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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 968
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Neustädter Glocke

Im unteren Kirchturm der Abtei Neustadt am Main befindet sich eine uralte Glocke, die die Inschrift des Jahres 1289 trägt. Das Kloster selbst wurde von Karl dem Großen mit demjenigen Teil des Spessarter Waldes dotiert, der nun dem Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg gehört. Aber die adeligen Schutzvögte des Klosters, vom Faustrecht begünstigt, rissen vom Klosterwald einen Teil um den anderen an sich, machten sich unabhängig vom Kloster und eigneten die Burg Rothenfels, die auf klösterlichem Grund und Boden gebaut und ein Lehen der Abtei Neustadt war, dem Hochstift Würzburg als Amtssitz zu. Wiewohl das Kloster Neustadt den Waldbesitz so geringschätzte, daß es um den Besitz einer Kugelbüchse einen ganzen Wald, der noch jetzt den Namen Büchsenschlag führt, austauschte, so machte es doch jederzeit seine Rechte auf das ursprüngliche Stiftungsgut gegen das Hochstift Würzburg geltend und erregte dadurch den Groll der Würzburger. Diese wußten sich dafür nicht besser zu rächen, als daß sie die Turmglocken vernagelten, und zwar so, daß durch den Boden der ältesten Glocke ein eiserner Nagel geschlagen ist.

Dessenungeachtet ist das Glockengeläut zu Neustadt noch immer eines der schönsten am ganzen Main.

 


 

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