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Gutenberg > Alexander Schöppner >

Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 615
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Der Sankt-Gangolfs-Turm in Hollfeld

Von Ph. Zapf. – Noch wird dort um 10 Uhr abends geläutet.

        Drei alte Schwestern gingen
Hinaus in den weiten Wald,
Da freut sie der Vögelein Singen
Im lustigen Aufenthalt;

Da freut sie der Blümlein Schimmer,
Des Himmels klares Blau;
Die Lüfte wehten nimmer
Wie heut so süß, so lau!

Die Bächlein rieseln so heiter
Durch Moos und wildes Gestein:
Die Fräulein wandern weiter
Und immer tiefer hinein.

Sie reden von Tagen so golden,
Von seliger Rosenzeit,
Eh' sie Maria, der Holden,
Ihr ganzes Leben geweiht.

Eh' ihnen noch nicht enthüllet,
Daß Liebe ein nichtiger Wahn –
Nacht hat schon alles erfüllet,
Da finden sie nimmermehr Bahn!

Es schweigen der Vögelein Lieder,
Es schwand die Sonne dahin,
Dicht sinkt der Nebel hernieder;
Sie rufen angstvoll: »Wohin?«

Sie fallen in ihrem Leide
Selbander auf die Knie:
»Gelobt seist, Gebenedeite,
Gelobt seist du, Marie!

Du hörst die Flehenden gerne,
Verlaß auch du uns nicht!« –
Da klinget ein Glöcklein ferne,
Da wird es wundervoll licht.

Was soll es anders bedeuten?
Maria erhörte sie:
Es führte das helle Läuten,
Sie heim, sie wissen nicht, wie! –

Des Nachts noch heute erschallet
Ein Glöcklein, von ihnen erhöht,
Daß, wenn ein Wandrer noch wallet,
Auf sicherer Spur er geht.

 


 

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