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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 770
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Moorjungfern der Rhön

Auf der Rhön befinden sich Sumpfstrecken, genannt das Rote und das Schwarze Moor. Dort standen vorzeiten zwei Dörfer; das auf dem Roten Moor hieß Poppenrode, das auf dem Schwarzen Moor hieß Moor; beide sind infolge lasterhaften Lebens ihrer Bewohner versunken, und von letzterem ist nur noch ein Basaltpflaster übrig mit Namen die »Steinerne Brücke«. Auf der Moorfläche tanzen nachts in Gestalt schwebender Lichtchen die Moorjungfern. Oft kamen sie zu zweit oder dritt nach Wüstensachsen und mischten sich unter die Kirchweihtänzer, sangen auch gar lieblich, wurden aber jedesmal um die zwölfte Stunde durch eine Taube, der sie folgten, abberufen; sie zogen dann singend zum nächsten Berg hinein und verschwanden so den Augen der Nachblickenden.

Aus dem versunkenen Dorf Poppenrode sollen zwei tugendsam Jungfrauen übriggeblieben sein. Auch diese wurden beim unmäßigen Tanzvergnügen plötzlich weggenommen. Den nach ihnen Suchenden bedeutete ein Engel, sie sollten mit einer Rute aufs Rote Moor schlagen; wenn sich Blut an der Rute zeigte, sei alles Suchen vergebens. Und siehe – es zeigte sich Blut. Die Jungfrauen wurden nie mehr gesehen.

 


 

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