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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 956
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Schatz auf Schadeneck

Etwa drei Stunden von Landau, tief zwischen Bergen versteckt, liegt das Dorf Dernbach. Östlich davon läuft eine bedeutende Höhe aus, auf deren Felsenstirn sich die ausgedehnten und festen Ruinen der Burg Scharfeneck erheben, die ehemals den Grafen von Löwenstein gehörte. Von dieser Burg gehen folgende Sagen. Von allen Schätzen, die ehemals hier aufgehäuft waren, scheint nur ein kleiner Teil fortgekommen zu sein; denn ein Ritter und sein Sohn, die beide verdammt wurden, in der Ruine zu wandeln, bis sie jemand erlöste – letzterer wegen Ungehorsams gegen seinen Vater und ersterer wegen schrecklicher Verfluchung des ungeratenen Sohnes –, hüten noch heutzutage dort große Reichtümer.

Mit der Erlösung beider und dem Heben der Schätze hat es aber seine Schwierigkeit. Ein Landmann aus der Nachbarschaft stieg einmal mit dem größten Verlangen nach ihnen den hohen Burgberg hinan, als sich jemand zu ihm gesellte, der sich freundlich, jedoch nur durch Gebärdenspiel, mit ihm unterhielt. Unbemerkt führte dieser den Landmann in ein von ihm bisher noch nie bemerktes Gewölbe der Burg, worin eine große eiserne Kiste stand, auf der ein hübscher Blumenstrauß lag. Der stumme Begleiter bedeutete dem Bauern, den Strauß zu nehmen. Ahnend, was es hier geben sollte, griff der auch zu. Sogleich aber verwandelte sich der Strauß in einen entsetzlichen Hund, den der erschrockene Landmann mit der Hand hielt.

Als er sich von seiner Betäubung etwas erholt hatte und die funkelnden Augen und den geöffneten Rachen des Tieres erblickte, rief er in der Verzweiflung: »Jesus, Maria!« Und in demselben Augenblick war die Kiste samt dem Schatz verschwunden, er selbst aber draußen in der Burg.

Seitdem konnte sich niemand mehr dem Schatz nähern.

 


 

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