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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 797
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der böse Wolfsberger

Da, wo man jetzt auf der Eisenbahn ins Neustädter Tal hineinfährt, just über dem ersten Tunnel, steht eine Ruine auf der Höhe, Schloß Wolfsberg genannt. Auf diesem Schloß saß vor vielen hundert Jahren ein arger Räuber, der alle Leute plünderte, die durch das Tal zogen. Auf einer vorspringenden Felsenplatte hatte er immer eine Wache stehen, die nach Reisenden spähen mußte. Noch heute sieht man die Fußstapfen der Wache im Stein, aber seltsamerweise sind es ihrer drei in einer Linie hintereinander, und alle drei sind unmenschlich groß. Das kommt daher, weil die Menschen in der Ritterzeit halbe Riesen waren.

Der schlimme Wolfsberger tat auch seinen Nachbarn in der Neustadt allerlei Leid, und doch konnten sie ihm nicht beikommen, weil er sehr klug war. Er schlug zuweilen sogar seinen Pferden die Hufeisen verkehrt auf, um die Verfolger auf die falsche Spur zu bringen.

Endlich legte sich die heilige Feme ins Mittel und lud ihn vor ihren Freistuhl. Der Räuber erschien wirklich in dunkler Nacht ganz allein. Auf sein Roß aber hatte er vorsorglich einen Sack voll Erbsen geladen und diese so auf den Weg gestreut, daß man seine Spur leicht finden konnte. Seine Freunde und Knechte gingen dieser Spur nach und befreiten ihn in dem Augenblick, als er zum Tod verurteilt war und niedergestoßen werden sollte.

Was später noch aus ihm geworden ist, weiß kein Mensch, aber die Leute meinen, der Krug werde so lange zum Brunnen gegangen sein, bis er zerbrochen sei, und der Teufel werde den Spitzbuben doch noch geholt haben.

 


 

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