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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 973
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Protestanten in Mariabuchen

Seit vielen Jahren bemerkt man zur Zeit, wo die Pfarrgemeinde von Hafenlohr einen gelobten Wallgang nach Mariabuchen unternimmt, nämlich am Kreuzauffindungsfest, einzelne Protestanten unter dem Haufen der Andächtigen. Man erzählt sich, daß diesen Leuten einmal etwas Auffallendes begegnet sei, wodurch sie veranlaßt wurden, ihre Andacht zur Muttergottes öffentlich zu beweisen. Und so ist es auch wirklich.

Einmal ritten etliche Protestanten durch den Steinfelder Wald. Anfangs hatten sie gute Wege und gelangten wohlgemut bis an den Kreuzweg, der von Sendelbach nach Steinfeld führt. Hier überfiel sie ein Regenschauer, sie wollten daher eilig zum nahen Kloster Mariabuchen reiten, um dort mit ihren Pferden einzukehren. Oben bei dem Bildstock am Weg rief einer von ihnen: »Nun kommen wir gleich nach Buchen, wo die Maria ihre Windelwäsche hat.«

Kaum hatte er dieses Wort gesprochen, so blieben die Pferde auf dem Platz wie gebannt stehen. In der Meinung, daß Ermüdung die Ursache wäre, spornten sie die Pferde heftiger; doch je mehr sie trieben, desto höher bäumten sich die Pferde und konnten keinen Schritt weitergebracht werden.

Als alle Mühe vergebens war, sagte der Älteste von ihnen: »Wer weiß, ob dieses Ereignis nicht eine Strafe für unseren Frevel ist? Zur Sühne will ich ein Gelübde machen, jährlich zu Fuß die Mariabuchenkirche zu besuchen, zur Zeit, wo die Katholiken aus den umliegenden Ortschaften dorthin betend und singend wallfahrten gehen.«

Dieser Vorsatz war eben ausgesprochen, als die Pferde leichten Fußes ihre Reiter nach Mariabuchen trugen, gleichsam, als wollten Tiere den Menschen dienen, um ihre Andacht und Dankbarkeit vor dem Bild der Muttergottes abstatten zu können.

 


 

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