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Bayrische Sagen

Alexander Schöppner: Bayrische Sagen - Kapitel 61
Quellenangabe
typelegend
titleBayrische Sagen
authorAlexander Schöppner
year1979
publisherVerlag Lothar Borowsky
addressMünchen
created20010814
sendergerd.bouillon@t-online.de
modified20170929
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Die Stoanern' Jager

Von F. v. Kobell. – Sage vom Staufen bei Reichenhall

                Zwoa Jager steign in an Gwänd,
Is red't koana nit a Wort,
Sie steign langsam nach der Höh,
Es is a schiecher Ort.

Und wie s' jetz kemma gegen d' Schneid,
Da rastn s' auf an Eck,
Sie sehgn schier zum Ferchtn aus,
So barti, wild und keck.

Just graut der Tag, der Nebi liegt
No tief herunt im Tal,
Von selln Platz, da siecht ma schö
Viel Dörfer auf amal.

Und wie s' a Weil so rastn tien,
So hörn s' Kirchegläut,
In d' Fruhmeß ruft a Glöckl zamm,
Des Läute hört man weit.

Da stopft der oa a Pfeif Tabak,
Der ander putzt sei Bix,
Und Branntwein trinkn s' aar an Schluck,
Aber betn tien sie nix.

Und wieder übr a kloani Weil,
Da läut't des Glöckl drunt,
»Jetz wandeln s' erscht«, lacht da der oa.
»Wir wandeln scho zwoa Stund.«

»Ja Wandeln hin und Wandeln her«,
Hat wild der ander gsagt.
»A Gamsbock ischt mer allweil mehr«,
Und hat sein Stutzn packt.

Und weiter steign s' übers Eck
Und schaugn in Graben 'nei.
Da steht a starker Gamsbock drin,
Der werd bald ihna sei.

Da schießt der oa, er fallt no nit,
Der ander aa zünd't o,
Und auf die Schuß, da hat's an Hall
Als wie a Donner to.

Als schlüg a Wetterstroach grad ei;
Was des bedeutn soll?
Die Schützn rumpin inanand,
's is ihna nimmer wohl.

Denn schau, der Bock in Grabn drunt
Werd zozet wie a Bär,
Die Krickln werdn großi Horn,
Und feuri' schaugt er her.

Des is koa Gamsbock, gnad' da Gott,
Des muaß der Teufi sei, –
Da packn gschwind die Jaga zamm
Und lafa woltern fei.

Auf oamal aber laßn s' aus,
Es werdn d' Füß so schwar,
Und grad als wann der Jüngsti Tag
Auf Erdn komma war,

So ziagt a Nacht im Wetter rei.
Koa Schrittl kinne s' geh,
Und 's Blut is worn so kalt und starr,
Als sollt's auf ewi steh.

Und horch – in Wettersturm, da hallt
A Schroa weit übers Land;
Da war a grausi Wandlung gschehgn,
Verhängt von Gottes Hand. –

Wohl wieder drunt zum Betn läut't
Des Glöckl aus der Fern,
Die drobn aber warn Stoa,
Sie kinne's nimmer hörn.

Bei Salzburg steht a hocher Berg,
Der Staufn – wer 'n kennt –,
Da san zwoa langi Felsn obn
Die Stoanern' Jager gnennt.

Die Felsn stenga heut no da,
Als Zoacha von den Gricht;
Der Kruag, schau, geht so lang zum Brunn,
Bis er amal dabricht.

 


 

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