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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 616
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Ahnherr der Groß von Trockau

Es war zur Zeit Konrads des Saliers, als die Wenden in Sachsen einfielen. Da schickte der Kaiser den Grafen Günther von Schlüsselberg mit einem Heer gegen sie. Als sich nun eines Tages beide Heere nur durch einen Fluß geschieden gegenüberstanden, trat ein großer und gewaltiger Mann aus dem Lager der Wenden hervor und forderte den Grafen Günther von Schlüsselberg zum Zweikampf heraus. Da setzte sich der Graf aufs Roß und ritt dem Wenden entgegen.

Wie es nun zum Streit gekommen ist, hat der Riese dem Grafen mit List eins anzubringen und mit geschwenktem Ritt ihn zu fällen gesucht; der Graf, dies merkend, nahm seine Chance wohl wahr, fand auch bald Gelegenheit, seinen Gegner mit der Lanze aus dem Sattel zu heben. Als dies geschehen war, stieg er von seinem Roß und fing den Zweikampf mit ihm zu Fuß an.

Als nun der Wende bald darauf im Unterleib verwundet wurde, so daß er zu Boden sank, rief er dem Grafen zu, innezuhalten, denn er erkenne den Christengott und wolle sich taufen lassen. Darauf hielt nun der Graf inne, ging zu dem Wenden, hob ihn auf und ließ ihn in sein Zelt bringen. Als dieser dann wieder genesen war, wurde er in die Kirche geführt, um getauft zu werden, wo er dann den Namen Günther erhielt. Auch wurde er von den anwesenden Herren reichlich beschenkt. Graf Günther von Schlüsselberg nahm ihn mit sich nach Franken und gab ihm jährlich hundert Goldgulden zum Unterhalt, und König Heinrich III., Konrads Nachfolger, verlieh ihm ein adeliges Wappen, und zwar auf folgende Art.

Wie er gegen den Grafen Günther zum Streit ging, trug er auf seinem Kopf einen Helm, mit Reiherfedern geziert, und am Arm einen blauen Schild. Also gab ihm der König einen Wappenschild, der mit Weiß und Blau in die Länge geteilt war, darauf setzte er ihm einen offenen Helm und darauf weiter zwei Büffelhörner, von denen das eine weiß, das andere blau war, jedes Horn von außen mit vier Reiherfedern besteckt. Die weiße Farbe sollte das neu angenommene Christentum, die blaue das vorige Heidentum und die Hörner und Federn sollten seine Tapferkeit bedeuten.

Derselbe Ritter hat sich später im Kampf gegen die Sarazenen männiglich hervorgetan, ja sogar dem Herzog Gottfried von Bouillon in einem Treffen das Leben gerettet; daher hat ihm dieser noch einen roten Querbalken oder eine rote Binde in das Wappen verliehen.

 


 

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