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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 622
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Teufelstisch auf dem Waldstein

Von Ludwig Zapf.

                          Es jagt in schneller Reise
Das Wilde Heer vorbei,
Die Fichten schauern leise;
O wär' es Hahnenschrei!
Von ferne aus dem Grunde
Hallt dumpf die zwölfte Stunde –
Still schaut der Vollmond durch den Wald.

Auch dort am Burggemäuer
Ein dumpfer Lärm erschallt –
Da ist es nicht geheuer,
Da regt sich's mannigfalt!
»Jetzt knechtet uns kein Meister,
Jetzt ist es Zeit, ihr Geister,
Still schaut der Vollmond durch den Wald!«

Und lustige Gestalten
Erstehen überall,
Aus allen Mauerspalten,
Im Hofe und vom Wall;
Es schließt sich bald die Runde,
Jetzt ist die rechte Stunde –
Still schaut der Vollmond durch den Wald.

Am Felsentisch, dem harten,
Sind sie geschart im Nu;
Hervor nun mit den Karten!
Gespielt wird ohne Ruh'.
Es klingt in grellen Weisen,
Die Karten sind – von Eisen!
Still schaut der Vollmond durch den Wald.

Hei, das ist ein Vergnügen!
Das geht um Haufen Gold!
Sie ziehn in vollen Zügen,
Der gelbe Plunder rollt!
Sie karten, karten, karten,
Der Tisch wird voller Scharten –
Still schaut der Vollmond durch den Wald.

Doch fängt es an zu dämmern –
Husch, husch – verstummt der Schall,
Der Fäuste lustiges Hämmern,
Der frohe Widerhall.
Die Löcher in der Runde
Im Tisch nur geben Kunde –
Still schaut das Frührot durch den Wald.

 


 

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