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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 902
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Sagenhafte Erinnerungen aus Ortsnamen

Einige Belege, wie lebende Volkstradition auch dem Geschichtsforscher Anhalt bietet.

Die Rorbacher, ein adeliges Geschlecht, das vorzüglich im dreizehnten und im vierzehnten Jahrhundert in der Gegend von Landsberg begütert war, besaßen auch unweit Sandau einen Ort mit Namen Pullach. Von diesem Ort ist keine einzige Spur mehr vorhanden, aber ein Feld zwischen Penzing und Schwifting, etwa eine gute halbe Stunde von Sandau gelegen, führt noch diesen Namen, und der Weg, der von Kaufering nach Schwifting führt, wird allgemein Pullacher Weg genannt, weil er ehemals zunächst nach Pullach zog, ehe er das weiter entfernte Schwifting erreichte.

Kein lebender Mann denkt es mehr, daß auf dem kleinen Feld, das zwischen Kaufering und dem Lechfeld auf mäßiger Höhe sich ausbreitete, ein Hof gestanden ist, aber der Name Höfle sagt es den künftigen Geschlechtern, die keine Spur mehr von einer Behausung sehen können.

So ist auch im Dorf Moorenweis, zwischen Landsberg und Fürstenfeldbruck gelegen, ein Haus, das noch den Namen Zum Parochel führt. Dieser Name beurkundet in der Tat, daß hier einmal der Pfarrhof (domus parochialis) gestanden sei.

Im selben Dorf führt eine ganze Abteilung von Häusern und Gärten den Namen »Pfalz«. Hier stand ehemals das Palatium der Edlen, die in frühesten Zeiten hier saßen, und später das Palatium der Verwalter der wessobrunnischen Güter. Der Name Pfalz wird für immer die einstige Existenz eines solchen Palatiums bezeugen.

Die »Engelmüten« ist ein Feld mitten im Wald zwischen Moorenweis und Türkenfeld, das zu dem nahe gelegenen Weiler Brandenberg gehört. Niemand weiß jemals dort eine menschliche Wohnung; den Namen aber hat der Platz bewahrt, wo einst das in alten Schriften beurkundete »Engelmuting« stand.

So führt auch nahe bei Türkenfeld ein besonders abgegrenztes Feld, in das sich vier Grundbesitzer von Türkenfeld teilen, den Namen »Hirschenwang« und bezeichnet den in der Geschichte von Benediktbeuern so oft beurkundeten Ort Irsenwang oder Hirschenwang, von dem aber keine andere Spur mehr, als dieser Name vorhanden ist. Die Bewohner dieses Ortes sind in schweren Zeiten nach Türkenfeld übergesiedelt, und haben ihre Besitzungen an die Häuser gebracht, in denen sie sich niedergelassen hatten.

 


 

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