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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 77
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Von Barbara, Herzog Alberts III. in Bayern Tochter

Als der König von Frankreich Barbara, Herzog Alberts III. Tochter, zu einer Braut für seinen Kronprinzen begehrte, wollte sie lieber dem himmlischen Bräutigam für ständig eigen sein. Sie ist auch gar bald im achtzehnten Jahr ihres Alters von ihm zur himmlischen Freude abgeholt worden, im Jahre 1474; vierzehn Tage vor ihrem Abscheiden ist der Majoranstock, der vor ihrem Fenster blühte, ganz verwelkt. Den Tag darauf haben alle Gattungen der im Käfig befindlichen Vögel zu singen und auch zu leben aufgehört. Am achten Tag vor ihrem Ende zersprang die von ihrem Herrn Vater ihr verehrte goldene Kette auf ihrer Brust.

Nach ihrem seligen Hintritt hat sich noch ein größeres Wunder ereignet, dergleichen in keiner Kirchengeschichte gelesen wird. Am vierzehnten Tag nach ihrem Tod ist ihr eine andere Ordensschwester in die Ewigkeit nachgefolgt, nach dieser in gleicher Frist wieder eine andere, nach Verlauf solcher Zeit wieder eine andere, bis endlich zwanzig an der Zahl – jede nach vierzehn Tagen – als unschuldige Tauben zu ihr zum Himmel geflogen sind. Sie wurde in der St.-Jakobs-Kirche auf dem Anger zu München begraben.

Als im Jahre 1642 ein großer Stein, unter dem ihr Leichnam lag, etwas weggerückt wurde, hat ein annehmlich himmlischer Geruch alle Anwesenden mit Erstaunen erfüllt.

 


 

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