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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 989
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Speist mit den Engeln im Dom

Als die steinernen Engel, die die Decke des Würzburger Doms schmücken, verfertigt wurden, war auf einmal das Geld ausgegangen, und die frommen Würzburger Bürger wurden um Beisteuer gebeten. Da verfiel ein alter Ratsherr auf einen drolligen Einfall, der auch wirklich zur Ausführung kam. Er schlug nämlich vor, es sollten Würzburgs Bürger jeden Mittag die Überbleibsel ihrer Mittagstafel zusammentragen, im Bruderhof an das Volk verkaufen lassen und das daraus erlöste Geld als Beisteuer zum erschöpften Dombaufonds spenden. Dieser Vorschlag fand Anklang, und fast alle reichen Bürger machten es so.

Da ereignete es sich öfter, daß in mehreren Häusern manche Familienmitglieder erst nach vollendeter Mahlzeit nach Hause kamen. Und siehe da, man hatte ihren Speisenanteil bereits für die Engel im Dom fortgetragen. Da hieß es nun: »Geht hin, und speist mit den Engeln im Dom.«

Seitdem ist dieser Spruch zu einem Würzburger Sprichwort geworden. Noch heutzutage wird in manchen Familien, wo man streng auf Ordnung hält, dem ohne Grund zu spät kommenden Knaben kein Essen aufgehoben, und er erhält den Bescheid: »Geh hin, und speise mit den Engeln im Dom.«

 


 

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