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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 841
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Das Herrgottskloster zu Nördlingen

Am Mittwochen, in den heiligen Osterfeyren, als man zählt nach Christi Geburt 1381, ist ein wunderbarlich Zeichen durch Gottes Verhängniß zu Nördlingen geschehen. Denn zu der Zeit war ein Mann, genannt Ulrich Meyninger, auf der Hofstatt, da nun jetzunder unsers Herren Altar stehet, mit Haus gesessen; dem man in seiner Krankheit nach christlicher Ordnung das heilige Sakrament reichen und geben wollt. Und als der Priester vor demselben Kranken stund und ihm das Sakrament darbot, war an derselbigen Statt unter ihnen ein Keller, dessen Gewölb unter dem Priester und allem Volk gegenwärtig einfiel und niedergieng. Daselbsten war das Sakrament verschütt und verloren, daß man mit dem Proceß aller Priesterschaft, samt dem Rath und ganzer Gemein der Stadt Nördlingen das verlorne Sakrament mit fleißiger Andacht und großer Arbeit gesucht: und das bis auf ein Stuck, das darvon kommen, nit gefunden war. Und als man das einig Stuck nit finden kunt noch möcht, ward gemacht ein Feuer von Stroh und Holz allda und an derselbigen Stätte alles Erdreich zu Aschen verbrannt. Allererst fand man das einig Stück des heiligen Sakraments an der Statt, da die Grub unter gegenwärtigem Altar gesehen wird, so ganz klar, lauter und unversehrt, wie es der Priester allererst aus der Büchsen genommen hatte. Und als oft darnach der Hirt das Vieh über dieselbige verbrannte Hofstatt trieb, wollt kein Vieh noch auf dieselbig Statt kommen, bleiben und Wesen han; ward darnach solchem Wunderzeichen nach allererst eine Kapell gebauet, und geschahen täglich so große Wunder, daß viel fromme Leut hierher walleten und Almosen gaben, darumb man ein Kloster und Gotteshaus gebaut hat, welches auch das »Herrgottskloster« genannt worden.

 


 

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