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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 887
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Das Liebfrauenbild zu Peiting

Peiting ist ein Dorf, von dem einen Musketenschuß weit eine Kapelle Unserer Lieben Frauen steht, deren Gründer ein Schneider namens Lorenz gewesen ist, ein Bewohner dieses Ortes. Als der noch ein kleiner Knabe war, hat er oft von seiner Ahnfrau Apollonia gehört, es lägen an jenem Ort diejenigen aus der Pfarr Peiting, die an der Pest gestorben sind, begraben; wenn er groß würde, sollte er auf seine Kosten ein Bild Unserer Lieben Frauen machen und hineinstellen lassen, den armen Seelen zu Trost.

Nach dem Tod der Apollonia ist alles in Vergessenheit geraten, bis den Lorenz, als er schon ein gestandener Mann war, ein großer Schmerz beim Herz ankam, der von Tag zu Tag zunahm, ohne daß ihm ein Mittel helfen konnte. Da wird er im Schlaf ermahnt, ein Muttergottesbild aufzurichten, danach werde das Übel aufhören.

Als er erwachte, ist er des Wortes seiner Großmutter eingedenk alsbald hingangen und hat den ersten Stein zu einem kleinen halbrunden Kirchlein, sechs Schuh hoch und vier breit, gelegt; darauf hat auch der Schmerz angefangen nachzulassen, bis er mit Vollendung der Kapelle völlig verschwunden war. Darauf hat der Lorenz ein hölzernes Bild Unserer Lieben Frauen hineingestellt; dieses haben die Pilger häufig besucht und Wundergnaden empfangen, und so ist hernach eine richtige, doch nicht große Kirche daraus gemacht worden.

Als man das Fundament gegraben hat, fand man die Totenbeine, so daß also des Lorenz Ahnfrau recht gesagt hat.

 


 

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