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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 707
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Schenkenturm bei Würzburg

Im Schenkenturm hausen ein Lindwurm und ein Zwerg. Die Ritter des Schenkenschlosses, von dem nur ein Turm und einige alte Mauerreste heutzutage noch übrig sind, waren Raubritter. Von der Burg führte ein geheimer Gang bis an den Main, und dieser war mit einer an einem Drahtzug hängenden Glocke versehen, wodurch ihnen jedesmal verkündet wurde, wenn ein Kaufmann des Weges zog.

Tief in dem finsteren Schacht des verfallenen Gemäuers liegt geraubtes Gut aufgehäuft, von dem Lindwurm bewacht. Um Mitternacht kommt aus dem nahen Gehölz ein Zwerglein dahergeritten und führt auf einem schwarzen Rappen neben sich ein schwarzes Gerippe in Ketten nach dem Turm. Da bekommt das Gerippe wieder Fleisch und wird vom Lindwurm umfaßt und zu Staub gepreßt. Es steigen Flammen auf und verzehren das Gerippe nebst dem Lindwurm; aus der Asche wallen scheußliche Würmer auf, die sich selbst aufzehren. Da siedet's und braust's unten, und eine große Feuerglut umzischt den alten Turm.

Wenn der Vollmond vor dem nahenden Tag sich verbirgt, besteigt das Zwerglein wieder seinen luftigen Rappen und reitet ins Gehölz zurück.

 


 

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