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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 927
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Sage vom Chiemsee

Von H. Scharff v. Scharffenstein.

          Aus dunkeln Fluten steigen zwei grüne Aun empor,
Die klösterliche Andacht zum stillen Sitz erkor. –
O Herren und Frauen von Chiemsee, wohl trennet euch die Flut,
Doch was sich drauß' geliebet, liebt hier mit aller Glut!

Wenn längst im hohen Dome verhallt der Orgel Klang,
Verstummt der Mönche Chöre, der Nonnen leiser Sang
Und tief in nächt'gem Schweigen ringsum die Gegend ruht,
Dann furcht mit leichtem Schlage ein Fischerkahn die Flut

Wo in der Frauenkirche hell glänzt der Ampel Schein,
Da tritt zur Seitenpforte ein bleicher Mönch herein;
Dort kniet am Hochaltare und betet leis und weint,
Die, fern von Zwang und Schleier, in Lieb' ihm sonst vereint.

Er schließt sie in die Arme in sel'ger Liebe Lust,
Sie halten sich umfangen und ruhen Brust an Brust.
Der Ampel Schein verblasset schon vor dem Morgenlicht,
Es läutet zu der Hora – doch sie gewahren's nicht.

Denn bleich sind ihre Wangen, matt ihrer Lippen Hauch,
Sie ruhn in sel'gem Traume, sie ruhen Aug' in Aug'.
Und als die Schwestern nahen, nicht nahmen sie des acht:
Vereinigt nun auf ewig hat sie des Todes Macht.

 


 

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