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Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 885
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Spielmann von Blonhofen

Von Ludwig Wihl.

        Der Spielmann von Blonhofen
Zog unter Saus und Braus
Von einer lust'gen Kirmes
Bei Nacht zurück nach Haus.

Am Weg fand er 'ne Schenke,
Die sonst nicht dorten war,
Und Lichter brannten drinnen,
Aufflackernd wunderbar.

Und Leut' in närrischen Trachten
Bewegten sich hier und dort,
Die tobten, sprangen und lachten
Und sprachen dabei kein Wort.

Als sie den Spielmann sahen,
Erfaßten sie seine Hand
Und machten demselben ein Zeichen,
Das er sogleich verstand.

Drob geigt' er einen Walzer;
Sie tanzten federleicht;
Da er ihn hatte geendigt,
Ward ihm viel Gold gereicht.

Doch Paar um Paar verschwand dann,
Das Wirtshaus wurde leer,
Und morgens früh, da fand man
Auch 's Wirtshaus selbst nicht mehr.

Statt dessen war der Spielmann
Auf den Galgen hingestellt,
In den Händen hatte er Scherben,
Die waren das goldne Geld.

 


 

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