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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 772
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Wie der Hirtenfriedel reich geworden ist

Zu dem alten Hirtenfriedel von Frammersbach kamen einmal drei fremde Männer nebst einer Weibsperson und fragten ihn, ob er wüßte, wo das »Rote Sohl« wäre. Da er dies bejahte, so hießen sie ihn mitgehen, es werde sein Schaden nicht sein. Dort angekommen, machten sie sich an die Arbeit, um den Schatz, der dort verborgen lag, zu heben. Wie sie nun recht daran waren, so daß sie den Kessel, in dem das Geld war, bereits hervorgeholt hatten, da kam eine Heufuhr, mit drei Geißböcken bespannt, und mehrere Männer mit Heugabeln umgaben diese und schrien: »Haltet fest, er fällt um!«

Hinter diesen hinkte einer drein auf Geißfüßen, ganz zwerch und krumm, und rief: »Halt! Halt! Ist er schon weit fort? Ich werde ihn bald haben!«

Da sagte das Weibsbild: »Du kriegst ihn doch nicht!« und in dem Augenblick versank der Kessel, und die fremden Schatzgräber mußten für diesmal unverrichteter Sache abziehen.

Später aber kamen sie wieder – ob das vorlaute Weibsbild auch dabei war, wird nicht gesagt –, da haben sie den Schatz glücklich gehoben, und der Hirtenfriedel bekam auch seinen Teil davon. Daher schreibt sich dessen Reichtum.

Die alte Strohgrete hat mir aber auch erzählt, es sei zu Kriegszeiten einmal ein Reiter durch das Dorf gesprengt, dem seien ein Laib Brot und ein Sack gerade vor ihrem Haus vom Pferd gefallen. Sie als arme Witwe sei um ihrer hungernden Kinder willen nach dem Laib Brot gelaufen, der Hirtenfriedel habe den Sack aufgehoben, darin seien blanke Goldstücke und harte Taler gewesen – wiewohl der Friedel auf Befragen aussagte, es sei darin nur Speck und Dörrfleisch gewesen –, und daher schreibe sich sein Reichtum; wenn er sich auch nie davon etwas habe anmerken lassen, sie wisse es doch ganz gewiß.

 


 

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