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Bismarck - Ein Weltroman - Band 2

Karl Bleibtreu: Bismarck - Ein Weltroman - Band 2 - Kapitel 3
Quellenangabe
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typefiction
authorKarl Bleibtreu
titleBismarck ? Ein Weltroman ? Band 2
publisherVerlag der Literaturwerke »Minerva«
printrunDritte Auflage 16. bis 25. Tausend
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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»Ich bin aufs höchste indigniert, sagte der Regent.« Otto befand sich auf einem Diner bei Herrn v. Massow, königlicher Hausminister, und kam von einer Audienz beim Thronfolger. Es war im Januar des neuen Jahres, des neunten der fünfziger Jahre. »Höchstderselbe ist empört, daß man sein Ministerium als schlechtweg liberal brandmarke. Es sei ein Ministerium der Sammlung und Versöhnung.«

»Aber Patow –« warf ein Tischgast ein. »Dieser Erzliberale, der als Oberpräsident das Mißfallen der –« er wollte schon sagen ›in Gott ruhenden‹, aber verbesserte sich – »vorübergehend der Regierung entäußerten Majestät in so hohem Grade erregte!«

»Der sei auf Manteuffels Empfehlung hineingekommen.«

»Und Auerswald? Weiß doch niemand, an wen der glaubt!«

»Sei sein Freund seit vierzig Jahren, für den verbürge er sich.«

»Dagegen Arnim-Boitzenburg –«

»Der sei Vorstand der Fraktion Herrenhaus, Gaffron-Itzenplitz. Aber Seine Hoheit meinten, das Herrenhaus sei uns oktroyiert und könne abgeschafft werden!« Tiefe Stille. Einen stärkeren Beweis für die Selbständigkeit dieses überraschenden fürstlichen Staatsmanns konnte man nicht ausdenken. Otto begriff vollkommen: Der wahrhaft vaterlandsliebende Monarch wollte die Staatsautorität stabilisieren als rocher de bronce nach rechts wie nach links. Er war weder antikonservativ noch antiliberal.

»Und Sie?« fragte ihn ein Freund. »Ich dachte immer, Sie gingen nach Petersburg.«

»Bah, von meiner Versetzung oder Entlassung ist alles still.«

»Wäre Ihnen dieser hohe Posten genehm?«

Nein. Aber es zieht schlechtes Wetter herauf, und da mummt man sich gern in einen Bärenpelz ein. Kaviar und Elenjagd haben ihre Promessen.«

»Sie hatten sich also damit vertraut gemacht? Es ist doch eine Rangerhöhung.«

»Darauf pfeife ich aus bestimmten Gründen. Aber man fühlt sich enttäuscht, wenn man sich in eine – vielleicht unvermeidliche – Möglichkeit einlebte, und nachher wird nichts draus.«

Nach einer Pause bemerkte jemand: »Das Mißtrauen des Auslandes gegen die Neue Ära ist nicht einstimmig, Österreich lobt uns immerfort.«

»Das ist der coup de massue. Wenn mein Todfeind mich lobt, dann wehe mir! Übrigens hat der Köder einen Doppelhaken. Rechberg malt uns in traurigen Farben, seine Kollegen an den europäischen Höfen haben gewiß denselben Auftrag. Die Katze läßt das Mausen nicht. Freilich, Hübner in Paris wird sich die Pfote verbrennen.«

»Wie meinen Sie das?«

Doch Otto sprang eiligst auf ein anderes Thema über: »Neulich war ich mit Roon und meinem Freund Moritz Blanckenburg im Grunewald, kam nicht zum Schuß, hörte aber von Roon viel Wichtiges. Ein bedeutender Offizier!«

»Nachher waren Sie zum Diner mit Ihren näheren Verwandten und Vertrauten, darunter Ihr Schwager, äußerste Rechte, Kreuzzeitungs-Wagener und ... Herrn v. Kleist-Retzow«, lächelte der Hausminister, der doch kundgeben wollte, wie gut er informiert sei.

»Stimmt. Abends war ich bei Adlerberg, dem russischen Militärattaché, dessen Soiree Ihre Königliche Hoheit Prinzeß Augusta beehrten.«

»Höchstwelche höchst gnädig sich eingehend mit Ihnen unterhielt.« Pause. »Sie wissen doch, daß Karl Kanitz, Ihr a. D. Stuttgarter Kollege, sich mit einer Engländerin verlobte?«

»Daß sie jung ist, weiß ich. Weiter weiß niemand was. Armer Kerl!«

»Pourtalès geht also wirklich nach Wien, Goltz wohl nach Konstantinopel. Mit Savigny steht's soso, vielleicht München, und Usedom ...,« verlegenes Räuspern, »vielleicht Brüssel.«

»O, vergessen Sie nicht Paris!« warf Otto gleichmütig hin. »Hatzfeldt ist eine schöne Leiche, und ein Krähenschwarm teilt mir mit, er werde gepickt werden. Ich höre ein Krächzen bis hierher ... es hat so einen englischen Akzent.«

Alle lachten. Frau Olympia Usedom, die kecke Insulanerin, deren Taktlosigkeit man bei Hofe alles nachsah, wollte mit Gewalt nach Paris; wenn aber nicht, dann nach Frankfurt. Die schwatzhafte Intrigantin machte Otto so heiß, daß er sich dort anklammerte mit Nägeln und Klauen, schon um ihr einen Tort zu spielen, wie er behauptete. Der wahre Grund lag freilich tiefer und sah viel schöner aus, doch bei uns traurigen Menschen verquicken sich so oft Allzumenschliches und Ideales.

Bei Portiers und Kanzleidienern des Ministeriums fand er übrigens den Geist Levinsteins wieder, welche scheinbar gefügige Kreatur der neue Minister Schleinitz mit Kußhand von Manteuffel übernahm. Die Subalternbeamten »zeigten für Geld« jeden Minister, der sich verleugnen lassen wollte. »Was, das Verbot ist so streng, daß ein Taler nicht langt? Na, dann zeigen Sie mir Herrn v. Schleinitz für zwei Taler!« verschaffte sich Otto öfters Einlaß zu seinem Feind, wenn dieser gerne einer Unterredung ausgewichen wäre. »Hehe, Exzellenz sind so spaßig!« kapitulierte der Portier, ein alter Trunkenbold. Bei einem solchen Mann der hohlen Hand, die immer nach Subsidien sich ausstreckte, entdeckte der Gesandte einen gewissen hohen Ton, dem er nachforschte. Als er einmal sah, wie Graf Usedom jenem flüchtig die Hand knetete, erriet er das übrige: der Trinkgeldbedürftige stand in Würden als Meister Freimaurer. Sowohl diese geheime Genossenschaft als die Jesuiten, ihre Todfeinde, hatten eine Filiale am preußischen Hofe gegründet, wobei sie sich brüderlich, mit edelmütigem Einverständnis über eine Schonzeit, in die Arbeit teilten ...

»Verehrtester, heut ist's kalt, aber an der Newa soll's noch kälter sein, der Fluß ist schon zugefroren. Wie wird Ihnen? Lieben Sie die Kälte?« Es war der Zeremonienmeister und Heraldiker Graf Stillfried von Alkantara, der auf einem Ball beim österreichischen Gesandten, Graf Karoly, diesen scherzhaften Wink verabreichte. Otto stutzte.

»Ein tüchtiger Frost erfrischt, aber das sonnige Klima am Main sagt mir doch besser zu.«

»Ei, wer wird so weichlich sein! Ein stahlharter Hüne wie Sie! Die Hauptsache ist immer: per aspera ad astra!« Als der Graf sich mit freundlicher Gebärde entfernte, begriff der Überraschte, daß es diesmal ernst sei. Stillfried gehörte zur sogenannten Jesuitenpartei, d. h. den vornehmen Katholiken am Hofe, die besonders im Haushalt der Prinzeß Augusta vom Kammerherrn bis zum Kammerdiener einen Ring schlossen. Da durfte keine Zeit verloren gehen, schon am folgenden Tage stand Otto vor dem Regenten.

»Königliche Hoheit, ich höre bestimmt von meiner Versetzung nach Petersburg und erlaube mir untertänigste Anfrage, ob das nicht rückgängig zu machen sei.«

Der Prinz fragte betroffen: »Wer sagt Ihnen das?«

»Namen zu nennen wäre indiskret. Vielleicht ist Euer Hoheit der Name ›Jesuitenlager‹ geläufig, von dort stammt meine Kunde.« Der Prinz runzelte die Stirn. »Ich wage es, mein Bedauern auszudrücken, daß ich aus meinem Feldlager Frankfurt, wo ich das Terrain so genau kenne, in ein mir fremdes Operationsgebiet verschlagen werde.«

»Sie werden sich auch dort einleben mit Ihren Fähigkeiten.«

»Es ist sehr gnädig, wenn Eure Hoheit so denken. Allein, meine lange Erfahrung auf diesem bewegten und komplizierten Feldzugsgelände des Bundestags kann ich keinem Nachfolger vererben. Diesen Fuchsbau habe ich durchforscht bis in alle Notausgänge, kein anderer Weidmann kennt sich da aus. Die heutige günstige Aufstellung Preußens beruht auf meiner Personalkenntnis aller Fürsten, Minister und Hofzustände. Das ist, als ob ein sauer erworbenes Vermögen, das Zinsen tragen soll, mutwillig vergeudet wird durch Ankauf anderer unsicherer Obligationen.«

»Das mag anfangs so sein, doch ein tüchtiger Diplomat, den man auf Grund Ihrer Kenntnisse anleiten und anlernen kann, wird später wohl auch ausreichen.«

»Darf ich fragen, ob Usedom dies sein soll? Man fürchtet es in Frankfurt allgemein. Zu ihm haben die Höfe kein Vertrauen. Er gilt als extrem liberal.« Der Prinz machte eine abwehrende Handbewegung. »Ich weiß wohl, er ist das nicht, sondern sozusagen liberal-konservativ. Aber der Leumund besteht nun einmal.«

»Das wird sich abschwächen. Jeder Staatsmann muß doch erst seine Visitenkarte abgeben.«

»Halten zu Gnaden, Königliche Hoheit,« fuhr es Otto derb und herb heraus, »das ist ja nur ein Höfling, der Anekdoten zu erzählen weiß.«

»Da urteilen Sie entschieden parteiisch. Usedom ist voll hoher Begabung.«

Als Freimaurer! dachte Otto grimmig. Und der Prinz nimmt es mit seinen Bruderpflichten zur Loge ernst wie mit allem, er hält immer Treue, nur allzusehr. Laut äußerte er: »Da ist ja außerdem Frau v. Usedom. Deren Exzentrizität, um ein mildes Wort zu brauchen, würde uns überall in Verlegenheit setzen.«

»Nun ja, da liegt gerade der Haken. An großen Höfen ist Usedom nicht verwendbar wegen seiner Gemahlin, die nun eben als Engländerin andere originelle Sitten hat. Da muß man ihn also auf einen Platz wie Frankfurt stellen, wo diese Gefahr nicht vorliegt. Er muß doch einen Posten haben.«

Ich sehe die Notwendigkeit nicht ein! dachte Otto. Laut sagte er mit herber Bitterkeit: »Dann besteht mein Fehler darin, daß ich nicht auch eine taktlose Frau habe. Das vertreibt mich also aus der politischen Festung, in der ich zu Hause bin.«

Mit vornehmer Milde beschwichtigte der Fürst: »Sie werden sich auch in Petersburg heimisch fühlen. Warum so bitter? Ich begreife Sie nicht. Die Gesandtschaft in Rußland galt allzeit als oberste Staffel unserer Diplomatie. Ist es nicht ein Zeichen meines höchsten Vertrauens, daß ich Sie dazu wähle?«

Otto verbeugte sich. »Gegenüber diesem Ausspruch Eurer Hoheit geziemt sich Schweigen. Doch höchstsie gewährten mir allzeit Freiheit des Wortes.«

»Gewiß, reden Sie!« fiel der Prinz lebhaft ein.

»Nun wohl, ich bin tief besorgt um unsern künftigen Stand in der deutschen Frage. Usedom verstand nie, Geschäfte zu führen. Nicht wahr, Graf Schlieffen bleibt Dezernent?«

»Zweifeln Sie an dessen klugen Instruktionen?«

»Nein, aber an ihrer Ausführung durch Usedom. Dem fehlt jede preußische Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit.«

»Sie übertreiben hart. Usedom hat auch militärische Einsichten, ein befähigter Stratege.« Ein phantastischer Projektenmacher! »Mein Ministerium findet vor Ihnen wohl auch keine Gnade? Sprechen Sie ganz offen! Keine Kapazitäten?«

»Nein, nur beschränkte Mittelmäßigkeiten ... außer Bonin, dem aber jeder Ordnungssinn mangelt, der sein eigenes Schubfach verkramt, geschweige denn die Fächer des Kriegsministeriums sortieren kann. Und das Auswärtige Schleinitz! Das ist doch auch bloß ein Höfling.«

Das war eine Sprache, wie man sie nie an Höfen führt und wie sie Prinz Wilhelm sich bei andern verbeten haben würde. Und nur vor ihm, diesem außerordentlichen Manne, die Geradheit und Rechtlichkeit selber, durfte Bismarck so aus sich herausgehen. Immerhin verriet er eine berechtigte Empfindlichkeit: »Ich will nicht hoffen, daß Sie mich für eine Schlafmütze halten. Das Kriegsministerium und das Auswärtige verstehe ich genug, da werde ich mein eigener Minister sein.«

»Das weiß ich sehr wohl zu würdigen, Königliche Hoheit, und schätze es hoch ein. Doch in unserem modernen Leben ist das Räderwerk so kompliziert, daß selbst der tüchtigste Landrat sich auf einen intelligenten Kreissekretär verläßt. Ohne gute Beiräte kann ein Monarch nicht seine Wünsche befriedigen. Da hat nun Schwerin das Ministerium des Innern. Das fällt nicht in mein Fach, aber auch hier werde ich bedenklich. Ich habe dem Grafen einiges abzubitten, weil ich früher seinen Charakter falsch beurteilte, ihn bloß für einen eiteln Hohlkopf hielt. Nein, er ist ehrlich und tapfer.«

»Damit sagen Sie sehr viel«, nickte der Prinz befriedigt. »Darauf gebe ich am meisten.«

»Aber er ist unbesonnen, schnell fertig mit dem Wort, ein rascher Verneiner, aber kein schaffender Arbeiter.«

»Ich gebe Ihnen das zu. Aber wo Staatsmänner finden, die in diese unruhige Zeit hineinpassen! Seien Sie sicher, lieber Bismarck, ich verstehe es als eine Distinguierung, Rangerhöhung, Steigen auf der amtlichen Leiter, wenn ich Sie nach Petersburg sende. Ich verspreche mir viel davon. Es ist mir lieb, daß Sie selber die Frage anschnitten. Es wäre mir erfreulich, Sie zufriedenzustellen. Gehen Sie mit Gott und meinen besten Wünschen! Wir werden die Alten bleiben.«

Der so gnädig Entlassene empfand mit Rührung die gegenseitige Anhänglichkeit, doch er merkte heraus, daß der Prinz froh war, einen peinlichen Graben übersprungen zu haben, daß etwas dabei sein Gewissen beschwere. Es lief doch wohl darauf hinaus, daß man ihn in Deutschland los sein wollte. Man warf ihn die Treppe hinauf, damit er in etwaige Händel am Bundestag nicht eingreifen könne, wo man sich von seiner allzu schneidigen Tatkraft nichts Gutes versprach. Nämlich eine energische Tat, die diese Schwächlinge und Streber der Neuen Ära ebenso scheuten wie die Manteuffel und Gerlach der Alten. Nur gegen den Regenten hatten sie Mut, den sie unehrerbietigerweise gleichsam als ihr Geschöpf betrachteten, beschattet von Krinoline und Fächer der hohen Patronesse, deren Huld sie sich zu Füßen warfen. Die Prinzessin begönnerte sogar Schwerin, dessen »große Vergangenheit« als Revolutionsminister sie wahrscheinlich an Mirabeau erinnerte – beide waren ja Grafen – und der sich unglaublich viel herausnahm, gestützt auf seine liberale Leibgarde. Er erpreßte Unterschriften und schickte sie zurück, wenn der zürnende Prinz sie unleserlich gab. Der sonst so ruhige, würdevolle Fürst ließ sich dazu fortreißen, die Feder zu zerbrechen und das unterschriebene Blatt zerknüllt von sich zu werfen. –

Als erster Gratulant stellte sich natürlich Graf Harry Arnim ein. »Sie Glücksmensch! Ja, mit solchen Konnexionen! Ich gehe morgen nach Kassel, ein netter kleiner Posten. Der Kurfürst von Hessen soll aber ein etwas schnurriger Herr sein.«

»Ja, den kenn' ich auch sehr gut«, brummte Otto. »Schnurrig möcht' ich ihn nicht gerade nennen, eher schaurig. Der Herr ist alt wie Methusalem, denn offenbar wurde er vor 1789 geboren. Er lebt und webt in der gesegneten Zopfzeit. Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen essen, übrigens führt er eine schlechte Tafel.«

»Das ist gottvoll, wie Sie sich überall auskennen! Sie werden bald in Petersburg mit den höchsten Herrschaften auf Du und Du stehen. O, ich sehe Sie steigen! Wenn Sie dann doch mal für einen bescheidenen, armen Teufel wie mich ein gutes Wort einlegten!«

»Keine falsche Bescheidenheit, Harry, das steht Ihnen nicht. Mein Wort darauf, ich würde Ihnen gern einen Ruck nach oben geben, sobald ich könnte.«

»Diese echte Freundschaft –«

»Durchaus nicht. In Geldsachen hört die Gemütlichkeit und in Staatssachen die Freundschaft auf. Aber Sie sind ein begabter Diplomat, und der Dienst muß endlich durch Talente verjüngt werden. Im übrigen wünschen Sie mir zu viel Glück, ich fasse es nicht so auf. Ich werde an der Newa im wörtlichsten Sinne kaltgestellt. Und ich wäre doch gern dabei, wenn es hitzig zugeht.«

»O, Sie meinen die Wolke im Westen?«

»Hm, ja. Und ich verziehe mich nach Osten.« – –

»Bismarck ist völlig verlottert«, warnte Ludwig Gerlach den Kreuzzeitungs-Wagener. »Jetzt verkehrt er intim mit dem v. Unruh berüchtigten Angedenkens.«

Wagener seufzte. »Ich spreche ihn ja manchmal, und er bleibt mir stets der alte Freund und Gönner. Liberal ist er nicht im Sinne der Hofclique, aber –!«

»Wer nicht für uns ist, ist wider uns!« schloß der fanatische Reaktionär. »Mein Bruder will auch nicht mehr viel von ihm wissen.« –

Herr v. Unruh, der frühere Kammerpräsident, der sich Otto durch menschlich gute Eigenschaften empfahl, stand tatsächlich mit dem früheren Feind jetzt auf freundschaftlichem Fuße. Eines Morgens ihn im Hotel Royal Unter den Linden aufsuchend, fand er ihn im Bett, die Kreuzzeitung lesend. Er warf sie verächtlich in eine Ecke. »Lieber Unruh, dies Blatt hat keinen Funken Patriotismus. Wer Preußen drängt, für Österreich die Kastanien aus dem Feuer zu holen, ist ein Narr oder ein Verräter.«

»Da haben Sie nun Ihr Lieblingsorgan! Ich sagte es Ihnen immer. Aber sind Sie auch ganz sicher, daß Napoleon uns nicht über den Löffel barbiert?«

»Womit? Wenn wir ihn nicht nasführen, dann wird er uns auch nicht beschummeln, weil er uns braucht. Lehren Sie mich Napoleon kennen! Er ist in seiner Weise treu und erkenntlich.«

»Ist das so ausgemacht? Es gibt Leute, die fürchten, nach Österreichs Besiegung werde Preußen darankommen, wie es 1806 nach 1805 geschah.«

»Die Weltgeschichte wiederholt sich selten, in großen Zügen, ja, aber nicht im Detail, weil die Umstände immer wechseln. Wir dürfen Frankreich nie angreifen, solange es uns in Frieden läßt. Griffe es uns an, so würden wir uns zu verteidigen wissen, sonst verdienten wir nicht den Namen einer Nation. Viel größer ist die Gefahr von Österreich. Solange es die Oberhand behält, werden die Hohenzollern in seinen Augen stets Vasallen bleiben, sozusagen noch Kurfürsten. Es wartet nur auf gelegene Stunde, uns ganz zu unterdrücken.«

»Aber die deutsche öffentliche Meinung hält zu Österreich, wenn es gegen Frankreich geht.«

»Das gleicht unserem Gefühlsdusel. Ich sage Ihnen, es ist Selbstmord, wenn wir hindern, daß die Donaumacht erst durch Frankreich geschwächt wird.«

»Und tritt das Umgekehrte ein?«

»Unsinn! Ich betrachte den Kampf als hoffnungslos, Italien wird den Zweck erreichen. Unsere Selbstverleugnung könnte uns dahin bringen, für Integrität dieses Staates, in dem die deutschen Gebiete nur ein Viertel bilden, unsere Existenz aufs Spiel zu setzen. Gott besser's!«

Auf einer Soiree beim russischen Gesandten Budberg, wo er erst nach 10 Uhr eintraf – man liebte schon damals späte Gesellschaftsstunden in Berlin –, nahm ihn der Russe vertraulich am Arm und zog ihn in einen Winkel. »Was sagen Sie zum Effekt von Napoleons Neujahrsbescherung?«

Der Empereur hatte beim Empfang des diplomatischen Korps mit lauter Stimme dem österreichischen Botschafter Hübner die Drohung zugerufen: er bedaure die Spannung der beiden Regierungen, doch versichere den Kaiser Franz Josef nach wie vor seiner persönlichen Freundschaft. In der Diplomatensprache, die beim Ultimatum vor unmittelbarem Kriegsausbruch nur von »unfreundlichem Akt« redet, bedeutet dies allerdings viel. Sofort sank die französische Staatsrente an der Börse tief, den Handel und Wandel befiel Panik, die kriegerischen Vorbereitungen Frankreichs und Österreichs nahmen immer größeren Umfang an.

»Hm, er revozierte doch, man habe seine Worte übertrieben aufgefaßt.«

»Nur keine diplomatischen Ausflüchte zwischen uns, alter Freund. Napoleon mußte das, weil England und Preußen sich weigerten, von vornherein ihre Neutralität zu erklären, und weil die Italiener sich schon zu weit mit ihrem Begeisterungstaumel vorwagten. Er will sich noch nicht offiziell engagieren, doch das täuscht niemand. Wie denken Sie über Cavour?«

»Der sardinische Minister scheint mir ein echter Patriot zu sein, der kühl und ruhig auf die Einheit seines Vaterlandes zustrebt«, versetzte Otto gemessen.

»Wie vielleicht andere auf die Einheit Deutschlands.« Budberg lächelte. »Das dürfte jedoch viel schwerer sein, obschon Deutschland keine Fremdherrschaft im Lande hat. Ihr Kollege Usedom erzählt jedermann, dessen er habhaft werden kann, er kenne Garibaldi und Mazzini genau. Das ist, wie man so sagt, ein verfluchter Kerl, eine Leuchte diplomatischer Wissenschaft.« Beide lachten. »Dieser große Verschwörer ersetzt Sie also in Frankfurt. Gesegnete Mahlzeit! Davon verspreche ich mir Übelkeiten. Doch mir werden Sie nicht vorreden, daß Sie die Stimmung in Turin nicht genau kennen. Man weiß, Sie sind intim mit dem Gesandten Viktor Emanuels am Bundestag.«

Otto verzog keine Miene. »Gesellschaftlich. Graf Barral ist ein liebenswürdiger Kavalier.«

»Sie bleiben dabei. Dann muß ich Sie also belehren, daß Cavour ganz offen äußerte: Il parait, que l'Empereur veut aller en avant! Und von der Sendung des Marchese Bepoli nach Düsseldorf ahnen Sie wohl auch nichts?«

»Keine Ironie, bitte! Ich weiß, daß Bepoli seinen Schwager Fürst Hohenzollern, d.h. unseren derzeitigen Ministerpräsidenten, sondieren sollte.«

»Und zwar mit eigenhändigem Schriftstück Napoleons, das ihm dieser in Paris als Beglaubigung in die Tasche steckte. Den Inhalt kenne ich so ungefähr. Und glauben Sie, uns bliebe verborgen, daß Sie im Juni 1857 ein Memoire über Preußens Beziehung zu Frankreich einreichten? Auch dessen Sinn und Wortlaut kennen wir.« Der Rubel reist, der Rubel fällt. »Lassen Sie uns lieber offen über die Lage plaudern!«

»Ich bin bereit ... Indiskretion aber nicht Ehrensache!«

»Verlassen Sie sich auf mich! Rußland hat mit inneren Reformen zu tun. Wir möchten Zuschauer bleiben.« Solange es euch paßt! »Mein heiliges Ehrenwort!« O weh, wenn eine russische Staatsspitze ein Ehrenwort gibt, dann können höchstens Deutsche solche Gimpel sein, nicht das Schlimmste zu befürchten. »Der Empereur ging also von der Grundlage aus, Österreich repräsentiere die Vergangenheit, Preußen die Zukunft. Von dieser Zukunft hängt aber ab, ob Preußen von der ausgesprochenen Bevorzugung profitieren will, die ihm Frankreich seit zehn Jahren bezeigte.«

»Davon ist mir nichts bekannt«, flocht Otto ein. »Seit vier Jahren klingt schon besser.«

»Der Kaiser meint nun, Preußen werde immer in der Enge bleiben und sogar Rückschritte machen, wenn es mit Österreich verbunden bleibe. Sein Interesse gebietet Gegengewicht zu Österreich in deutschen Dingen. Und darauf allein sollte es sich beschränken? Im Bündnis mit Frankreich erwarten es große und glückliche Geschicke, und gefahrlos obendrein. Jede Verminderung der österreichischen Macht ist Preußens Vorteil. Mit Hilfe Frankreichs kann es manches ausführen, was die deutsche Nation wünscht. Macht es aber gemeinsame Sache mit Österreich, dann wehe ihm! Da werde Frankreich – ja, was nur gleich?«

»Sich mit Rußland verbünden«, ergänzte Otto trocken. »Da Sie aber auf Ehrenwort versichern, Rußland werde sich still verhalten, so schreckt solche Warnung nicht.«

Budberg biß sich auf die Lippen. »Sie müssen dies natürlich nicht so wörtlich nehmen. Es könnten Fälle eintreten, untoward events ...«

»Davor ist niemand sicher. Doch wozu solche Reminiszenzen! Bepoli ist schon verflossene Geschichte. Seine Sendung scheiterte, soviel ich weiß. Wir werden hoffentlich strenge Neutralität bewahren, geradeso wie Rußland.«

Da war nun Budberg mit seinen eigenen Waffen geschlagen, wenn er etwas herausholen wollte. »Aber Preußen gab doch gegenteilige Erklärung ab.«

» Pro forma. Uns geht Italien nichts an, weder für die eine noch die andere Seite. Übrigens glaube ich gar nicht an den Krieg.« Und dabei blieb er. Innerlich dachte er anders. –

Er entwischte endlich den Berliner Knäueln nach Frankfurt, brachte Johanna Teltower Rüben mit, aber auch die Kunde, daß er gleich abmarschieren müsse. Sie und die Kinder sollten nach Petersburg folgen, sobald er dort festen Fuß faßte und die Witterung nicht mehr Gesundheitsstörung befürchten ließ.

»Mein Liebstes, Bestes, mein teures Herz, halte brav aus bis dahin! Ach, wie schön ist Bockenheim im Abendrot! Lebt alle wohl, ihr Lieben!« Als der Zug sich in Gang setzte, rief Becker, dessen Damen schluchzten: »Ein Andenken!« Da warf ihm Otto seinen langen Bleistift zu, mit dem er so viele Depeschen korrigierte, die in Preußens Geschichte fortleben. Der Stift flog der jungen Maxa Becker ins Gesicht und auf den Perron. Der Fehlschuß bedeutete wohl ein Omen, daß er mit Frankfurt nichts mehr zu schaffen habe. Und in Berlin empfing ihn eine gleißende Märzsonne, die nicht warm machte, scharfer Wind wirbelte Staub auf. »Rechtes Diplomatenwetter!« Man hielt ihn dort Tag für Tag hin, er konnte viel mit der Schwester zusammen sein, welche die schon jetzt in Frankfurt eintreffende Olympia Usedom eiligst bei Johanna verklatschte. Diese tat zwar kaum den Mund auf, doch die Klatschbase brachte trotzdem mokante Geschichten herum und machte sich schon bald unmöglich, wobei sie ihren englischen Hochmut durch Gesandtinnenwürde verstärkte.

Als ihn Unruh wieder mal aufsuchte, ging Otto noch mehr aus sich heraus. Er wünschte, daß die Liberalen durch ihre Knappen von seiner wahren Gesinnung Kenntnis erhielten. »Österreich muß aus dem eigentlichen Deutschland entthront werden.«

»Entfernen Sie es mal gutwillig!«

»Dann sagen wir deutlicher: Hinausgeworfen! Oder, um mich diplomatisch auszudrücken: Gewaltsamer Ausschluß!«

»Als bloßer Gesandter werden Sie das nie durchdrücken.«

»Wohl wahr. Ich habe nicht unbedeutenden Einfluß auf den Herrscher, und anscheinend überzeuge ich ihn oft, doch ich kann eben nicht alle Tage zu ihm gehen. Deshalb höre ich bei ihm immer wieder Schleinitz oder Schwerin heraus. Von Auerswald rede ich nicht, der ist mir gewogen als Patriot und sucht auch auf den jungen Kronprinzen einzuwirken. Die eigentliche Krux sind die Kleinstaaten, die hin und her balancieren.«

»Doch würden sie je unwiderruflich nach Österreichs Pfeife tanzen?«

»Ja, die ihrige ist auf ähnlichen Ton gestimmt. Preußen bleibt isoliert. Wir haben nur einen Verbündeten, wenn wir ihn richtig behandeln.«

»Und das wäre? Da bin ich doch begierig.«

Da richtete sich Otto straff auf und sprach mit tönender Stimme: »Das deutsche Volk!«

»Was? Das sagen Sie?« Unruh sah ihm verblüfft und fassungslos ins Auge. »Sie, der Junker?«

Otto besann sich, wen er vor sich habe, und lachte. »Bin ich noch. Was denken Sie denn! Ich müßte doch kein normales Auge haben, wenn ich die Lage nicht klar sähe. Meine persönlichen und privaten Neigungen sind mir dabei schnuppe.«

»Bei Gott! Wenn Sie dazu imstande sind und unsere Gefahr so scharf auffassen und so sicher in den Mitteln sind, dann wären Sie mir als Minister lieber als Schleinitz.«

Otto unterließ nicht, Schleinitz dies unter die Nase zu reiben, als dieser ihm vorhielt: »Das Ministerium muß vor allem die Majorität berücksichtigen, die uns stützt.« Es war etwas indiskret, Unruhs Äußerung auszuplaudern, aber der Schreckschuß saß. Ehrliche Liberale, wie dieser vortreffliche Mann, hatten damals ein lebhafteres Empfinden für Preußens Ehre, als die traurigen Konservativen, die vor Österreich auf dem Bauche krochen. – –

Endlich hatte er Abschiedsaudienz beim Regenten. Dieser kam auf die drohende Weltlage zu sprechen.

»Sie stehen ja jetzt gut mit unserem französischen Gesandten, mit dem Sie einst so brouilliert waren. Erfuhren Sie vielleicht von Moustier, ob Frankreich seine Rüstungen fortsetzt?«

»Ohne Zweifel. Eure Königliche Hoheit kennen meine Ansicht, daß wir uns dauernd mit Paris gut halten sollten.«

»Diese Beziehungen sind aber nicht ganz wünschenswert. Sie selber waren früher sehr gegen Napoleon eingenommen.« Jetzt hieß er nie mehr Bonaparte.

»Da wir ihn anerkannten, setzt es unsere Ehre nicht herab, mit ihm Unterhandlungen zu pflegen. Treten wir mit Österreich in zu nahe Verbindung, zerstören wir selbst den Anschein unserer Freundschaft mit Frankreich. Und doch können wir nur durch sie Österreich zwingen, von seinem Ehrgeiz auf unsere Kosten abzulassen.«

»Und die Mittelstaaten, die doch für Österreich sind?«

»Ebensogut für Frankreich. Nur durch unser eigenes Bündnis mit Frankreich können wir sie abhalten, selber rheinbundschwanger zu werden. Das wäre die Auflösung Deutschlands. Und England wird unseren Wert um so höher taxieren, wenn es uns zu verlieren fürchtet.«

»Mit England bin ich jetzt auch verwandtschaftlich verbunden«, betonte der Fürst.

»Dies Rapprochement wird erst dann politisch ernste Form annehmen, wenn wir uns auf Frankreich zu stützen drohen. Ich hatte die Ehre, schon früher eine Einladung an Napoleon zum Besuch unserer Manöver in Vorschlag zu bringen. Leider unterblieb das.«

»Und jetzt kann davon keine Rede sein.«

»Aber nur nicht Napoleons Liebeswerben zurückweisen! Hätte man doch eine für alle Kabinette verständliche Sprache geführt, die auf Intimität mit Frankreich hinwies!«

»Das widerstrebte dem König und ist auch mir wider die Ehre.«

»Nun, wie immer Eure Hoheit unsere Bedürfnisse künftig rekonstruieren mögen, stets muß man sich den Weg zu Frankreich offen halten. Preußen kann nicht stationär bleiben, es muß wachsen, und Österreich läßt es nicht zu. Scheint Eurer Hoheit ein Bündnis mit Frankreich und Piemont nicht genehm, so brauchen wir uns nur still und ohne Aufsehen von Österreich loszumachen und indirekt Wohlwollen für Napoleon zu markieren, das genügt.«

Der Prinz runzelte die Stirn. »Piemont ist doch auch, so alt das Haus Savoyen, revolutionär usurpatorisch. Früher hatten Sie auch dies Urteil.«

»Man hat als politisches Kind kindische Einfälle. Da man aber ein Mann wird, tut man ab, was kindisch war. Damals war ich Parteigänger, weiter nichts, heut habe ich nur die auswärtige Politik im Auge. Quieta non movere, aber auch keine Chance verlieren! ist mein Wahlspruch. Die Turiner Aspirationen des Signor Cavour sind bezüglich Österreich den unseren analog und laufen parallel.«

»Das möcht' ich denn doch nicht sagen. Ihr Haß gegen das deutsche Erzhaus führt Sie weit. Nicht ohne Erstaunen vernahm ich, daß Sie vor Ihrer Abreise mit dem sardinischen Gesandten ostentativ Arm in Arm die Zeil entlangspazierten.«

»Gral Barral ist mein persönlicher Freund.«

»Ach, machen wir uns nichts vor! Sie wollen damit Ihre persönliche Freundschaft für Piemonts Sache festlegen. Das machte natürlich böses Blut in Wien, wie ich von einem unserer Unterhändler hörte.«

»Wahrscheinlich vom Bankier Levinstein.«

»Sie greifen aber damit meiner Entschließung vor und bringen mich in Ungelegenheiten. Einem anderen als Ihnen wäre es teuer zu stehen gekommen. Schleinitz war außer sich.«

»Schleinitz ist –« Otto wollte eine Verbalinjurie hervorsprudeln, besann sich aber und ergänzte: »über meine Ansicht durch ein sehr langes Memorandum aufgeklärt.«

Der Fürst lächelte. »Wir nennen es das Kleine Buch wegen seiner erstaunlichen Länge. Sie sind der furchtbarste politische Schriftsteller, den ich kenne. Na, wer weiß, ob Ihre unermüdlichen Arbeiten nicht mal aus den Archiven ausgegraben werden! Dann wird Gras über alles gewachsen sein, was uns heut quält, und Sie werden entweder blamiert oder als großer Seher dastehen.«

»Ich beanspruche nichts derartiges. Königliche Hoheit mögen geruhen zu bedenken, daß ich mein Leben in Frankfurt so leicht und angenehm machen konnte, wie meine Vorgänger und, ich fürchte, meine Nachfolger. Die Mehrzahl meiner Kollegen behandelt die Geschäfte so behaglich wie im komfortablen Klubsessel, und ich hätte wie sie als bon camerade brillieren können, indem ich einfach Hochverrat beging, und zwar in kaum erkennbarer Weise. Doch solange mein Ehrgefühl mir befiehlt, nicht dies gemäßigte Verhalten zu befolgen, bin ich insupportable und stehe ganz allein bei Abwehr des Feindes, denn die deutschen Kollegen wagen nichts gegen Österreich, selbst wenn sie wollten. Kein Wunder! Denn die Schule Schwarzenberg läßt keine andere Wahl, als bedingungslose Übergabe oder Krieg bis aufs Messer. Ein sehr erfolgreiches System. Man verfolgt jeden unerbittlich, der irgendwie die Wohlfahrt des eigenen Staates dem Wiener Gesetz vorzieht. Zuletzt befällt die armen Teufel eine Panik und sie unterwerfen sich, müde des Streites mit einem so unversöhnlichen skrupellosen Feind. Da opfert man lieber Gewissen und Vaterlandsliebe, als die persönliche Stellung und Existenz.«

Der Prinz schwieg eine Weile. Einer Stimme der Wahrheit verschloß er sich nie. Dann sagte er zögernd: »Sie sind eben, zu Ihrer Ehre sei es gesagt, ganz Preuße. Ich aber bin ein deutscher Fürst und fühle mich als Deutscher. Unsere Nation hat den alten Haß gegen den französischen Erbfeind und betrachtet Österreich als Bruderstaat.«

Otto lächelte finster. »Das Wort Deutscher statt Preuße sähe ich ganz gern auf unsere Fahne geschrieben, wenn wir nur mit unsern Landsleuten wirklich geeinigt wären. Der Zauber des Wortes Deutsch darf nicht an sogenannte Bundesaffären vergeudet werden.«

Er ging mit der Erkenntnis, daß er nicht gegen den Strom schwimmen könne, und der Regent dachte: Es ist so, wie Schleinitz sagt, er möchte uns am liebsten in Krieg mit Österreich verwickeln. Das geht nimmer an, und meine Berater haben recht, ihn in einen etwas entfernteren Hafen abzuschieben.

Als Otto gerade sich anschickte, zum Bahnhof zu fahren, drang der berühmte Levinstein bei ihm ein, der ihm gestern einen zudringlichen und etwas geheimnisvollen Brief schrieb, ohne daß der Empfänger eine Antwort für nötig hielt. »Ich lege Euer Exzellenz ein eigenhändiges Schreiben des Ministerpräsidenten Graf Buol vor, da mein Auftrag besonderer Einführung bedarf.«

Otto durchflog das Schreiben. »Sehr wohl. Meinen Zweifel, ob Sie für uns oder Österreich arbeiten, darf ich wohl jetzt als gelöst betrachten. Meine Zeit ist sehr gemessen. Ich bitte.«

»Euer Exzellenz haben meinen Brief erhalten?« Otto nickte kurz. »Und nicht beantwortet. Ich beklage das tief, denn es sieht einer Absage ähnlich. Ich wiederhole: man hält Sie in Wien für einen Feind quand même aus Prinzip. Und, ehrlich gestanden, Ihre Petersburger Mission – denn eine solche haben Exzellenz doch wohl – flößt dort Unbehagen ein. Aber vorherige Aussöhnung wäre doch schön. Denn das werden Sie doch nicht übersehen, daß früher oder später auch dies herrliche schöne Rußland unseren Geschäften affilieren wird wegen der hohen edeln dynastischen Gründe. Da dachte ich nun in meinem bescheidenen Gemüte: Der Herr v. Bismarck ist ein deutscher Mann, hat er gesagt, und da wird er einige Zeilen an seinen ergebensten Diener richten, daß Sie persönlich nix haben gegen Österreich, die echtdaitsche Monarchie. Ach, solche Zeilen an mich brächten einen moralischen Gewinn, unberechenbar!« Er kniff die Äuglein zusammen und starrte verzückt zur Decke.

»Für Sie? Mein werter Herr, ich bin kein Altruist. Für mich schaut dabei nichts Gewinnendes heraus.«

»Hm, haben Exzellenz meinen Brief auch genau gelesen? Ich sprach von einer kleinen Operation – nichts Chirurgisches, o Gott nein, wir Finanzleute haben so unsere Ausdrücke – und über deren Früchte möchte ich ganz ergebenst mit Ihnen konferieren.« Das wußte Otto sehr gut, hielt aber mäuschenstill die Operation aus. »Wir könnten machen ein feines Geschäft, jährlich 20 000 Taler Zinsen für Sie, zwanzigtausend Taler mit hypothekarischer Sicherheit! Das ist eine traite – ich meine eine schöne Sache.«

»Sie überschätzen mich. Ich habe keine Kapitalien anzulegen.«

»Spricht er von Einlagen, die große, die verdienstvolle Exzellenz« rief Levinstein begeistert. »Unter guten Freunden! So'n Stuß! Sind se denn nix, die geistigen Werte, die idealen? Ich bin Geschäftsmann, doch Idealist, ich sage es ungescheut, mögen Übelwollende mich deshalb tadeln. ›Alles Engherzige ist Ihnen fremd‹, sagte Graf Buol, ja, hat er gesagt. Exzellenz werden einfach neben den preußischen auch die bundes- und blutsverwandten österreichischen Interessen in Petersburg vertreten. Das ist Gold, ich sage Gold.«

Otto hielt an sich, da er die reizende Bestechung von vornherein kommen sah. »Hm, das ließe sich hören. Doch so bedenkliche Sachen macht man nicht mündlich. Die Zeilen von Buol, die ich ja jetzt zwischen den Zeilen lese, behielten Sie an sich. Nein, da müßte ich doch eine gediegenere Sicherheit haben, entweder von Buol oder von Ihnen.«

»Gott, gerechter!« Levinstein vergaß sich. Sein freundliches Gesicht, das einem breitgetretenen Kuhfladen glich, veränderte sich und nahm scharfe füchsige Züge an. Auf seiner fetten Stirne perlte ein leichter Angstschweiß. »Exzellenz belieben zu scherzen. Solche Intimitäten macht man doch mündlich ab unter uns Ehrenmännern. Do ut des, sagt der Lateiner. Exzellenz müssen wissen, ich bin klassisch gebildet, Akademiker, Universität Marburg. Nur die leidigen Geschäfte – mein Papa selig hinterließ mir seine Bank – doch ich darf wohl sagen, der Flug ins Hohe blieb mir eigen, wie meine politische Wirksamkeit lehrt. Ich bin Christ und Idealist. Und sehen Sie, wir Geschäftsleute sind mal so, wir wollen immer einen guten Handel machen, ein bißchen abknapsen, hehe ... aber jetzt fällt mir ein, daß Exzellenz Buol mir carte blanche gab. Nichts is mer zu teuer für den Herrn v. Bismarck. Ja, hat er gesagt. Ich biete Ihnen 30 000 Taler pro annum.«

Otto erhob sich. Offenbar konnte man dem Halunken eine schriftliche Kompromittierung nicht ablocken. »Ich muß zur Bahn und ersuche Sie, mich sofort zu verlassen.« Damit schritt er der Türe zu und ging, ohne ein Wort weiter zu wechseln, die Treppe hinab. Levinstein rannte ihm nach und schrie mit grellen Fisteltönen: »Exzellenz sind unklug. Die kaiserliche Regierung wird böse sein und Ihnen arg zusetzen. Das wird Ihnen unangenehm werden.«

Der grimme Hagen warf über die Achsel hin: »Und Ihnen erst, lieber Herr! Sehen Sie sich vor! Die Treppe ist steil und mein körperliches Übergewicht bedeutend. Übrigens verdanke ich Ihnen ein tiefes Wort: Do ut des. Das schützte Sie vor sofortigen handgreiflichen Repressalien.« Levinstein verschwand spurlos. Ist dieser Bismarck doch nur ein dummer Kerl!

*

In zehn Tagen und schlaflosen Nächten traf er in Petersburg ein. Wieder das Pech mit Werthern wie in Wien, der arme Mensch bereitete sich vor, erst im Mai als Geschäftsträger abgelöst zu werden, und nun, je suis là comme la foudre, wie der selige Bonaparte sagte. Endloser blendender Schnee lag dem Ankömmling im Gedächtnis, Posthäuser und Werstpfähle. Hier rollten Frachtwagen über die granitharte Newa. Bald genug klingelten chiffrierte Depeschen herein, Kuriere kamen und gingen. Der Militärattaché v. Loen hatte verschiedene Anliegen, der als Attaché mitgekommene Husarenleutnant Klüber mußte angelernt werden. Aber es öffnete sich doch eine neue Welt, neben der die Frankfurter Krähwinkelei erblaßte. Das ganze Präsidialgift ließ sich mit einem tüchtigen Schluck Wotki hinabspülen. Dies war wirklich die große Welt im Salonsinn des Wortes, und es berührte eigenartig, in einem halbasiatischen Barbarenland die höhere Gesellschaft äußerlich auf dem Gipfel abgeschliffener Kultur zu finden. Die Sitten im Umgang und oft auch der geistige Verkehrston viel vornehmer als in Paris, London und Wien, ein Übergang zur feineren Gesellschaft Berlins in den Tagen Humboldts und Varnhagens und selbst noch späterhin, dabei aber ohne die Ärmlichkeit und Kleinigkeit des allzu knappen preußischen Zuschnitts.

Der Zar, ein schöner würdevoller Mann mit einem etwas melancholischen Zug im Gesicht, bewillkommte den neuen Gesandten wie den Boten eines liebsten Freundes, und erkundigte sich mit warmer Herzlichkeit nach dem Befinden seines Onkels. Die preußische Zarin-Witwe Charlotte verwirrte anfangs durch ihr majestätisches Aussehen, entfaltete aber die Leichtigkeit und Urbanität einer sehr hohen Dame. Sie und ihre Schwiegertochter, eine Darmstädter Prinzessin, also durchaus nicht preußenfreundlich erzogen, überboten sich in Gnadenbeweisen für Preußens Vertreter. Und die hohe russische Gesellschaft steckte ihr wohlwollendes Lächeln auf.

»Ihr lieben Freunde werdet doch den Hunden von Österreichern nicht den Rücken decken?« polterte ein angezechter General. ›Hunde‹ ist viel zu schmeichelhaft für die Kanaille, kein guter Hund nimmt ein Stück Brot von solchen räudigen Biestern.«

»Bravo, ein echtrussischer Mann!« lobten verschiedene Damen. Otto mußte sich erst an das freie und doch stolze Betragen vornehmer Russinnen gewöhnen, die über alles mitsprachen und weit sicherer sich bewegten als ähnliche Deutsche Damen. Man merkte, daß bei den Russen und Polen die Frau mehr oder minder regiert, an Intelligenz und Charakter den meist plumpen und schwerfälligen Männern überlegen. »Ja, die Österreicher sind bei uns unten durch«, bekräftigte die Fürstin Wolkonski.

»Pst, Gnädigste, Graf Szecheny geht vorbei und könnte solche Worte auffangen.«

»Mag er. Der arme Mann tut mir leid, ihn hat man nicht ungern, doch er wird bald seine Pässe fordern. Die falschen Verräter! Sie Preußen haben ja auch ein Lied davon zu singen.«

»Jetzt sollen sie's uns bezahlen, wie schmählich sie sich im Krimkrieg aufgeführt«, rief die Fürstin Orlof. »Wir werden ihnen mit dem Bajonett in den Rücken fallen, wie sie uns vor fünf Jahren. O, wir werden ihnen ans Leben kommen!«

Der maßlose Haß durfte sich offen aussprechen, man nahm offiziell daran keinen Anstoß. Sogar der Zar machte aus seinem Abscheu kein Hehl.

»Sie suchen zu beschwichtigen, mein lieber Gesandter, das ist Ihre amtliche Pflicht«, lehnte er einige begütigende Reden Ottos ab. »Aber das Maß ist voll. Sie sehen, wie gern Sie hier gesehen sind. Rußland liebt Preußen brüderlich. Aber Rußland ist schrecklich in seinem Zorn, und die perfide Wiener Politik reizt uns bis aufs Blut.«

Die Zarewna-Witwe sprach sich noch bitterer aus. »Dieser Habsburger hat meinem Gemahl das Herz gebrochen, der ihn liebte wie einen leiblichen Sohn ... und mehr«, fügte sie halblaut dazu, »denn der Zarewitsch schien ihm nicht geeignet, politisch in seine Fußstapfen zu treten. Mein Sohn, der Zar, hat andere Ideen als sein Vater. Er nähert sich mehr der westlichen Kultur. Der hohe ideale Schwung des in Gott ruhenden Selbstherrschers schätzte andere nach seiner eigenen Ritterlichkeit ein und liebte in Franz Josef den Erben seiner Anschauung, den Sohn seines Geistes. Was tat er nicht für diesen jungen Monarchen, dem er den schon verlorenen Thron zurückschenkte! Für ihn überwarf er sich beinahe mit meinem Bruder, Ihrem allergnädigsten Herrn. Nein, solcher Undank ward noch nie erlebt. Mein Gatte starb daran, seine ideale Seele konnte das Herzeleid nicht ertragen, doch der Strafe Gottes verfällt, wer so meuchlerisch zielte nach dem edelsten Leben.«

Otto sann darüber nach, als er mit seinem Troikaschlitten nach Hause fuhr, wie doch jede Partei an ihren Idealismus glaubt. Dieser furchtbare eiserne Despot hatte sich selbst überzeugt, daß er ein Gott wohlgefälliges, erhabenes Werk vollführe, wenn er Österreich und Deutschland mit starren Klammern an Rußland binde und die heilige Allianz der legitimen Monarchien gegen die Revolution und die westliche Kultur erneuere. Die Trias Rußland-Österreich-Preußen sollte natürlich unter russischer Bevormundung stehen, und es erschien ihm ein Frevel, Auflehnung wider die göttliche Weltordnung, daß Österreich, in seiner eigentümlichen Lage Rußland ebenso fürchtend wie Preußen, auf eigenen Füßen stehen wollte. Setzt man sich an des anderen Stelle, wird manche »Schlechtigkeit« verständlich und entschuldbar. Weil aber jeder nichts sieht als den eigenen Vorteil, erkennt man nicht die Lächerlichkeit moralischer Maßstäbe. Alle sind gleich schuldig oder unschuldig. Wer die damalige Wiener Politik verurteilt, an sich mit Recht, weil sie mit allen Mitteln ihre Nachbarn hinterging und schädigte, der hat kein Augenmaß für die gefährdete Lage eines zusammengewürfelten Reiches, das mit einem Fuß in Italien, mit dem anderen in Deutschland stand und seine Arme weit ins östliche Slawentum streckte und hierbei überall auf Nebenbuhler stieß.

Er erwartete den Prinzen Croy als ersten Sekretär, aber hatte auch am Hofrat v. Schlözer eine bemerkenswerte Kraft. Johannas Briefe stimmten ihn wehmütig, aus denen der herrliche Taunusfrühling wehte, indessen hier das Eis der Newa und das steinerne Eis der Häusermasse am Newski-Prospekt ihn immer noch winterlich beklemmten. Mit seinem alten Bekannten Gortschakow, der jetzt eine leitende staatsmännische Stellung einnahm, mußte er täglich konferieren. Die Telegraphen knatterten ununterbrochen über Europa, als ob sich die Gewitterschwüle darin elektrisch entladen wolle, doch das Kriegsungewitter zog immer näher.

»Wie schade, daß eine so achtenswerte Nation wie die deutsche so wenig eigenen Willen hat oder vielmehr«, verbesserte Gortschakow sich hastig, denn ein eigener Wille der deutschen Nation paßte ihm durchaus nicht, »so wenig willensstarke Persönlichkeiten! Ich sehe Ihnen die Verstimmung an, werter Freund. Will man in Berlin nicht vernünftig werden?«

Otto zuckte die Achseln. »Wir treiben so hin auf ziemlich schmutzigen Wassern, und die Winde, die uns hin und her blasen, riechen auch übel, obschon sie aus der Fremde kommen, was wir stets besonders hochschätzen.«

»Ach, da wäre am Ende gut, wenn mal eine ausländische tüchtige Faust das Treibholz auflese und in den rechten Kanal bugsierte!« Gortschakow lächelte verschmitzt, als würge er an irgendeinem tiefgründigen diplomatischen Geheimnis. Doch Otto kannte ihn ja und wußte, daß nichts dahinter stak. »Stellen Sie sich vor, daß die englische Gesandtschaft diesen Monat schon 4000 Rubel Telegraphenkosten hatte!«

»Warum so eifrig! Der Zar will doch den Frieden, um seine Reformen nicht stören zu lassen. Man ist sehr böse auf Österreich, doch wird es dabei bewenden lassen.«

»Meinen Sie? Wenn nun die Weißröcke a tout prix va banque spielen wollen? Das Pulver wird schon brennen, die Türkei regt sich auch, wir sammeln ein Heer bei Kiew.« Otto dachte: Wer's glaubt! »Das war doch neulich originell beim Begräbnis des alten Hohenlohe, wie wir uns auf den Samtteppich des Katafalk setzten und politisierten. So zwei eifrige wie uns findet man kaum wieder.«

»Die Predigt handelte von der Vergänglichkeit, dem Gras, das dorrt, und wir droschen Stroh, als müsse unsereiner nicht geradeso verrecken wie der Muschik, der Heu mäht.«

»Da ist doch wohl ein Unterschied«, machte Gortschakow empfindlich. »Übrigens vergessen Sie nicht, morgen ist Namensfest der Kaiserin-Witwe in Zarskoje-Selo, unserem Potsdam. Die große Parade wird Sie freuen, da schauen Sie die wildesten Völker, Tscherkessen, Kalmücken, Tartaren.« Mit denen man am liebsten zum Tartarus abführe. Gnade Gott Europa, wenn diese Bestien mit der Kosakenpeitsche losgelassen werden! »Haben Sie noch keine Zusage aus Berlin, daß Sie zum Major befördert werden? Mit der Leutnantsuniform geht's wirklich nicht, bei uns hier richtet sich alles nach der militärischen Charge, und Sie könnten nach der Hofetikette sich viel unauffälliger dem Zaren nähern.«

»Ich weiß. Doch bei uns geht alles nach Schema, Edwin Manteuffel wird als Vorsteher des Militärkabinetts wohl dienstliche Bedenken äußern. Ich bleibe Exzellenz Leutnant. Qu'importe! Zu meinem Dienst bin ich nicht hier.«

Kein Wort Deutsch! Oben alles Französisch, unten barbarische Zwitscherlaute. Und was er Deutsch zu lesen bekam, war auch nicht bekömmlich. Das neue Witzblatt Kladderadatsch führte ihn als stehend komische Figur eines bösen Mannes ein und zitierte einen glühenden Franzosentoast, den er bei Bethmann-Hollweg gehalten haben sollte. Österreich streckte eben seine alten Fühlhörner aus und machte ihn schlecht in der Berliner Presse. Dieser Ruchlose habe Frankreich zum Krieg gehetzt und schüre auch in Petersburg. Daß das seiner Gesandtschaft nicht vorteilhaft sein konnte, und daß Schleinitz sein Ansehen beim Regenten möglichst untergrub, darüber machte er sich keine Illusionen. Das hielt ihn aber nicht ab, an Schleinitz ausführlich über die deutschen Angelegenheiten zu referieren, was dieser natürlich in den Wind schlug. Zum einen Ohr herein, zum anderen heraus, und zwischendurch Kanonendonner am Ticino, wie die rothosigen Zuaven und die blauen Bersaglieri mit dem Hahnenfederhut fraternisierten.

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