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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 759
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die scharfe Schere

Außen an der Pfarrkirche zu Münnerstadt sieht man einen Grabstein, auf dem eine Schere eingehauen ist. Der unter dem Grabstein Ruhende war ein andächtiger Schneider, der sich aber in seiner Andacht gar zu oft vom Teufel gestört sah. Dieser erschien ihm dann und flüsterte ihm zu, recht viel Tuch in die Hölle zu werfen, und er trieb auch sonst mit dem Schneider viele verfängliche Possen. Der Geplagte klagte seine Not einem frommen Mann und empfing den Rat, wenn sich der Teufel nächstesmal wieder einstelle, solle er die Schere nehmen und ihm den Schwanz abschneiden. Diesem Rat beschloß der andächtige Schneider zu folgen; er schärfte seine Schere, und als der Teufel wiederkam, schnitt er ihm den Schwanz rups und kahl vom Leib weg. Der Teufel schrie Mordio, fuhr von dannen und ließ den Schneider fortan in Ruhe. Die Schere blieb lange als Erbstück bei der Familie. Auf dem Grabstein grub man ihr Bild zum Gedächtnis ein.

Seitdem sich das zu Münnerstadt begab, geht nun der Teufel ohne Schwanz unter den Leuten umher und ist gar nicht mehr zu erkennen; daher kommt es auch, daß so viele sagen, es gäbe keinen Teufel mehr.

 


 

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