wie ein Folioband
Nicht höher war ich, als zwei Stimmen klangen.
Die erste sprach: »Süss ist die Welt und dein,
Denn ohne Grenzen mach' ich dein Verlangen,
Und dein Genuss wird ohne Grenzen sein.«
»O folge mir!« hört' ich die zweite klingen,
»Zieh durch der Träume, durch der Wunder Land!«
Süss klang der Ton wie leichten Seewinds Singen.
Weiss nicht, woher er kam, wohin er schwand,
Das Ohr umschmeichelnd und den Sinn erschreckend.
»Ja, holde Stimme!« rief ich. – Da begann
Mit jenem Tag, stets neue Qualen weckend,
Mein Leid und meine Not. In nichts zerrann
Der Erde Zier. In schwarzen Abgrunds Wallen
Seh' wunderlicher Welten Schatten ich,
Hellsichtigkeit, als Opfer dir verfallen,
Folgt meinem Fuss der Schlange giftiger Stich.
Und Sehern gleich lieb' ich seit jener Stunde
Die Wüste und des Meers Verlassenheit,
Mich schmerzt das Glück, ich lache jeder Wunde,
Aus herbstem Trank schlürf ich noch Süssigkeit.
Oft scheint mir Wahrheit, was den andern Lüge,
Ich strauchle, denn zum Himmel blick' ich starr,
Da spricht die Stimme: »Wahr des Herzens Flüge,
Viel seliger als der Weise träumt der Narr.«

LA VOIX

Mon berceau s'adossait à la bibliothèque,
Babel sombre, où roman, science, fabliau,
Tout, la cendre latine et la poussière grecque,
Se mêlaient. J'étais haut comme un in-folio.
Deux voix me parlaient. L'une, insidieuse et ferme,
Disait: «La Terre est un gâteau plein de douceur;
Je puis (et ton plaisir serait alors sans terme!)
Te faire un appétit d'une égale grosseur.»
Et l'autre: «Viens, oh! viens voyager dans les rêves
Au delà du possible, au delà du connu!»
Et celle-là chantait comme le vent des grèves,
Fantôme vagissant, on ne sait d'où venu,
Qui caresse l'oreille et cependant l'effraie.
Je te répondis: «Oui! douce voix!» C'est d'alors
Que date ce qu'on peut, hélas! nommer ma plaie
Et ma fatalité. Derrière les décors
De l'existence immense, au plus noir de l'abîme,
Je vois distinctement des mondes singuliers,
Et, de ma clairvoyance extatique victime,
Je traîne des serpents qui mordent mes souliers.
Et c'est depuis ce temps que, pareil aux prophètes,
J'aime si tendrement le désert et la mer;
Que je ris dans les deuils et pleure dans les fêtes,
Et trouve un goût suave au vin le plus amer;
Que je prends très souvent les faits pour des mensonges
Et que, les yeux au ciel, je tombe dans des trous.
Mais la Voix me console et dit: «Garde des songes;
Les sages n'en ont pas d'aussi beaux que les fous!».

Hymne

Engel voll Schönheit und Süsse,
Der Licht und Klarheit mir leiht,
Unsterbliches Idol, ich grüsse
Dich in Unsterblichkeit!

Du flutest durch mein Leben
Wie salziger Seewind hin,
Ins Herz voll irdischem Streben
Giesst du des Ewigen Sinn.

Kissen voll wohliger Frische,
Das holde Düfte entfacht,
Weihrauch in heimlicher Nische,
Der vergessen glüht in der Nacht,

Wie soll ich s ganz dir entwirren?
Wie mach' ich mein Lieben dir kund?
Es ruht ja wie Ambra und Myrrhen
In der Seele unsterblichem Grund!

Engel voll Huld und voll Süsse,
Der Kraft und Jugend mir leiht,
Unsterbliches Idol, ich grüsse
Dich in Unsterblichkeit!

HYMNE

A la très chère, à la très belle
Qui remplit mon cœur de clarté,
A l'ange, à l'idole immortelle,
Salut en immortalité!

Elle se répand dans ma vie
Comme un air imprégné de sel,
Et dans mon âme inassouvie,
Verse le goût de l'éternel.

Sachet toujours frais qui parfume
L'atmosphère d'un cher réduit,
Encensoir oublié qui fume
En secret à travers la nuit,

Comment, amour incorruptible,
T'exprimer avec vérité?
Grain de musc qui gis, invisible,
Au fond de mon éternité!

A l'ange, à l'idole immortelle,
A la très bonne, à la très belle
Qui fait ma joie et ma santé,
Salut en immortalité!

Der Rebell

Ein Engel stürzt sich wie ein Aar zur Erde
Und rauft des Glaubenslosen Haar voll Grimm:
»Ich will, dass dem Gesetz Gehorsam werde!
Dein guter Engel bin ich, drum vernimm:

Du sollst sie lieben ohne Widerstreiten,
Die arm und schlecht sind, blöd und kranken Bluts,
Damit du vor dem Herrn dereinst kannst breiten
Prunkvoll den Teppich deines Edelmuts.

Denn das ist Liebe! Sorg' eh' sie entschwindet,
Dass stets dein Herz in Gott Verzückung findet,
Das ist der ewigen Wollust Sinn und Sein!«

Der Engel wahrlich züchtigt, den er liebt,
An dem Verdammten seine Faust er übt;
Doch immer sagt der Gottverfluchte: »Nein!«

LE REBELLE

Un Ange furieux fond du ciel comme un aigle,
Du mécréant saisit à plein poing les cheveux,
Et dit, le secouant: «Ta connaîtras la règle!
(Car je suis ton bon Ange, entends-tu?) Je le veux!

Sache qu'il faut aimer, sans faire la grimace,
Le pauvre, le méchant, le tortu, l'hébété,
Pour que tu puisses faire à Jésus, quand il passe,
Un tapis triomphal avec ta charité.

Tel est l'Amour! Avant que ton cœur ne se blase,
A la gloire de Dieu rallume ton extase;
C'est la Volupté vraie aux durables appas!»

Et l'Ange, châtiant autant, ma foi! qu'il aime,
De ses poings de géant torture l'anathème;
Mais le damné répond toujours; «Je ne veux pas!»

Der Springbrunnen

Dein Aug' ist müd umschattet,
Mein Liebchen, schliess es zu,
Im Arm mir, sanft ermattet,
Die Lust geniesse du.
Lass uns dem Springbrunn lauschen,
Der unaufhörlich singt
Und heut mit sanftem Rauschen
Die Liebesnacht durchdringt.

         Der Strahl, der sprühend
         Zum Himmel steigt,
         Drin Phöbus blühend
         Vielfarbig sich zeigt,
         In Tränen verglühend
         Zur Erde sich neigt.

So deine Seele singend
Sich in Verzückung hebt
Und kühn sich aufwärts schwingend
Zu fernen Himmeln schwebt.
Um dann in müden Wellen,
Hinschmachtend erdenwärts,
In heimlichen Gefallen
Zu strömen in mein Herz.

         Der Strahl, der sprühend
         Zum Himmel steigt,
         Drin Phöbus blühend
         Vielfarbig sich zeigt,
         In Tränen verglühend
         Zur Erde sich neigt.

Du, hold die Nacht durchscheinend.
An deine Brust gelehnt
Lausch' ich dem Lied, das weinend
Aus Brunnentiefen tönt;
Und führ im Blätterschauern,
Im Quell, der raunend schwillt,
Der Mondnacht weiches Trauern,
Der Liebe Spiegelbild.

         Der Strahl, der sprühend
         Zum Himmel steigt,
         Drin Phöbus blühend
         Vielfarbig sich zeigt,
         In Tränen verglühend
         Zur Erde sich neigt.

LE JET D'EAU

Tes beaux yeux sont las, pauvre amante!
Reste longtemps sans les rouvrir,
Dans cette pose nonchalante
Où t'a surprise le plaisir.
Dans la cour le jet d'eau qui jase
Et ne se tait ni nuit ni jour,
Entretient doucement l'extase
Où ce soir m'a plongé l'amour.

    La gerbe épanouie
      En mille fleurs,
    Où Phœbé réjouie
      Met ses couleurs,
    Tombe comme une pluie
      De larges pleurs.

Ainsi ton âme qu'incendie
L'éclair brûlant des voluptés
S'élance, rapide et hardie,
Vers les vastes cieux enchantés.
Puis, elle s'épanche, mourante,
En un flot de triste langueur,
Qui par une invisible pente
Descend jusqu'au fond de mon cœur.

    La gerbe épanouie
      En mille fleurs,
    Où Phœbé réjouie
      Met ses couleurs,
    Tombe comme une pluie
      De larges pleurs.

O toi, que la nuit rend si belle,
Qu'il m'est doux, penché vers tes seins,
D'écouter la plainte éternelle
Qui sanglote dans les bassins!
Lune, eau sonore, nuit bénie,
Arbres qui frissonnez autour,
Votre pure mélancolie
Est le miroir de mon amour.

    La gerbe épanouie
      En mille fleurs,
    Où Phœbé réjouie
      Met ses couleurs,
    Tombe comme une pluie
      De larges pleurs.

Romantischer Sonnenuntergang

Wie schön der jungen Sonne Aufwärtsschweben!
Ihr Morgengruss schiesst Flammen in den Tag.
Beglückt, wer sie in Liebe grüssen mag,
Wenn traumhaft schön sie sich der Nacht ergeben!

Ich weiss ja, ich sah Blumen, Quell und Tal
Erblühn wie kranke Herzen, wo sie funkelt ...
Auf, kommt zum Horizont, bevor es dunkelt,
Noch zu erhaschen einen schrägen Strahl!

Jedoch umsonst, der schöne Gott entgleitet,
Die mächtige Nacht hat schon ihr Reich bereitet.
Das voller Grauen, finster, kalt und feucht.

Ein Moderhauch wallt auf im dunklen Lande.
Indes mein scheuer Fuss am Sumpfesrande
Auf Schnecken tritt, erschreckte Kröten scheucht.

LE COUCHER DU SOLEIL ROMANTIQUE

Que le Soleil est beau quand tout frais il se lève,
Comme une explosion nous lançant son bonjour!
– Bienheureux celui-là qui peut avec amour
Saluer son coucher plus glorieux qu'un rêve!

Je me souviens!... J'ai vu tout, fleur, source, sillon,
Se pâmer sous son œil comme un cœur qui palpite,..
– Courons vers l'horizon, il est tard, courons vite,
Pour attraper au moins un oblique rayon!

Mais je poursuis en vain le Dieu qui se retire;
L'irrésistible Nuit établit son empire,
Noire, humide, funeste et pleine de frissons;

Une odeur de tombeau dans les ténèbres nage,
Et mon pied peureux froisse, au bord du marécage,
Des crapauds imprévus et de froids limaçons.

Der Abgrund

Pascal sah, wo er ging, des Abgrunds Spalt.
Abgrund ist alles uns, Tat, Traum, Verlangen;
Wie oft hob sich mein Haar in starrem Bangen,
Durchschauerte mich Grauen eisig kalt!

In Höh'n und Tiefen, wo kein Ton mehr hallt,
In Ländern, furchtbar und doch voller Prangen,
Ist Gottes Hand durch meinen Schlaf gegangen,
Ein Schreckbild malend, grausam, vielgestalt.

Ich fürchte mich vorm Schlaf, dein schwarzen Tor,
Das Unheil birgt, wenn man den Weg verlor:
Die Ewigkeit blickt starr durch alle Scheiben.

Mein Geist, hintaumelnd an des Wahnsinns Sumpf,
Beneidet, was da fühllos, kalt und stumpf.
– Ach, immer bei den Zahlen, Dingen bleiben!

LE GOUFFRE

Pascal avait son gouffre, avec lui se mouvant.
– Hélas! tout est abîme, – action, désir, rêve,
Parole! et sur mon poil qui tout droit se relève
Mainte fois de la Peur je sens passer le vent.

En haut, en bas, partout, la profondeur, la grève,
Le silence, l'espace affreux et captivant...
Sur le fond de mes nuits Dieu de son doigt savant
Dessine un cauchemar multiforme et sans trêve.

J'ai peur du sommeil comme on a peur d'un grand trou,
Tout plein de vague horreur, menant on ne sait où;
Je ne vois qu'infini par toutes les fenêtres,

Et mon esprit, toujours du vertige hanté,
Jalouse du néant l'insensibilité.
– Ah! ne jamais sortir des Nombres et des Etres!

Die Klagen eines Ikarus

Der Bursch, der die Dirne bezwungen,
Ist glücklich, zufrieden und satt,
Mein Arm ist zerbrochen und matt,
Weil er mit Wolken gerungen.

Der Sternwelt, die leuchtend schwebt,
Ein unvergleichlich Entzücken,
Dank' ich's, dass meinen Blicken
Nur Sonnenerinnerung lebt.

Ich hoffte, im Raum zu erkennen
Der Dinge Mitte und Schluss,
Und fühl' nun im Glutenkuss
Meine Flügel zerfallen, verbrennen.

Vernichtet vom Schönheitsdrang
Wird mir kein Nachruhm zu eigen,
Es wird meinen Namen verschweigen
Die Tiefe, die mich verschlang.

LES PLAINTES D'UN ICARE

Les amants des prostituées
Sont heureux, dispos et repus;
Quant à moi, mes bras sont rompus
Pour avoir étreint des nuées.

C'est grâce aux astres non pareils,
Qui tout au fond du ciel flamboient,
Que mes yeux consumés ne voient
Que des souvenirs de soleils.

En vain j'ai voulu de l'espace,
Trouver la fin et le milieu;
Sous je ne sais quel œil de feu
Je sens mon aile qui se casse;

Et brûlé par l'amour du beau,
Je n'aurai pas l'honneur sublime
De donner mon nom à l'abîme
Qui me servira de tombeau.

Sammlung

Sei still, mein Schmerz, du musst nun leiser klagen,
Den Abend riefst du, sieh, er kam zu dir,
Hat um die Stadt sein weiches Tuch geschlagen
Und brachte Frieden dort und Kummer hier.

Lass nun die Menge sich bei Festgelagen,
Gepeitscht von ihrem Henkersknecht, der Gier,
Den bittren Ekel und die Scham erjagen,
Gib mir die Hand, mein Schmerz, und komm mit mir.

Fern, fern wir zwei. – Siehst du der Jahre Reigen
Sich im verblichnen Kleid vom Himmel neigen,
Die Reu', die lächelnd in der Tiefe wacht?

Die Sonne stirbt dort unterm Brückenbogen,
Und wie ein Bahrtuch kommt's von Ost gezogen,
Horch! Hörst du ihn, mein Schmerz, den Schritt der Nacht?

RECUEILLEMENT

Sois sage, ô ma Douleur, et tiens-toi plus tranquille,
Tu réclamais le Soir; il descend; le voici:
Une atmosphère obscure enveloppe la ville,
Aux uns portant la paix, aux autres le souci.

Pendant que des mortels la multitude vile,
Sous le fouet du Plaisir, ce bourreau sans merci,
Va cueillir des remords dans la fête servile,
Ma Douleur, donne-moi la main; viens par ici,

Loin d'eux. Vois se pencher les défuntes Années,
Sur les balcons du ciel, en robes surannées;
Surgir du fond des eaux le Regret souriant;

Le Soleil moribond s'endormir sous une arche,
Et, comme un long linceul traînant à l'Orient,
Entends, ma chère, entends la douce Nuit qui marche.

L' Heautontimoroumenos

A. J. G. F.

Ich treff' ins Herz dich ohne Hassen,
Ein Henker ohne Zorn und Pein,
So schlug einst Moses auf den Stein!
Und Fluten will ich strömen lassen

Aus deinem Aug' , ein Meer von Weh,
Um meine Wüste neu zu tränken,
Und stolz will ich die Wünsche lenken
Auf deiner Tränen salziger See.

Dein liebes Schluchzen und dein Klagen,
Dein wilder, hoffnungsloser Schmerz
Wird mir berauschend an das Herz
Wie Sturm und Trommelwirbel schlagen.

Bin ich der grelle Missklang nicht
In diesem reinen Weltentönen
Dank der Gewalt, die, mich zu höhnen,
Die Seele rüttelt, reizt und sticht?

Denn in mir ist ein Schrei voll Grauen!
Ein Gift in mir, so schwarz und wild!
Ich bin der Spiegel, drin ihr Bild
Die Furien und Megären schauen!

Ich bin die Wange und der Streich,
Ich bin das Messer und die Wunde,
Glieder und Rad zur selben Stunde!
Opfer und Henkersknecht zugleich!

Der Vampir, der sein Blut muss saugen,
Der Einsamkeit verlorener Sohn,
Mein Mund, verdammt zu ewigem Hohn,
Will nimmermehr zum Lächeln taugen!

L'HEAUTONTIMOROUMENOS

A. J. G. F.

Je te frapperai sans colère
Et sans haine, – comme un boucher!
Comme Moïse le rocher,
– Et je ferai de ta paupière,

Pour abreuver mon Sahara,
Jaillir les eaux de la souffrance,
Mon désir gonflé d'espérance
Sur tes pleurs salés nagera

Comme un vaisseau qui prend le large,
Et dans mon cœur qu'ils soûleront
Tes chers sanglots retentiront
Comme un tambour qui bat la charge!

Ne suis-je pas un faux accord
Dans la divine symphonie,
Grâce à la vorace Ironie
Qui me secoue et qui me mord?

Elle est dans ma voix, la criarde!
C'est tout mon sang, ce poison noir!
Je suis le sinistre miroir
Où la mégère se regarde.

Je suis la plaie et le couteau!
Je suis le soufflet et la joue!
Je suis les membres et la roue,
Et la victime et le bourreau!

Je suis de mon cœur le vampire,
– Un de ces grands abandonnés
Au rire éternel condamnés,
Et qui ne peuvent plus sourire!

Das Unlösbare

I

Eine Form, ein Hauch, ein Seelenschwingen
Schied vom Äther, fiel aus lichtem Blau
In des Sumpfes Schlamm und bleiern Grau,
Wo kein Himmelslicht zu ihm kann dringen,

Und ein Engel, töricht und verirrt,
Liess von Liebe sich ins Dunkel locken,
Wilder Albdruck macht das Herz ihm stocken,
Und er wehrt sich angstvoll und verwirrt,

Wie ein Schwimmer in der Nacht, o Grausen!
Gegen eines Wirbelstroms Gewalt,
Dessen Sang wie Sang von Narren schallt,
Der im Kreis sich dreht mit tollem Brausen;

Und ein Mensch, behext von böser Macht,
Will mit nutzlos hastigem Tasten fliehen
Einen Ort, wo Wurm und Schlangen ziehen,
Sucht umsonst die Tür in finstrer Nacht;

Ein Verdammter muss zum Abgrund steigen,
Keine Lampe in der Hand er trägt,
Fauler Dunst ihm feucht entgegenschlägt,
Endlos sich die steilen Treppen neigen,

Scheussliches Getier harrt unten sein,
Dessen wilden Blickes Phosphor funkeln
Macht die schwarze Nacht noch schwärzer dunkeln,
Macht nichts sichtbar als den Blick allein.

Im Polareis liegt ein Schiff gefangen,
Wie in einer Schlinge von Kristall,
Sucht vergebens in dem Riesenwall
Nach dem Spalt, durch den es einst gegangen.

Bilder eines Lebens, welches nie
Aus den Netzen des Geschicks zu lösen,
Bilder, die da zeigen, dass dem Bösen
Alles, was er tat, nach Wunsch gedieh.

II

Zweisamkeit, drin Licht und Dunkel streitet,
Lebt im Herzen, das sein Spiegel ward!
Born der Wahrheit klar und schwarz, drauf zart
Eines Sterns blasszitternd Licht hingleitet.

Doch ein Leuchtturm, höhnend in der Nacht,
Eine Fackel von des Satans Gnaden,
Einziger Trost und Ruhm auf irren Pfaden
Ist das Wissen um des Bösen Macht.

L'IRREMEDIABLE

I

Une Idée, une Forme, un Etre
Parti de l'azur et tombé
Dans un Styx bourbeux et plombé
Où nul œil du Ciel ne pénètre;

Un Ange, imprudent voyageur
Qu'a tenté l'amour du difforme,
Au fond d'un cauchemar énorme
Se débattant comme un nageur,

Et luttant, angoisses funèbres!
Contre un gigantesque remous
Qui va chantant comme les fous
Et pirouettant dans les ténèbres;

Un malheureux ensorcelé
Dans ses tâtonnements futiles,
Pour fuir d'un lieu plein de reptiles,
Cherchant la lumière et la clé;

Un damné descendant sans lampe,
Au bord d'un gouffre dont l'odeur
Trahit l'humide profondeur,
D'éternels escaliers sans rampe,

Où veillent des monstres visqueux
Dont les larges yeux de phosphore
Font une nuit plus noire encore
Et ne rendent visibles qu'eux;

Un navire pris dans le pôle,
Comme en un piège de cristal,
Cherchant par quel détroit fatal
Il est tombé dans cette geôle;

– Emblèmes nets, tableau parfait
D'une fortune irrémédiable,
Qui donne à penser que le Diable
Fait toujours bien tout ce qu'il fait!

II

Tête-à-tête sombre et limpide
Qu'un cœur devenu son miroir
Puits de Vérité, clair et noir,
Où tremble une étoile livide,

Un phare ironique, infernal,
Flambeau des grâces sataniques,
Soulagement et gloire uniques,
– La conscience dans le Mal!

Die Turmuhr

Turmuhr! Finstrer Gott, taub unsrem Flehen,
Stumm dein Finger droht: »Erinnre dich!«
Und das Leid, das einst mein Herz durchschlich,
Fühl' ich zitternd in mir neu erstehen.

Lust, die zarte, wird ins Weite fliehn,
Wie ein Geist zu luftigen Gebäuden;
Jeder Augenblick raubt von den Freuden,
Die das Schicksal unsrem Los verliehn.

Viele hundert Mal durchraunt's die Stunde
Das »Erinnre dich!« – Insektengleich
Schwirrt das Jetzt: »Ich bin das Einst zugleich,
Saug' dein Leben auf mit meinem Munde!«

Und »Remember« klingt's »Esto memor«
(Der metallne Mund kennt alle Klänge)
»Die Minuten sind wie Felsengänge,
Und aus jeder schlage Gold, o Tor!«

Spielern gleicht die Zeit, die immer wieder
Spiel auf Spiel gewinnen, Schlag auf Schlag!
Länger wird die Nacht und kurz dein Tag,
Durstig ist die Schlucht, der Sand rinnt nieder.

Bald wird Zufall, göttlich blind und stumm,
Wird die Tugend, die jungfräulich-scheue,
Wird, o letztes Obdach, selbst die Reue
Zu dir sprechen: »Stirb, die Zeit ist um!«

L'HORLOGE

Horloge dieu sinistre, effrayant, impassible,
Dont le doigt nous menace et nous dit: Souviens-toi!
Les bivrantes Douleurs dans ton cœur plein d'effroi
Se planteront bientôt comme dans une cible;

Le Plaisir vaporeux fuira vers l'horizon
Ainsi qu'une sylphide au fond de la coulisse;
Chaque instant te dévore un morceau du délice
A chaque homme accordé pour toute sa saison.

Trois mille six cents fois par heure, la Seconde
Chuchote: Souviens-toi! – Rapide, avec sa voix
D'insecte, Maintenant dit: Je sais Autrefois,
Et j'ai pompé ta vie avec ma trompe immonde!

Remember! Souviens-toi! prodigue! Esto memor! (Mon gosier de métal parle toutes les langues.)
Les minutes, mortel folâtre, sont des gangues
Qu'il ne faut pas lâcher sans en extraire l'or!

Souviens-toi que le Temps est un joueur avide Qui gagne sans tricher, à tout coup! c'est la loi.
Le jour décroît; la nuit augmente, souviens-toi!
Le gouffre a toujours soif; la clepsydre se vide.

Tantôt sonnera l'heure où le divin Hasard,
Où l'auguste Vertu, ton épouse encor vierge,
Où le Repentir même (oh! la dernière auberge!),
Où tout te dira: Meurs, vieux lâche! il est trop tard!»

 

 

TABLEAUX PARISIENS

Die Sonne

Durch der alten Vorstadt verfallene Gassen und Ecken,
Wo verblichene Gardinen das heimliche Laster verstecken,
Wenn die Sonne grausam glühende Pfeile gesandt
Auf das Korn und die Dächer, die wimmelnde Stadt und das Land,
Schreit ich, phantastische Fechterkünste verführend,
In allen Winkeln die Reime witternd und spürend,
Über Worte strauchelnd und Steine, wie Trunkne es tun,
Und Verse stammelnd, die träumend schon lang in mir ruhn.

O Sonne, Ernährer, du Feind kranker Säfte und Keime,
Du lässt wie Rosen erblühen die Lieder und Reime,
Du lässt die Sorgen verdunsten in leuchtender Luft,
Wie den Bienenkorb füllst du das Hirn uns mit Süsse und Duft;
Dem Mann an der Krücke selbst leihst du Begeistrung und Schwung
Und machst wie ein Mädchen ihn, fröhlich und lachend und jung,
Befiehlst auch der Ernte, dass sie wächst und gedeiht
Im unsterblichen Herzen, das ewig zu blühen bereit!
Wenn leuchtend und golden hinab zu den Städten du gleitest,
Wie ein Dichter den Glanz um Schmutz und um Hässlichkeit breitest,
Dann trittst du, ein König, ohne Lärmen und Hast
Und ohne Dienerschar in Hütte und Palast.

LE SOLEIL

Le long du vieux faubourg, où pendant aux masures
Les persiennes, abri des secrètes luxures,
Quand le soleil cruel frappe à traits redoublés
Sur la ville et les champs, sur les toits et les blés.
Je vais m'exercer seul à ma fantasque escrime,
Flairant dans tous les coins les hasards de la rime.
Trébuchant sur les mots comme sur les pavés,
Heurtant parfois des vers depuis longtemps rêvés.

Ce père nourricier, ennemi des chloroses,
Eveille dans les champs les vers comme les roses;
Il fait s'évaporer les soucis vers le ciel,
Et remplit les cerveaux et les ruches de miel.
C'est lui qui rajeunit les porteurs de béquilles
Et les rend gais et doux comme des jeunes filles,
Et commande aux moissons de croître et de mûrir
Dans le cœur immortel qui toujours veut fleurir!
Quand, ainsi qu'un poète, il descend dans les villes,
Il ennoblit le sort des choses les plus viles,
Et s'introduit en roi, sans bruit et sans valets,
Dans tous les hôpitaux et dans tous les palais.

Die beleidigte Luna

Der unsre Väter fromm ergeben waren,
Luna, die hoch im Strahlenschlosse lebt,
Von der geschmückten Sternenschar umschwebt,
Du alte Cynthia, Lampe in Gefahren,

Siehst du die Liebenden auf harten Bahren?
Den frischen Hauch, der sie im Schlaf umwebt?
Den Dichter, der vom Werk den Blick nicht hebt?
Die Vipern, die im trocknen Gras sich paaren?

Schleichst du im gelben Domino verstohlen
Noch jede Nacht dahin auf scheuen Sohlen,
Wo der verblühte Reiz Endymions winkt?

– »Ich sehe deine Mutter, Kind der Erde,
Wie sie, gebeugt von Alter und Beschwerde,
Die Brust, die dich gesäugt, vorm Spiegel schminkt!«

LA LUNE OFFENSEE

O Lune qu'adoraient discrètement nos pères,
Du haut des pays bleus où, radieux sérail,
Les astres vont te suivre en pimpant attirail,
Ma vieille Cynthia, lampe de nos repaires,

Vois-tu les amoureux sur leurs grabats prospères,
De leur bouche en dormant montrer le frais émail?
Le poète buter du front sur son travail?
Où sous les gazons secs s'accoupler les vipères?

Sous ton domino jaune, et d'un pied clandestin,
Vas-tu, comme jadis, du soir jusqu'au matin,
Baiser d'Endymion les grâces surannées?

« – Je vois ta mère, enfant de ce siècle appauvri,
Qui vers son miroir penche un lourd amas d'années,
Et plâtre artistement le sein qui t'a nourri!»

An eine rothaarige Bettlerin

Bleiche du im roten Haar,
Not und Armut schaut fürwahr
Aus den Löchern deines Kleids
Und viel holder Reiz.

Ja, dein schmächtiger Körper beut,
Sommersprossenüberstreut,
Seine Süssigkeit sogar
Armen Dichtern dar.

Stolz und zierlich gehst du hin,
Keine Märchenkönigin
Trägt so leicht den seidnen Schuh,
Wie den Holzpantoffel du.

Statt der Lumpen sollte dich
Schwer umhüllen, feierlich
Prunkvoll Kleid, das faltig bauscht
Und den Fuss umrauscht.

Statt zerrissner Strümpfe sollt'
An dem Bein ein Dolch von Gold
Lüstlings Blicke auf sich ziehn,
Helle Funken sprühn.

Und das Tuch, das leicht sich löst,
Zeig' dem sünd'gen Blick entblösst
Deiner Brüste strahlend Paar,
Wie zwei Augen klar.

Deine Arme schnell bereit
Sollen lösen Band und Kleid,
Bieten leichten Widerstand
Nur der kecken Hand.

Perlen klar und fehlerlos,
Ein verliebt Sonett Belleaus
Reich' dir der Verehrer Schar
Täglich kniend dar.

Manch ein kühner Reimeschmied
Weihe dir sein erstes Lied,
Und bewundre, wie dein Schritt
Leicht die Stufen tritt.

Es umspäh' in deinem Bann
Kühner Knab' und Edelmann,
Seufzend mancher rauhe Held,
Nachts dein lauschig Zelt.

Auf dem Lager sollen glühn
Küsse mehr als Lilien blühn,
Und ein Valois knie hier
Als ein Knecht vor dir!

Bettelnd ziehst du Kind der Not.
Hin durch Strassenschmutz und Kot,
Sammelst aus dem Abfallhauf
Dir die Lumpen auf.

Gierig streift den Schmuck dein Blick,
Neunundzwanzig Sous das Stück,
Das ich, rechne mir's nicht an.
Dir nicht schenken kann.

Geh denn hin ganz ohne Zier,
Ohne Perlen und Saphir,
Schlank und nackt und voller Ruh,
Meine Schönheit du.

A UNE MENDIANTE ROUSSE

Blanche fille aux cheveux roux,
Dont ta robe par ses trous
Laisse voir la pauvreté
    Et la beauté,

Pour moi, poète chétif,
Ton jeune corps maladif
Plein de taches de rousseur
    A sa douceur.

Tu portes plus galamment
Qu'une reine de roman
Ses cothurnes de velours
    Tes sabots lourds.

Au lieu d'un haillon trop court,
Qu'un superbe habit de cour
Traîne à plis bruyants et longs
    Sur tes talons;

Et place de bas troués,
Que pour les yeux des roués
Sur ta jambe un poignard d'or
    Reluise encor;

Que des nœuds mal attachés
Dévoilent pour nos péchés
Tes deux beaux seins, radieux
    Comme des yeux;

Que pour te déshabiller
Tes bras se fassent prier
Et chassent à coups mutins
    Les doigts lutins;

– Perles de la plus belle eau,
Sonnets de maître Belleau
Par tes galants mis aux fers
    Sans cesse offerts,

Valetaille de rimeurs
Te dédiant leurs primeurs
Et contemplant ton soulier
    Sous l'escalier,

Maint page épris du hasard,
Maint seigneur et maint Ronsard
Epieraient pour le déduit
    Ton frais réduit!

Tu compterais dans tes lits
Plus de baisers que de lys
Et rangerais sous tes lois
    Plus d'un Valois!

– Cependant tu vas gueusant
Quelque vieux débris gisant
Au seuil de quelque Véfour
    De carrefour;

Tu vas lorgnant en dessous
Des bijoux de vingt-neuf sous
Dont je ne puis, oh! pardon!
    Te faire don;

Va donc, sans autre ornement,
Parfum, perles, diamant,
Que ta maigre nudité,
    O ma beauté!

Der Schwan

An Victor Hugo

I

Zu dir, Andromache, eilt jetzt mein Sinn beflügelt.
Der grauarmselige Fluss, drin einst sich hoheitsvoll
Dein ungeheurer Schmerz, dein Witwenleid gespiegelt,
Der trügerische Fluss, der durch dein Weinen schwoll,

Hat plötzlich aufgeweckt, befruchtet mein Gedächtnis.
In Sinnen schreit' ich durch das neue Karussell.
Vom einstigen Paris nur noch ein karg Vermächtnis.
Wie schnell stirbt eine Stadt! Kaum Liebe stirbt so schnell.

Nur noch im Geist seh' ich dies Feld von Hütten wimmeln,
Halbfertige Säulen da, dort Blöcke grau berusst,
Geröll und Stein seh' ich in grünen Pfützen schimmeln,
Am Boden Trödelkram, ein glänzend wirrer Wust.

Tierbuden standen dort. Und einst zu jener Stunde,
Da von der Lagerstatt der Tag sich fröstelnd hebt,
Arbeit und Qual erwacht, und in die stille Runde
Von dem Schindanger her ein dumpfes Heulen schwebt,

Da sah ich einen Schwan, der seiner Haft entwichen;
Mit seinem Flossenfuss reibt er den trocknen Sand,
Sein weisser Flügel schleift am Weg, dem kümmerlichen,
Er bleibt am Bache stehn, daraus das Wasser schwand.

Und zitternd badet er im Staub sein zart Gefieder
Und ruft, das Herz erfüllt vom blauen Heimatteich:
»Wolke, wann regnest du? Wann fährst du Blitz hernieder?«
Ich sah dies fremde Bild, uralten Mythen gleich.

Wie es Ovid erzählt, reckt er zum Himmel droben,
Der blau herniederlacht in grausam herbem Spott,
Reckt er auf schwankem Hals sein durstig Haupt nach oben,
Als schleudr' er seinen Zorn und seine Qual zu Gott.

II

Paris verändert sich. In mir will sich nichts ändern,
Der Trübsinn nagt an mir. Gerüst, Geröll, Palast,
Rings alles scheint verhüllt mit seltsamen Gewändern,
Und lieb Erinnern drückt mich schwer wie Bergeslast

Vorm Louvre stand ein Bild plötzlich vor meinen Sinnen;
Ich sah den grossen Schwan, der scheu vorüber schlich,
Wie der Verbannte, der verhöhnt und stolz tief innen
Der Sehnsucht Wunde birgt. – Da dachte ich an dich,

Andromache, der jäh den Gatten man entrissen,
Die in des Pyrrhus Hand als Beute fallen muss,
Die auf ein leeres Grab sich krümmt, von Qual zerrissen.
Des Hektars Witwe, ach, und Weib des Hellenus.

Der Negerin dachte ich, der magren, kranken, müden.
Die, watend tief im Schlamm, verstörten Blickes späht
Nach ihrem Kokoswald, der fern im lichten Süden,
Jenseits der Nebelwand, der ungeheuren, steht.

An jeden, der verlor, was nie ihm wiederkehrte,
Nie, niemals wiederkehrt, der seine Tränen trank
Und an dem Schmerz wie an der Wölfin Brust sich nährte,
Der Waisen dachte ich, gleich Blumen welk und krank. –

Den Wald, den sich mein Geist als Zuflucht auserkoren.
Durchzieht wie Hörnerklang alter Erinnrung Hauch.
Ich denk' der Schiffer, die auf fernem Riff verloren.
Besiegter, Fallender; und all der andern auch.

LE CYGNE

A VICTOR HUGO

I

Andromaque, je pense à vous! – Ce petit fleuve,
Pauvre et triste miroir où jadis resplendit
L'immense majesté de vos douleurs de veuve,
Ce Simoïs menteur qui par vos pleurs grandit,

A fécondé soudain ma mémoire fertile,
Comme je traversais le nouveau Carrousel.
– Le vieux Paris n'est plus (la forme d'une ville
Change plus vite, hélas! que le cœur d'un mortel);

Je ne vois qu'en esprit tout ce camp de baraques,
Ces tas de chapiteaux ébauchés et de fûts,
Les herbes, les gros blocs verdis par l'eau des flasques
Et, brillant aux carreaux, le bric-à-brac confus.

Là s'étalait jadis une ménagerie;
Là je vis, un matin, à l'heure où sous les cieux
Clairs et froids le Travail s'éveille, où la voirie
Pousse un sombre ouragan dans l'air silencieux,

Un cygne qui s'était évadé de sa cage,
Et, de ses pieds palmés frottant le pavé sec,
Sur le sol raboteux traînait son grand plumage.
Près d'un ruisseau sans eau la bête ouvrant le bec,

Baignait nerveusement ses ailes dans la poudre,
Et disait, le cœur plein de son beau lac natal:
«Eau, quand donc pleuvras-tu? quand tonneras-tu,
Je vois ce malheureux, mythe étrange et fatal, foudre?

Vers le ciel quelquefois, comme l'homme d'Ovide,
Vers le ciel ironique et cruellement bleu,
Sur son cou convulsif tendant sa tête avide,
Comme s'il adressait des reproches à Dieu!

II

Paris change, mais rien dans ma mélancolie
N'a bougé! palais neufs, échafaudages, blocs,
Vieux faubourgs, tout pour moi devient allégorie,
Et mes chers souvenirs sont plus lourds que des rocs.

Aussi devant ce Louvre une image m'opprime:
Je pense à mon grand cygne, avec ses gestes fous,
Comme les exilés, ridicule et sublime,
Et rongé d'un désir sans trêve! et puis à vous,

Andromaque, des bras d'un grand époux tombée,
Vil bétail, sous la main du superbe Pyrrhus,
Auprès d'un tombeau vide en extase courbée;
Veuve d'Hector, hélas! et femme d'Hélénus!

Je pense à la négresse, amaigrie et phtisique,
Piétinant dans la boue, et cherchant, l'œil hagard,
Les cocotiers absents de la superbe Afrique
Derrière la muraille immense du brouillard;

A quiconque a perdu ce qui ne se retrouve
Jamais! jamais! à ceux qui s'abreuvent de pleurs
Et tettent la Douleur comme une bonne louve!
Aux maigres orphelins séchant comme des fleurs!

Ainsi dans la forêt où mon esprit s'exile
Un vieux Souvenir sonne à plein souffle du cor!
Je pense aux matelots oubliés dans une île,
Aux captifs, aux vaincus!... à bien d'autres encor!

Die sieben Greise

An Victor Hugo

Wimmelnde Stadt, du Stadt so voll von Träumen,
Dass Geisterspuk uns lichten Tags umkrallt!
In deinem Leib wie Säfte kreisend schäumen
Geheimnisse durch jeden trüben Spalt.

Am Morgen war's, als in den öden Gassen
Im Dunst die Häuser wuchsen himmelwärts,
Wie Dämme, die den mächt'gen Fluss umfassen,
Trüb die Kulisse, wie des Spielers Herz.

Den schmutziggelben Nebeldunst durchschreitend
Strafft' ich die matten Nerven wie ein Held
Und kam, mit meiner müden Seele streitend,
Zur Vorstadt, die vom Lärm der Karren gellt.

Da taucht ein Greis auf, den nur Lumpen decken,
An Farben fast dem Regenhimmel gleich ;
Sein Anblick müsste das Erbarmen wecken,
Blitzt' aus dem Blick nicht Bosheit wild und bleich.

Aus Galle schien sein Aug' und auf den Wegen
Ward Schlamm und Reif vor seinen Blicken hart,
Sein langer Bart, straf wie ein spitzer Degen,
Stand starr nach vorn, ein wilder Judasbart.

Gebeugt nicht, nein gebrochen war sein Rücken
Rechtwinklig zu dem Bein, dass Gang und Stab
Dem scheusslichen Gebild voll Hass und Tücken
Das Aussehn eines lahmen Tieres gab.

Dem Juden auf drei Füssen mocht' er gleichen,
Er schwankt dahin durch Schnee und kotigen Brei,
Als trät' er ewig mit den Schuhen auf Leichen,
Feindselig, hasserfüllt und stumpf dabei.

Und hinter ihm ein Gleicher, – Bart, Blick, Rücken,
Lumpen und Stab vom gleichen Pfuhl entsandt!
Das greise Zwillingspaar auf seinen Krücken
Ging gleichen Schritts zu nie geschautem Land.

Doch jetzt, – welch böser Geist schwang seine Knute?
Welch Schrecknis wollt' in seinen Kreis mich ziehn?
Ich zählte siebenmal, Minute auf Minute,
Den finstern Greis, der siebenmal erschien!

Wer meines Grauens lacht und von Gewalten
Verwandten Schauders nie geschüttelt ward,
Bedenk', im Blick der grauenvollen Alten
Hat siebenmal die Ewigkeit gestarrt!

Konnt' lebend ich auch noch den Achten schauen
Voll unerbittlich schicksalsschwerem Hohn,
Sich Sohn und Vater selbst? – O widerwärtig Grauen!
Ich wandte mich und war dem Spuk entflohn.

Dem Säufer gleich, der doppelt sieht, geschüttelt
Schwankt ich nach Haus, verschloss die Tür. Und krank,
Fiebernd, von Frost erstarrt, von Graun gerüttelt
Ich in des Rätsels Widersinn versank.

Umsonst rang die Vernunft, dem Sturm zu wehren,
Im Spiel entriss er ihr des Steuers Griff;
Auf uferlosen, grauenvollen Meeren
Tanzt meiner Seele steuerloses Schiff.

LES SEPT VIEILLARDS

A VICTOR HUGO

Fourmillante cité, cité pleine de rêves,
Où le spectre en plein jour raccroche le passant!
Les mystères partout coulent comme des sèves
Dans les canaux étroits du colosse puissant.

Un matin, cependant que dans la triste rue
Les maisons, dont la brume allongeait la hauteur,
Simulaient les deux quais d'une rivière accrue,
Et que, décor semblable à l'âme de l'acteur,

Un brouillard sale et jaune inondait tout l'espace,
Je suivais, roidissant mes nerfs comme un héros
Et discutant avec mon âme déjà lasse,
Le faubourg secoué par les lourds tombereaux.

Tout à coup, un vieillard dont les guenilles jaunes
Imitaient la couleur de ce ciel pluvieux,
Et dont l'aspect aurait fait pleuvoir les aumônes,
Sans la méchanceté qui luisait dans ses yeux,

M'apparut. On eût dit sa prunelle trempée
Dans le fiel; son regard aiguisait les frimas,
Et sa barbe à longs poils, roide comme une épée,
Se projetait, pareille à celle de Judas.

Il n'était pas voûté, mais cassé, son échine
Faisant avec sa jambe un parfait angle droit,
Si bien que son bâton, parachevant sa mine,
Lui donnait la tournure et le pas maladroit

D'un quadrupède infirme ou d'un juif à trois pattes.
Dans la neige et la boue il allait s'empêtrant,
Comme s'il écrasait des morts sous ses savates,
Hostile à l'univers plutôt qu'indifférent.

Son pareil le suivait: barbe, œil, dos, bâton, loques,
Nul trait ne distinguait, du même enfer venu,
Ce jumeau centenaire, et ces spectres baroques
Marchaient du même pas vers un but inconnu.

A quel complot infâme étais-je donc en butte,
Ou quel méchant hasard ainsi m'humiliait?
Car je comptai sept fois, de minute en minute,
Ce sinistre vieillard qui se multipliait!

Que celui-là qui rit de mon inquiétude,
Et qui n'est pas saisi d'un frisson fraternel
Songe bien que malgré tant de décrépitude
Ces sept monstres hideux avaient l'air éternel!

Aurais-je, sans mourir, contemplé le huitième,
Sosie inexorable, ironique et fatal,
Dégoûtant Phénix, fils et père de lui-même?
– Mais je tournai le dos au cortège infernal.

Exaspéré comme un ivrogne qui voit double,
Je rentrai, je fermai ma porte, épouvanté,
Malade et morfondu, l'esprit fiévreux et trouble,
Blessé par le mystère et par l'absurdité!

Vainement ma raison voulait prendre la barre;
La tempête en jouant déroutait ses efforts,
Et mon âme dansait, dansait, vieille gabarre
Sans mâts, sur une mer monstrueuse et sans bords!

Die kleinen Alten

An Victor Hugo

I

In der alten Städte winklig engen Gassen,
Wo alles, der Schauder sogar, in Entzücken sich kehrt,
Streif ich umher und späh', schlimmer Laun' überlassen,
Nach seltsamen Wesen, verwittert und reizvoll verklärt.

Einst waren sie Frauen, die greulichen Spukgestalten,
Epona, Lais, verschrumpft nun, krank und verwirrt,
Doch Seelen noch immer! O liebt sie, die ärmlichen Alten!
Im dünnen Tuch und zerrissenen Rocke irrt

Ihr gebückter Leib, den die grausamen Winde schlagen,
Der zitternd beim Rollen und Lärmen der Wagen erschrickt.
An ihrem Arm wie heilige Reste sie tragen
Den kleinen Beutel mit Blumen und Bildern bestickt.

Sie trippeln wie Puppen ängstlich und scheu ihre Pfade,
Sie schleppen sich fort wie Tiere, wund und verwaist,
Sie müssen tanzen ohne Erretten und Gnade,
Wie Glocken, daran ein Dämon zerret und reisst.

Zerschlagen ihr Leib, doch die bohrenden Blicke saugen
Sich fest und leuchten wie tiefe Brunnen bei Nacht,
Es sind ja des kleinen Mädchens göttliche Augen,
Das über alles, was glänzt, voll Verwunderung lacht.

Und oft sind nicht grösser die Särge der Alten
Als eines Kindes Bahre. – Merkt ihr es wohl?
Der weise Tod will seltsame Laune entfalten
Und legt in die Gleichheit der Särge ein rührend Symbol.

Und wenn meine Füsse die wimmelnden Strassen durchschreiten,
Die gespenstischen Schatten mir lautlos vorüberziehn,
Dann sehe ich die zerbrechlichen Wesen gleiten
Ganz leis und sacht zur neuen Wiege hin.

Und ich denke beim Anblick dieser verschrobenen Glieder
An des Handwerkers Rechenkunst, Mühe und Last,
Der die Formen ändern muss wieder und wieder,
Bis die ärmliche Kiste zu jedem der Körper passt.

Und ihre Augen sind Brunnen aus Millionen von Tränen,
Sind Tiegel, in denen das leuchtende Gold schon erstarrt,
Voll unbezwinglichem Zauber fesseln sie jenen,
Den der harte Kummer gesäugt, den das Leben genarrt.

II

Des allen Frascati zärtliche Priesterinnen,
Sorglose Kinder Thaliens! – Die Toten nur
Flüstern noch eure Namen, ihr Sünderinnen,
Leuchtende Blumen einst auf des Tivoli lachender Flur!

Ihr alle berauscht mich! – Doch zwischen euch sehe ich ziehen
Die Zartesten, denen der Schmerz erst das Leben erschloss,
Die sprachen zum Opfermut, der ihnen Schwingen geliehen:
»Trag uns zum Himmel, du mächtiges Flügelross!«

Die eine litt um die Heimat Kummer und Schmerzen,
Die andre um des Gatten Hass und Betrug,
Und um ihr Kind trug die das Schwert im Herzen, –
Und alle hätten zu Strömen der Tränen genug.

III

Ach, den kleinen Alten folgt' ich zu mancherlei Stunden!
Und eine fand ich zur Zeit, da die Sonne versank
Und der Himmel erglühte in blutigen Rissen und Wunden,
Still und gedankenvoll auf einer einsamen Bank.

Sie lauschte dem schmetternden Klang der Soldatenkapelle,
Deren Blechmusik oft durch die zitternden Gärten schrillt,
Bei deren Ton in des Abends belebender Welle
Des Bürgers friedliches Herz von Tatendurst schwillt.

Da sah ich die Alte stolz und aufrecht sitzen,
Die feurigen Klänge schlürfend mit Ohr und mit Hirn;
Und ich sah ihre Augen wie die des Adlers blitzen,
Für den Lorbeer geschaffen erschien mir die marmorne Stirn.

IV

So zieht ihr dahin, klaglos mit verschlossenem Munde,
Durch das Chaos der wimmelnden Stadt euren einsamen Gang,
Ihr Dirnen, ihr Heiligen, Mütter mit blutender Wunde,
Deren Name dereinst von aller Lippen erklang!

Euch, die man die Schönheit genannt, den Ruhm, das Verderben,
Euch kennt nun keiner, – Betrunkne mit taumelndem Schritt
Nahn sich euch frech mit höhnischem Liebeswerben,
Und boshafter Kinder Spott verfolgt euren Tritt.

Ich sehe die schmachvolle Angst in den Blicken euch lauern,
Niemand begrüsst euch! Gebückt und zerbrochen und steif,
Seltsames Schicksal, schleicht ihr entlang an den Mauern,
Scherben der Menschheit, die für die Ewigkeit reif!

Doch ich, der von ferne bewacht euer schwankendes Schreiten,
Der voll Angst, wie ein Vater, euch folgt mildem zärtlichen Blick,
Ich fühle – o Wunder! – verbotene Seligkeiten,
Ich ahne, euch unbewusst, all eure Qual, euer Glück.

Ich seh' eurer Leidenschaft erste Glut sich entzünden,
Ich sehe verlorene Tage, Jubel und Schmerz,
Mein Geist, vervielfacht, schwelgt in all euren Sünden,
In all euren Tugenden leuchtet und funkelt mein Herz.

Ich sag' euch Lebwohl, im goldenen Abendschimmer,
Uralte Even, Seelen, die mir verwandt!
Wo seid ihr morgen, Zerschlagene! Menschheitstrümmer!
Auf denen lastet Gottes entsetzliche Hand?

LES PETITES VIEILLES

A VICTOR HUGO

I

Dans les plis sinueux des vieilles capitales,
Où tout, même l'horreur, tourne aux enchantements,
Je guette, obéissant à mes humeurs fatales,
Des êtres singuliers, décrépits et charmants.

Ces monstres disloqués furent jadis des femmes,
Eponine ou Laïs! – Monstres brisés, bossus
Ou tordus, aimons-les! ce sont encor des âmes.
Sous des jupons troués et sous de froids tissus

Ils rampent, flagellés par les bises iniques,
Frémissant au fracas roulant des omnibus,
Et serrant sur leur flanc, ainsi que des reliques,
Un petit sac brodé de fleurs ou de rébus;

Ils trottent, tout pareils à des marionnettes;
Se traînent, comme font les animaux blessés,
Ou dansent, sans vouloir danser, pauvres sonnettes
Où se pend un Démon sans pitié! Tout cassés

Qu'ils sont, ils ont des yeux perçants comme une vrille,
Luisants comme ces trous où l'eau dort dans la nuit;
Ils ont les yeux divins de la petite fille
Qui s'étonne et qui rit à tout ce qui reluit.

– Avez-vous observé que maints cercueils de vieilles
Sont presque aussi petits que celui d'un enfant?
La Mort savante met dans ces bières pareilles
Un symbole d'un goût bizarre et captivant,

Et lorsque j'entrevois un fantôme débile
Traversant de Paris le fourmillant tableau,
Il me semble toujours que cet être fragile
S'en va tout doucement vers un nouveau berceau;

A moins que, méditant sur la géométrie,
Je ne cherche, à l'aspect de ces membres discords,
Combien de fois il faut que l'ouvrier varie
La forme de la boîte où l'on met tous ces corps.

– Ces yeux sont des puits faits d'un million de larmes,
Des creusets qu'un métal refroidi pailleta...
Ces yeux mystérieux ont d'invincibles charmes
Pour celui que l'austère Infortune allaita!

II

De l'ancien Frascati Vestale énamourée;
Prêtresse de Thalie, hélas! dont le souffleur
Défunt, seul, sait le nom; célèbre évaporée
Que Tivoli jadis ombragea dans sa fleur,

Toutes m'enivrent! mais parmi ces êtres frêles
Il en est qui, faisant de la douleur un miel,
Ont dit au Dévouement qui leur prêtait ses ailes:
«Hippogriffe puissant, mène-moi jusqu'au ciel!»

L'une, par sa patrie au malheur exercée,
L'autre, que son époux surchargea de douleurs,
L'autre, par son enfant Madone transpercée,
Toutes auraient pu faire un fleuve avec leurs pleurs!

III

Ah! que j'en ai suivi, de ces petites vieilles!
Une, entre autres, à l'heure où le soleil tombant
Ensanglante le ciel de blessures vermeilles,
Pensive, s'asseyait à l'écart sur un banc,

Pour entendre un de ces concerts, riches de cuivre,
Dont les soldats parfois inondent nos jardins,
Et qui, dans ces soirs dor où l'on se sent revivre,
Versent quelque héroïsme au cœur des citadins.

Celle-là droite encor, fière et sentant la règle,
Humait avidement ce chant vif et guerrier;
Son œil parfois s'ouvrait comme l'œil d'un vieil aigle;
Son front de marbre avait l'air fait pour le laurier!

IV

Telles vous cheminez, stoïques et sans plaintes,
A travers le chaos des vivantes cités,
Mères au cœur saignant, courtisanes ou saintes,
Dont autrefois les noms par tous étaient cités.

Vous qui fûtes la grâce ou qui fûtes la gloire,
Nul ne vous reconnaît! un ivrogne incivil
Vous insulte en passant d'un amour dérisoire;
Sur vos talons gambade un enfant lâche et vil.

Honteuses d'exister, ombres ratatinées,
Peureuses, le dos bas, vous côtoyer les murs,
Et nul ne vous salue, étranges destinées!
Débris d'humanité pour l'éternité mûrs!

Mais moi, moi qui de loin tendrement vous surveille,
L'œil inquiet, fixé sur vos pas incertains,
Tout comme si j'étais votre père, ô merveille!
Je goûte à votre insu des plaisirs clandestins:

Je vois s'épanouir vos passions novices;
Sombres ou lumineux, je vis vos jours perdus;
Mon cœur multiplié jouit de tous vos vices!
Mon âme resplendit de toutes vos vertus!

Ruines! ma famille! ô cerveaux congénères!
Je vous fais chaque soir un solennel adieu!
Où serez-vous demain, Eves octogénaires,
Sur qui pèse la griffe effroyable de Dieu?

Ein Vorübergehender

Die Strasse heult und rasselt fieberhaft.
Da schreitet zwischen Lärm und Gassenhauer
Ein schlankes Weib in majestätischer Trauer,
Mit stolzer Hand des Kleides Saum gerafft;

Geschmeidig, zart, das Bein schlank wie gemeisselt.
Aus ihrem Blick, drin Himmel fahl und starr
Und Stürme ruhn, saug' ich, ein kranker Narr,
Leid, das berauscht, Lust, die zu Tode geisselt.

Ein Blitz ... dann Nacht! – O schöne, flüchtige Frau,
Aus deinem Blick strömt Kraft und Leben nieder.
Ob ich dich erst dort drüben wiederschau?

Verändert, fern! zu spät! ach niemals wieder!
Fremd mir dein Pfad, mein Weg dir unbekannt, –
Dich hätte ich geliebt, dich, die's erkannt!

A UNE PASSANTE

La rue assourdissante autour de moi hurlait.
Longue, mince, en grand deuil, douleur majestueuse,
Une femme passa, d'une main fastueuse
Soulevant, balançant le feston et l'ourlet;

Agile et noble, avec sa jambe de statue.
Moi, je buvais, crispé comme un extravagant,
Dans son œil, ciel livide où germe l'ouragan,
La douceur qui fascine et le plaisir qui tue.

Un éclair... puis la nuit! – Fugitive beauté
Dont le regard m'a fait soudainement renaître,
Ne te verrai-je plus que dans l'éternité?

Ailleurs, bien loin d'ici! trop tard! jamais peut-être!
Car j'ignore où tu fuis, tu ne sais où je vais,
O toi que j'eusse aimée, ô toi qui le savais!

Abenddämmerung

Sieh, des Verbrechers Freund, der holde Abend, naht
Mit leisem Raubtierschritt, der Helfer bei der Tat;
Der Himmel schliesst nun sacht des schweren Vorhangs Falten,
Zu Tieren wandeln sich die menschlichen Gestalten.

O Abend lieb und hold, wie heiss wirst du ersehnt
Von einem, der mit Lust die müden Arme dehnt
Und ohne Lügen spricht: Der Tag war voller Lasten! –
Du bist's, der Schmerzen stillt und Ruhe gibt und Rasten
Dem Denker, der voll Trotz die müde Stirne hält
Dem Arbeitsmann, der dumpf hin auf sein Lager fällt.

Indes erhebt sich schwer der bösen Geister Meute,
Sie flattern durch die Luft wie vielgeschäftige Leute,
Sie poltern an die Tür, sie stossen an das Dach.
Und wo ein Lichtschein wird im Windstoss flackernd wach,
Da lebt die Unzucht auf in dumpfer Gassen Enge;
Gleich dem Ameisenhauf öffnet sie Gäng' um Gänge;
Sie bahnt geheimen Weg allüberall und gleicht
Dem Feind im Hinterhalt, der tückisch uns umschleicht;

Im Schoss der Stadt rührt sie den Unrat, der sie mehrt,
Ein Wurm, der von der Kraft des Menschen lebt und zehrt.
Jetzt hört man's da und dort in Küchen leise zischen,
Theater kreischen auf, Orchester brummt dazwischen;
Die Säle, drin das Spiel Rausch gibt den schlaffen Hirnen,
Sie füllen sich nun rasch mit Gaunern und mit Dirnen;
Die Diebe, denen nie das Handwerk Ruhe lässt,
Beginnen ihr Geschäft, bezwingen sanft und fest
Die Türen und den Schrein um ein paar Tage Leben
Und, um der Freundin Gold und seidnen Tand zu geben.

Jetzt sammle dich, mein Sinn, und richte dich empor,
In diesem Augenblick verschliess dem Lärm dein Ohr.
Die Stunde ist's, da Gram und Schmerzen sich verschlimmern,
Da uns die finstre Nacht die Kehle würgt, und Wimmern
Die Hospitale füllt, da still der Kranken Heer
Zum grossen Abgrund wallt. – Ja, mancher kommt nie mehr
Und isst die Suppe still und träumt und blickt ins Feuer
Ganz nah beim Herd und nah der Seele, die ihm teuer.

Und viele kannten nie die Süssigkeit, die schwebt
Um einen Platz am Herd, und haben nie gelebt!

LE CREPUSCULE DU SOIR

Voici le soir charmant, ami du criminel;
Il vient comme un complice, à pas de loup; le ciel
Se ferme lentement comme une grande alcôve,
Et l'homme impatient se change en bête fauve.

O soir, aimable soir, désiré par celui
Dont les bras, sans mentir, peuvent dire: Aujourd'hui
Nous avons travaillé! – C'est le soir qui soulage
Les esprits que dévore une douleur sauvage,
Le savant obstiné dont le front s'alourdit,
Et l'ouvrier courbé qui regagne son lit.

Cependant des démons malsains dans l'atmosphère
S'éveillent lourdement, comme des gens d'affaire,
Et cognent en volant les volets et l'auvent.
A travers les lueurs que tourmente le vent
La Prostitution s'allume dans les rues;
Comme une fourmilière elle ouvre ses issues;
Partout elle se fraye un occulte chemin,
Ainsi que l'ennemi qui tente un coup de main;

Elle remue au sein de la cité de fange
Comme un ver qui dérobe à l'Homme ce qu'il mange.
On entend ça et là les cuisines siffler,
Les théâtres glapir, les orchestres ronfler;
Les tables d'hôte, dont le jeu fait les délices,
S'emplissent de catins et d'escrocs, leurs complices,
Et les voleurs, qui n'ont ni trêve ni merci,
Vont bientôt commencer leur travail, eux aussi,
Et forcer doucement les portes et les caisses
Pour vivre quelques jours et vêtir leurs maîtresses.

Recueille-toi, mon âme, en ce grave moment,
Et ferme ton oreille à ce rugissement.
C'est l'heure où les douleurs des malades s'aigrissent!
La sombre Nuit les prend à la gorge; ils finissent
Leur destinée et vont vers le gouffre commun;
L'hôpital se remplit de leurs soupirs. – Plus d'un
Ne viendra plus chercher la soupe parfumée,
Au coin du feu, le soir, auprès d'une âme aimée.

Encore la plupart n'ont-ils jamais connu
La douceur du foyer et n'ont jamais vécu!

Das Spiel

In schäbigen Sesseln frechgeschminkte Weiber,
In deren Blick ein süsslich Lächeln girrt,
Geziert bewegen sie die magren Leiber,
Juwel und Gold an ihren Ohren klirrt.

Am Spieltisch rings Gesichter fahl, verbissen.
Zahnlose Kiefer, leichenblass der Mund,
Zitternde Finger, hin und her gerissen,
Fiebrisch durchwühlend leerer Taschen Grund.

Am schmutzigen Plafond die bleichen Lichter
Erhellen nur mit einer trüben Glut
Die finstren Stirnen der berühmten Dichter,
Die hier vergeuden ihren Schweiss, ihr Blut.

Dies ist das schwarze Bild, das oft in Träumen
Vor meinem klaren Blick mich selbst enthüllt,
Ich seh' mich stumm und kalt in schmutzigen Räumen
Die Arme aufgestützt, von Neid erfüllt.

Voll Neid auf dieser Männer zähe Triebe,
Auf dieser Weiber finstre Lustigkeit,
Die schamlos hier verkaufen ihre Liebe
Und eines alten Ruhms Unsterblichkeit.

Wirr schreck' ich auf. – Wie könnt' ich sie beneiden,
Die 's in den Abgrund reisst mit blinder Wut,
Die lieber Qualen als den Tod erleiden
Und lieber als das Nichts der Hölle Glut.

LE JEU

Dans des fauteuils fanés des courtisanes vieilles,
Pâles, le sourcil peint, l'œil câlin et fatal,
Minaudant, et faisant de leurs maigres oreilles
Tomber un cliquetis de pierre et de métal;

Autour des verts tapis des visages sans lèvre,
Des lèvres sans couleur, des mâchoires sans dent,
Et des doigts convulsés d'une infernale fièvre,
Fouillant la poche vide ou le sein palpitant;

Sous de sales plafonds un rang de pâles lustres
Et d'énormes quinquets projetant leurs lueurs
Sur des fronts ténébreux de poètes illustres
Qui viennent gaspiller leurs sanglantes sueurs:

– Voilà le noir tableau qu'en un rêve nocturne
Je vis se dérouler sous mon œil clairvoyant,
Moi-même, dans un coin de l'antre taciturne,
Je me vis accoudé, froid, muet, enviant,

Enviant de ces gens la passion tenace,
De ces vieilles putains la funèbre gaîté,
Et tous gaillardement trafiquant à ma face,
L'un de son vieil honneur, l'autre de sa beauté!

Et mon cœur s'effraya d'envier maint pauvre homme
Courant avec ferveur à l'abîme béant,
Et qui, soûl de son sang, préférerait en somme
La douleur à la mort et l'enfer au néant!

Totentanz

An Ernest Christophe

Stolz wie die Lebenden auf ihre edle Haltung,
Bewegt sie lässig sich mit Handschuh und Bukett
Und zeigt die Sicherheit graziöser Unterhaltung,
Die magren Schönen liegt, extravagant, kokett.

Sah je auf einem Ball man schlankere Gestalten?
Das überreiche Kleid, von grellem Prunk erdrückt,
Fällt auf den Knochenfuss in königlichen Falten,
Den zierlich, blumengleich das Flitterschuhwerk schmückt.

Und wie ein üppiger Bach sich reibt an Felsenhängen,
So rieseln Spitzen keck aufs magre Schlüsselbein
Und schliessen züchtig vor dem losen Spott der Mengen
Die tief verborgnen, dunklen Reize ein.

Die Augenhöhlen sind voll Finsternis und Leere,
Der Schädel, grauenvoll mit Blumen aufgestutzt,
Schwankt auf dem Wirbelbein in kraftlos matter Schwere.
– O Zauber eines Nichts, voll Wahnsinn aufgeputzt!

Gar manche werden dich ein tolles Zerrbild nennen,
Die nur vom Fleisch berauscht, der Schönheit nicht bewusst
Des menschlichen Gebeins, und seinen Reiz nicht kennen.
Mir, herrliches Skelett, gibst du die höchste Lust.

Flohst, fratzenhaft Gebild, du deine trübe Sippe,
Zu stören unser Fest? Spornt alter Wünsche Gier
Noch immer dich und stösst dein lebendes Gerippe,
Leichtgläubige, zum Rausch des Freudensabbats hier?

Hoffst du beim Geigenklang, beim Flackerlicht der Kerzen
Dem Albdruck zu entfliehn und bittrer Träume Qual?
Hoffst du der Hölle Brand zu kühlen dir im Herzen
Im Wirbelsturm der Lust beim tollen Bacchanal?

O Bronnen unerschöpft des Lasters und des Leides!
Der Narrheit alter Quell, an Reinheit unerreicht!
Noch immer sehe ich durchs Gitterwerk des Kleides
Die alte Schlange, die den Busen dir umschleicht.

Doch fürcht' ich, dass dein Reiz, die Wahrheit zu gestehen,
Den Preis nicht findet, wert so vieler Müh' und List;
Wer von den Sterblichen wird deinen Scherz verstehen?
Des Schauders Rausch liebt nur, wer starken Geistes ist.

Der Abgrund deines Blicks voll fürchterlichem Grauen
Haucht tollen Wahnsinn aus. Und, welchen du gewinnst
Ein jeder Tänzer wird voll wilden Ekels schauen
Das ewige Lächeln, das aus deinen Zahnreihn grinst.

Doch wessen Arm umschlang nicht liebend schon Skelette?
Wer naschte nie am Tod, hat nie im Graun gewühlt?
Was kümmert mich Geruch, was Antlitz und Toilette?
Wer sich geekelt zeigt, zeigt, dass er schön sich fühlt.

Tänzerin nasenlos, du hohle Holde, winke
Der Tänzer Schar heran und sprich, wenn sie sich ziert:
»Ihr stolzen Liebchen, trotz des Puders und der Schminke
Haucht Grabesdunst ihr aus! Skelette parfümiert,

Verwelkte Gecken ihr und greisenhafte Junge,
Du übermalt Gebein, du altersgrauer Fant,
Des Weltalls Totentanz mit ungeheurem Schwunge
Er reisst auch euch hinweg zu Stätten nie gekannt.

Am kalten Seinestrand, an heissen Gangeswellen
Spreizt sich die Menschheit stolz und fühlt und ahnt es nicht.
Dass das Gewölk schon klafft, dass die Posaunen gellen.
Der finstre Engel ruft zum letzten Weltgericht.

Wo deine Sonne scheint, wird dich der Tod umgirren.
Lächerlich Menschenvolk, in deiner Raserei,
Oft salbt er sich wie du den Leib mit duftigen Myrrhen
Und mischt so seinen Hohn noch deinem Wahnsinn bei.«

DANSE MACABRE

A ERNEST CHRISTOPHE

Fière, autant qu'un vivant, de sa noble stature,
Avec son gros bouquet, son mouchoir et ses gants,
Elle a la nonchalance et la désinvolture
D'une coquette maigre aux airs extravagants.

Vit-on jamais au bal une taille plus mince?
Sa robe exagérée, en sa royale ampleur,
S'écroule abondamment sur un pied sec que pince
Un soulier pomponné, joli comme une fleur.

La ruche qui se joue au bord des clavicules,
Comme un ruisseau lascif qui se frotte au rocher,
Défend pudiquement des lazzi ridicules
Les funèbres appas qu'elle tient à cacher.

Ses yeux profonds sont faits de vide et de ténèbres
Et son crâne, de fleurs artistement coiffé,
Oscille mollement sur ses frêles vertèbres.
– O charme d'un néant follement attifé!

Aucuns t'appelleront une caricature,
Qui ne comprennent pas, amants ivres de chair,
L'élégance sans nom de l'humaine armature.
Tu réponds, grand squelette, à mon goût le plus cher!

Viens-tu troubler, avec ta puissante grimace,
La fête de la Vie? ou quelque vieux désir,
Eperonnant encor ta vivante carcasse,
Te pousse-t-il, crédule, au sabbat du Plaisir?

Au chant des violons, aux flammes des bougies,
Espères-tu chasser ton cauchemar moqueur,
Et viens-tu demander au torrent des orgies
De refraîchir l'enfer allumé dans ton cœur?

Inépuisable puits de sottise et de fautes!
De l'antique douleur éternel alambic!
A travers le treillis recourbé de tes côtes
Je vois, errant encor, l'insatiable aspic.

Pour dire vrai, je crains que ta coquetterie
Ne trouve pas un prix digne de ses efforts:
Qui, de ces cœurs mortels, entend la raillerie?
Les charmes de l'horreur n'enivrent que les forts.

Le gouffre de tes yeux, plein d'horribles pensées,
Exalte le vertige, et les danseurs prudents
Ne contempleront pas sans d'amères nausées
Le sourire éternel de tes trente-deux dents.

Pourtant, qui n'a serré dans ses bras un squelette,
Et qui ne s'est nourri des choses du tombeau?
Qu'importé le parfum, l'habit ou la toilette?
Qui fait le dégoûté montre qu'il se croit beau.

Bayadère sans nez, irrésistible gouge,
Dis donc à ces danseurs qui font les offusqués:
«Fiers mignons, malgré l'art des poudres et du rouge,
Vous sentez tous la mort! O squelettes musqués,

Antinoüs flétris, dandys à face glabre,
Cadavres vernissés, lovelaces chenus,
Le branle universel de la danse macabre
Vous entraîne en des lieux qui ne sont pas connus!

Des quais froids de la Seine aux bords brûlants du Gange,
Le troupeau mortel saute et se pâme, sans voir
Dans un trou du plafond la trompette de l'Ange
Sinistrement béante ainsi qu'un tromblon noir.

En tout climat, sous ton soleil, la Mort t'admire
En tes contorsions, risible Humanité,
Et souvent, comme toi, se parfumant de myrrhe,
Mêle son ironie à ton insanité!»

Liebe zur Lüge

Wenn du vorbeigehst, lässig stolze Schöne,
Umwogt vom Geigenklang, vom lauten Fest,
Die Glieder leise wiegst im Takt der Töne,
Den müden Blick gelangweilt schweifen lässt,

Wenn ich betrachte bei des Gaslichts Strahlen
Die bleiche Stirn von krankem Reiz umblüht,
Auf der die Abendfackeln Frührot malen,
Den Blick, der wie aus alten Bildern glüht,

Dann denk ich: schön ist sie und hochgemutet,
Erinnrung krönt sie wie ein schwerer Reif,
Ihr Herz, das wie ein dunkler Pfirsich blutet,
Ist, wie ihr Leib, wissender Liebe reif.

Bist du die Herbstfrucht voller Saft und Süsse?
Die dunkle Urne, die der Tränen harrt,
Schmeichelndes Lager, Duft vom Paradiese,
Der Korb, dem eine Last von Blumen ward?

Ich weiss, die Augen, die so traurig dunkeln,
Verbergen kein Geheimnis tief und schwer,
Sind Schreine nur, drin nie Juwelen funkeln,
Tief wie der Himmel, wie der Himmel leer.

Jedoch mein Herz, von Wahrheit wundgequälet,
Dem Hülle nur und Schein die Welt versüsst,
Fragt nicht, ob töricht du und unbeseelet,
Die Schönheit bet' ich an! Sei mir gegrüsst!

L'AMOUR DU MENSONGE

Quand je te vois passer, ô ma chère indolente,
Au chant des instruments qui se brise au plafond,
Suspendant ton allure harmonieuse et lente,
Et promenant l'ennui de ton regard profond;

Quand je contemple, aux feux du gaz qui le colore,
Ton front pâle, embelli par un morbide attrait,
Où les torches du soir allument une aurore,
Et tes yeux attirants comme ceux d'un portrait,

Je me dis: Qu'elle est belle! et bizarrement fraîche!
Le souvenir massif, royale et lourde tour,
La couronne, et son cœur, meurtri comme une pêche,
Est mûr, comme son corps, pour le savant amour.

Es-tu le fruit d'automne aux saveurs souveraines?
Es-tu vase funèbre attendant quelques pleurs,
Parfum qui fait rêver aux oasis lointaines,
Oreiller caressant, ou corbeille de fleurs?

Je sais qu'il est des yeux, des plus mélancoliques,
Qui ne recèlent point de secrets précieux;
Beaux écrins sans joyaux, médaillons sans reliques,
Plus vides, plus profonds que vous-mêmes, ô Cieux!

Mais ne suffit-il pas que tu sois l'apparence,
Pour réjouir un cœur qui fuit la vérité?
Qu'importe ta bêtise ou ton indifférence?
Masque ou décor, salut! J'adore ta beauté.

Nein, ich vergass es nicht

Nein, ich vergass es nicht, nah bei der Stadt gelegen
Das kleine weisse Haus, – Stille auf allen Wegen;
Aus Gips Pomona dort und Venus brav und alt,
Wie bargen sie verschämt im Laubwerk die Gestalt.
Die Abendsonne, die rieselnd in lichter Farbe
An unsrem Fensterglas zerbrach die Feuergarbe,
Schien uns des Himmels Aug' neugierig, gross und klar,
Betrachtend unser Mahl, das lang und schweigsam war.
Von ihrem Leuchten, wie von Kerzenglanz beschienen,
War unser schlichter Tisch, die leichten Sergegardinen.

Je n'ai pas oublié

Je n'ai pas oublié, voisine de la ville,
Notre blanche maison, petite mais tranquille,
Sa Pomone de plâtre et sa vieille Vénus
Dans un bosquet chétif cachant leurs membres nus;
Et le soleil, le soir, ruisselant et superbe,
Qui, derrière la vitre où se brisait sa gerbe,
Semblait, grand œil ouvert dans le ciel curieux,
Contempler nos dîners longs et silencieux,
Répandant largement ses beaux reflets de cierge
Sur la nappe frugale et les rideaux de serge.

Lasst uns der treuen Magd

Lasst uns der treuen Magd, dem Herzen voller Güte,
Das nun entschlummert ruht tief unter Gras und Blüte,
Lasst ein paar Blumen uns ihr legen auf den Stein.
Die armen Toten, ach, sie leiden soviel Pein.
Wenn der Oktoberwind die alten Bäume schüttelt,
Traurige Lieder singt und an dem Grabstein rüttelt,
Dann finden sie gewiss, dass wir recht herzlos sind
In unsrem warmen Bett, geschützt vor Frost und Wind.
Indessen sie, verzehrt von dunkler Träume Schaudern,
Ganz ohne Bettgenoss und ohne fröhlich Plaudern
Nichts fühlen, frosterstarrt, benagt vom bösen Wurm,
Als eisiger Tropfen Fall und Schnee und Wintersturm,
Und hundert Jahr vergehn, eh' Freunde und Gevattern
Die Fetzen je erneu'n, die um das Gitter flattern.

Wenn nun im Abendschein, beim Knisterton der Scheite
Plötzlich ganz still sie sitzt am Herd zu meiner Seite,
In blauer Winternacht, die kalt herniederschauert,
In meinem Zimmer stumm in einer Ecke kauert,
Ernsthaft und bleich wie die, die ewige Nacht uns schickt,
Aufs grossgewordne Kind mit Mutteraugen blickt,
Was kann ich dann zu ihr, der frommen Seele, sprechen,
Aus deren hohlem Aug' endlose Tränen brechen?

 

La servante au grand cœur dont vous étiez jalouse,
Et qui dort son sommeil sous une humble pelouse,
Nous devrions pourtant lui porter quelques fleurs.
Les morts, les pauvres morts ont de grandes douleurs,
Et quand Octobre souffle, émondeur des vieux arbres,
Son vent mélancolique à, l'entour de leurs marbres,
Certe, ils doivent trouver les vivants bien ingrats,
De dormir, comme ils font, chaudement dans leurs draps,
Tandis que, dévorés de noires songeries,
Sans compagnon de lit, sans bonnes causeries,
Vieux squelettes gelés travaillés par le ver,
Ils sentent s'égoutter les neiges de l'hiver
Et le siècle couler, sans qu'amis ni famille
Remplacent les lambeaux qui pendent à leur grille.

Lorsque la bûche siffle et chante, si le soir,
Calme, dans le fauteuil je la voyais s'asseoir,
Si, par une nuit bleue et froide de décembre,
Je la trouvais tapie en un coin de ma chambre,
Grave, et venant du fond de son lit éternel
Couver l'enfant grandi de son œil maternel,
Que pourrais-je répondre à cette âme pieuse
Voyant tomber des pleurs de sa paupière creuse?

Nebel und Regen

Herbstende, Winter, Frühlingsschlamm und Regen,
Euch stillen Zeiten schlägt mein Herz entgegen,
Der kalte Dämmer eures Nebelgrau s
Umhüllt wie Bahrtuch mich und Totenhaus.

Wenn eisige Winde durch die Ebnen fegen,
Die Wetterfahnen kreischend sich bewegen,
Dann breitet, wilder als im Lenzgebraus,
Die Seele ihren Rabenfittich aus.

Denn nichts ist süsser für ein Herz voll Trauer,
Auf das der frostige Reif sich niedersenkt,
Ihr bleichen Himmel, unsrem Land geschenkt,

Als eurer ewigen Dämmrung fahler Schauer.
Wenn nicht zu zwein in mondlos stiller Nacht
Wir Brust an Brust den Schmerz zur Ruh gebracht.

BRUMES ET PLUIES

O fins d'automne, hivers, printemps trempés de boue,
Endormeuses saisons! je vous aime et vous loue
D'envelopper ainsi mon cœur et mon cerveau
D'un linceul vaporeux et d'un vague tombeau.

Dans cette grande plaine où l'autan froid se joue,
Où par les longues nuits la girouette s'enroue,
Mon âme mieux qu'au temps du tiède renouveau
Ouvrira largement ses ailes de corbeau.

Rien n'est plus doux au cœur plein de choses funèbres,
Et sur qui dès longtemps descendent les frimas,
O blafardes saisons, reines de nos climats!

Que l'aspect permanent de vos pâles ténèbres,
– Si ce n'est par un soir sans lune, deux à deux,
D'endormir la douleur sur un lit hasardeux.

 

 

LE VIN

Die Seele des Weins

Des Weines Seele hört' ich also singen:
»Aus meines Kerkers Glas und Siegel soll
Dir, Mensch, Enterbter, heut ein Lied erklingen,
Ein Lied von Licht und Bruderliebe voll.

Ich weiss, wieviel du brauchst an Schweiss und Mühe,
Der Hügel braucht an Glut und Sonnenschein,
Damit ich lebe, meine Seele glühe,
Und undankbar und schlecht will ich nicht sein.

Kein grösser Glück wird mir, als wenn ich labe
Des arbeitsamen Müden Herz und Schlund,
Die warme Brust wird mir zum holden Grabe,
Weit sanfter als des kalten Kellers Grund.

Hörst du der Sonntagslieder frohe Wogen?
Die Hoffnung rauscht und klopft in meinem Schoss.
Die Ärmel hoch, gestützt die Ellenbogen
Wirst du mich preisen und dein eigen Los.

Ich mache deines Weibes Augen heiter,
Geb' deinem Knaben Frische, Mut und Pracht
Und stähle ihn, den jungen Lebensstreiter,
Und bin das Öl, das ihn geschmeidig macht.

In dich werd' ich gesät, wie in die Erde
Der Samen, den ein Gott herniedergiesst,
Damit aus unsrer Liebe Dichtung werde,
Die seltne Blume, die gen Himmel spriesst.

L'AME DU VIN

Un soir, l'âme du vin chantait dans les bouteilles:
«Homme, vers toi je pousse, ô cher déshérité,
Sous ma prison de verre et mes cires vermeilles,
Un chant plein de lumière et de fraternité!

Je sais combien il faut, sur la colline en flamme,
De peine, de sueur et de soleil cuisant
Pour engendrer ma vie et pour me donner l'âme;
Mais je ne serai point ingrat ni malfaisant,

Car j'éprouve une joie immense quand je tombe
Dans le gosier d'un homme usé par ses travaux,
Et sa chaude poitrine est une douce tombe
Où je me plais bien mieux que dans mes froids caveaux.

Entends-tu retentir les refrains des dimanches
Et l'espoir qui gazouille en mon sein palpitant?
Les coudes sur la table et retroussant tes manches,
Tu me glorifieras et tu seras content:

J'allumerai les yeux de ta femme ravie;
A ton fils je rendrai sa force et ses couleurs
Et serai pour ce frêle athlète de la vie
L'huile qui raffermit les muscles des lutteurs.

En toi je tomberai, végétale ambroisie,
Grain précieux jeté par l'éternel Semeur,
Pour que de notre amour naisse la poésie
Qui jaillira vers Dieu comme une rare fleur!»

Der Wein der Lumpensammler

Oft kommt bei der Laterne rotem Schimmern,
Das jeder Windstoss zucken macht und flimmern,
Im Labyrinth der Vorstadt dumpf und feucht,
Darin die Menschheit wie in Gärung keucht,

Ein Mann daher, der taumelnd Lumpen sammelt,
An Mauern rennt und wie ein Dichter stammelt,
Den Kopf im Nacken, trotz der Späher Schar
Macht er der Welt erhabne Pläne klar.

Er schwört zu Gott und heiligen Geboten,
Erhebt Gefallene und stürzt Despoten,
Und unterm Himmel, der sein Baldachin,
Berauscht der eignen Tugend Leuchten ihn.

Dies Volk, von Not gepeinigt und getrieben,
Von Arbeit wund, vom Alter mürb gerieben,
Gebeugt von Schutt und Kehricht lahm und matt,
Der wüste Auswurf einer Riesenstadt,

Es zieht daher, vom Fassgeruch umflossen,
Ergraut im Krieg mit lärmenden Genossen,
Der Schnurrbart hängt zerfetzten Fahnen gleich,
Vor ihnen baut sich auf ein strahlend Reich.

Die Banner wehn, und Lorbeer schmückt die Hallen,
Sie bringen in des Festrauschs Jubelschallen,
Bei Sonnenpracht, Trompeten, Trommelschlag
Dem liebetrunknen Volk den Ehrentag.

So lässt, der eitlen Menschheit zum Geniessen,
Der Wein sein Gold durch alle Lande fliessen,
Durch Menschenkehlen zieht er singend hin,
Sein Reichtum macht zum wahren König ihn.

Den Groll, das Leid der Armen zu ertränken
Musst' Gott uns reugequält den Schlummer schenken.
Der Mensch erfand, dem alten Fluch zum Hohn,
Den Wein, den Wein, der Sonne heiligen Sohn!

LE VIN DES CHIFFONNIERS

Souvent, à la clarté rouge d'un réverbère
Dont le vent bat la flamme et tourmente le verre.
Au cœur d'un vieux faubourg, labyrinthe fangeux,
Où l'humanité grouille en ferments orageux,

On voit un chiffonnier qui vient, hochant la tête,
Buttant, et se cognant aux murs comme un poète,
Et, sans prendre souci des mouchards, ses sujets,
Epanche tout son cœur en glorieux projets.

Il prête des serments, dicte des lois sublimes,
Terrasse les méchants, relève les victimes,
Et sous le firmament comme un dais suspendu
S'enivre des splendeurs de sa propre vertu.

Oui, ces gens harcelés de chagrins de ménage,
Moulus par le travail et tourmentés par l'âge,
Ereintés et pliant sous un tas de débris,
Vomissement confus de l'énorme Paris,

Reviennent, parfumés d'une odeur de futailles,
Suivis de compagnons blanchis dans les batailles,
Dont la moustache pend comme les vieux drapeaux!
Les bannières, les fleurs et les arcs triomphaux

Se dressent devant eux, solennelle magie!
Et dans l'étourdissante et lumineuse orgie
Des clairons, du soleil, des cris et du tambour,
Ils apportent la gloire au peuple ivre d'amour!

C'est ainsi qu'à travers l'Humanité frivole
Le vin roule de l'or, éblouissant Pactole;
Par le gosier de l'homme il chante ses exploits
Et règne par ses dons ainsi que les vrais rois.

Pour noyer la rancœur et bercer l'indolence
De tous ces vieux maudits qui meurent en silence,
Dieu, touché de remords, avait fait le sommeil;
L'Homme ajouta le Vin, fils sacré du Soleil!

Der Wein des Mörders

Mein Weib ist tot, und ich bin frei!
Nun trink' ich, bis ich nicht mehr kann.
Kam ich sonst ohne Groschen an,
Zerriss mich fast ihr Wutgeschrei.

Nun fühl' ich wie ein König mich;
Die Luft ist mild, der Himmel klar,
Fast ist's, wie's jenen Sommer war,
Als wir uns liebten, sie und ich!

Den schlimmen Durst, der mich zerreisst,
Hab' ich mit soviel Wein gestillt,
Als ihre letzte Grube füllt;
Was wahrlich nicht zu wenig heisst.

Ich senkt' sie in den Schacht, und dann,
Dann warf ich Steine ihr ins Grab,
Soviel's am Brunnenrande gab, –
Ich will's vergessen, wenn ich kann.

Ich hatte voller Zärtlichkeit
Des Schwurs gedacht, der uns verband,
Versöhnlich ihr gereicht die Hand,
Wie einst in jener trunknen Zeit,

Und sie bestellt, von Glut entflammt
Des Nachts nach einer stillen Flur;
Sie kam! – Die dumme Kreatur!
Wir sind ja Narren allesamt!

Sie war noch lieblich anzusehn,
Nur manchmal müde und betrübt,
Und weil ich sie zu sehr geliebt,
Hiess ich sie aus dem Leben gehn.

Niemand begreift mich, der da lebt.
Hat je in solcher finstern Nacht
Ein blöder Trunkenbold bedacht,
Wie man aus Wein ein Bahrtuch webt?

Die unverwundbar stumpfe Brut,
Wie tote Masse kalt und leer,
Kennt Sommer nicht und Winter mehr.
Kennt nicht der Liebe Qual und Glut,

Mit ihrem Taumel schwarz und bang.
Mit ihrem höllischen Geleit
Aus Tränen, Gift und Bitterkeit,
Mit Knochenklappern, Kettenklang.

Ich bin, schaut her, allein und frei!
Wenn ich heut nacht betrunken bin
Streck' ich mich auf die Erde hin
Ganz ohne Reu und Angstgeschrei.

Ich werde schlafen wie ein Hund!
– Der Karren schwerbeladen naht
Voll Kot und Steinen, – links das Rad
Senkt tiefer sich im weichen Grund,

Fährt über mich, zermalmt sogar
Mein schuldig Haupt, und voller Spott
Lach' ich dann über euren Gott
Und über Teufel und Altar.

LE VIN DE L'ASSASSIN

Ma femme est morte, je suis libre!
Je puis donc boire tout mon soûl.
Lorsque je rentrais sans un sou,
Ses cris me déchiraient la fibre.

Autant qu'un roi je suis heureux;
L'air est pur, le ciel admirable...
– Nous avions un été semblable
Lorsque je devins amoureux!

– L'horrible soif qui me déchire
Aurait besoin pour s'assouvir
D'autant de vin qu'en peut tenir
Son tombeau; – ce n'est pas peu dire

Je l'ai jetée au fond d'un puits,
Et j'ai même poussé sur elle
Tous les pavés de la margelle.
– Je l'oublierai si je le puis!

Au nom des serments de tendresse,
Dont rien ne peut nous délier,
Et pour nous réconcilier
Comme au beau temps de notre ivresse,

J'implorai d'elle un rendez-vous,
Le soir, sur une route obscure,
Elle y vint! folle créature!
– Nous sommes tous plus ou moins fous!

Elle était encore jolie,
Quoique bien fatiguée! et moi,
Je l'aimai trop; – voilà pourquoi
Je lui dis: sors de cette vie!

Nul ne peut me comprendre. Un seul
Parmi ces ivrognes stupides
Songea-t-il dans ses nuits morbides
A faire du vin un linceul?

Cette crapule invulnérable
Comme les machines de fer,
Jamais, ni l'été ni l'hiver,
N'a connu l'amour véritable,

Avec ses noirs enchantements,
Son cortège infernal d'alarmes,
Ses fioles de poison, ses larmes,
Ses bruits de chaîne et d'ossements!

– Me voilà libre et solitaire!
Je serai ce soir ivre-mort;
Alors, sans peur et sans remord,
Je me coucherai sur la terre,

Et je dormirai comme un chien.
Le chariot aux lourdes roues
Chargé de pierres et de boues,
Le wagon enrayé peut bien

Ecraser ma tête coupable,
Ou me couper par le milieu,
Je m'en moque comme de Dieu,
Du Diable ou de la Sainte Table!

Der Wein des Einsamen

Der Kurtisane Blick, der sanft uns streichelt,
Dem weissen Mondstrahl gleich, der rieselnd sinkt
Zum stillen Teich und silbern widerblinkt,
Von lässiger Flut umzittert und umschmeichelt,

Das letzte Geld, das Spielers Hand umschlossen,
Der magren Adeline dreister Kuss,
Des Geigenklangs entnervender Genuss,
In den der Menschheit Qualen sich ergossen,

Für all das gebe ich dich nicht zu Tausch,
Du tiefe Flasche, Balsam mir und Rausch,
Erregter Dichterseele Schutz und Wacht.

Aus dir strömt Jugend uns und Lebensmut
Und Stolz, der Bettler einzig Hab und Gut,
Das sie zu Königen und Göttern macht.

LE VIN DU SOLITAIRE

Le regard singulier d'une femme galante
Qui se glisse vers nous comme le rayon blanc
Que la lune onduleuse envoie au lac tremblant,
Quand elle y veux baigner sa beauté nonchalante,

Le dernier sac d'écus dans les doigts d'un joueur,
Un baiser libertin de la maigre Adeline,
Les sons d'une musique énervante et câline,
Semblable au cri lointain de l'humaine douleur,

Tout cela ne vaut pas, ô bouteille profonde,
Les baumes pénétrants que ta panse féconde
Garde au cœur altéré du poète pieux;

Tu lui verses l'espoir, la jeunesse et la vie,
– Et l'orgueil, ce trésor de toute gueuserie,
Qui nous rend triomphants et semblables aux Dieux.

Der Wein der Liebenden

Heut leuchten und strahlen die Weiten!
Ohne Zügel und Sporn lass uns reiten,
Lass uns reiten getragen vom Wein
In den Feenhimmel hinein!

Zwei Engel, die sich der heissen,
Der dampfenden Erde entreissen,
Durch des Morgens kristallnes Blau
Hinüber zur spiegelnden Au!

Gebettet auf Windes Rücken,
Der klug uns trägt und uns wiegt,
Ziehn wir im gleichen Entzücken

Seite an Seite geschmiegt,
Ziehn, Schwesterlein, ich und du
Dem Land der Träume zu.

LE VIN DES AMANTS

Aujourd'hui l'espace est splendide!
Sans mors, sans éperons, sans bride,
Partons à cheval sur le vin
Pour un ciel féerique et divin!

Comme deux anges que torture
Une implacable calenture,
Dans le bleu cristal du matin
Suivons le mirage lointain!

Mollement balancés sur l'aile
Du tourbillon intelligent,
Dans un délire parallèle,

Ma soeur, côte à côte nageant,
Nous fuirons sans repos ni trêves
Vers le paradis de mes rêves!

Eine Märtyrin

Zeichnung eines unbekannten Meisters

Inmitten von Flakons, matthellen Seidenbändern
           Und üppigem Gerät,
Marmorner Bilder Pracht und duftenden Gewändern
           Voll schwerer Majestät,

Im engen Zimmer, drin wie zwischen Treibhauswänden
           Bedrückend schwül die Luft,
Wo in kristallnem Sarg sterbende Blumen spenden
           Den schalen Moderduft,

Da lässt auf seidnen Pfühl sein rotes Blut entfliessen
           Ein Leichnam ohne Haupt;
Das Kissen saugt den Strom voll Gier wie trockne Wiesen,
           Die durstig und verstaubt.

Und bleichem Spukbild gleich, das ich voll Grauen wähne
           Dem Schattenreich entrückt,
Seh1 ich ein düstres Haupt mit wirrer, dunkler Mähne
           gold- und juwelgeschmückt

Starr auf dem Nachttisch ruhn, –fast gleicht es der Ranunkel.
           Gedankenlos und leer
Stiehlt sich ein bleicher Blick, dämmernd aus fahlem Dunkel,
           Unsicher zu mir her.

Der Rumpf ruht auf dem Bett. Nackt, sorglos hingegeben
           Enthüllt er ohne Acht
Den unheilvollen Reiz, den ihm Natur gegeben,
           Unseliger Schönheit Macht.

Ein rosafarbner Strumpf, umsäumt von goldnen Spitzen,
           Blieb noch am Fuss zurück,
Das Strumpfband leuchtet auf wie eines Auges Blitzen
           Und schiesst demant'nen Blick.

Der Anblick seltsam fremd, des schwülen Bildes Flimmer
           In dem verlassenen Raum,
Die lockende Gestalt, der Augen blasser Schimmer
           Weckt düstern Liebestraum.

Weckt schuldbeladnes Glück und toller Feste Rauschen
           Voll Küssen wild und matt
Und böser Engel Lust, die in dem Vorhang lauschen
           Rings um die Lagerstatt.

Noch jung ist dieser Leib, die Linie schlank gezogen,
           Ein wenig mager schier,
Die Hüfte spitz, der Leib erregt zurückgebogen,
           Wie ein gereiztes Tier.

Ward einst dies bittre Herz des Überdrusses Beute?
           Gab sich der heisse Sinn
Der Träume wirrem Schwarm, der hungrig wilden Meute
           Verworfner Wünsche hin?

Hat der rachsüchtige Mann, des nimmersatte Triebe
           Du lebend nicht gestillt,
Auf deinen toten Leib das Übermass der Liebe
           Gehäuft und angefüllt?

Unkeuscher Leichnam sprich! Rieht, auf die starre Mähne
           Mit fieberschwerer Hand,
Hat er, sprich furchtbar Haupt, auf deine kalten Zähne
           Den letzten Kuss gebrannt?

Ruh' aus, der Welt entrückt, fern ihrem Spott und Grolle
           Und strengem Richterstab,
In Frieden ruhe aus, du fremd Geheimnisvolle
           Im wunderlichen Grab.

Dein Mann durchirrt die Welt, und dein unsterblich Wesen
           Folgt ihm in Nacht und Not,
Und er bleibt stark und fest, so wie du es gewesen,
           Und treu bis in den Tod.

UNE MARTYRE

DESSIN D'UN MAITRE INCONNU

Au milieu des flacons, des étoffes lamées
    Et des meubles voluptueux,
Des marbres, des tableaux, des robes parfumées
    Qui trament à plis sompteux,

Dans une chambre tiède où, comme en une serre,
    L'air est dangereux et fatal,
Où des bouquets mourants dans leurs cercueils de verre,
    Exhalent leur soupir final,

Un cadavre sans tête épanche, comme un fleuve,
    Sur l'oreiller désaltéré
Un sang rouge et vivant, dont la toile s'abreuve
    Avec l'avidité d'un pré.

Semblable aux visions pâles qu'enfante l'ombre
    Et qui nous enchaînent les yeux,
La tête, avec l'amas de sa crinière sombre
    Et de ses bijoux précieux,

Sur la table de nuit, comme une renoncule,
    Repose, et, vide de pensers,
Un regard vague et blanc comme le crépuscule
    S'échappe des yeux révulsés.

Sur le lit, le tronc nu sans scrupule étale
    Dans le plus complet abandon
La secrète splendeur et la beauté fatale
    Dont la nature lui fit don;

Un bas rosâtre, orné de coins d'or, à la jambe
    Comme un souvenir est resté;
La jarretière, ainsi qu'un œil secret qui flambe,
    Darde un regard diamanté.

Le singulier aspect de cette solitude
    Et d'un grand portrait langoureux,
Aux yeux provocateurs comme son attitude,
    Révèle un amour ténébreux,

Une coupable joie et des fêtes étranges
    Pleines de baisers infernaux.
Dont se réjouissait l'essaim de mauvais anges
    Nageant dans les plis des rideaux;

Et cependant, à voir la maigreur élégante
    De l'épaule au contour heurté,
La hanche un peu pointue et la taille fringante
    Ainsi qu'an reptile irrité,

Elle est bien jeune encor! – Son âme exaspérée
    Et ses sens par l'ennui mordus
S'étaient-ils entr'ouverts à la meute altérée
    Des désirs errants et perdus?

L'homme vindicatif que tu n'as pu, vivante,
    Malgré tant d'amour, assouvir,
Combla-t-il sur ta chair inerte et complaisante
    L'immensité de son désir?

Réponds, cadavre impur! et par tes tresses roides
    Te soulevant d'un bras fiévreux,
Dis-moi, tête effrayante, as-tu sur tes dents froides,
    Collé les suprêmes adieux?

– Loin du monde railleur, loin de la foule impure,
    Loin des magistrats curieux,
Dors en paix, dors en paix, étrange créature,
    Dans ton tombeau mystérieux;

Ton époux court le monde, et ta forme immortelle
    Veille près de lui quand il dort;
Autant que toi sans doute il te sera fidèle,
    Et constant jusques à la mort.

Lesbos

Mutter lateinischer Spiele und griechischer Wonnen,
Lesbos, wo Küsse schmachtend und feurig und zag,
Frisch wie die reifende Frucht und heiss wie die Sonnen
Die Nächte geschmückt und den fröhlich leuchtenden Tag;
Mutter lateinischer Spiele und griechischer Wonnen,

Lesbos, wo Küsse sind wie die stürzenden Fluten,
Die ohne Zagen sich werfen in grundlose Schlucht
Und seufzend verrinnen und schluchzend verbluten,
Stürmische Küsse, geheim und voll brennender Sucht;
Lesbos, wo Küsse sind wie die stürzenden Fluten!

Lesbos, wo heiss die Phrynen einander begehren,
Und jeder Seufzer ein zärtliches Echo fand,
Das gleich Paphos die ewigen Sterne verehren,
Und wo Sappho der Venus die Siege entwand!
Lesbos, wo heiss die Phrynen einander begehren,

Lesbos, du Land der Nächte, voll Gluten und Schmachten,
Wo vor den Spiegeln in nutzloser Leidenschaft
Hohläugige Mädchen zärtlich liebkosend betrachten
Die Früchte ihrer reifenden Frauenschaft.
Lesbos, du Land der Nächte, voll Gluten und Schmachten,

Lass nur den alten Plato die Stirne falten;
Dir wird die Entsühnung durch deiner Küsse Macht,
Herrin des lieblichsten Reichs und holder Gewalten
Und der Genüsse unerschöpflichem Schacht.
Lass nur den alten Plato die Stirne falten.

Dir wird die Entsühnung durch deine endlosen Qualen,
Die allen sehnenden, strebenden Herzen gesandt,
Wenn fernher lockt das Lächeln, das heitere Strahlen
Traumhaft von anderer Himmel berauschendem Strand!
Dir wird die Entsühnung durch deine endlosen Qualen!

Wer von den Göttern, o Lesbos, wagt, dich zu richten,
Wer zu verdammen dein Antlitz von Leiden erblasst,
Der nicht gewogen die Sintflut mit goldnen Gewichten,
Deiner Tränen Flut, die ins Meer sich ergiesst ohne Rast?
Wer von den Göttern, o Lesbos, wagt, dich zu richten?

Was sind uns Gesetze, was Lehren vom Bösen und Guten?
Euer Lob, edle Mädchen, weit über die Insel erklingt,
Euer Glaube, wie jeder, ist voll von erhabenen Gluten,
Über Himmel und Hölle hellachend die Liebe sich schwingt!
Was sind uns Gesetze, was Lehren vom Bösen und Guten?

Mich hatte Lesbos erwählt, das Geheimnis zu singen
Seiner holden Mädchen, die kaum aus der Knospe erblüht,
Denn früh schon wollt' ich die düsteren Rätsel durchdringen,
Liebt' ich das wilde Gelächter von Tränen durchglüht;
Mich hatte Lesbos erwählt, das Geheimnis zu singen.

Seitdem wach' ich, hoch auf Leukates felsigen Riffen
Und spähe, ein Posten, das Auge scharf und genau,
Spähe bei Tag und bei Nacht nach Kähnen und Schiffen,
Die ferne erzittern und frösteln im Blau;
Seitdem wach' ich, hoch auf Leukates felsigen Riffen,

Um des Meeres Milde und gütigen Sinn zu erspähen,
Und eines Abends bei schluchzender Seufzer Lied
An Lesbos verzeihende Küste treiben zu sehen
Die göttliche Leiche der Sappho, die schied,
Um des Meeres Milde und gütigen Sinn zu erspähen!

Der männlichen Sappho, die da geliebt und gedichtet,
Die schöner als Venus in düsterer Blässe erglüht!
Blauleuchtender Blick wird vom dunkeln besiegt und vernichtet,
Wenn im finsteren Kreise der Leiden und Qualen er sprüht
Der männlichen Sappho, die da geliebt und gedichtet!

Schöner als Venus, die über die Erde sich schwingend,
Das All mit den Schätzen der strahlenden Heiterkeit schmückt,
Mit ihrer blonden Jugend ihn selber bezwingend
Den alten Ozean, den seine Tochter entzückt.
Schöner als Venus, über die Erde sich schwingend,

Sappho, am Tag ihrer Lästrung und Schande gestorben,
Da sie, verspottend der alten Gesetze Gewalt,
Mit ihres Leibes Schönheit um Liebe geworben,
Um die Liebe des Rohen, der mit Hochmut die Sünde vergalt
Sapphos, am Tag ihrer Lästrung und Schande gestorben.

Seitdem hört man Lesbos von wilden Klagen ertönen;
Trotz all der Ehren, die ihm das Weltall erweist
Berauscht es sich nächtlich an Sturmwinds Schreien und Stöhnen,
Der die öden Gestade zum Himmel aufpeitschet und reisst!
Seitdem hört man Lesbos von wilden Klagen ertönen!

LESBOS

Mère des jeux latins et des voluptés grecques,
Lesbos, où les baisers languissants ou joyeux,
Chauds comme les soleils, frais comme les pastèques,
Font l'ornement des nuits et des jours glorieux,
– Mère des jeux latins et des voluptés grecques,

Lesbos, où les baisers sont comme les cascades
Qui se jettent sans peur dans les gouffres sans fonds
Et courent, sanglotant et gloussant par saccades,
– Orageux et secrets, fourmillants et profonds;
Lesbos, où les baisers sont comme les cascades!

Lesbos où les Phrynés l'une l'autre s'attirent,
Où jamais un soupir ne resta sans écho,
A l'égal de Paphos les étoiles t'admirent,
Et Vénus à bon droit peut jalouser Sapho!
– Lesbos où les Phrynés l'une l'autre s'attirent.

Lesbos, terre des nuits chaudes et langoureuses,
Qui font qu'à leurs miroirs, stérile volupté,
Les filles aux yeux creux, de leurs corps amoureuses,
Caressent les fruits mûrs de leur nubilité,
Lesbos, terre des nuits chaudes et langoureuses,

Laisse du vieux Platon se froncer l'œil austère;
Tu tires ton pardon de l'excès des baisers,
Reine du doux empire, aimable et noble terre,
Et des raffinements toujours inépuisés.
Laisse du vieux Platon se froncer l'œil austère.

Tu tires ton pardon de l'éternel martyre
Infligé sans relâche aux cœurs ambitieux
Qu'attiré loin de nous le radieux sourire
Entrevue vaguement au bord des autres cieux;
Tu tires ton gardon de l'éternel martyre!

Qui des Dieux osera, Lesbos, être ton juge,
Et condamner ton front pâli dans les travaux,
Si ses balances d'or n'ont pesé le déluge
De larmes qu'à la mer ont versé tes ruisseaux?
Qui des Dieux osera, Lesbos, être ton juge?

Que nous veulent les lois du juste et de l'injuste?
Vierges au cœur sublime, honneur de l'archipel,
Votre religion comme une autre est auguste,
Et l'amour se rira de l'enfer et du ciel!
– Que nous veulent les lois du juste et de l'injuste?

Car Lesbos entre tous m'a choisi sur la terre
Pour chanter le secret de ses vierges en fleur,
Et je fus dès l'enfance admis au noir mystère
Des rires effrénés mêlés au sombre pleur;,
Car Lesbos entre tous m'a choisi sur la terre,

Et depuis lors je veille au sommet de Leucate,
Comme une sentinelle, à l'œil perçant et sûr,
Qui guette nuit et jour brick, tartane ou frégate,
Dont les formes au loin frissonnent dans l'azur,
– Et depuis lors je veille au sommet de Leucate

Pour savoir si la mer est indulgente et bonne,
Et parmi les sanglots dont le roc retentit
Un soir ramènera vers Lesbos qui pardonne
Le cadavre adoré de Sapho qui partit
Pour savoir si la mer est indulgente et bonne!

De la mâle Sapho, l'amante et le poète,
Plus belle que Vénus par ses mornes pâleurs!
– L'œil d'azur est vaincu par l'œil noir que tachette
Le cercle ténébreux tracé par les douleurs
De la mâle Sapho, l'amante et le poète!

– Plus belle que Vénus se dressant sur le monde
Et versant les trésors de sa sérénité
Et le rayonnement de sa jeunesse blonde
Sur le vieil Océan de sa fille enchanté;
Plus belle que Vénus se dressant sur le monde!

– De Sapho qui mourut le jour de son blasphème,
Quand, insultant le rite et le culte inventé,
Elle fit son beau corps la pâture suprême
D'un brutal dont l'orgueil punit l'impiété
De Sapho qui mourut le jour de son blasphème.

Et c'est depuis ce temps que Lesbos se lamente,
Et, malgré les honneurs que lui rend l'univers,
S'enivre chaque nuit du cri de la tourmente
Que poussent vers les deux ses rivages déserts.
Et c'est depuis ce temps que Lesbos se lamente!

Verdammte Frauen

Delphine und Hyppolyte

l

Wo matte Lampen fahles Licht verbreiten,
Auf weichem Pfühl, von Düften sanft umkreist,
Träumt Hippolyte von wilden Zärtlichkeiten,
Drin ihrer Unschuld Schleier jäh zerreisst.

Und wirre Blicke durch den Sturm sie sendet
Nach ihrer fernen Reinheit Paradies,
So wie der Wanderer sich rückwärts wendet,
Den blauen Himmel sucht, den er verliest.

Die müssigen Tränen in dem Blick, dem schlaffen,
Das Antlitz starr, von dumpfer Lust verzehrt,
Die Arme müde wie besiegte Waffen,
Das alles ihren zarten Reit vermehrt.

Delphine, ihr zu Füssen, lustdurchschauert
Misst sie mit heissem Blick voll stummer List,
Ein starkes Tier, das auf die Beute lauert,
Die schon durch seinen Zahn gezeichnet ist.

Die starke Schönheit kniend vor der zarten,
Wollüstig schlürft sie des Triumphes Trank
Und dehnt sich zu ihr hin in heissem Warten,
Nun zu empfangen ihren Liebesdank.

Sie sucht der Freude stumme Weihelieder
In ihres bleichen Opfers Angesicht,
Und jenen Dank, der von der Wimper nieder,
Ein langes Seufzen, aus der Seele bricht.

»Mein Liebling, Hippolyte, lass nun dies Brüten.
Versteh, und fasse endlich den Entschluss,
Nicht aufzuopfern deine ersten Blüten
Dem rauhen Sturm, der sie entblättern muss.

Den Eintagsfliegen gleichen meine Küsse,
Die abends kosend klare Seen umziehn,
Die deines Freundes graben tiefe Risse,
Ziehn über dich wie Pflüg und Wagen hin.

Wie plumpe, schwerbeladne Karren gehen,
Wie Pferdehuf sie grausam über dich,
O Schwester Hippolyte, lass mich dein Antlitz sehen,
Mein Leben du, mein halb und ganzes Ich.

Lass deiner Augen blauen Glanz mich trinken!
Für einen Blick lüft' ich des Schleiers Saum
Und lasse ihn von dunkeln Wonnen sinken
Und wiege dich in einen ewigen Traum!«

Und Hippolyte, das Haupt zu ihr gewendet:
»Ich bin nicht undankbar, doch leid' ich Qual,
Bin ruhelos, als wäre ich geschändet
Von einem nächtlich wüsten Freudenmahl.

Mir ist, als stürze auf mich dumpf Entsetzen
Und schwarzer Geister Heere wild verzerrt,
Sie wollen mich auf schwanke Stege hetzen.
Die rings ein blutigroter Himmel sperrt.

Ist, was wir tun, nicht doch ein fremd Verbrechen?
Erkläre meiner Angst und Schrecken Sinn!
Ich zittre, hör' ich dich 'Mein Engel' sprechen.
Und doch reisst's meinen Mund zu deinem hin.

Blick' mich nicht also an, du, die ich liebe.
Auf ewig liebe, Schwester meiner Wahl,
Selbst wenn du nur Verlockung meiner Triebe,
Nur Anfang von Verdammnis, Hölle, Qual!«

Delphine schüttelt wild ihr Haar, im Grimme
Stampft auf den Dreifuss sie mit bösem Blick,
»Wer darf,« ruft sie mit herrisch rauher Stimme,
von Hölle reden bei der Liebe Glück?

Verflucht der Träumer, den zuerst es drängte,
Zu lösen den unlösbar leeren Streit,
Und der in seinem blöden Sinn vermengte
Mit Liebesdingen Recht und Ehrbarkeit!

Wer Tag mit Nacht, wer Schatten mit den Gluten,
Wer einen will, was sich auf ewig trennt,
Dem wird die lahmen Glieder nie durchfluten
Die rote Sonne, die man Liebe nennt!

Geh, wenn du willst, such' dir den stumpfen Gatten;
Schenk seinem rohen Kuss dein Jugendglück;
Und, bleiche Reue in dem Blick, dem matten,
Geschändet und voll Graun kommst du zurück.

Man kann nur einem Herrn Genüge schaffen!«
Jedoch das Kind, ausströmend bittren Schmerz,
Schreit plötzlich auf: »Den Abgrund fühl' ich klaffen
In meiner Brust; der Abgrund ist mein Herz!

Ein Feuerschlund, tief wie das Nichts hienieden.
Unstillbar ist des Ungeheuers Glut,
Unstillbar wie der Durst der Eumeniden,
Und ihre Fackel brennt in meinem Blut.

Dass dieser Vorhang doch die Welt verschlösse,
Dass Müdigkeit uns führ dem Schlafe zu!
Dass ich an deinem Hals den Tod genösse,
An deiner Brust des Grabes Glück und Ruh!« –

Hinab, hinab, du Schar der Opfer, walle!
Du bist zum ewigen Höllenpfad verdammt!
Versink im Abgrund, wo die Sünden alle,
Gepeitscht vom Wind, der nicht vom Himmel stammt,

Aufbrodelnd durcheinanderwirbeln, brüllen,
Lauft hin zum Ziel, ihr Schatten toll und jung;
Nie werdet eure Raserei ihr stillen,
Und eure Lust ist eure Züchtigung.

Nie seht in eurer Höhle Tag ihr schimmern;
Doch durch die Ritzen Fieberkeime ziehn;
Sie flammen auf, dass sie wie Lichter flimmern
Und gehn wie Gift durch euren Körper hin,

Die Unfruchtbarkeit eurer Jugendtage
Erschlafft die Haut, wie sie den Durst entfacht.
Und böser Lüste fürchterliche Plage
Aus eurem Fleisch kraftlose Fetzen macht.

Fern von der Welt, Verdammten gleich, Verirrten,
Durch Wüsten eilt, wie Tiere, die man jagt;
Vollendet euer Schicksal, ihr Verwirrten,
Und flieht die Hölle, die ihr in euch tragt.

FEMMES DAMNEES

 

 

A la pâle clarté des lampes languissantes,
Sur de profonds coussins tout imprégnés d'odeur,
Hippolyte rêvait aux caresses puissantes
Qui levaient le rideau de sa jeune candeur.

Elle cherchait d'un œil troublé par la tempête
De sa naïveté le ciel déjà lointain,
Ainsi qu'un voyageur qui retourne la tête
Vers les horizons bleus dépassés le matin.

De ses yeux amortis les paresseuses larmes,
L'air brisé, la stupeur, la morne volupté,
Ses bras vaincus, jetés comme de vaines armes,
Tout servait, tout parait sa fragile beauté.

Etendue à ses pieds, calme et pleine de joie,
Delphine la couvait avec des yeux ardents,
Comme un animal fort qui surveille une proie,
Après l'avoir d'abord marquée avec les dents.

Beauté forte à genoux devant la beauté frêle,
Superbe, elle humait voluptueusement
Le vin de son triomphe, et s'allongeait vers elle
Comme pour recueillir un doux remercîment.

Elle cherchait dans l'œil de sa pâle victime
Le cantique muet que chante le plaisir
Et cette gratitude infinie et sublime
Qui sort de la paupière ainsi qu'un long soupir:

– «Hippolyte, cher cœur, que dis-tu de ces choses?
Comprends-tu maintenant qu'il ne faut pas offrir
L'holocauste sacré de tes premières roses
Aux souffles violents qui pourraient les flétrir?

Mes baisers sont légers comme ces éphémères
Qui caressent le soir les grands lacs transparents,
Et ceux de ton amant creuseront leurs ornières
Comme des chariots ou des socs déchirants;

Ils passeront sur toi comme un lourd attelage
De chevaux et de boeufs aux sabots sans pitié...
Hippolyte, ô ma soeur! tourne donc ton visage,
Toi, mon âme et mon cœur, mon tout et ma moitié,

Tourne vers moi tes yeux pleins d'azur et d'étoiles!
Pour un de ces regards charmants, baume divin,
Des plaisirs plus obscurs je lèverai les voiles,
Et je t'endormirai dans un rêve sans fin!»

Mais Hippolyte alors, levant sa jeune tête:
– «Je ne suis point ingrate et ne me repens pas,
Ma Delphine, je souffre et je suis inquiète,
Comme après un nocturne et terrible repas.

Je sens fondre sur moi de lourdes épouvantes
Et de noirs bataillons de fantômes épars,
Qui veulent me conduire en des routes mouvantes
Qu'un horizon sanglant ferme de toutes parts.

Avons-nous donc commis une action étrange?
Expliques, si tu peux, mon trouble et mon effroi:
Je frissonne de peur quand tu me dis: mon ange!
Et cependant je sens ma bouche aller vers toi.

Ne me regarde pas ainsi, toi, ma pensée,
Toi que j'aime à jamais, ma soeur d'élection,
Quand même tu serais une embûche dressée,
Et le commencement de ma perdition!»

Delphine secouant sa crinière tragique,
Et comme trépignant sur le trépied de fer,
L'œil fatal, répondit d'une voix despotique:
– «Qui donc devant l'amour ose parler d'enfer?

Maudit soit à jamais le rêveur inutile,
Qui voulut le premier dans sa stupidité,
S'éprenant d'un problème insoluble et stérile,
Aux choses de l'amour mêler l'honnêteté!

Celui qui veut unir dans un accord mystique
L'ombre avec la chaleur, la nuit avec le jour,
Ne chauffera jamais son corps paralytique
A ce rouge soleil que l'on nomme l'amour!

Va, si tu veux, chercher un fiancé stupide;
Cours offrir un cœur vierge à ses cruels baisers;
Et, pleine de remords et d'horreur, et livide,
Tu me rapporteras tes seins stigmatisés;

On ne peut ici-bas contenter qu'un seul maître!»
Mais l'enfant, épanchant une immense douleur,
Cria soudain: «Je sens s'élargir dans mon être
Un abîme béant; cet abîme est mon cœur,

Brûlant comme un volcan, profond comme le vide;
Rien ne ressasiera ce monstre gémissant
Et ne refraîchira la choif de l'Euménide,
Qui, la torche à la main, le brûle jusqu'au sang.

Que nos rideaux fermés nous séparent du monde,
Et que la lassitude amène le repos!
Je veux m'anéantir dans ta gorge profonde,
Et trouver sur ton sein la fraîcheur des tombeaux.»

Descendez, descendez, lamentables victimes,
Descendez le chemin de l'enfer éternel;
Plongez au plus profond du gouffre où tous les crimes,
Flagellés par un vent qui ne vient pas du ciel,

Bouillonnent pêle-mêle avec un bruit d'orage;
Ombres folles, courez au but de vos désirs;
Jamais vous ne pourrez assouvir votre rage,
Et votre châtiment naîtra de vos plaisirs.

Jamais un rayon frais n'éclaira vos cavernes;
Par les fentes des murs des miasmes fiévreux
Filent en s'enflammant ainsi que des lanternes
Et pénètrent vos corps de leurs parfums affreux.

L'âpre stérilité de votre jouissance
Altère votre soif et roidit votre peau,
Et le vent furibond de la concupiscence
Fait claquer votre chair ainsi qu'un vieux drapeau.

Loin des peuples vivants, errantes, condamnées,
A travers les déserts courez comme les loups;
Faites votre destin, âmes désordonnées,
Et fuyez l'infini que vous portez en vous!

Verdammte Frauen

II

Wie müde Tiere lagern sie im Sand,
Den Blick zum Meer gelenkt in stiller Trauer,
Es schmiegt sich Fuss an Fuss und Hand in Hand
In sanftem Sehnen und in Fieberschauer.

Die einen gehn, berauscht von Heimlichkeit,
Am Waldrand, wo der Bach raunt durch die Träume,
Und ritzen wie in erster Liebe Zeit
Geheime Zeichen in die jungen Bäume.

Andre, gleich Schwestern, wandern langsam da,
Wo Truggesichte durch die Wüste ziehen.
Wo Sankt Anton zwei nackte Brüste sah
In der Versuchung Purpurlicht erglühen.

Andre bei halberloschner Fackel Dunst
In heidnischer Gewölbe dumpfen Hallen,
Flehn deine Hilfe an in Fieberbrunst,
Bacchus, Erlöser aus der Reue Krallen.

Andre, die Brust vom Skapulier bedeckt,
Verbergen Geisseln in des Kleides Falten,
Und mischen nachts, im stillen Wald versteckt,
Taumel und Lust mit wilden Schmerzgewalten.

Jungfrauen, Teufel, Dulderinnen ihr,
Des Alltags und der Wirklichkeit Verächter,
Die ihr das Unbegrenzte liebt voll Gier,
Bald Tränen habt, bald Schreie und Gelächter,

Bis in die Hölle folgte euch mein Herz,
Das Bruderliebe und Erbarmen füllen,
Ich lieb' euch, Schwestern, um den finstern Schmerz,
Der unstillbaren Gier und Liebe willen.

FEMMES DAMNEES

 

Comme un bétail pensif sur le sable couchées,
Elles tournent leurs yeux vers l'horizon des mers,
Et leurs pieds se cherchant et leurs mains rapprochées
Ont de douces langueurs et des frissons amers:

Les unes, cœurs épris des longues confidences,
Dans le fond des bosquets où jasent les ruisseaux,
Vont épelant l'amour des craintives enfances
Et creusent le bois vert des jeunes arbrisseaux;

D'autres, comme des sœurs, marchent lentes et graves
A travers les rochers pleins d'apparitions,
Où saint Antoine a vu surgir comme des laves
Les seins nus et pourprés de ses tentations;

Il en est, aux lueurs des résines croulantes,
Qui dans le creux muet des vieux antres païens
T'appellent au secours de leurs fièvres hurlantes,
O Bacchus, endormeur des remords anciens!

Et d'autres, dont la gorge aime les scapulaires,
Qui, recelant un fouet sous leurs longs vêtements,
Mêlent dans le bois sombre et les nuits solitaires
L'écume du plaisir aux larmes des tourments.

O vierges, ô démons, ô monstres, ô martyres,
De la réalité grands esprits contempteurs,
Chercheuses d'infini, dévotes et satyres,
Tantôt pleines de cris, tantôt pleines de pleurs,

Vous que dans votre enfer mon âme a poursuivies,
Pauvres sœurs, je vous aime autant que je vous plains,
Pour vos mornes douleurs, vos soifs inassouvies,
Et les urnes d'amour dont vos grands cœurs sont pleins!

Die beiden barmherzigen Schwestern

Lust und Vergänglichkeit, zwei schöne Weiber,
Die reich an Küssen sind, ein kraftvoll Paar,
Lumpenverhüllt die jungfräulichen Leiber,
Durch ewiger Arbeit Mühen unfruchtbar.

Dem Dichter sind sie liebe Zeitvertreiber;
Es bieten Freudenhaus und Grab sogar
Dem finstern Höllenfreund, dem Märchenschreiber
In ihrem Schutz ein reulos Lager dar.

Ja, Bett und Sarg, an Frevel überreich,
Sie spenden uns, barmherzigen Schwestern gleich,
Entsetzlichen Genuss und süsse Pein.

Wann kommst du, ekle Lust, und sargst mich ein?
Du, ihr Rivale, tödliches Vergessen,
Wann pfropfst auf welke Myrten du Zypressen ?

LES DEUX BONNES SŒURS

La Débauche et la Mort sont deux aimables filles,
Prodigues de baisers et riches de santé,
Dont le flanc toujours vierge et drapé de guenilles
Sous l'éternel labeur n'a jamais enfanté.

Au poète sinistre, ennemi des familles.
Favori de l'enfer, courtisan mal renté,
Tombeaux et lupanars montrent sous leurs charmilles
Un lit que le remords n'a jamais fréquenté.

Et la bière et l'alcôve en blasphèmes fécondes
Nous offrent tour à tour, comme deux bonnes sœurs,
De terribles plaisirs et d'affreuses douceurs.

Quand veux-tu m'enterrer, Débauche aux bras immondes?
O Mort, quand viendras-tu, sa rivale en attraits,
Sur ses myrtes infects entre tes noirs cyprès?

Allegorie

Ein wundervolles Weib, herrlich und stolz die Glieder,
Zum weingefüllten Kelch wallt ihr das Haar hernieder.
Der Liebe Gift, der Trank, den die Spelunke braut,
Sie gleiten spurlos ab am Marmor ihrer Haut.
Sie lacht dem Tod und höhnt der wilden Lust Begehren
Der beiden Drachen, die da streicheln und versehren,
Und im Vernichtungsspiel doch immer noch verschont
Die strenge Hoheit, die im festen Körper wohnt.
Ruhend der Haremsfrau, der Göttin gleich im Schreiten
Wird in der Lust sie dir des Orients Rausch bereiten;
Mit ihren Armen, die sie weit geöffnet hält,
Winkt sie der Menschheit zu, umfängt sie eine Welt.
Sie glaubt, sie weiss es, sie, die grosse Unfruchtbare,
Die unentbehrlich doch im Gang der Weltenjahre,
Dass Schönheit ein Geschenk so wundervoller Art,
Dass jedem Frevel schon durch sie Entsühnung ward.
Sie achtet Hölle nicht, nicht Fegefeuers Wehen,
Und ruft die Stunde einst, den schwarzen Pfad zugehen,
Dann wendet sie den Blick zum Tod hin ohne Scheu,
Ein Kind, ganz unschuldvoll, ganz ohne Hass und Reu .

ALLEGORIE

C'est une femme belle et de riche encolure,
Qui laisse dans son vin traîner sa chevelure.
Les griffes de l'amour, les poisons du tripot,
Tout glisse et tout s'émousse au granit de sa peau.
Elle rit à la Mort et nargue la Débauche,
Ces monstres dont la main, qui toujours gratte et fauche,
Dans ses jeux destructeurs a pourtant respecté
De ce corps ferme et droit la rude majesté.
Elle marche en déesse et repose en sultane;
Elle a dans le plaisir la foi mahométane,
Et dans ses bras ouverts que remplissent ses seins,
Elle appelle des yeux la race des humains.
Elle croit, elle sait, cette vierge inféconde
Et pourtant nécessaire à la marche du monde,
Que la beauté du corps est un sublime don
Qui de toute infamie arrache le pardon;
Elle ignore l'Enfer comme le Purgatoire,
Et, quand l'heure viendra d'entrer dans la Nuit noire,
Elle regardera la face de la Mort,
Ainsi qu'un nouveau-né, – sans haine et sans remord.

Die Verwandlung des Vampire

Das Weib mit rosigem Mund begann den Leib zu recken,
Wie sich die Schlange dreht auf heissem Kohlenbecken,
Und in den Schnürleib fest die Brüste eingezwängt,
Sprach diese Worte sie, von Moschus ganz durchtränkt:
»Mein Mund ist rot und feucht, und auf des Lagers Kissen
Kann alle Tugend ich und alle Weisheit missen.
Die Tränen trockne ich auf meines Busens Pracht,
Mach' Alte fröhlich, wie man Kinder lachen macht.
Wer ohne Hüllen schaut des nackten Leibes Wonnen,
Dem ist der Mond verlöscht und Himmelswelt und Sonnen!
Ich bin, mein Weiser, so geübt in Wollustglut,
Dass tödlich fast dem Mann wird der Umarmung Wut,
Und wenn ich meinen Leib den Küssen überlassen,
Die frech und schüchtern mich und zart und roh erfassen,
Dann über meinem Pfühl, der sich vor Wonne bäumt,
Ohnmächtiger Engel Schar von meinen Reizen träumt.«

Nachdem aus dem Gebein sie mir das Mark gesogen,
Dreht ich mich matt zu ihr, von Liebe hingezogen,
Um sie zu küssen, doch nichts hat mein Aug' entdeckt,
Als einen leeren Schlauch, besudelt und befleckt!
Ich schloss die Augen schnell, gepackt von kaltem Grauen,
Und öffnete sie dann, beim hellen Licht zu schauen
An jener Puppe Statt, die neben mir geruht,
Und die zu strotzen schien von Leben, Kraft und Blut,
ein zitterndes Skelett, verwirrter Knochen Trümmer,
Daraus ein Stöhnen klang wie Wetterhahns Gewimmer,
Wie eines Schildes Schrei, das in den Angeln kracht,
Wenn es der Windstoss dreht in stürmischer Winternacht.

LES METAMORPHOSES DU VAMPIRE

La femme cependant de sa bouche de fraise,
En se tordant ainsi qu'un serpent sur la braise,
Et pétrissant ses seins sur le fer de son busc,
Laissait couler ces mots tout imprégnés de musc:
– «Moi, j'ai la lèvre humide, et je sais la science
De perdre au fond d'un lit l'antique conscience.
Je sèche tous les pleurs sur mes seins triomphants
Et fais rire les vieux du rire des enfants.
Je remplace, pour qui me voit nue et sans voiles,
La lune, le soleil, le ciel et les étoiles!
Je suis, mon cher savant, si docte aux voluptés,
Lorsque j'étouffe un homme en mes bras veloutés,
Ou lorsque j'abandonne aux morsures mon buste,
Timide et libertine, et fragile et robuste,
Que sur ces matelas qui se pâme d'émoi
Les Anges impuissants se damneraient pour moi!»

Quand elle eut de mes os sucé toute la moelle,
Et que languissamment je me tournai vers elle
Pour lui rendre un baiser d'amour, je ne vis plus
Qu'une outre aux flancs gluants, toute pleine de pus!
Je fermai les deux yeux dans ma froide épouvante,
Et, quand je les rouvris à la clarté vivante,
A mes côtés, au lieu du mannequin puissant
Qui semblait avoir fait provision de sang,
Tremblaient confusément des débris de squelette,
Qui d'eux-mêmes rendaient le cri d'une girouette
Ou d'une enseigne, au bout d'une tringle de fer,
Que balance le vent pendant les nuits d'hiver.

Eine Reise nach Kythera

Mein Herz, ein Vogel, fröhlich aufwärts fliegend,
Umschwebt voll Heiterkeit des Segels Tau,
Das Schiff rollt unterm klaren Himmelsblau,
Ein Engel, in der Sonne Glanz sich wiegend.

Doch jene Insel, schwarz und düster dort;
Kythera ist's, durch Ruhmesklang erhaben,
Einstmals das Paradies der alten Knaben,
Ein armes Land jetzt und ein finstrer Ort.

Insel der Feste, süsser Heimlichkeiten!
Noch immer schwebt der Liebesgöttin Bild
Hier überm Meer, wie Duft so feurigmild,
Dass Lieb' und Sehnsucht unsere Herzen weiten.

Insel, von Myrten, Blumen überblüht,
Von jedem Land, von jeder Zeit gefeiert,
Wo der Verliebten Seufzer sanft verschleiert,
Wie Weihrauch einen Rosenwald durchglüht,

Wie ewiges Girren liebeskranker Tauben!
Und jetzt, – nur Wüste, felsigdürre Welt,
Vom scharfen Schrei der Vögel wild durchgellt.
Und dennoch will ich an ein Wunder glauben!

Kein Tempel ragt aus schattiger Büsche Wand,
Nicht seh' ich junge Priesterinnen schreiten
Durch Blumen hin, voll heisser Heimlichkeiten.
Im leisen Lufthauch flatternd das Gewand.

Doch wie wir nah genug der Küste streben,
Dass unser Segel scheucht der Vögel Schwarm,
Erkenn ich eines schwarzen Galgens Arm
Zypressengleich vom klaren Blau sich heben.

Und wilde Vögel, eng beisammen sitzend,
Zernagen des Gehenkten morschen Leib,
Unreine Schnäbel, wie zum Zeitvertreib
In Fäulnis tauchend und das Blut verspritzend.

Des Toten Augen starren Löchern gleich,
Die Därme sieht man blutig sich ergiessen,
Die Henker ihre grausige Lust gemessen,
Zerstören diesen Leib mit Hieb und Streich.

Und unter ihm schleicht neidisch das Gelichter,
Vierfüssig Volk, die Schnauze hochgestreckt,
Aus ihrer Mitte sich der Grösste reckt,
Wie aus der Knechte Schar der blutige Richter.

Kytheras Kind, Kind blauer Himmelsluft,
So duldest du die grausige Schmach mit Schweigen,
So sühnst du deiner Liebesfeste Reigen,
Der Frevel Last verwehrt dir Sarg und Gruft.

Spasshafter Toter, deine Leiden alle
Sind meine! Wie der Wind dich hebt und neigt
Ein bittrer Ekel mir zum Munde steigt,
Der alten Schmerzen aufgewühlte Galle.

Vor dir, du Armer, hab' ich sie gefühlt
Mit ihren Schnäbeln, Krallen, scharfen Zähnen
Die wilden Raben, Geier und Hyänen,
Die einst so gern zerfleischt mich und zerwühlt.

Des Himmels Blau kann mich mit Lust nicht füllen,
Ich fühle nur noch Qual und Götterfluch
Und möchte, ach wie in ein Leichentuch
Mein Herz in dieses trübe Gleichnis hüllen.

Auf Venus' Insel alles mir zerrann,
Ein Galgen blieb, daran mein Bild zu schauen. –
Gib, Herr, mir Kraft und Mut, dass ohne Grauen
Hinfort ich auf mich selber blicken kann!

UN VOYAGE A CYTHERE

Mon cœur, comme un oiseau, voltigeait tout joyeux
Et planait librement à l'entour des cordages;
Le navire roulait sous un ciel sans nuages,
Comme un ange enivré du soleil radieux.

Quelle est cette île triste et noire? – C'est Cythère,
Nous dit-on, un pays fameux dans les chansons,
Eldorado banal de tous les vieux garçons.
Regardez, après tout, c'est une pauvre terre.

– Il des doux secrets et des fêtes du cœur!
De l'antique Vénus le superbe fantôme
Au-dessus de tes mers plane comme un arome,
Et charge les esprits d'amour et de langueur.

Belle île aux myrtes verts, pleine de fleurs écloses,
Vénérée à jamais par toute nation,
Où les soupirs des cœurs en adoration
Roulent comme l'encens sur un jardin de roses

Ou le roucoulement éternel d'un ramier
– Cythère n'était plus qu'un terrain des plus maigres,
Un désert rocailleux troublé par des cris aigres.
J'entrevoyais pourtant un objet singulier;

Ce n'était pas un temple aux ombres bocagères,
Où la jeune prêtresse, amoureuse des fleurs,
Allait, le corps brûlé de secrètes chaleurs,
Entre-bâillant sa robe aux brises passagères;

Mais voilà qu'en rasant la côte d'assez près
Pour troubler les oiseaux avec nos voiles blanches
Nous vîmes que c'était un gibet à trois branches,
Du ciel se détachant en noir, comme un cyprès.

De féroces oiseaux perchés sur leur pâture
Détruisaient avec rage un pendu déjà mûr,
Chacun plantant, comme un outil, son bec impur
Dans tous les coins saignants de cette pourriture;

Les yeux étaient deux trous, et du ventre effondré
Les intestins pesants lui coulaient sur les cuisses,
Et ses bourreaux gorgés de hideuses délices
L'avaient à coups de bec absolument châtré.

Sous les pieds, un troupeau de jaloux quadrupèdes,
Le museau relevé, tournoyait et rôdait;
Une plus grande bête au milieu s'agitait
Comme un exécuteur entouré de ses aides.

Habitant de Cythère, enfant d'un ciel si beau,
Silencieusement tu souffrais ces insultes
En expiation de tes infâmes cultes
Et des péchés qui t'ont interdit le tombeau.

Ridicule pendu, tes douleurs sont les miennes!
Je sentis à l'aspect de tes membres flottants,
Comme un vomissement, remonter vers mes dents
Le long fleuve de fiel des douleurs anciennes;

Devant toi, pauvre diable au souvenir si cher,
J'ai senti tous les becs et toutes les mâchoires
Des corbeaux lancinants et des panthères noires
Qui jadis aimaient tant à triturer ma chair.

– Le ciel était charmant, la mer était unie;
Pour moi tout était noir et sanglant désormais,
Hélas! et j'avais, comme en un suair épais,
Le cœur enseveli dans cette allégorie.

Dans ton île, ô Vénus! je n'ai trouvé debout
Qu'un gibet symbolique où pendait mon image.
– Ah! Seigneur! donnez-moi la force et le courage
De contempler mon cœur et mon corps sans dégoût!

 

RÉVOLTE

Abel und Kain

I

Stamm Abels, schlafe, iss und trinke;
Gott lächelt gnädig dir;

Stamm Kains, in Schmutz und Schlamm versinke,
Verende wie ein Tier.

Stamm Abels, deines Opfers Spende
Umkost die Engelein;

Stamm Kains, wann naht sich wohl das Ende,
Das Ende deiner Pein ?

Stamm Abels, üppig deine Weide,
Der Herde Schar gesund;

Stamm Kains, was heult dein Eingeweide
Vor Hunger wie ein Hund?

Stamm Abels, wärme Leib und Seele
Am heimischen Herd voll Ruh,

Stamm Kains, ein Schakal in der Höhle
Vor Kälte zittre du!

Stamm Abels, deine Zahl vermehre,
Dein Gold selbst hecke dir;

Stamm Kains, dem heissen Herzen wehre,
Und hüte deine Gier.

Stamm Abels, gras auf allen Wegen,
Den Raupen gleich an Zahl!

Stamm Kains, auf deinen wirren Wegen
Lieg' Kampf und Todesqual.

II

Stamm Abels, wenn du einst verendet,
Dein Aas die Sonne frisst!

Stamm Kains, du hast noch nicht vollendet,
Was deines Amtes ist;

Stamm Abels, deines Eisens Klinge
Dem Wurfspiess ward zum Spott!

Stamm Kains, zum Himmel auf dich schwinge,
Zur Erde schleudre Gott!

ABEL ET CAÏN

I

Race d'Abel, dors, bois et mange:
Dieu le sourit complaisamment,

Race de Caïn, dans la fange
Rampe et meurs misérablement.

Race d'Abel, ton sacrifice
Flatte le nez du Séraphin!

Race de Caïn, ton supplice
Aura-t-il jamais une fin?

Race d'Abel, vois tes semailles
Et ton bétail venir à bien;

Race de Caïn, tes entrailles
Hurlent la faim comme un vieux chien.

Race d'Abel, chauffe ton ventre
A ton foyer patriarcal;

Race de Caïn, dans ton antre
Tremble de froid, pauvre chacal!

Race d'Abel, aime et pullule:
Ton or fait aussi des petits;

Race de Caïn, cœur qui brûle,
Prends garde à ces grands appétits.

Race d'Abel, tu croîs et broutes
Comme les punaises des bois!

Race de Caïn, sur les routes
Traîne ta famille aux abois.

II

Ah! race d'Abel, ta charogne
Engraissera le sol fumant!

Race de Caïn, ta besogne
N'est pas faite suffisamment;

Race d'Abel, voici ta honte:
Le fer est vaincu par l'épieu!

Race de Caïn, au ciel monte
Et sur la terre jette Dieu!

Die Litanei des Satans

O Cherub, weisester, schönster von Gottes Söhnen,
Gestürzt, selbst noch ein Gott, dem keine Psalmen tönen,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

O König des Exils, den man mit Schmach bedeckt,
Und der, besiegt, voll Trotz das Haupt nur höher reckt,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Du, der du alles weisst, Herrscher in dunkeln Tiefen,
Helfer der Menschen, die in bittrer Angst dich riefen,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der Liebe selbst ins Herz Verstossener, Kranker senkt,
Und ihnen so den Duft aus Edens Gärten schenkt,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der sich die Todesnacht zur Liebsten wählt und Herrin,
Mit ihr die Hoffnung zeugt, die wunderholde Närrin,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der dem Verfemten schenkt den Blick voll Ruh und Spott,
Mit dem er niederwirft das Volk um sein Schafott,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der in der Erde kennt die tiefverborgnen Schreine,
Darin der neidische Gott verbirgt die Edelsteine,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Du, dessen klarer Blick erkennt den finstern Schacht,
Drin die Metalle ruhn, gehüllt in Schlafes Nacht,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Du, dessen Hand verdeckt Abgrund und Schlucht und Wirren,
Nachtwandelnde beschützt, die über Dächer irren,
           Satan, erbarm, dich mein in meiner tiefen Not!

Der heil aus der Gefahr den alten Säufer zieht,
Der unter Pferdeshuf taumelnd am Weg geriet,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der uns zum Trost gelehrt, wenn Leiden uns bedrängen,
Mit des Salpeters Kraft den Schwefel zu vermengen,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der, Helfershelfer uns, sein Mal gebrannt voll List
Auf jedes Reichen Stirn, der feil und grausam ist,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der in des Mädchens Herz tief seine Saat gesenkt,
Dass es voll Lust an Blut und Grau'n und Fetzen denkt,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Der Ausgewiesnen Stab und des Erfinders Licht,
Erhenkter Trost und Schutz, Verbrechers Zuversicht,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

Aller Verstossnen Freund und liebender Berater,
Die einst in finstrem Zorn aus Eden stiess der Vater,
           Satan, erbarm dich mein in meiner tiefen Not!

LES LITANIES DE SATAN

O toi, le plus savant et le plus beau des Anges,
Dieu trahi par le sort et privé de louanges,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

O Prince de l'exil, à qui l'on a fait tort,
Et qui, vaincu, toujours te redresses plus fort,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui sais tout, grand roi des choses souterraines,
Guérisseur familier des angoisses humaines,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui, même aux lépreux, aux parias maudits,
Enseignes par l'amour le goût du Paradis,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

O toi, qui de la Mort, ta vieille et forte amante,
Engendras l'Espérance, – une folle charmante!
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui fais au proscrit ce regard calme et haut
Qui damne tout un peuple autour d'un échafaud,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui sais en quel coin des terres envieuses
Le Dieu jaloux cacha les pierres précieuses,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi dont l'œil clair connaît les profonds arsenaux
Où dort enseveli le peuple des métaux,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi dont la large main cache les précipices
Au somnambule errant au bord des édifices,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui, magiquement, assouplis les vieux os
De l'ivrogne attardé foulé par les chevaux,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui, pour consoler l'homme frêle qui souffre,
Nous appris à mêler le salpêtre et le soufre.
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui poses ta marque, ô complice subtil,
Sur le front du Crésus impitoyable et vil,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Toi qui mets dans les yeux et dans le cœur des filles
Le culte de la plaie et l'amour des guenilles,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Bâton des exilés, lampe des inventeurs,
Confesseur des pendus et des conspirateurs,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Père adoptif de ceux qu'en sa noire colère
Du Paradis terrestre a chassés Dieu le Père,
O Satan, prends pitié de ma longue misère!

Bitte

Dir, Satan, Lob und Preis im hohen Himmelszelt,
Wo du geherrscht dereinst, bis zu der finstren Welt,
Wo du besiegt nun ruhst und träumst in tiefem Schweigen!
Lass meine Seele sich ganz nahe zu dir neigen,
Wenn der Erkenntnisbaum sein üppiges Geäst
Hoch über deinem Haupt zum Tempel werden lässt!

PRIÉRE

Gloire et louange à toi, Satan, dans les hauteurs
Du Ciel, où tu régnas, et dans les profondeurs
De l'Enfer où, vaincu, tu rêves en silence!
Fais que mon âme un jour, sous l'Arbre de Science,
Près de toi se repose, à l'heure où sur ton front
Comme un Temple nouveau ses rameaux s'épandront!

 

LA MORT

Der Tod der Liebenden

So tief und weich, als ob es Gräber wären,
Lass unsre duftumhüllten Lager sein,
Und ringsum Blumen, die in schönren Sphären
Für uns erblüht in einem fremden Hain.

Lass unser letztes Glühen und Begehren
Gleich düsterroten Fackeln lodern drein,
Zwiefache Flammen, die sich spiegelnd mehren
In unsrer Doppelseele Widerschein.

Der Abend brennt in rosig-blauem Flimmer,
Ein letztes Glühen noch, dann schweigt für immer
Der lange Seufzer, schwer von Abschiedsqual.

Und lächelnd tritt ein Engel in das Zimmer
Und weckt zu neuem Leben, neuem Schimmer
Erloschne Spiegel, toter Kerzen Strahl.

LA MORT DES AMANTS

Nous aurons des lits pleins d'odeurs légères,
Des divans profonds comme des tombeaux,
Et d'étranges fleurs sur des étagères,
Ecloses pour nous sous des cieux plus beaux.

Usant à l'envi leurs chaleurs dernières,
Nos deux cœurs seront deux vastes flambeaux,
Qui réfléchiront leurs doubles lumières
Dans nos deux esprits, ces miroirs jumeaux.

Un soir fait de rose et de bleu mystique,
Nous échangerons un éclair unique,
Comme un long sanglot, tout chargé d'adieux;

Et plus tard un Ange, entr'ouvrant les portes,
Viendra ranimer, fidèle et joyeux,
Les miroirs ternis et les flammes mortes.

Der Tod der Armen

Du bist der Tod, der tröstet und belebt,
Du bist das Ende und der Hoffnungsstrahl,
Der Zaubertrank, der uns berauscht und hebt
Bei unsrem nächtigen Gang durchs dunkle Tal.

Du bist der Glanz, der schimmernd vor uns schwebt,
Durch Sturm und Wetterwolken dumpf und fahl,
Du bist das Obdach, ach so heiss erstrebt,
Du bist uns Schlaf und Ruh und stärkend Mahl.

Du kommst, ein Engel aus geweihten Stätten,
Uns Nackte und Verstossne weich zu betten,
Traum und Entzückung strömt aus deiner Hand.

Des Armen Gut, sein seliges Erretten,
Uralte Heimat du, Erlösung aus den Ketten,
Die offne Tür zum unbekannten Land.

LA MORT DES PAUVRES

C'est la Mort qui console, hélas! et qui fait vivre;
C'est le but de la vie, et c'est le seul espoir
Qui, comme un élixir, nous monte et nous enivre,
Et nous donne le cœur de marcher jusqu'au soir;

A travers la tempête, et la neige et le givre,
C'est la clarté vibrante à notre horizon noir;
C'est l'auberge fameuse inscrite sur le livre,
Où l'on pourra manger, et dormir, et s'asseoir;

C'est un Ange qui tient dans ses doigts magnétiques
Le sommeil et le don des rêves extatiques,
Et qui refait le lit des gens pauvres et nus;

C'est la gloire des Dieux, c'est le grenier mystique,
C'est la bourse du pauvre et sa patrie antique,
C'est le portique ouvert sur les Cieux inconnus!

Der Tod des Künstlers

Wie oft noch werd' ich, finstre Spottgestalt,
Die flache Stirn dir schellenrasselnd küssen?
Wie viele Pfeile noch verlieren müssen,
Eh' ich ins Schwarze traf der Urgewalt?

Wir üben unsre Kräfte mannigfalt,
Zersplittert liegt die Waffe und zerrissen,
Eh' von der grossen Kreatur wir wissen,
Der unsre Sehnsucht, unser Seufzen galt.

Und viele sehn ihr Antlitz niemals tagen
Und wagen doch, geächtet und gebannt,
Dein Bild zu formen mit verruchter Hand,

Von einer dunklen Hoffnung nur getragen,
Dass einst der Tod, ein neues Sonnenglühn,
Aus ihrem Hirn die Blumen lässt erblühn.

LE REVE D'UN CURIEUX

Connais-tu, comme moi, la douleur savoureuse,
Et de toi fais-tu dire: «Oh! l'homme singulier!»
– J'allais mourir. C'était dans mon âme amoureuse,
Désir mêlé d'horreur, un mal particulier;

Angoisse et vif espoir, sans humeur factieuse.
Plus allait se vidant le fatal sablier,
Plus ma torture était âpre et délicieuse;
Tout mon cœur s'arrachait au monde familier.

J'étais comme l'enfant avide du spectacle,
Haïssant le rideau comme on hait un obstacle...
Enfin la vérité froide se révéla:

J'étais mort sans surprise, et la terrible aurore
M'enveloppait. – Eh quoi! n'est-ce donc que cela?
La toile était levée et j'attendais encore.

 

LE VOYAGE

Die Reise

I

Dem Kind, berauscht von bunter Bilder Flimmer,
Scheint wie sein Lebenshunger weit die Welt,
Wie ist sie gross beim stillen Lampenschimmer!
Wie klein von der Erinnrung Licht erhellt!

Es kommt ein Tag, da ziehn wir in die Weiten,
Voll bittrer Sehnsucht und voll banger Glut,
Und wiegen unsre Unermesslichkeiten
Auf eines Weltmeers engbemessner Flut.

Der eine flieht aus fremdverhassten Landen,
Der andre macht sich von der Heimat frei,
Sternforscher, die im Weib den Himmel fanden,
Fliehn vor der Kirke holder Tyrannei.

Sie wollen nicht zum Tier sich wandeln lassen,
Drum flüchten sie zum Meer und Himmelsstrahl,
In Sonnenglut, im Eishauch wird verblassen
Mählich der Küsse brennend rotes Mal.

Die wahren Wandrer aber sind's, die ziehen
Aus Wandertrieb leicht wie die Feder fort.
Sie können ihrem Schicksal nie entfliehen,
Und »weiter, weiter« heisst ihr Losungswort.

Sie, deren Wünsche sind gleich Luftgebilden,
Die träumen wie ein Knabe vor der Schlacht
Von leuchtenden, stets wechselnden Gefilden
Voll Schönheit, wie sie nie ein Mensch erdacht.

II

O Schreck! Wir drehn uns, springen wie ein Kreisel,
Die Neugier peitscht uns auf aus Schlaf und Traum,
Dem strengen Engel gleich, der mit der Geisel
Die Sonnen wirbelt durch den Weltenraum.

Seltsames Glück, des Ziele sich verschieben,
Das nirgends ist und dennoch überall!
Der Mensch, von Hoffnung hin- und hergetrieben,
Er sucht die Ruhe und durchrast das All.

Sein Geist gleicht einem Segler, rastlos strebend,
Und »Augen auf« ertönt es aus dem Schiff,
Vom Mast schreit eine Stimme, glühend, bebend:
»Ruhm! Liebe! Glück!« – O Fluch, es war ein Riff!

Doch jedes Eiland, fern im fahlen Lichte,
Scheint uns das Eden, das der Traum verhiess,
Und jeder Tag macht unsren Traum zunichte,
Zeigt starre Klippen uns, kein Paradies.

O arme Sucher lockender Gefilde!
Den Trunknen, der die neue Welt entdeckt,
Stürzt in das Meer, denn vor dem Zauberbilde
Noch bitterer der Staub des Alltags schmeckt.

So stampft der Bettler hin durch öde Strecken,
Durch Kot und Schmutz, träumt eine Zauberwelt,
Und will verzückt ein Capua entdecken,
Wo nur ein Span das finstre Loch erhellt.

III

Erhabne Wandrer, sagt, was ihr errungen,
Was in dem meerestiefen Blick euch lebt,
Zeigt die Kleinodien der Erinnerungen,
Aus Luft und Meer und Sternenglanz gewebt!

Wir wollen ohne Dampf und Segel fliehen,
Erhellt den Kerker, drin wir festgebannt,
Und lasst an unsrem Geist vorüberziehen,
Was Ihr erlebt, vom Horizont umspannt.
Sagt, was ihr saht! –

IV

           Wir sahen Sterngefunkel
Und Wogenglanz. Auch Wüsten sahen wir;
Und trotz Sturmschauer und Gewitterdunkel,
Kam oft der Überdruss uns, so wie hier.

Das Abendmeer in violettnem Prangen,
Der Stadt Erglühen, wenn die Sonne sinkt,
Erweckten nur im Herzen heiss Verlangen
Nach einem Himmel, der verlockend winkt.

Die schönsten Länder und die reichsten Städte
Berauschten nie so glühend unsren Sinn
Wie fern am Himmel jene Wolkenkette,
Und traurig zogen wir voll Sehnsucht hin.

O Sehnsucht, nur die Freude gibt dir Kräfte!
Du gleichst dem Baum, den nur die Lust erweckt,
Es wachsen und es schwellen deine Säfte,
Wenn dein Geäst sich nach der Sonne reckt.

Wächst du noch immer kühn wie die Zypressen,
Du alter Baum? – Doch seht, ihr Freunde, hier,
Wir haben auch die Skizzen nicht vergessen
Für euch, die ihr das Fremde liebt wie wir.

Wir grüssten Götzen, halb in Staub gesunken,
Throne von leuchtendem Gestein bedeckt,
Paläste, deren feenhaftes Prunken
Goldgierigen Seelen wilde Träume weckt,

Gewande, deren Pracht die Sinne lähmen,
Und Frauen, die sich färben Zahn und Hand,
Und kluge Zauberer, die Schlangen zähmen –

V

»Was noch, was noch?« –

VI

»O kindischer Verstand!
Allüberall bot sich, was wir nicht suchten,
Was immer sein wird und was immer war,
Die Stufen auf und nieder, die verruchten,
Bot sich des ewigen Lasters Spiel uns dar.

Das Weib, gemein, voll niedrigem Behagen,
Das schamlos sich vergöttert und geniesst,
Der Mann, der Sklavin Sklave, feig, verschlagen.
Ein schmutziger Schaum, der durch die Gosse fliesst.

Der Henker roh des Opfers Qual verschärfend,
Die wilden Feste unterm Blutgerüst,
Das Gift der Macht, Despoten selbst entnervend,
Das knechtige Volk, das seine Rute küsst.

Und Religionen – immer war's ein Gleiches:
Zum Himmel klettern sie, und doch zum Schluss
Ist Glaube nur ein Bett, ein wollustweiches,
Und Dorn und. Geissel wird für sie Genuss.

Der Menschen schwatzhaft, hochmutstolle Rotte,
Die fetzt wie ehdem blöde und verrucht,
Schreitauf im Todeskampf zu ihrem Gotte:
»O Herr, mein Ebenbild du, sei verflucht!«

Nur wenige fliehn wahnwitzig und vermessen
Aus dieser eingepferchten Herde Stall,
Und suchen in dem Opiumrausch Vergessen
– So lautet der Bericht vom Erdenball.

VII

O bittre Weisheit, die die Fahrt uns lehrt!
Es hat der Welt stumpfsinnig Einerlei
Stets unser eignes Bild uns zugekehrt,
Ein Quell des Schrecks in öder Wüstenei.

Gehn? Bleiben? Wie wir müssen, wollen;
Der duckt sich nieder und der andre rennt,
Der Feindin zu entgehn, der unheilvollen,
Wachsamen Zeit, die keine Schonung kennt.

Du siehst die Menschen gleich Ahasver eilen,
Da nützt kein Wagen, nützt kein schnelles Boot,
Die Schlimme holt sie ein. – Andre verweilen
Und schlagen sie schon in der Wiege tot.

Doch setzt sie ihren Fuss auf unsren Rücken,
Dann hoffen wir, und »Vorwärts!« heisst der Schrei.
So fuhren wir nach China voll Entzücken
Mit sturmverwehtem Haar, die Blicke weit und frei.

So schiffen wir uns ein zur düstern Reise,
Und jung das Blut durch unsre Adern fliesst,
Hört ihr die Stimmen feierlich und leise:
»Kommt her, kommt her! Und labt euch und geniesst!

Geniesst des Lotos Blüte, schwer von Düften,
Erlesne Früchte, die ihr lang entbehrt;
Berauscht euch an den seltsam fremden Lüften,
Des heissen Nachmittags, der ewig währt!«

Es sind der Schatten liebvertraute Stimmen,
Doch die Pyladen wehren dem Gelüst;
»Willst Labung du, musst zu Elektra schwimmen!«
Spricht eine, deren Knie wir einst geküsst. –

VIII

Tod, alter Fährmann, komm die Anker lichten!
Segel gehisst! – Wir sind der Erde satt.
Wenn schwarz auch Meer und Himmel sich verdichten,
Du weisst, dass unsre Seele Strahlen hat.

Reich uns dein Gift, dass Tröstung wir erfahren!
Noch brennt das Feuer – lass zum tiefsten Schlund,
Lass uns zu Himmel oder Hölle fahren !
Nur Neues zeig uns, Tod, im fremden Grund!

A MAXIME DU CAMP

I

Pour l'enfant, amoureux de cartes et d'estampes,
L'univers est égal à son vaste appétit.
Ah! que le monde est grand à la clarté des lampes!
Aux yeux du souvenir que le monde est petit!

Un matin nous partons, le cerveau plein de flamme,
Le cœur gros de rancune et de désirs amers,
Et nous allons, suivant le rythme de la lame,
Berçant notre infini sur le fini des mers:

Les uns, joyeux de fuir une patrie infâme;
D'autres, l'horreur de leurs berceaux, et quelques-uns,
Astrologues noyés dans les yeux d'une femme,
La Circé tyrannique aux dangereux parfums.

Pour n'être pas changés en bêtes, ils s'enivrent
D'espace et de lumière et de cieux embrasés;
La glace qui les mord, les soleils qui les cuivrent,
Effacent lentement la marque des baisers.

Mais les vrais voyageurs sont ceux-là seuls qui partent
Pour partir; cœurs légers, semblables aux ballons,
De leur fatalité jamais ils ne s'écartent,
Et, sans savoir pourquoi, disent toujours: Allons!

Ceux-là dont les désirs ont la forme des nues,
Et qui rêvent, ainsi qu'un conscrit le canon,
De vastes voluptés, changeantes, inconnues,
Et dont l'esprit humain n'a jamais su le nom!

II

Nous imitons, horreur! la toupie et la boule
Dans leur valse et leurs bonds; même dans nos sommeils
La Curiosité nous tourmente et nous roule,
Comme un Ange cruel qui fouette des soleils.

Singulière fortune où le but se déplace,
Et, n'étant nulle part, peut être n'importe où!
Où l'Homme, dont jamais l'espérance n'est lasse,
Pour trouver le repos court toujours comme un fou!

Notre âme est un trois-mâts cherchant son Icarie;
Une voix retentit sur le pont: «Ouvre l'œil!»
Une voix de la hune, ardente et folle, crie:
«Amour... gloire... bonheur!» Enfer! c'est un écueil!

Chaque îlot signalé par l'homme de vigie
Est un Eldorado promis par le Destin;
L'Imagination qui dresse son orgie
Ne trouve qu'un récit aux clartés du matin.

O le pauvre amoureux des pays chimériques!
Faut-il le mettre aux fers, le jeter à la mer,
Ce matelot ivrogne, inventeur d'Amériques
Dont le mirage rend le gouffre plus amer?

Tel le vieux vagabond, piétinant dans la boue,
Rêve, le nez en l'air, de brillants paradis;
Son œil ensorcelé découvre une Capoue
Partout où la chandelle illumine un taudis.

III

Etonnants voyageurs! quelles nobles histoires
Nous lisons dans vos yeux profonds comme les mers!
Montrez-nous les écrins de vos riches mémoires,
Les bijoux merveilleux, faits d'astres et d'éthers.

Nous voulons voyager sans vapeur et sans voile!
Faites, pour égayer l'ennui de nos prisons,
Passer sur nos esprits, tendus comme une toile,
Vos souvenirs avec leurs cadres d'horizons.
Dites, qu'avez-vous vu?

IV

                         «Nous avons vu des astres
Et des flots; nous avons vu des sables aussi;
Et, malgré bien des chocs et d'imprévus désastres,
Nous nous sommes souvent ennuyés, comme ici.

La gloire du soleil sur la mer violette,
La gloire des cités dans le soleil couchant,
Allumaient dans nos cœurs une ardeur inquiète
De plonger dans un ciel au reflet alléchant.

Les plus riches cités, les plus grands paysages,
Jamais ne contenaient l'attrait mystérieux
De ceux que le hasard fait avec les nuages,
Et toujours le désir nous rendait soucieux!

– La jouissance ajoute au désir de la force.
Désir, vieil arbre à qui le plaisir sert d'engrais,
Cependant que grossit et durcit ton écorce,
Tes branches veulent voir le soleil de plus près!

Grandiras-tu toujours, grand arbre plus vivace
Que le cyprès? – Pourtant nous avons, avec soin,
Cueilli quelques croquis pour votre album vorace,
Frères qui trouvez beau tout ce qui vient de loin!

Nous avons salué des idoles à trompe;
Des trônes constellés de joyaux lumineux;
Des palais ouvragés dont la féerique pompe
Serait pour vos banquiers un rêve ruineux;

Des costumes qui sont pour les yeux une ivresse;
Des femmes dont les dents et les ongles sont teints
Et des jongleurs savants que le serpent caresse.»

V

Et puis, et puis encore?

VI

                         «O cerveaux enfantins!
Pour ne pas oublier la chose capitale,
Nous avons vu partout, et sans l'avoir cherché,
Du haut jusques en bas de l'échelle fatale,
Le spectacle ennuyeux de l'immortel péché:

La femme, esclave vile, orgueilleuse et stupide,
Sans rire s'adorant et s'aimant sans dégoût:
L'homme, tyran goulu, paillard, dur et cupide,
Esclave de l'esclave et ruisseau dans l'égout;

Le bourreau qui jouit, le martyr qui sanglote;
La fête qu'assaisonne et parfume le sang;
Le poison du pouvoir énervant le despote,
Et le peuple amoureux du fouet abrutissant;

Plusieurs religions semblables à la nôtre,
Toutes escaladant le ciel; la Sainteté,
Comme en un lit de plume un délicat se vautre,
Dans les clous et le crin cherchant la volupté;

L'Humanité bavarde, ivre de son génie,
Et, folle maintenant comme elle était jadis,
Criant à Dieu, dans sa furibonde agonie:
«O mon semblable, ô mon maître, je te maudis!»

Et les moins sots, hardis amants de la Démence,
Fuyant le grand troupeau parqué par le Destin,
Et se réfugiant dans l'opium immense!
– Tel est du globe entier l'éternel bulletin.»

VII

Amer savoir, celui qu'on tire du voyage!
Le monde, monotone et petit, aujourd'hui,
Hier, demain, toujours, nous fait voir notre image;
Une oasis d'horreur dans un désert d'ennui!

Faut-il partir? rester? Si tu peux rester, reste;
Pars, s'il le faut. L'un court, et l'autre se tapit
Pour tromper l'ennemi vigilant et funeste,
Le Temps! Il est, hélas! des coureurs sans répit,

Comme le Juif errant et comme les apôtres,
A qui rien ne suffit, ni wagon ni vaisseau,
Pour fuir ce rétiaire infâme; il en est d'autres
Qui savent le tuer sans quitter leur berceau.

Lorsque enfin il mettra le pied sur notre échine,
Nous pourrons espérer et crier: En avant!
De même qu'autrefois nous partions pour la Chine,
Les yeux fixés an large et les cheveux au vent,

Nous nous embarquerons sur la mer des Ténèbres
Avec le cœur joyeux d'un jeune passager.
Entendez-vous ces voix, charmantes et funèbres,
Qui chantent: «Par ici! vous qui voulez manger

Le Lotus parfumé! c'est ici qu'on vendange
Les fruits miraculeux dont votre cœur a faim;
Venez vous enivrer de la couleur étrange
De cette après-midi qui n'a jamais de fin?»

A l'accent familier nous devinons le spectre;
Nos Pylades là-bas tendent leurs bras vers nous.
«Pour rafraîchir ton cœur nage vers ton Electre!»
Dit celle dont jadis nous baisions les genoux.

VIII

O Mort, vieux capitaine, il est temps! levons l'ancre!
Ce pays nous ennuie, ô Mort! Appareillons!
Si le ciel et la mer sont noirs comme de l'encre,
Nos cœurs que tu connais sont remplis de rayons!

Verse-nous ton poison pour qu'il nous réconforte!
Nous voulons, tant ce feu nous brûle le cerveau,
Plonger au fond du gouffre, Enfer ou Ciel, qu'importe?
Au fond de l'Inconnu pour trouver du nouveau!

An den Leser

In Dumpfheit, Irrtum, Sünde immer tiefer
Versinken wir mit Seele und mit Leib,
Und Reue, diesen lieben Zeitvertreib,
Ernähren wir wie Bettler ihr Geziefer.

Halb sind die Sünden, matt ist unsre Reue,
Und unsre Beichte macht sich fett bezahlt,
Nach ein paar Tränen rein die Seele strahlt
Und wandert froh den schmutzigen Pfad aufs neue.

Satan, der Dreimalgrosse, übt die Künste,
Auf seinem Kissen wiegt er unsern Geist,
Bis das Metall, das Kraft und Wille heisst,
Vom Zaubrer aufgelöst in fahle Dünste.

Des Teufels Fäden sind's, die uns bewegen,
Wir lieben Graun, berauschen uns im Sumpf,
Und Tag für Tag zerrt willenlos und stumpf
Der Böse uns der Hölle Stank entgegen.

Wie an der Brust gealterter Mätressen
Der arme Wüstling stillt die tolle Gier,
So haschen nach geheimen Lüsten wir,
Um sie wie dürre Früchte auszupressen.

Gleich Würmern wimmelnd ist ins Hirn gedrungen
Die Teufelsschar, die uns zerstören muss,
Wir atmen, und ein unsichtbarer Fluss,
Der Tod, strömt klagend hin durch unsre Lungen.

Wenn Notzucht, Gift und Dolch und alles Böse
Noch nicht geschmückt mit holder Stickerei
Des Schicksals Grund voll fadem Einerlei,
Dann ist's, weil unsre Seele ohne Grösse.

Doch zwischen Panthern, Schakalen und Hunden,
In der Skorpionen, Schlangen, Affen Welt,
Die kriecht und schleicht und heult und kläfft und bellt,
Im Tierhaus unsrer Laster ward gefunden.

Das schlimmste, schmutzigste von allen Dingen,
Die Qual, die nicht Gebärde hat noch Schrei,
Und doch die Erde macht zur Wüstenei
Und gähnend wird dereinst die Welt verschlingen:

Der Überdruss! – Tränen im Blick, dem bleichen,
Träumt vom Schafott er bei der Pfeife Rauch.
Du, Leser, kennst das holde Untier auch,
Heuchelnder Leser – Bruder –: meinesgleichen!

AU LECTEUR

La sottise, l'erreur, le péché, la lésine,
Occupent nos esprits et travaillent nos corps,
Et nous alimentons nos aimables remords,
Comme les mendiants nourrissent leur vermine.

Nos péchés sont têtus, nos repentirs sont lâches,
Nous nous faisons payer grassement nos aveux,
Et nous rentrons gaîment dans le chemin bourbeux,
Croyant par de vils pleurs laver toutes nos taches.

Sur l'oreiller du mal c'est Satan Trismégiste
Qui berce longuement notre esprit enchanté,
Et le riche métal de notre volonté
Est tout vaporisé par ce savant chimiste.

C'est le Diable qui tient les fils qui nous remuent!
Aux objets répugnants nous trouvons des appas;
Chaque jour vers l'Enfer nous descendons d'un pas,
Sans horreur, à travers des ténèbres qui puent.

Ainsi qu'un débauché pauvre qui baise et mange
Le sein martyrisé d'une antique catin,
Nous volons au passage un plaisir clandestin
Que nous pressons bien fort comme une vieille orange.

Serré, fourmillant, comme un million d'helminthes,
Dans nos cerveaux ribote un peuple de Démons,
Et, quand nous respirons, la Mort dans nos poumons
Descend, fleuve invisible, avec de sourdes plaintes.

Si le viol, le poison, le poignard, l'incendie,
N'ont pas encore brodé de leurs plaisants desseins
Le canevas banal de nos piteux destins,
C'est que notre âme, hélas! n'est pas assez hardie.

Mais parmi les chacals, les panthères, les lices,
Les singes, les scorpions, les vautours, les serpents,
Les monstres glapissants, hurlants, grognants, rampants
Dans la ménagerie infâme de nos vices,

Il en est un plus laid, plus méchant, plus immonde!
Quoiqu'il ne pousse ni grands gestes ni grands cris,
Il ferait volontiers de la terre un débris
Et dans un bâillement avalerait le monde;

C'est l'Ennui! – L'œil chargé d'un pleur involontaire,
Il rêve d'échafauds en fumant son houka.
Tu le connais, lecteur, ce monstre délicat,
– Hypocrite lecteur, – mon semblable, – mon frère!

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