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Blockhaus an der Wolga

Max Barthel: Blockhaus an der Wolga - Kapitel 4
Quellenangabe
pfad/barthel/blockhau/blockhau.xml
typefiction
authorMax Barthel
titleBlockhaus an der Wolga
publisherDer Freidenker
year1930
firstpub1930
correctorreuters@abc.de
senderAlexander Barthel
created20111110
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DRITTES KAPITEL

Die Reise nach Rußland

»Glarus«, fragte mich eines Tages der alte Moll und legte die Meerschaumpfeife des Zaren beiseite, »Glarus, willst du nach Rußland fahren? Wir suchen einen jungen Menschen, der Berichte schreiben kann, und sind dabei auf dich gekommen. Wann kannst du reisen?« Ich erschrak und sagte:

»Nach Rußland? Sofort. Ruhla wird weinen, aber ich fahre trotzdem. Moskau wiegt die Tränen einer Frau tausendfach auf.«

»Du bist ein Schwärmer«, antwortete Moll und nahm die Zarenpfeife wieder auf und blies blauen Rauch in das Zimmer. »Melde dich am Sonntag in Stettin. Sei nicht zu grausam zu Ruhla, junger Mann. Wenn du im Herbst noch nicht zurück bist, werde ich sie dir nachschicken. Nimm Tee und Zitronen mit, vergiß nicht, eine Reiseapotheke zusammenzustellen, alles andere werde ich organisieren. Den Ausweis für die Zeitung bekommst du in Stettin. Hier ist das Reisegeld. Lebe wohl und schreibe gute Berichte.«

Er schüttelte mir die Hand, zückte die Brieftasche, und meine russische Reise war finanziert. Wie im Traum verließ ich das Hotel. Die Bäume im nahen Tiergarten standen herrlich wie immer da, ich liebte ihren Wuchs und ihren Schatten; aber jetzt verlachte ich sie: ich reiste nach einem neuen Land, nach der großen Bühne, auf der die Welt ein wildes Schauspiel abrollen ließ.

Ruhla weinte und jammerte über die schnelle Reise; aber als ich ihr sagte, sie könne vielleicht im Herbst nachkommen, lachte sie, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und war getröstet. Sie war zwanzig Jahre alt und zu jedem Abenteuer bereit. Wir liebten uns sehr.

»Liebster, Liebster«, sagte sie zum Abschied, »Liebster, werde nicht krank und vergiß mich nicht. Schreibe viel und behalte mich lieb. Ich. will immer an dich denken. Ich komme bestimmt im Herbst. Freust du dich? Hast du mich lieb?«

»Ja«, sagte ich, »ich habe dich lieb. Und ich freue mich doppelt: auf die Reise und auf den Herbst, wenn du kommst. Du mußt mir viel schreiben und darfst mich nie vergessen.«

»Nein, nein«, sagte sie, »ich vergesse dich nicht.« Dann küßten wir uns vielemal, und ich reiste nach Stettin.

In dieser Stadt bekam ich meinen Ausweis für die Zeitung. Dort traf ich einige Leute, die auch nach Rußland fahren wollten. Es war im Juni, und die Tage glühten sommerlich. Wir mußten achtundvierzig Stunden warten. Endlich war die Passage frei. An einem späten Abend gingen wir an Bord eines Viertausendtonnenschiffes, das russische Kriegsgefangene in die Heimat bringen sollte.

Wie Diebe schlichen wir uns in den Hafen und auf das Schiff ein. Von den Matrosen wurden wir im Kettenkasten des Dampfers verstaut. Die Russen waren schon an Bord und wimmelten überall: auf dem Verdeck und im Laderaum. Sie lärmten und sangen. Sie freuten sich. Jetzt endlich, nach den vielen Jahren des Krieges und der Gefangenschaft, reisten sie in die Heimat zurück. Sie hatten Deutschland lieben und hassen gelernt, aber mehr lieben als hassen.

Am nächsten Morgen schrie unser Schiff laut und setzte sich in Bewegung. Wir im dunklen Kettenkasten atmeten auf. Alle Kontrollen waren gnädig vorübergegangen. Bei uns lagen auch einige Russen, die sich auf das Schiff geschmuggelt hatten und die Reihenfolge der Transporte nicht mehr abwarten konnten. Sie hatten mit erspartem Geld die Matrosen bestochen.

Die Luft in dem dunklen Versteck war dumpf und verbraucht. Außer den Russen kauerten in dem schwarzen Loche der Holländer Maartens, ein Franzose, der »Edelsteinäugiger« genannt wurde, ein Österreicher namens Paul, der Berliner Delegierte der Jugend, Goldenberg, dann der ehemalige Volksbeauftragte eines kleinen deutschen Freistaates, Merkel, und ich.

»Verdammt, verdammt!« fluchte Maartens. »Hier unten ist es ja zum verrecken! Wie lange müssen wir noch in dem Affenkasten sitzen? Weiß jemand, wann wir an Deck gehen können?«

»Das Schiff fährt ja schon«, erklärte Paul, obwohl wir das selbst wußten. »In zwei Stunden sind wir in Swinemünde. Dann müssen wir noch eine halbe Stunde warten, bis wir aus den Hoheitsgewässern herauskommen, und dann können wir ohne Sorg an Deck gehen.«

»Meine Schaluppe«, murrte Goldenberg. »Es wird aber endlich auch Zeit! Das müßte viel besser organisiert sein. Der Laden klappt noch nicht richtig. Na, ich werde schon meinen Bericht machen. Kinder, ich kriege ja keine Luft mehr! Franzose, tritt mir doch nicht andauernd auf meine Füße! Ich bin doch kein Erbfeind.«

»Olala«, seufzte der Franzose, »olala, wer fährt mir immer mit der Hand im Gesicht herum? Bist du das, Holländer?«

Maartens knurrte: »Nein.«

Die Russen blieben stumm oder sprachen leise in ihrer singenden Sprache. Der bucklige Merkel sagte kein Wort. Auch ich war still. Die Schiffsmaschine stampfte. Swinemünde war bald erreicht. Dann kam Licht in unsere Dunkelheit. Die Matrosen schraubten die schwere Eisenplatte, den Verschluß, von unserer Höhle, wir reckten uns, atmeten tief und stiegen an Deck.

Zum letztenmal für lange Zeit sahen wir Deutschland.

Ein ferner, blauweißer Streifen Land mit grellen Dünen und der Brandung der See verdämmerte. Dann ging auch das ferne Land unter. Das Meer erglänzte in der Sonne wie ein riesenhafter Silberspiegel. Manchmal zerbrach der Spiegel und schmolz wie glühendes Metall. Frischer Wind wehte.

Die Russen standen in kleinen Gruppen zusammen und starrten auf das Meer hinaus. In ihren Augen war Sehnsucht nach der Heimat. Ein junger Bursche spielte Balalaika. Seine Haare flatterten im Wind.

»Mensch, wir fahren, wir fahren!« sagte ich leise zu Goldenberg und hätte schreien können vor Wollust.

»Aber in dem Affenkasten da unten bleibe ich nicht mehr«, antwortete er, »Mensch, ich will doch mal sehen, ob ich einen Matrosen treffe. Vielleicht können wir da für unsere werten Persönlichkeiten eine Koje kaufen. Machst du mit?« Ich nickte.

Er verschwand und kam nach einer Viertelstunde wieder.

Er hatte eine Koje bekommen. Lange standen wir an jenem ersten Tag der Ausfahrt auf dem Verdeck des Schiffes. Alles Land war versunken. Um uns war die Wüste des Wassers. Am Abend richteten wir bei den Seeleuten unser Lager. In dem schmalen, harten Bett mußten wir abwechselnd schlafen und dabei noch auf den Steuermann acht geben, der manchmal bei der Mannschaft erschien und an den schwarzen Passagieren nicht beteiligt war. Auch Maartens bekam eine Koje. Die anderen Reisenden quartierten sich bei den Russen ein. Die Kriegsgefangenen sangen die halbe Nacht hindurch ihre schönen, melancholischen Lieder.

Die Matrosen waren tüchtige Seeleute und kannten die Welt. Fast alle waren bärbeißig und tätowiert, fast alle waren trotz der rauhen Sprache von einer rührenden Naivität. Viele waren in Amerika und Asien gewesen, aber sie saßen nur an den Rändern jener Kontinente in den Hafenstädten fest und wußten von dem Innenlande nichts. Wir kamen gut mit ihnen aus und hörten viele Räubergeschichten. Sie brachten uns auch das Essen, und am zweiten Tage der Reise hörte ich folgende Geschichte:

»Im vorigen Jahre kam in Cuxhaven ein Mann an Bord«, erzählte ein Matrose. »Ein Mann, von dem wir nichts wußten. Nur Hein Küppers wußte von ihm. Der Mensch lag drei Tage in den Kohlenbunkern, und am dritten Tag erzählte uns Hein davon und rückte mit seinem Plane heraus. Es war eine bannige Sache! Wir sollten den Kasten auf offener See kapern und nach Murmansk führen. Alle waren dagegen. Wir wollten erst den Mann im Bunker sehen. Und wir sahen ihn. Er sah verwegen aus. Wie ein kleiner Napolium.

Das kleen Männecken kam aus dem Bunker und sollte uns sagen, warum er nach Murmansk, ausgerechnet nach Murmansk, wollte, warum wir den Eimer kapern sollten und so weiter. Aber kleen Männecken konnte gar nicht reden. Er hatte immer nur geschrieben, Bücher und Theaterstücke und son Zeugs, wo andere Leute gut reden konnten. Selber das Maul aufreißen, das konnte er nicht. Komisch, was? Da ergriff old Hein das Wort, und wenn Hein das Wort ergriff, so hieß es: Kinners, so wird es gemacht, fertig, Abfahrt. Wir hörten uns das ruhig an und sagten: Hein hat recht. Machen wir. Kapern wir den Eimer. Fahren wir eben mal nach Murmansk. Das soll auch ne schöne Gegend sein.

Und in der Nacht ging es los. Hein nahm kleen Männecken mit zum Kapitän. Aber auch da blieb unser Napolium still. Hein hielt dem Alten eine Pistole unter die Nase und sagte: ›Käptn, den Kurs ändern. Auf Murmansk zu. Wir fahren nach Rußland. Das dürfte wohl klar sein.‹

Der Olle hatte einen Dickschädel, aber als die Pistole immer näher kam, wußte er, was zu machen war. Er ließ sich ruhig fesseln. Der erste Steuermann und der zweite auch. Der Käptn sagte nur: ›Das dürfte euch noch mal sauer aufstoßen.‹ Aber es stieß nicht sauer auf: es kam eine Amnestie dazwischen. Wir, das heißt: Hein übernahm das Kommando. Wir fuhren nach Murmansk. Das Schiff brachte die Leute, die sich nicht aktiv beteiligt hatten, wieder nach Hamburg zurück. »Allerhand, meine Schaluppe«, sagte Goldenberg. »Und wo ist nun der Napolium?«

»In Rußland. Und der Hein treibt sich auch noch bei den Tschungusen oder so herum. Ihr könnt ihn grüßen, den Hein, wenn ihr ihn trefft«, sagte der Erzähler.

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen.

Ein Heizer stürzte herein.

»Der Alte kommt, versteckt euch, aber fix, Geschwindigkeit Null, Komma, Null«, sagte er atemlos.

Ich versteckte mich in der unteren Koje und zog die Vorhänge zu. Goldenberg zwängte sich in einen schmalen Schrank. Der Steuermann kam» schnüffelte herum und ging mißtrauisch fort. Er hatte kein Wort gesagt. Goldenberg trommelte an den Schrank und fiel dann halb ohnmächtig einem Matrosen in die Arme.

»Das war allerhand«, sagte er, als er wieder Luft schnappen konnte, »allerhand war das, meine Schaluppe! Ich werde doch ausziehn und mich bei den Russkis einquartieren. Hier bei euch ist doch zu .dicke Luft.«

Er packte seine Sachen zusammen und verschwand. Auch ich stieg ein wenig atemlos an Bord. Es war am Abend. Es war kein Abend.

Wir fuhren in die weißen Nächte hinein.

Immer noch war die See glatt und schimmernd. Die Sonne versank in der Nacht, die keine Dunkelheit war, sondern ein sanftes Fluten und Wogen voll mattem Licht und beharrlicher Leuchtkraft. Die nahe Küste zeigte ihr stilles Gebirge und verschwamm in blausilbernen Farben. Bevor die Sonne unterging, kam ein heller, zitronenduftender Mond. Die Nacht war ruhig, aber das Schiff wurde von Unruhe überfallen. Auf dem Verdeck sangen und tanzten die Russen. Kein Mensch konnte und wollte schlafen. Dann schlug ein Gong an, alles verstummte und wurde aufmerksam. Plötzlich begann ein Russe zu sprechen.

Der Schiffsarzt hatte Konterbande an Bord, er wollte sie an die Heimkehrer verkauf en. Auf dem Schiff verkauften und schmuggelten alle: die Matrosen und die Offiziere, der Doktor machte nur, was alle taten. Er hatte sich in Stettin mit Medikamenten gut versehen. Und die Bauern aus den Steppendörfern, die Arbeiter und Handwerker der großen und kleinen Städte, die in den Frieden heimfahren wollten, legten das ersparte Geld zusammen und brachten Chinin, Chloroform, Verbandsstoff und Salben mit heim.

Das magische Licht der weißen Nacht flutete und schleuderte eine Gloriole um die Menschen und um das Schiff. Unter den Russen waren auch drei deutsche Frauen, die mit ihren Männern einer neuen Heimat entgegenreisten. Sonne und Mond standen zu gleicher Zeit am Himmel, als der Schiffsarzt seine Arzneien übergab.

Am dritten Tag nach der Ausreise legte der Dampfer in der Höhe der Bucht von Hungerburg an. Die Russen packten ihre Bündel, wir nahmen unsere Koffer. Die Matrosen machten die letzten Geschäfte: sie verkauften Tee, Zigaretten, Zucker und Zitronen. Vom Festlande kam ein Prahm und brachte uns an die Küste. Dann schwamm er, gezogen von der kleinen »Isabella«, den gelben Fluß entlang nach Narwa. Die »Isabella« schrie wie ein Tier durch die flache Landschaft. Bald war Narwa erreicht.

Diese Stadt sieht schon ganz russisch aus, ist breit und schmutzig. Die Mädchen haben kurzgeschnittene Haare. Der Typhus hatte auch hier gewütet. In den Straßen wimmelte viel Militär. Die Uniformen hatten englischen Zuschnitt. Das kleine Estland hatte Angst vor seinem großen Nachbar, das sah man auf den ersten Blick. Wir kamen sicher, wenn auch herzklopfend, durch eine wachsame Kontrollkette junger Offiziere. Dann marschierten wir nach der alten Festung, die Narwa überragt und von den deutschen Ordensrittern erbaut wurde.

Der Franzose war sehr aufgeregt und hing sich an Paul, der kühl und gelassen blieb und dem Edelsteinäugigen gute Ratschläge gab. Der Franzose reiste als Kurier nach Moskau und sollte Edelsteine über die Grenze holen. Das wußte Paul. Darum war er so besorgt.

Hinter den beiden marschierte Maartens, Er sah wie ein Gentleman aus. Sein neuer Lederkoffer glänzte, sein Gesicht war faltenlose Zufriedenheit. Er kam aus Ostasien, aus Java, und ging nach Moskau, um dort über den Aufstand der Malayen zu berichten.

Ich ging neben Merkel. Er schleppte stöhnend seinen großen Koffer. Goldenberg hatte eine Russenmütze auf und machte sich so dünn wie nur möglich. Am Fuße des Berges, auf dem die Festung lag, befand sich eine deutsche Rotekreuzstation, die für die heimkehrenden Deutschen zu sorgen hatte. Ein junger Doktor besah sich mit einer hübschen Schwester den Marsch der Russen. Das junge Fräulein wurde plötzlich sehr interessiert.

»O Gott, Herr Doktor«, sagte sie und zeigte auf Merkel. »Ein Buckliger! Die Russen müssen doch am Ende ihrer Kraft gewesen sein: sie haben sogar Bucklige an die Front geschickt.«

Ich mußte ein Lachen verbeißen.

»Lache nicht«, sagte Merkel mißmutig zu mir, als wir die Station hinter uns hatten, »lache nicht, Otto, in einer Stunde kannst du lachen. Da sind wir über der Grenze. Hier ist noch Feindesland.«

Auch die Festung schien noch Feindesland zu sein. Als sich hinter uns das große Tor schloß, hatte ich Angst. Warum mußten wir noch warten? Wußte man, daß unter dem Trupp Ausländer waren? Hatte man uns schon entdeckt? Aber die Angst verging sehr schnell; in dem weiten Hofe dampften einige Küchen. Das Feindesland fütterte uns noch einmal.

Dann erklang der Befehl zum Abmarsch.

Das war der schönste Befehl, den ich jemals gehört hatte. Wir verließen die Festung und marschierten zum Bahnhof. Auf freier Strecke standen viele Güterwagen. Die Lokomotive rauchte schon und stieß schwarzen Qualm aus. Die Güterwagen wurden »die zwanzig Roten« genannt. Sie waren auch unter dem Namen »Maximkas« bekannt, weil in ihnen das Volk reiste, das Maxim Gorki in seinen Novellen und Romanen schilderte.

An den »Maximkas« dunkelten Sichel und Hammer, die neuen heraldischen Zeichen eines Staates, der für seine Ideenwelt neue Formulierungen und Sinnbilder suchte. Wir kletterten in die Waggons, die Lokomotive schrie, die Räder blänkerten über die Schienen. Estnische Soldaten begleiteten uns. Sie fuhren bis zur Grenze mit, die durch einen gewaltigen Drahtverhau abgesperrt war. Wir fuhren durch den Stacheldraht und hielten plötzlich an.

Wir waren in Rußland.

Aus den »zwanzig Roten« brachen nun wie Flammen viele rote Fahnen. Russische Miliz umstand den Zug, grüßte, winkte. Wir sprangen aus den Waggons. Nun gab es keine Heimlichkeiten und keine Gefangenen mehr. Wir brüllten, wir sangen und streichelten die Erde mit unsern nackten Füßen. Ein Soldat, der Redner der nächtlichen Versammlung auf dem Schiff, warf sich auf den Boden und küßte die Erde.

Die Grenzwache hatte ein Getreidefeld angelegt.

Hinter dem Felde lag wüstes Land.

Wir sahen nur das wogende Korn.

Aber auch das wüste Land schien mir heilig zu sein. Ich breitete die Arme aus, hatte das Gesicht in den Wolken und trat mir dabei einen spitzen Dorn in den Fuß. Den Schmerz beachtete ich kaum. Ja, er war mir in diesem freien Atemzug noch Glück und Wollust.

Auch Maartens war verklärt.

Goldenberg warf seine Russenmütze in die Luft und lachte.

Merkel wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Paul blieb ungerührt. Er kannte Rußland.

Der Franzose sagte: »Olala«, immer nur: »Olala!«

Dann schrie wieder die Lokomotive.

Wir stürzten nach den Waggons.

Die Russen schwenkten die Fahnen.

Der Zug setzte sich in Bewegung.

Rechts und links der Bahnlinie klafften Granattrichter. Das waren die entsetzlichen Augenhöhlen des. letzten Krieges. Über dieses Gelände ging Vormarsch und Rückzug der Armeen. Wir sahen zersplitterten Wald, wie wir ihn damals an der französischen Front gesehen hatten. Trostlose Felder, steinige Wiesen: das war die Landschaft, die sich uns zeigte. Die Räder ratterten über den breitspurigen Schienen. Dann kam ein Fluß. Eine Brücke klirrte unter unseren Füßen, und hinter der Brücke lag die kleine Stadt Jamburg, die jetzt Kingisepp heißt. Die Brücke war im Bürgerkrieg zerstört worden, stand jetzt neu da und trug folgende Inschrift, die mir Paul übersetzte:

»Die Rote Armee schlug mit mächtiger Faust ein Tor nach Europa, der Arbeitssoldat und der Eisenbahnarbeiter legten mit der Kraft ihrer schwieligen Hände zu ihm den Weg.«

Auch an dem kleinen Bahnhof in Jamburg waren viele Inschriften zu lesen und alle waren irgendwie Lobgesang auf die schwielige Faust. Auf der Station wartete ein Zug mit deutschen Kriegsgefangenen. Sie sahen verwildert aus, trugen lange, schleppende Mäntel über deutschen Uniformen, hatten sibirische Pelzmützen auf oder trugen Bastschuhe. Als die Männer hörten, daß Landsleute unter dem Russentransport waren, sprangen sie auf uns zu, wollten neue Zeitungen und Berichte aus Deutschland. Sie rauchten mit Wollust deutsche Zigaretten und waren wie betrunken von Heimweh.

»Wo kommt ihr her, Landsleute?« fragte ein Soldat mit sibirischer Pelzmütze und lachte uns an.

»Aus Berlin«, sagte Goldenberg. »Aus Amsterdam. Und wir fahren weit. Bis nach Moskau!«

»Das ist allerhand«, antwortete der Heimkehrer. »Bis nach Moskau! Wir kommen aus Sibirien, aus einen Lager am Amur. Viel Vergnügen in Rußland, wir fahren nach Deutschland zu Muttern!«

Die Station war wie ein sommerliches Tanzfest geschmückt. Viele Fahnen und Girlanden wehten. Von den Mauern des Bahnhofes blickten die Bilder der Revolutionsführer in den Trubel und Aufruhr. Musik begann zu erbrausen. Die Station wimmelte von Menschen. Der Zug mit den deutschen Kriegsgefangenen setzte sich in Bewegung, dem breiten Drahtverhau zu, der stachligen Grenze, hinter der die Heimat lag.

Aus Jamburg und aus den nahen Dörfern waren viele Menschen gekommen, um die heimgekehrten Russen zu begrüßen. Alles drängte sich durcheinander, erzählte und ließ sich erzählen, wogte dann nach dem freien Platz, auf dem Tribünen errichtet waren, und wartete. Von den Tribünen donnerten an diesem Abend viele Reden. Auch wir mußten auf die Pulte, und viele Schreie flatterten empor.

Bis gegen Mitternacht, die Sonne stand immer noch am Himmel, ging die uferlose Versammlung. In allen Menschen waren eine fanatische Beharrlichkeit und ein Fluten großer Gefühle. Immer neue Redner stiegen empor, standen da oben im weißen Licht mit bleichen Gesichtern, sprachen und prophezeiten. Und dann stand auch ich auf der Tribüne. Es war, als hätte mich eine gewaltige Faust in das Licht gerissen. Was ich damals gesprochen habe, weiß ich nicht mehr.

»Das ist Rußland«, sagte Maartens zu mir, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. »Das ist Rußland, und ich muß an Java denken, dort ist auch das Volk so weit und verschwärmt. Holland? Ach, wenn ein Holländer einmal aufschreit, dann höchstens bei der Kirmes in Leyden oder Haarlem.«

Was sollte ich antworten? Was in diesen Stunden zu sagen war, das war keine persönliche Mitteilung mehr, das war nur noch Manifest an alle. Ich ging nach dem Bahnhof, nach einem Waggon, der uns zur Verfügung gestellt wurde, und schlief bald ein. Noch im Schlaf hörte ich die Brandung der nächtlichen Versammlung, die Schreie, die Hochrufe und die Musik.

Am nächsten Morgen ging ich mit Merkel nach der kleinen Stadt, die aus einigen breiten, verwilderten Straßen und vielen Holzhäusern bestand. Viele Häuser waren verlassen oder niedergebrannt. Der Bürgerkrieg hatte Jamburg gelähmt. Die kleinen Betriebe waren gestorben. Im verschmutzten Fenster einer Apotheke standen breitbauchige, halbvolle Gefäße mit gefärbtem Wasser. Sie leuchteten wie bunte Früchte auf einem abgeernteten Felde. Über der Stadt, vom Walde her, kreisten die Schwärme schreiender Krähen.

»Das ist die erste Stadt, die wir sehen«, sagte Merkel. »Allzu gut scheinen es die Leute hier nicht zu haben. Sieh nur diese trostlose Armut... Wie hat dir das Frühstück geschmeckt?«

»Sehr gut«, versicherte ich, obwohl es mir gar nicht geschmeckt hatte, es bestand aus schwarzem, ungesalzenem Hirsebrei. »Sehr gut, Merkel, aber ich muß immer noch an den Empfang gestern nacht denken. Mensch, diese Begeisterung! Ja, nun sind wir in Rußland, und das hier ist Jamburg.«

»Das ist Jamburg, und heute ist heller Tag, Otto. Und jetzt werden keine großen Töne mehr gespuckt. Die Stadt hier sieht furchtbar aus, alles ist tot und leer.«

»Du Narr«, ereiferte ich mich, »hier ist nicht alles tot und leer! Hier war Krieg, verstanden? Alles redet hier und hat Wort und Stimme. ›Revolution‹ sagen die zerschossenen Häuser. Bist du taub oder kannst du diese Sprache nicht verstehen?«

»Mensch, der du alles hören und verstehen kannst, sage mal: was krächzen nun die schwarzen Krähen über Jamburg?« höhnte er. »Sie krächzen, daß du ein Rindvieh bist!« sagte ich. Merkel lachte nur.

»So ist die Jugend«, meinte er. »So ist die Jugend. Da ist nichts zu machen. Ein Rindvieh, schön, da bin ich eben ein Rindvieh. Aber nun höre einmal zu, mein Junge! Ich war auch einmal ein so vorlauter Bursche wie du, aber ich würde sehr bald still... Ich habe nämlich einen Buckel. Und der stand zwischen mir und meiner Begeisterung. Mit Begeisterung kann man viel, aber nicht alles machen. Begeisterung ist am Anfang oder am Ende gut, in der Mitte muß Besinnung sein, Arbeit, Nachdenken, Wissen. Mach nicht so ein saudummes Gesicht! Natürlich freue ich mich, daß wir die Grenze hinter uns haben, aber ich lasse mich nicht verführen. So, nun weißt du Bescheid!«

»Du armer Mensch«, höhnte ich. »Du läßt dich also nicht verführen? Hast du Angst vor deiner Unschuld? So unschuldig siehst du doch gar nicht aus, Merkel, Volksbeauftragter außer Dienst! Hingerissen solltest du sein, herzübervoll!«

Merkel lächelte und sagte:

»Wir wollen uns in vier Wochen wieder einmal über dieses Thema unterhalten, Glarus. Und jetzt habe ich Hunger. Was gibt es zu Mittag, hast du vielleicht eine Ahnung?«

..Weiß nicht. Vielleicht wieder Fischsuppe und schwarzes Brot, aus dem man Fäden ziehen kann. Und Erdbeerblättertee.. Hast du ein wenig Zucker für mich übrig? Ich gebe dir zwei gute Zigarren dafür«, antwortete ich, das heißt, mein Bauch antwortete, der Magen sprach, nachdem das Herz genug geschwärmt hatte.

»Abgemacht. Komm los. Wir brauen uns einen guten Tee. Es ist nur gut, daß du Zigarren mitgebracht hast.«

»Also schön. Und ich habe auch zehn Zitronen, eine Reiseapotheke, zwei Stück Seife und hundert Zigaretten mitgebracht!« trumpfte ich auf.

Wir gingen nach dem Bahnhof zurück.

Der Holländer saß über Ananasfrüchten, Goldenberg versuchte fluchend eine Pfeife russischen Tabak, der Franzose sagte: »Olala« und starrte in die dampfende Fischsuppe. Paul sagte nichts. Er aß mit großem Behagen von der schwarzen Grütze, der Kascha.

Die Station lag verlassen in der Sonne.

Nach dem Essen fuhren wir nach Petrograd weiter.

Während der ganzen Fahrt klebte ich am Fenster. Jeder Baum und jeder Strauch war nicht mehr Baum oder Strauch an und für sich, sie waren für mich freies Wachstum auf freier Erde. In Gatschina sah ich einen verkümmerten Bauern, der sich ergeben von zwei bewaffneten Soldaten abführen ließ, aber ich vergaß sehr schnell dieses Bild, es fügte sich nicht in den Rahmen meiner Begeisterung. Ein dunkles Wetter zog am Himmel auf. Von den dunklen Wolkenwänden, die manchmal feurig bluteten, hoben sich die Schattenrisse der Stadt Petrograd ab. Ich war stolz und nahm es als gutes Zeichen, mich unter Donnerschlägen dieser umkämpften Stadt zu nähern.

Der Donner verrollte, die Wolkenwände barsten. Als sich der Zug dem Baltischen Bahnhof näherte, war das Wetter vorüber. Die Sonne schien. Durch die schimmernde Nacht fuhren wir auf holprigen Straßen nach unserm Hotel. Es lag in der Nähe der Isaakkathedrale.

Das Hotel war ein klappriger Kasten mit hohen, verwanzten Zimmern, abgetragenen Teppichen und wackligen Betten, aber es war doch ein russisches Hotel und darum über jede Kritik erhaben. Wir richteten uns ein. Maartens und auch ich waren nicht müde. Wir steckten uns Zigarren an, beschlossen einen kleinen Bummel zu machen, und traten auf die Straße.

In der Nähe der Kathedrale, auf der wölbigen Kuppel lagen viele Pud reines Gold, stießen wir auf die großen Holzstapel, die von bewaffneten Soldaten bewacht wurden. Auf dem Pflaster des weiten Platzes brannten Feuer. Um diese Feuer saßen die Posten. Es war bald Mitternacht, aber die Stadt schlief noch nicht. Viele Menschen spazierten hin und her, lachten, scherzten, atmeten oder waren stumm und geizten mit jeder Minute. Nach ein Uhr nachts durfte kein Zivilist ohne Ausweis auf. der Straße sein.

Wir schlenderten durch die weiße Nacht. Die prunkvollen Fassaden der Admiralität wuchsen hoch. Der berühmte Newski-Prospekt zweigte sich ab. Dann wuchtete der Winterpalast empor, ein Koloß, eine Fassade des Größenwahns. Der Platz vor dem Palast verschwamm in ungeheuren Ausmaßen und war wie ein versteinter See. Und aus dem versteinerten See stieg der Schaft einer schönen Säule empor. An dieser Säule wurden wir angesprochen. Plötzlich standen zwei Menschen neben uns, ein Matrose und ein junges Mädchen. Der Matrose wollte unsre Ausweise sehen. Maartens zeigte sein Mandat, ich gab meine Pressekarte. Der Mann besah sich alles mit größter Aufmerksamkeit und sprach leise mit dem Mädchen. Sie nickte, und dann bot sich der Matrose als Führer durch die schlafende Stadt an. Er stammte aus Riga, sprach ein wenig deutsch und war sehr besorgt um uns. Auch das Mädchen schloß sich an.

»Das hier ist der Winterpalast, den wir im Oktober gestürmt haben«, sagte unser Führer und deutete auf den lichtüberfluteten Palast, »Und das Pflaster hier auf dem Platz hat der Zar extra für Kosakenpferde anlegen lassen, damit sie festen Halt hatten, wenn sie gegen das Volk trabten. Und wenn der Zar ganz Rossia mit diesen Steinen hätte pflastern lassen, wir hätten ihn doch gestürzt.«

Ich blickte überrascht auf den Mann, der wie ein Dichter sprach.

Martens ließ sich noch mehr von der Erstürmung des Winterpalastes erzählen, zuerst hörte ich zu, aber dann wandte ich mich dem jungen Mädchen zu, das still an meiner Seite ging. Als ich sie ansprach, lächelte sie behutsam. Wir kamen an die Newa, an den gewaltigen Arm der großen Newa, der die Stadt umarmt und von fünf Brücken bezwungen wird. Der Strom schillerte, rieselte, spiegelte Licht und kräuselte Silber und blauen Stahl. Vor uns lag die Brücke der Republik. Nach der Peter-Paul-Festung schwang sich die Rawenstwabrücke. Das dämmernde Licht der Nacht verschüttete sich. Aus dem weißen und unerschöpflich strömenden Licht spießte der spitze, vergoldete Turm der Festungskirche.

Der Matrose erzählte. Das Mädchen schwieg.

Ich starrte in das Wunder der Nacht.

Wir wanderten die Newa entlang und kamen nach dem Marsfeld, das sich endlos dehnte und in seiner Mitte, von roten Granitblocks umschlossen, viele Gräber aufbewahrte. Wir gingen nach den Gräbern. Der Matrose entblößte seinen Kopf, auch wir nahmen die Mützen ab. Das Mädchen neben mir sah mich eindringlich an.

»Das hier ist das Marsfeld«, erklärte der Führer. »In diesen Gräbern liegen die teuren Toten unserer Revolution begraben.«

Wir sahen auf die Gräber und waren tief im Herzen schuldbewußt, wie die Überlebenden einer Schlacht auch schuldbewußt waren, wenn sie ihre Toten begruben. Wir lasen auf den roten Steinen die bizarren Buchstaben der russischen Schrift. Sie waren unverständlich wie das Leben, wie der Tod. Dann gingen wir leise weiter.

Wie schön und wie feierlich war doch diese Nacht!

Die Newa atmete kühl, die Kanäle atmeten, die Bäume eines nahen Parks standen unbeweglich da» In der weißen Nacht war kein Stern am Himmel sichtbar;

Die Stadt schlief.

Wie tief schlief diese Stadt nach den schweren Jahren des Krieges und der Revolution! Wie tief war der Schlaf dieser Stadt nach allen Revolten, Hungersnöten, Epidemien und furchtbaren Wintern!

Kein Mensch war zu sehen.

Neben mir ging ein stilles, schönes Mädchen.

Wenn sie ihr Gesicht hob, sah man schwarze Augen, einen geschwungenen, vielgeküßten Mund und blau-schwarze Haare. Ihr Gesicht leuchtete matt wie weißer Marmor. Sie war selbst weißer, durchbluteter Marmor und irgendeinem tiefen Park entsprungen, in dem sie als schöne, nackte Statue wohnte.

Manchmal klappte das taktmäßige Schreiten einer wachsamen Patrouille durch das atmende Schweigen. Auch wir wurden einmal von einer Patrouille angehalten. Der Matrose sagte nur ein Wort, das damals alle Fragen beantwortete, das Wort »Delegatski«, also »Delegierte«. Die Patrouille grüßte militärisch und marschierte schallend weiter.

Die Sonne war untergegangen.

Der blasse Mond löste sich in linden Rauch auf.

Von der Newa und von den Kanälen, die durch die steinernen Bezirke fluteten, wehte kühler Wind.

Das Mädchen fröstelte.

Sie sah mich schnell an, lächelte und legte ihre Hand auf meinen Arm. Ich war beglückt.

»Wir bringen euch noch nach dem Hotel«, sagte der Matrose. »Ihr werdet müde sein von der großen Reise. Ich heiße Gregor Eduardowitsch Nowikoff, eure Namen kenne ich ja, und die Genossin hier ist Katja Ossipowna Molotowa. Ihre Freunde dürfen sie Katja nennen.«

Katja lachte hell auf.

Maartens spazierte immer noch neben Nowikoff und ließ sich von der Revolution erzählen. Er war unersättlich mit seinen Fragen, der Russe war unermüdlich in seinen Antworten. Er war stolz auf die Revolution. Dann berichtete Maartens von Java und hatte einen aufmerksamen Zuhörer.

Katja ging neben mir, und ich spürte ihre große Schönheit und Jugend. Sie sagte kein Wort, aber es gibt Augenblicke, wo sich die Menschen auch ohne Worte verständigen können. Einmal dachte ich an Ruhla, an meine Freundin und ihre Tränen und Küsse beim Abschied, aber ihr Bildnis löste sich wie der Mond in zarten Rauch auf und verwehte.

Wir kamen an einer Kirche vorüber, die viele asiatisch-bunte und gedrehte Zwiebelkuppen in das Licht hob. Am Portal der Kirche, unter dem Kruzifix, brannte eine ewige Lampe. Ihre kleine rote Flamme sah wie Blut aus. Und dann kamen wir nach dem Newski-Prospekt. Er lag vor uns wie eine große, ausgeblutete Ader. Unsere Schritte schallten über die Steine, Der Mond hatte sich wieder verdichtet. Er bebte und schwankte und rollte dann, ein hauchzarter Ball, im feurigen Atem der Morgenröte.

Das frühe Licht stürzte auch über uns, über den Matrosen und über das russische Mädchen. Sie ging leichtfüßig immer noch neben mir, unsere Schritte waren schwer und hallten, ihre Schritte waren leicht und wie Musik. Es war, als gehöre sie in diese weiße Nacht wie der zitronenduftende Mond. Maartens erzählte vom Aufstand der Malayen.

An der Isaakkathedrale brannten immer noch die Feuer.

Immer noch saßen oder lagen die Bewaffneten auf dem großen Platz um die helle Glut und behüteten das kostbare Holz. Es war mitten im heißen Sommer, aber die Stadt rüstete sich schon für den frostkrachenden Winter und stapelte ganze Wälder auf ihren freien Plätzen und Straßen auf.

Am Hotel verabschiedeten wir uns von unseren Begleitern.

»Gute Nacht«, sagte Nowikoff, »Gute Nacht. Wir werden uns bald wieder sehen.«

»Guten Morgen!« sagte das Mädchen, das bis jetzt noch kein Wort gesprochen hatte. »Guten Morgen!« sagte sie in gebrochenem Deutsch. »Guten Morgen, kleiner Deutscher, und auf Wiedersehen!«

Nowikoff nahm ihren Arm und ging fort.

Das war meine erste Begegnung mit Katja.

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