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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 982
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Rimparer Jäger

Von J. Ruttor. Würzb. Mundart

            In Rimpar war amol a Jäger,
Der war ganz arm und hätt' doch gern
A Mädla gheiert von Kerchapfleger.
Der hat sei Techterla ghalta fern
Und immer gsagt: »Des leid i nit,
Zum Jäger geahst de mer ken Schritt;
Der arme Teifel kriegt di nit.«

Falsch is do drauf der Jäger worn,
Beschwert en Teifel in sein Zorn,
Verschreibt en gleich sei Leib und Seel,
Daß 's Meigele sei Frau wer sell,
Wie er's so lang scho ha hat well.
Der Teifel, der war gar nit faul,
Der denkt: Doa git's was fir dei Maul;
I krieg di Seel' a von der Frau,
Mit den muß handel i genau.
Der Jäger geaht en Handel ei,
Es Meigele sei Frau sell sei;
Der Teifel sell sie alle zwee
Abhol, wenn dreißig Johr ihr Eh'
Gedauert hätt' in Lust, herrje!

Es Meigele, das war recht frumm,
Ke Stund war fast sei Mäula stumm,
Drei Rosekränz bet' s' alle Tag,
En Fruah, en Abend, en Mittag.
Der Jäger findt en Schatz in Wald,
Es Meigele sei Frau werd bald;
A schener Kerl der Jäger war,
Sei Schatz, der macht en Pfleger klar,
Daß er 'n sei Meigele git zur Frau,
In kurzer Zeit war schon die Trau.

A Jägersfrau es Meigele war,
Frumm is es gblieba immerdar.
Und wie die dreißig Johr warn rum,
Der Teifel wellt' sei Eigetum;
Und wie der Teifel her is kumma
Und hat en Jäger bein Kopf gnumma,
Hat 's Meigele so frumm gebet't,
Und hat dadorch ihrn Mann derett'.
Sie hat so oft gemacht es Kreiz,
En Teifel doa vergeaht der Reiz,
Er lauft dervo und kriegt ke Seel'
Und flucht dabei und guckt gar scheel.
Es Meigele mit en Kreiz vertreibt
En immer, nix en iberbleibt.

Und wie der Jäger gstorba is,
Se warn a Geisterstraf gewiß:
Um muß er geah dort in Wald,
A irrer Geist, ganz blaß und kalt;
Und wenn a Mädla dort er findt,
Wu an den Tag gebet't hat nix,
So kummt er gschwind so wie aber Wind
Und git en Mädla tichti Wix.
Er haut en dann en Buckel voll
Und tanzt debei gringsrum wie toll
Des muaß sei Geist tua seit sein Tod,
Zer Straf, weil er nit Gotts Gebot
Gehalte hat. No heitzetag
Hert mer von Rimparer Jäger oft,
Er trifft die Mädli unverhofft,
Die bösa fihla dann sein Schlag.

 


 

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