Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 901
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
Schließen

Navigation:

Gunzenlech

In der Meringer Au am Lechfeld lag ehedem ein prächtiges Schloß, das den Welfen gehört hatte und in noch früheren Zeiten ein römisches Kastell auf der Straße von Innsbruck nach Augsburg gewesen sein soll. Dieses uralte und prächtige Schloß hieß zu Römerszeiten Concio legionum und wurde später Gunzenlech genannt.

Hier war es vorzüglich, wo die Hunnen im Jahre 955 die große Niederlage erlitten und von den Deutschen so bedrängt wurden, daß diejenigen, die nicht durch das Schwert fielen, in den Fluten des Lechs ertranken. Auf diesem Schloß feierte Herzog Heinrich X., der Stolze von Bayern, mit Gertraut, der Erbtochter des Kaisers Lothar, und Richinga, Gräfin von Nordheim, im Jahre 1127 seine Hochzeit.

Hier versammelte Herzog Welf VI., Vater Heinrichs des Löwen, eine Menge Fürsten des Reichs, edle Vasallen und Ritter und stellte am Pfingstfest 1175 der Welt ein Schauspiel der Pracht vor, wie sie es nie gesehen hatte.

Auf dieser schönen Burg hat auch König Philipp von Schwaben, der Bruder Kaiser Heinrichs VI., mit Irene, der Tochter des griechischen Kaisers Isaak Angelus, die bereits mit Roger, König von Sizilien, vermählt war, 1197 die Hochzeit mit staunenswerter Pracht gefeiert.

Dieses stolze und merkwürdige Schloß, das so weitläufig war, daß es ein ganzes Heer fassen konnte, und mit solch prächtigen Gärten und Anlagen geziert war, daß man nicht dergleichen weit und breit sah, kam nach Absterben der prachtliebenden Welfen so in Verfall, daß es im fünfzehnten Jahrhundert nur mehr als verfallene Ruine erscheint. Gegenwärtig sieht man aber keine Spur mehr davon; und doch lebt es noch im Munde des lechrainischen Volkes. Das Volk sagt, es sei versunken. Dies ist aber buchstäblich wahr, denn die Fluten des reißenden Lechs haben nicht bloß die Burg, sondern auch den Grund, auf dem Gunzenlech gestanden ist, weggeschwemmt.

 


 

 << Kapitel 900  Kapitel 902 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.