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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 798
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Woher Neidenfels seinen Namen hat

Neidenfels liegt auch im Neustädter Tal wie Wolfsberg, und die Eisenbahn geht daran vorüber. Es ist ein kleines Dörflein, und über ihm liegt eine stattliche Burgruine, von der es seinen Namen hat. Schloß und Dörfchen sollen vorzeiten nicht Neidenfels, sondern Lichtenstein geheißen haben, gerade wie die andere Burg gegenüber auf einer waldigen Höhe, von der kaum mehr eine Grundmauer übrig ist. Zwei Brüder bewohnten die einander so nahe gelegenen Burgen, ihr Sinn aber war nichts weniger als brüderlich.

Der, dem der jetzige Neidenfels gehörte, war der Schlimmere von beiden und der Urheber des Haders. Er hätte gern das ganze Besitztum der Familie allein gehabt und ging ernstlich darauf aus, seinen Bruder aus der Welt zu schaffen. Wie er nun so Tag und Nacht mit neidischen Augen nach dem anderen Lichtenstein hinüberschaute, entdeckte er, daß jeden Abend ein bestimmtes Fensterlein auf kurze Zeit beleuchtet war. Auch erfuhr er von einem Knecht seines Bruders, daß dieser jedesmal abends den geheimen Ort besuche. Darauf legte er sich auf die Lauer und schoß von seiner Burg aus mit einem Standrohr eines Abends seinen Bruder hinter jenem kleinen Fenster nieder.

Von der Zeit an wurde sein Schloß der Neidenfels geheißen und heißt samt dem Dörfchen heute noch so.

 


 

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