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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 959
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Das Fuchsloch bei Zeiskam

Drei Stunden von Germersheim liegt das Dorf Zeiskam, das durch seinen ausgedehnten Gemüse- und Gewürzpflanzenbau ziemlich bekannt geworden ist. Bei diesem Dorf stand ehemals die Burg der Herren von Zeiskam, die so mächtig waren, daß einer von ihnen sogar der Stadt Straßburg die Fehde ansagen konnte. Von einem anderen erzählt man im Dorf die folgende Sage.

Eines Morgens, noch früh im Jahr, kam ein altes Mütterchen aus dem Dorf Zeiskam zu dem Ritter auf die Burg und brachte ihm ein Körbchen mit gelben Rüben zum Geschenk. Der Ritter freute sich nicht wenig darüber, lobte die Schönheit der Möhren und sagte, die Leute im Dorf sollten ja recht viel von diesem trefflichen Gemüse bauen. Für das Geschenk aber möge sie sich selbst eine Gnade ausbitten.

Das Mütterchen benützte die günstige Stimmung des Ritters, um für das ganze Dorf ein gutes Werk zu stiften. Die Zeiskamer hatten nämlich, obwohl damals ebenso die Queich durch ihren Bann floß wie heute, kein Wasser in unmittelbarer Nähe des Dorfes. Daher sagte die Alte: »Herr Ritter, ich würde wohl um eine Kleinigkeit bitten; allein ich habe nicht den Mut dazu. Wenn wir das hätten, so wollten wir aus unseren Feldern Gärten machen.«

»Sprecht, Alte«, ermunterte sie der gutgelaunte Herr. »Ich will gerne Euren Wunsch erfüllen.«

»So gebt uns soviel Wasser, als durch ein Fuchsloch fließt!« bat die Alte.

»Sollt's haben«, entgegnete der Ritter und gab sogleich Befehl, in einen Stein ein Loch von der Größe eines Fuchslochs zu hauen, diesen in das Ufer der Queich einzusetzen und so dem Feld und dem Dorf das nötige Wasser zufließen zu lassen,

Es geschah, und davon schreibt sich ein Teil des Wohlstandes der Gemeinde her. Das Loch am Queichufer heißt noch heutigentags Fuchsloch.

 


 

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