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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 676
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der irrende Kornmesser zu Würzburg

Würzburger Mundart von J. Ruttor.

Hinter der Reiera Kerch (Reuerer Kirche) is a Gass', di heßt mer die Korngass'. In dera Gass' is a Kornboda und ghert en Magistrat. 's war emol in Wörzborg a großa Teierung und Hungarsnoat, und viel arma Leit sen vor Hungar gstorba, weil sie ke Geld und ke Broad ghatt ham. Doa hat nun der Magistrat sein Kornboda aufmach lassa, daß fir die arma Leit Korn hergeba und zua Broad gebacka wer sollt'.

Doa is a Kornmesser, der die Übersicht übern Kornboda ghatt hat, herganga und hat nachts hemli viela Wega (Wagen) voll Korn an die Hätzfelder (Heidingsfelder) Juda verkauft und hat sei arma Wörzborger Leit und 'n Magistrat drum betroga. Und weil er des nit gbeicht hat, muß er von sein Toad o (an) als Geist umgeha. Jedesmol an Grüna Dunnerstag nachts leßt er sich seh, und doa geat er von elfa bis zwelfa von Kornboda di Korngass' nauf bis an die Reierer Kerch und wieder zeruck und muß auf seiner Achsel en Sack voll Korn und a Metz voll Wez (Weizen) in seiner Hand trag. Und das muß er so lang tua, bis ihn amol a Golden-Sunntags-Kind sein Sack und sei Metz abnimmt und ihn erlest.

Bis jetzt hat's aber no ke Mensch tua meg, weil sie sich all vor 'n fercha (fürchten), denn sei Auga sen so groaß wie Fensterscheiba.

 


 

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