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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 657
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Neustädter Ziege

Am oberen Turm der Torhalle zu Neustadt an der Aisch befindet sich das Wahrzeichen des Städtleins, eine Ziege in Stein gehauen. Ludwig von Bayern lag in harter Fehde mit dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg, Achilles genannt. Er überzog dessen Lande mit einem starken Heer und eroberte viele befestigte Plätze. Unter anderen erfuhr auch Neustadt an der Aisch eine Belagerung im Jahre 1461. Die Neustädter hatten sich wohl des ungebetenen Gastes nicht versehen und kaum den notdürftigsten Proviant herbeigeschafft. Also geschah es, daß das Brot teuer wurde, aber noch teurer guter Rat.

Da fand sich zu gutem Glück ein gescheites Männlein vor, das erbot sich, die Stadt aus Feindeshand zu befreien, falls man ihm Folge leisten wollte. Man sollte ihm nur eine Ziegenhaut verschaffen. Sogleich wurde die Ziegenhaut herbeigeschafft, das Männlein aber seinem Befehl gemäß hineingenäht und auf die Stadtmauer gebracht. Dort fing es angesichts des Feindes an, auf allen vieren gar munter und keck hin und her zu springen, auch die Soldaten mit allerhand drolligen Bocksgrimassen zu belustigen.

Darüber wunderten sich aber die Feindlichen nicht wenig, denn sie hatten nicht erwartet, daß in dem Städtlein auch nur noch eine lebendige Maus, geschweige denn ein so feistes und ausgelassenes Ziegenböcklein zu finden sei. Daher wurden sie anderen Sinnes, gaben die Belagerung auf und zogen unverrichteter Sachen von dannen. Die Neustädter aber stellten die Geiß zum Andenken als Wahrzeichen auf ihrem Turm dar.

 


 

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