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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 870
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die nächtliche Spinnerin zu Günzburg

Spinnen in der Samstagnacht galt im vorigen Jahrhundert für eine große Versündigung, der sich so leicht nicht jemand teilhaftig machen wollte. Aber damals war in Günzburg eine geizige Frau, die regelmäßig auch diese Zeit benützte, etwas zur Vermehrung ihrer Leinwand beizutragen.

Einmal hatte sie so bis Mitternacht gesponnen, als sich auf einmal eine Gestalt, in der sie mit Schrecken ihren längst verstorbenen Großvater erkannte, mit Grabestönen vernehmen ließ: »Ungeratene Enkelin, alle diese Spindeln mußt du in einer Stunde vollgesponnen haben, sonst drehe ich dir den Hals um!« Darauf verschwand das Gespenst.

Die Frau hatte Todesschrecken und verschwor hoch und teuer das Spinnen am Samstag für immer. Sie wollte fliehen, aber sie gewahrte erst jetzt, daß sie sich nicht vom Stuhl heben könne; da kam ihr endlich in der Angst ein Einfall: sie wickelte alle Spindeln voll Flachs, den sie außen umspann, und sie wurde eben fertig, als die Gestalt wiederkehrte und sprach: »Das hat dir Gott geraten; es hätte dich das Leben gekostet!« Worauf sie verschwand und die Frau sich wieder bewegen konnte.

 


 

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