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Bilderbuch ohne Bilder

Hans Christian Andersen: Bilderbuch ohne Bilder - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
authorHans Christian Andersen
titleBilderbuch ohne Bilder
publisherPhilipp Reclam jun. Leipzig
translatorEdmund Zoller
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060906
projectid60ab1870
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Achtundzwanzigster Abend.

»Es war Meeresstille,« sagte der Mond, »das Wasser war so durchsichtig, wie die reine Luft, die ich durchsegelte; ich konnte tief unter der Meeresfläche die seltsamen Pflanzen sehen, die, wie Riesenbäume im Walde, mit klafterlangen Stengeln zu mir aufstiegen; die Fische schwammen über ihre Wipfel hin. Hoch in der Luft zog ein Schwarm wilder Schwäne; einer von ihnen sank mit ermatteten Schwingen tiefer und tiefer, sein Auge folgte der lustigen Karawane welche sich mehr und mehr entfernte, er hielt die Schwingen weit ausgebreitet, und sank, wie die Seifenblase in der stillen Luft sinkt, er berührte die Wasserfläche, sein Haupt bog sich zurück zwischen die Flügel; still lag er wie der weiße Lotus auf dem ruhigen Binnensee. Und der Wind erhob sich und kräuselte die leichte Wasserfläche, die so strahlend schien, als wär' es der Äther, der sich in großen, breiten Wogen dahin wälzte, und der Schwan erhob sein Haupt und das blitzende Wasser sprühte wie blaues Feuer über Brust und Rücken. Der Morgenschimmer beleuchtete die roten Wolken, und der Schwan erhob sich gestärkt und flog zur aufsteigenden Sonne, zur blauenden Küste, wohin die Luftkarawane gezogen, aber er flog allein mit der Sehnsucht in seiner Brust; einsam flog er über die blauen, die schwellenden Wasser.«

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